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2021 Tagesschau, tagesschau 14.04.2021, 17:00 Uhr - Deutsche Impfkampagne kämpft weiter mit Problemen

tagesschau 14.04.2021, 17:00 Uhr - Deutsche Impfkampagne kämpft weiter mit Problemen

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau.

Herzlich willkommen zur Live- Untertitelung des NDR (14.04.2021)

Heute im Studio: Susanne Holst

Guten Tag, willkommen zur tagesschau.

Es läuft vieles nicht rund mit der deutschen Impfkampagne:

Lieferverzögerungen, Verwendungsbeschränkungen

beim AstraZeneca-Vakzin.

Jetzt auch noch die Ungewissheit beim Präparat von Johnson & Johnson. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung kritisierte die ungleiche Verteilung

der Impfstoffe zwischen Arztpraxen und Impfzentren.

Gute Nachrichten gibt es aus Brüssel:

Biontech und Pfizer wollen Millionen von Imfdosen früher liefern

als zunächst geplant.

Die EU will etwas gegen die Impfstoffknappheit tun

und setzt auf die Vakzine Biontech/Pfizer und Moderna.

So die Ankündigung der Kommissionspräsidentin heute.

50 Millionen Extra-Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer

werden im zweiten Quartal geliefert, beginnend im April.

Diese waren zur Lieferung im vierten Quartal vorgesehen.

Jetzt stehen sie im zweiten Quartal zur Verfügung.

Zuvor lösten Nachrichten von Lieferverzögerungen

bei Johnson & Johnson Besorgnis aus. Der Impfstoff ist immer noch knapp.

Wir haben auch auf Johnson & Johnson gesetzt. Ein Impfstoff, der nur einmal geimpft werden muss.

Es ist keine gute Nachricht, in Bezug auf die Impfstoffe,

die zur Verfügung stehen.

Der Impfstopp in den USA

und der verschobene Start von Johnson & and Johnson: Das ist für Lauterbach kein permanenter Rückschlag.

Ich hoffe, dass der Impfstoff wieder zugelassen werden kann.

Wir werden dann bei den über 60-Jährigen

den Impfstoff wieder einsetzen, könnte ich mir vorstellen.

Das Problem ist ähnlich wie beim Astra-Impfstoff.

Brandenburg will wegen Lieferengpässen die Vergabe

von Erstimpfterminen für Moderna und Biontech/Pfizer herunterfahren.

Zuerst sollen die Zweitimpfungen abgesichert werden,

so das Innenministerium.

Auch die Hausärzte befürchten Verzögerungen,

wenn sie statt Biontech/Pfizer AstraZeneca impfen sollen.

Einen Impfstoff, den sie wegen des Thromboserisikos

nur an über 60-jährige verabreichen dürfen.

In Thüringen werden in Corona-Hotspot-Regionen

zusätzliche Impfungen angeboten.

Im Landkreis Greiz ist für sechs Wochen

eine vorübergehende Impfstelle in einem Hotel eingerichtet.

Verimpft wird ein EU-Sonderkontigent

an Personen, die das Landratsamt eingeladen hat.

In Meiningen nimmt das überregionale Impfzentrum für Südthüringen

den Betrieb auf, um bei Zusatzimpfungen zu unterstützen.

Hier die Zahlen zur Infektionslage:

Beim RKI wurden binnen 24 Stunden 21.693 neue Corona-Fälle erfasst,

rund 12.000 mehr als vergangenen Mittwoch.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf einen Wert von 153.

Und dem RKI wurden innerhalb eines Tages

342 Tote im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet.

Während der Corona-Pandemie waren weltweit bislang 1,5 Mrd. Kinder

zeitweise von Schulschließungen betroffen.

Darauf hingewiesen hat die Organisation

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Das könnte laut OECD langfristig Chancen verschlechtern.

Länder mit gut funktionierendem Bildungssystem

seien vergleichsweise gut durch die Krise gekommen.

Die mit schlechten eher nicht.

Für Deutschland gibt es laut OECD positive wie negative Aspekte.

Seit ein paar Tagen können die meisten deutschen Grundschüler

wieder in die Schulen gehen.

