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2021 Tagesschau, tagesthemen 01.06.2021, 22:15 Uhr - Katholische Kirche stellt sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige unter Strafe

tagesthemen 01.06.2021, 22:15 Uhr - Katholische Kirche stellt sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige unter Strafe

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen.

Diese Sendung wurde vom NDR live untertitelt (01.06.2021)

Heute im Studio: Caren Miosga

Guten Abend.

Wie lang ist ein Jahr?

Kurz, wenn man die fragt, die schon etliche hinter sich haben.

Aber für Menschen, die jung sind,

mag sich ein Jahr anfühlen wie eine halbe Ewigkeit.

Wie ist es, wenn das Leben auch noch stillsteht,

in einer Zeit, in der für sie das Leben doch erst beginnt?

Kinder und Jugendliche haben in dieser Pandemie

die Gefahr des Virus schmerzhaft zu spüren bekommen.

Weniger am Leib, aber an der Seele.

Deshalb haben sie heute zum internationalen Kindertag

unseren Reportern erzählt, wie es ihnen ergangen ist.

Ich bin müde nach über einem Jahr Pandemie.

Es tröstet mich auch nicht, wenn jemand sagt, es gehe allen so.

Ich bin Lotta Rath (16), gehe in die 11. Klasse.

Ich lebe mit meiner Mutter, ihrem Freund, meinem Bruder, zwei Hühnern,

zwei Kaninchen und einer Katze in Oldenburg.

Vor Corona war ich höchstens einmal die Woche mittags zu Hause.

Es pendelt sich ein.

Einige Wochen ist alles okay, ich lebe in den Tag hinein.

Und dann bin ich wieder ein paar Tage verzweifelt,

weil ich nichts tun kann, um die Situation zu verbessern.

Dabei fehlt mir v.a. der persönliche Kontakt zu Freunden.

♪ Soul-Musik ♪

Ich war in der vierten Klasse, als Corona kam.

Wegen des Lockdowns

habe ich einen Teil meiner Klassenkameraden nie wiedergesehen.

Ich heiße Amar Alsafo (12), und gehe jetzt in die 5. Klasse.

Ich wohne mit meinen Eltern und vier Schwestern in Buchholz.

Als die ersten Schulen in anderen Bundesländern geschlossen wurden,

habe ich mir noch nichts gedacht.

Dann aber meinte meine Lehrerin,

dass wir jetzt auch zu Hause bleiben müssen.

Die letzten Schultage hatte ich nur noch im Wechselmodell.

Unsere Abschlussfahrt in der Grundschule fiel aus.

Alles, was man so braucht, wenn wir etwas zu reparieren haben.

Da du ja vielleicht auch Lkw-Mechaniker werden möchtest,

können wir jetzt einen Radwechsel machen. Ja.

Ich habe ein bisschen Angst vor der Zukunft.

Davor, dass Corona weitergeht und ich meinen Traumjob nicht bekomme.

Vor der Pandemie wollte ich Automechaniker werden.

Jetzt gucken wir hier hinten drauf, in welche Richtung er dreht.

Wenn wir lösen, in welche Richtung muss er sich drehen?

Also, nach links. Genau.

Eigentlich wollte ich meinen 16. Geburtstag

auf dem Deichbrand-Festival verbringen.

Das war ja nicht möglich.

Außerdem fehlt mir das Theater.

Normalerweise gibt es jedes Jahr eine Theaterfahrt

mit allen Jugendclubs des Staatstheaters.

Die fiel letztes Jahr weg, genau wie eine normale Aufführung.

Somit waren die Dinge, auf die ich mich ewig gefreut hatte, abgesagt.

Und in die Schule sollte ich trotzdem.

Vor Corona wollte ich immer Lehrerin werden.

Der Beruf würde mir Freude machen und Sicherheit bieten.

Mittlerweile überlege ich, ob ich es riskieren sollte,

meinem Traum zu folgen und Schauspielerin zu werden.

Ich habe nur dieses eine Leben.

Und wenn etwas schiefgeht,

weiß ich wenigstens, dass ich es versucht habe.

Letztlich ist alles unvorhersehbar.

In der Pandemie konnte ich meine Freunde nur selten sehen.

Deshalb habe ich mir eine Spielkonsole gekauft.

Nimm den Ball doch an!

So eine wollte ich vor Corona eigentlich gar nicht haben.

Gerne spiele ich auf der Konsole Fußball.

Nach Corona aber möchte ich

mit meinen Freunden wieder auf einen richtigen Fußballplatz.

Außerdem möchte in den Ferien unbedingt nach Hannover zur Oma.

Ich habe in den letzten Monaten gemerkt,

dass man viel mehr Zeit mit seiner Familie verbringen sollte.

Es kann so viel passieren.

Die Erfahrungen von Amar und Lotta.

Weil heute Tag der Kinder ist, haben wir auch Louisa zu uns

ins Studio geholt und sie gebeten, uns ihre Meinung zu sagen.

Louisa ist 15 Jahre alt und geht in die 9. Klasse.

Hier ist ihre Meinung.

Generell finde ich Corona-Maßnahmen sinnvoll.

Ich bin aber der Meinung, dass gerade meine Generation

während der Pandemie ziemlich allein gelassen wurde.