Das sei laut OECD das Wichtigste.

Distanzlernen funktioniere nicht für alle gleichermaßen,

habe der internationale Vergleich gezeigt.

Jüngere Kinder bräuchten den Präsenzunterricht.

Lehrkräfte sei nicht nur für die Wissensvermittlung da,

sondern auch die Förderung aller Lernenden.

Das könnten sie nur im direkten Gespräch zielgerichtet tun.

Online fehle vielen die Motivation.

Leistungsunterschiede vergrößerten sich.

Gerade leistungsschwächere Kinder tun sich schwer.

Wenn der Lehrer sagt: Hier habt ihr eure Aufgaben.

Lest euch das durch und macht das.

Das bekommen die Leistungsstärkeren gut hin.

Die anderen verstehen nur Bahnhof und dann ist Ende.

Versäumter Unterrichtsstoff müsse nachgeholt werden.

Die schlechteste Lösung ist, Schüler ein Jahr wiederholen zu lassen.

Man muss alles dran setzen,

dass diese Lernverluste gut ausgeglichen werden.

Einige Länder haben die Ferien verkürzt.

Andere Länder haben zusätzliche Angebote geschaffen.

Was Deutschland im internationalen Vergleich fehle,

seien angepasste Lehrpläne.

Es sei besser, weniger gut zu lernen als viele Stoffe nur zu streifen.

Deutschlands Schulen seien aber im Vergleich

gut durch die Pandemie gekommen.

Wenn die Welt früher rätselte, was die Führung in Moskau plane,

schlug die Stunde der Kreml-Astrologen.

Vielleicht könnte man einige davon reaktivieren,

um vorherzusagen, wie bei der Union der Machtkampf ausgeht.

Markus Söder sagte heute,

am Ende werde alles gut, alles Weitere stehe in den Sternen.

Söder gegen Laschet:

Wie das Ringen um die Kanzlerkandidatur ausgeht,

erscheint völlig offen.

Wie bahne ich mir den Weg zur Kanzlerkandidatur?

Was genau Markus Söder plant, um dieses Ziel zu erreichen,

sagt er nicht offen.

Wiederholt heute im bayerischen Landtag einen Spruch von gestern.

Am Ende wird alles gut werden.

In der CSU-Landtagsfraktion kann sich Söder

der Zustimmung sicher sein.

Gestern in der Unions-Bundestagsfraktion

soll die Debatte über die Kandidatur intensiv gewesen sein.

Aus Sicht des Söder-Lagers aber mit klarer Tendenz:

Wir haben einmütig festgestellt,

dass beide stark sind und beide das Zeug zum Bundeskanzler haben.

Aber die Mehrheitsmeinung

war sehr klar für Markus Söder als Kanzlerkandidat.

Wie geschlossen steht die CDU zu ihrem Vorsitzenden?

Silvia Breher, Vize-Parteichefin und Laschet-Unterstützerin,

verweist auf das Meinungsbild in CDU-Präsidium und Vorstand.

In der jetzigen Zeit, wo sich jeder um andere Sorgen macht,

darf sich das nicht lange hinziehen.

Priorität ist, dass wir eine geeinte Lösung finden.

Vorwürfe, Söder pflege einen martialischen Stil,

weist der Vorsitzende der CSU im Bundestag zurück:

Der Stil, der den Prozess begleitet hat, ist einwandfrei.

Wir hatten eine Diskussion in der Fraktion ohne Verletzungen,

alle haben sich anständig eingelassen in ihren Wortmeldungen.

Haben ihre Sorgen,

haben ihr Profil für einen Spitzenkandidaten deutlich gemacht.

Das ist Transparenz, die wir hergestellt haben.

Wie es weitergeht im Machtpoker, ist offen.

Zur Börse jetzt, zu Stefan Wolff.

Im Frankfurter Aktienhandel läuft es heute ruhig.

Der US-amerikanische Dow-Jones-Index

hat dagegen einen neuen Rekord erreicht.

Woran liegt das?

Das liegt an den Bilanzen der Großbanken.

Sie wurden heute veröffentlicht.

Sie haben hervorragende Zahlen.

Sie haben von den dicken Konjunkturprogrammen profitiert.

Aber auch von dem Börsenaufschwung.

JPMorgan hat seinen Gewinn versechsfacht.

Alle anderen haben auch ihren Gewinn vervielfacht.

Der DAX dümpelt vor sich hin.

Es nicht weit entfernt von einem Plus.

Anlass für die heutige Sonder- Konferenz der NATO waren eigentlich

die russischen Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine.

Doch nun rückte ein anderes Thema in den Mittelpunkt:

Der Afghanistan-Abzug.

Gestern hatten die USA angekündigt,

ihre Truppen bis zum 11. September abzuziehen:

Dem 20. Jahrestag der Anschläge, die zu dem Militäreinsatz geführt hatten.

Auch die anderen NATO-Partner werden wohl folgen.

US-Truppen in Afghanistan:

Präsenz zeigen und Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärken.

Diese Aufgabe habe man erfüllt – Zeit für den Abzug.

Später als mit den Taliban vereinbart,

dafür an einem symbolträchtigen Datum.

Das kündigte US-Außenminister Blinken heute in Brüssel an:

Vor nahezu 20 Jahren wurden die Vereinigten Staaten angegriffen.

Gemeinsam haben wir Truppen nach Afghanistan geschickt,

um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Und um sicherzustellen,

dass Afghanistan kein Unterschlupf für Terroristen ist.

Beim NATO-Einsatz stellen derzeit 36 Staaten Truppen:

9592 Soldat*innen.

Die meisten aus den USA - 2500.

Das zweitgrößte Kontingent kommt aus Deutschland:

Bis zu 1300.

Die Taliban reagieren verärgert auf den neuen Termin.

Sie bestehen auf dem vereinbarten Abzug bis zum 1. Mai,

sonst würden sich "die Probleme verschärfen".

Eine Drohung auch in Richtung Bundeswehr.

Wir haben immer gesagt, wir gehen gemeinsam rein und raus.

Ich stehe für einen geordneten Abzug.

So werden wir das heute beschließen.

Einigkeit heute auch

angesichts der russischen Truppenbewegungen nahe der Ukraine.

Man beobachte die Lage mit Sorge

und wolle auf russische Provokationen besonnen reagieren.

Nach ukrainischen Angaben

hat Russland 41.000 Soldaten an der Grenze zusammengezogen.

Was hat die EU mit der Abholzung der tropischen Regenwälder zu tun?

Dieser Frage geht eine Studie der Umwelt-Organisation WWF nach.

Demnach ist die EU weltweit der zweitgrößte Importeur von Produkten,

für die Wälder gerodet werden, wie Soja, Palmöl und Rindfleisch.

Für Exporte in die EU werde jährlich

die vierfache Fläche das Bodensees an Tropenwald vernichtet.

Dieser Anteil sei zwar schon reduziert worden.

Nötig seien strengere Lieferketten-Gesetze,

wie sie das EU-Parlament fordert.

Bereits die dritte Nacht in Folge

hat es in der Nähe von Minneapolis Unruhen gegeben.

Am Sonntag war ein Afro-Amerikaner (20)

bei einer Verkehrskontrolle erschossen worden.

Polizisten setzten Blendgranaten gegen die 1000 Demonstranten ein.

Die Rücktritte der Todesschützin und des örtlichen Polizeichefs

konnten die Lage nicht beruhigen.

Die Polizei hatte erklärt,

die Beamtin habe Elektroschocker und Schusswaffe verwechselt.

"Dabei sein ist alles."

So hieß es früher unter Sportlern mit Blick auf die Olympischen Spiele.

2021 heißt es eher: Stattfinden ist alles.

Denn das IOC möchte unbedingt, dass die verschoben Spiele

in Tokio 2021 ausgetragen werden.

In 100 Tagen, am 23. Juli, sollen sie beginnen.

Die Stimmung im Gastgeberland Japan ist gelinde gesagt verhalten.

Es ist ein trüber Tag am Berg Takao bei Tokio.

Trübe ist auch die Stimmung im Land 100 Tage vor Beginn der Spiele.

Bei Enthüllung der Maskotten-Statue

gibt sich die Gouverneurin verhalten optimistisch und entschlossen.

Der Kampf gegen den unsichtbaren Feind, das Virus,

war eine Geduldsprobe.

Ich wünsche mir, dass wir den Kampf gewinnen

und die Spiele zum unvergesslichen Event machen.

Was den Organisatoren fehlt: Unterstützung.

Einer Umfrage zufolge sind 70 % der Japaner

für eine Absage oder Verschiebung der Spiele.

Die Infektionszahlen auf der Insel sind im Vergleich niedrig:

Die Inzidenz liegt bei 17.

Aber in den Großstädten steigen die Zahlen.

Ich sage Nein zu Olympia.

Wir werden gezwungen, uns im Alltag zu beschränken,

damit Olympia stattfinden kann, um jeden Preis.

Man sagt, dass die Spiele für die Athleten wichtig seien.

Aber geben wir so viel Geld nur dafür aus?

Ich brauche Olympia nicht.

Das IOC und auch der DSB halten an den Spielen fest.

Thomas Bach hat klar formuliert,

dass nicht die Frage ist, ob die Spiele stattfinden, sondern: wie.

Auch der Weg fürs olympische Feuer ist holprig.

In Osaka dürfen die Fackelträger nicht auf offener Straße laufen.

Sie tragen die Flamme durch abgesperrte Parks.

Zum Wetter.

Morgen ist es wieder wechselhaft. Hier die unserer Vorhersage.

Nachts werden die Schauer weniger.

Am ehesten regnet oder schneit es in den östlichen Mittelgebirgen.

Im Verlauf ziehen von Osten her dichtere Wolken herein,

die morgen Regen oder Schnee bringen.

Vom Süden bis in die Mitte ist es erst oft freundlich,

später wechselhaft mit Regen- und Schneeschauern.

Die Wetteraussichten:

Um 20 Uhr gibt es die nächste tagesschau.

Nachrichten und Hintergründe finden Sie auch auf tagesschau24.

Hier folgt jetzt Brisant.

Ihnen einen guten Abend.

Copyright Untertitel: NDR 2021


tagesschau 14.04.2021, 17:00 Uhr - Deutsche Impfkampagne kämpft weiter mit Problemen tagesschau 14.04.2021, 17:00 - German vaccination campaign continues to struggle with problems

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau.

Herzlich willkommen zur Live- Untertitelung des NDR (14.04.2021)

Heute im Studio: Susanne Holst

Guten Tag, willkommen zur tagesschau.

Es läuft vieles nicht rund mit der deutschen Impfkampagne:

Lieferverzögerungen, Verwendungsbeschränkungen

beim AstraZeneca-Vakzin.

Jetzt auch noch die Ungewissheit beim Präparat von Johnson & Johnson. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung kritisierte die ungleiche Verteilung

der Impfstoffe zwischen Arztpraxen und Impfzentren.

Gute Nachrichten gibt es aus Brüssel:

Biontech und Pfizer wollen Millionen von Imfdosen früher liefern

als zunächst geplant.

Die EU will etwas gegen die Impfstoffknappheit tun

und setzt auf die Vakzine Biontech/Pfizer und Moderna.

So die Ankündigung der Kommissionspräsidentin heute.

50 Millionen Extra-Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer

werden im zweiten Quartal geliefert, beginnend im April.

Diese waren zur Lieferung im vierten Quartal vorgesehen.

Jetzt stehen sie im zweiten Quartal zur Verfügung.

Zuvor lösten Nachrichten von Lieferverzögerungen

bei Johnson & Johnson Besorgnis aus. Der Impfstoff ist immer noch knapp.

Wir haben auch auf Johnson & Johnson gesetzt. Ein Impfstoff, der nur einmal geimpft werden muss.

Es ist keine gute Nachricht, in Bezug auf die Impfstoffe,

die zur Verfügung stehen.

Der Impfstopp in den USA

und der verschobene Start von Johnson & and Johnson: Das ist für Lauterbach kein permanenter Rückschlag.

Ich hoffe, dass der Impfstoff wieder zugelassen werden kann.

Wir werden dann bei den über 60-Jährigen

den Impfstoff wieder einsetzen, könnte ich mir vorstellen.

Das Problem ist ähnlich wie beim Astra-Impfstoff.

Brandenburg will wegen Lieferengpässen die Vergabe

von Erstimpfterminen für Moderna und Biontech/Pfizer herunterfahren.

Zuerst sollen die Zweitimpfungen abgesichert werden,

so das Innenministerium.

Auch die Hausärzte befürchten Verzögerungen,

wenn sie statt Biontech/Pfizer AstraZeneca impfen sollen.

Einen Impfstoff, den sie wegen des Thromboserisikos

nur an über 60-jährige verabreichen dürfen.

In Thüringen werden in Corona-Hotspot-Regionen

zusätzliche Impfungen angeboten.

Im Landkreis Greiz ist für sechs Wochen

eine vorübergehende Impfstelle in einem Hotel eingerichtet.

Verimpft wird ein EU-Sonderkontigent

an Personen, die das Landratsamt eingeladen hat.

In Meiningen nimmt das überregionale Impfzentrum für Südthüringen

den Betrieb auf, um bei Zusatzimpfungen zu unterstützen.

Hier die Zahlen zur Infektionslage:

Beim RKI wurden binnen 24 Stunden 21.693 neue Corona-Fälle erfasst,

rund 12.000 mehr als vergangenen Mittwoch.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf einen Wert von 153.

Und dem RKI wurden innerhalb eines Tages

342 Tote im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet.

Während der Corona-Pandemie waren weltweit bislang 1,5 Mrd. Kinder

zeitweise von Schulschließungen betroffen.

Darauf hingewiesen hat die Organisation

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Das könnte laut OECD langfristig Chancen verschlechtern.

Länder mit gut funktionierendem Bildungssystem

seien vergleichsweise gut durch die Krise gekommen.

Die mit schlechten eher nicht.

Für Deutschland gibt es laut OECD positive wie negative Aspekte.

Seit ein paar Tagen können die meisten deutschen Grundschüler

wieder in die Schulen gehen.

Das sei laut OECD das Wichtigste.

Distanzlernen funktioniere nicht für alle gleichermaßen,

habe der internationale Vergleich gezeigt.

Jüngere Kinder bräuchten den Präsenzunterricht.

Lehrkräfte sei nicht nur für die Wissensvermittlung da,

sondern auch die Förderung aller Lernenden.

Das könnten sie nur im direkten Gespräch zielgerichtet tun.

Online fehle vielen die Motivation.

Leistungsunterschiede vergrößerten sich.

Gerade leistungsschwächere Kinder tun sich schwer.

Wenn der Lehrer sagt: Hier habt ihr eure Aufgaben.

Lest euch das durch und macht das.

Das bekommen die Leistungsstärkeren gut hin.

Die anderen verstehen nur Bahnhof und dann ist Ende.

Versäumter Unterrichtsstoff müsse nachgeholt werden.

Die schlechteste Lösung ist, Schüler ein Jahr wiederholen zu lassen.

Man muss alles dran setzen,

dass diese Lernverluste gut ausgeglichen werden.

Einige Länder haben die Ferien verkürzt.

Andere Länder haben zusätzliche Angebote geschaffen.

Was Deutschland im internationalen Vergleich fehle,

seien angepasste Lehrpläne.

Es sei besser, weniger gut zu lernen als viele Stoffe nur zu streifen.

Deutschlands Schulen seien aber im Vergleich

gut durch die Pandemie gekommen.

Wenn die Welt früher rätselte, was die Führung in Moskau plane,

schlug die Stunde der Kreml-Astrologen.

Vielleicht könnte man einige davon reaktivieren,

um vorherzusagen, wie bei der Union der Machtkampf ausgeht.

Markus Söder sagte heute,

am Ende werde alles gut, alles Weitere stehe in den Sternen.

Söder gegen Laschet:

Wie das Ringen um die Kanzlerkandidatur ausgeht,

erscheint völlig offen.

Wie bahne ich mir den Weg zur Kanzlerkandidatur?

Was genau Markus Söder plant, um dieses Ziel zu erreichen,

sagt er nicht offen.

Wiederholt heute im bayerischen Landtag einen Spruch von gestern.

Am Ende wird alles gut werden.

In der CSU-Landtagsfraktion kann sich Söder

der Zustimmung sicher sein.

Gestern in der Unions-Bundestagsfraktion

soll die Debatte über die Kandidatur intensiv gewesen sein.

Aus Sicht des Söder-Lagers aber mit klarer Tendenz:

Wir haben einmütig festgestellt,

dass beide stark sind und beide das Zeug zum Bundeskanzler haben.

Aber die Mehrheitsmeinung

war sehr klar für Markus Söder als Kanzlerkandidat.

Wie geschlossen steht die CDU zu ihrem Vorsitzenden?

Silvia Breher, Vize-Parteichefin und Laschet-Unterstützerin,

verweist auf das Meinungsbild in CDU-Präsidium und Vorstand.

In der jetzigen Zeit, wo sich jeder um andere Sorgen macht,

darf sich das nicht lange hinziehen.

Priorität ist, dass wir eine geeinte Lösung finden.

Vorwürfe, Söder pflege einen martialischen Stil,

weist der Vorsitzende der CSU im Bundestag zurück:

Der Stil, der den Prozess begleitet hat, ist einwandfrei.

Wir hatten eine Diskussion in der Fraktion ohne Verletzungen,

alle haben sich anständig eingelassen in ihren Wortmeldungen.

Haben ihre Sorgen,

haben ihr Profil für einen Spitzenkandidaten deutlich gemacht.

Das ist Transparenz, die wir hergestellt haben.

Wie es weitergeht im Machtpoker, ist offen.

Zur Börse jetzt, zu Stefan Wolff.

Im Frankfurter Aktienhandel läuft es heute ruhig.

Der US-amerikanische Dow-Jones-Index

hat dagegen einen neuen Rekord erreicht.

Woran liegt das?

Das liegt an den Bilanzen der Großbanken.

Sie wurden heute veröffentlicht.

Sie haben hervorragende Zahlen.

Sie haben von den dicken Konjunkturprogrammen profitiert.

Aber auch von dem Börsenaufschwung.

JPMorgan hat seinen Gewinn versechsfacht.

Alle anderen haben auch ihren Gewinn vervielfacht.

Der DAX dümpelt vor sich hin.

Es nicht weit entfernt von einem Plus.

Anlass für die heutige Sonder- Konferenz der NATO waren eigentlich

die russischen Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine.

Doch nun rückte ein anderes Thema in den Mittelpunkt:

Der Afghanistan-Abzug.

Gestern hatten die USA angekündigt,

ihre Truppen bis zum 11. September abzuziehen:

Dem 20. Jahrestag der Anschläge, die zu dem Militäreinsatz geführt hatten.

Auch die anderen NATO-Partner werden wohl folgen.

US-Truppen in Afghanistan:

Präsenz zeigen und Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärken.

Diese Aufgabe habe man erfüllt – Zeit für den Abzug.

Später als mit den Taliban vereinbart,

dafür an einem symbolträchtigen Datum.

Das kündigte US-Außenminister Blinken heute in Brüssel an:

Vor nahezu 20 Jahren wurden die Vereinigten Staaten angegriffen.

Gemeinsam haben wir Truppen nach Afghanistan geschickt,

um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Und um sicherzustellen,

dass Afghanistan kein Unterschlupf für Terroristen ist.

Beim NATO-Einsatz stellen derzeit 36 Staaten Truppen:

9592 Soldat*innen.

Die meisten aus den USA - 2500.

Das zweitgrößte Kontingent kommt aus Deutschland:

Bis zu 1300.

Die Taliban reagieren verärgert auf den neuen Termin.

Sie bestehen auf dem vereinbarten Abzug bis zum 1. Mai,

sonst würden sich "die Probleme verschärfen".

Eine Drohung auch in Richtung Bundeswehr.

Wir haben immer gesagt, wir gehen gemeinsam rein und raus.

Ich stehe für einen geordneten Abzug.

So werden wir das heute beschließen.

Einigkeit heute auch

angesichts der russischen Truppenbewegungen nahe der Ukraine.

Man beobachte die Lage mit Sorge

und wolle auf russische Provokationen besonnen reagieren.

Nach ukrainischen Angaben

hat Russland 41.000 Soldaten an der Grenze zusammengezogen.

Was hat die EU mit der Abholzung der tropischen Regenwälder zu tun?

Dieser Frage geht eine Studie der Umwelt-Organisation WWF nach.

Demnach ist die EU weltweit der zweitgrößte Importeur von Produkten,

für die Wälder gerodet werden, wie Soja, Palmöl und Rindfleisch.

Für Exporte in die EU werde jährlich

die vierfache Fläche das Bodensees an Tropenwald vernichtet.

Dieser Anteil sei zwar schon reduziert worden.

Nötig seien strengere Lieferketten-Gesetze,

wie sie das EU-Parlament fordert.

Bereits die dritte Nacht in Folge

hat es in der Nähe von Minneapolis Unruhen gegeben.

Am Sonntag war ein Afro-Amerikaner (20)

bei einer Verkehrskontrolle erschossen worden.

Polizisten setzten Blendgranaten gegen die 1000 Demonstranten ein.

Die Rücktritte der Todesschützin und des örtlichen Polizeichefs

konnten die Lage nicht beruhigen.

Die Polizei hatte erklärt,

die Beamtin habe Elektroschocker und Schusswaffe verwechselt.

"Dabei sein ist alles."

So hieß es früher unter Sportlern mit Blick auf die Olympischen Spiele.

2021 heißt es eher: Stattfinden ist alles.

Denn das IOC möchte unbedingt, dass die verschoben Spiele

in Tokio 2021 ausgetragen werden.

In 100 Tagen, am 23. Juli, sollen sie beginnen.

Die Stimmung im Gastgeberland Japan ist gelinde gesagt verhalten.

Es ist ein trüber Tag am Berg Takao bei Tokio.

Trübe ist auch die Stimmung im Land 100 Tage vor Beginn der Spiele.

Bei Enthüllung der Maskotten-Statue

gibt sich die Gouverneurin verhalten optimistisch und entschlossen.

Der Kampf gegen den unsichtbaren Feind, das Virus,

war eine Geduldsprobe.

Ich wünsche mir, dass wir den Kampf gewinnen

und die Spiele zum unvergesslichen Event machen.

Was den Organisatoren fehlt: Unterstützung.

Einer Umfrage zufolge sind 70 % der Japaner

für eine Absage oder Verschiebung der Spiele.

Die Infektionszahlen auf der Insel sind im Vergleich niedrig:

Die Inzidenz liegt bei 17.

Aber in den Großstädten steigen die Zahlen.

Ich sage Nein zu Olympia.

Wir werden gezwungen, uns im Alltag zu beschränken,

damit Olympia stattfinden kann, um jeden Preis.

Man sagt, dass die Spiele für die Athleten wichtig seien.

Aber geben wir so viel Geld nur dafür aus?

Ich brauche Olympia nicht.

Das IOC und auch der DSB halten an den Spielen fest.

Thomas Bach hat klar formuliert,

dass nicht die Frage ist, ob die Spiele stattfinden, sondern: wie.

Auch der Weg fürs olympische Feuer ist holprig.

In Osaka dürfen die Fackelträger nicht auf offener Straße laufen.

Sie tragen die Flamme durch abgesperrte Parks.

Zum Wetter.

Morgen ist es wieder wechselhaft. Hier die unserer Vorhersage.

Nachts werden die Schauer weniger.

Am ehesten regnet oder schneit es in den östlichen Mittelgebirgen.

Im Verlauf ziehen von Osten her dichtere Wolken herein,

die morgen Regen oder Schnee bringen.

Vom Süden bis in die Mitte ist es erst oft freundlich,

später wechselhaft mit Regen- und Schneeschauern.

Die Wetteraussichten:

Um 20 Uhr gibt es die nächste tagesschau.

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Hier folgt jetzt Brisant.

Ihnen einen guten Abend.

Copyright Untertitel: NDR 2021