Die Politik fokussierte sich eher auf ältere Personen,

obwohl auch für jüngere ein großes Risiko besteht, sich anzustecken.

Ich habe es so empfunden,

dass wir Jugendlichen nur Verbote erhalten haben,

aber keine Alternativen, etwa beim Sport.

Für die meisten fiel er einfach weg, wie bei mir das Basketballtraining.

Das finde ich problematisch, weil insbesondere in meinem Alter

viele Erfahrungen für das Erwachsenwerden gesammelt werden.

Für die Sozialkompetenz

sind eben Kontakte mit Gleichaltrigen nötig.

Auch habe ich es so erlebt, dass von der Politik nicht überprüft wurde,

ob Online-Schooling eine zu große Belastung für Schüler*innen ist.

Ob es überhaupt zielführend ist.

Denn nach meiner Erfahrung wird im Online-Unterricht

viel weniger Stoff vermittelt.

Gerade Leute, denen es schwerfällt, sich selbst zu strukturieren,

waren auf sich allein gestellt.

Es gab keine Fördermaßnahmen vom Staat.

Politische Entscheidungen bezüglich Schule

wurden nach meinem Empfinden zu abrupt getroffen.

Daher haben teilweise Lehrer*innen

ihren Stress und Unsicherheiten an die Schüler*innen übertragen.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Politik, wenn möglich,

schnellere, klarere Entscheidungen fällt.

Und nicht nur Verbote ausspricht.

Denn solche Angebote oder Konzepte, ermöglichen uns einen Weg

in die Normalität und eben nicht nur Schulöffnungen.

Auch beim Impfen möchten wir bitte nicht die Letzten sein.

Die Meinung von Louisa Arendt.

Tausende stehen dicht an dicht und feiern ein Punk-Rock-Konzert.

Dieses Andreas-Gursky-Werk ist ein aus der Zeit gefallenes Bild.

Denn mit dem Virus war tote Hose

und jede Menschenmenge plötzlich eine Gefahr.

Noch wird einem mulmig beim Anblick so vieler Leute.

Doch wir werden uns wieder daran gewöhnen müssen.

Das ist mal eine gute Nachricht.

Es wächst und gedeiht, wird schneller, dichter -

das soziale Leben.

Sinkt die Inzidenz, steigt die Kontaktdichte.

Nicht zu schnell, meint das Paar aus Berlin-Rudow.

Bad in der Menge? Ja und Nein.

Nur ein bisschen, mal 'nen Moment und dann wieder Ruhe.

Wir müssen uns langsam wieder gewöhnen

an den Kontakt zu Menschen.

Das dauert vielleicht.

Eineinhalb Jahre war man immer allein.

Diese Menschenmengen plötzlich, das löst auch Unbehagen aus.

Das sei logisch, meinen Psychologen.

Der Mensch ist ein adaptives Wesen.

Wir haben uns eingestellt auf die Notwendigkeit

von Freiheitseinschränkungen zum Schutz anderer.

Das ist Teil unseres Alltags und Weltwissens geworden.

Das hat sich zusammen mit einer entsprechenden Wachsamkeit

im kollektiven Bewusstsein verankert.

Das kollektive Bewusstsein hat mühsam gelernt nun:

Küsse, Umarmung - das heißt Gefahr.

Nun heißt es umlernen, auch im engsten Familienkreis.

Lilly habe ich umarmt, das Kind hab ich nicht geküsst.

Aber Lilly hab ich umarmt.

Jetzt geht es los, aber nicht übertrieben.

Die Erfahrung lehrt Vorsicht:

Nach einem Sommer voller Vorfreude kam die Corona-Depression im Winter.

Das Risikobewusstsein wird nicht einfach wieder abgeschaltet.

Wir können Inhalte in unserem mentalen Apparat,

nicht einfach löschen.

Das RKI hat die Gefährdungsstufe auf "hoch" herabgestuft.

Doch das Virus ist noch da, so der Gesundheitsminister.

Also nicht zu viel Euphorie.

Mit der Situation, in der wir sind,

ist mehr Zuversicht da, bessere Laune.

Bei vielen Leuten auch:

"Ach, endlich!"

Das müssen wir paaren

mit der notwendigen Vorsicht in bestimmten Situationen.

Als sich die beiden Berlinerinnen nach einem Jahr wiedersahen,

ging das nicht ohne Berührung.

In der Familie haben wir auch wieder.

Berührungen sind wichtig für die Seele.

Das kollektive Bewusstsein

stellt sich langsam, aber sicher um auf Nähe.

Am Sonntag wird gewählt in Sachsen-Anhalt.

Das ist v.a. eine wichtige Abstimmung für die CDU -

in Magdeburg, aber auch in Berlin.

Weil es die erste Wahl ist für Kanzlerkandidaten Armin Laschet,

und weil es für die Union wieder mal um die Frage geht:

Wie hältst du's mit denen rechts von dir?

Die AfD bereitet Ministerpräsident Haseloff (CDU)

arge Kopfschmerzen.

Auch wenn er und die Bundesspitze nicht müde werden zu beteuern,

dass man mit denen nichts zu tun haben werde:

Es gibt durchaus Abgeordnete, die sich da weniger klar äußern

oder sogar Sympathien erkennen lassen.

Über den schwierigen Wählerfang in Sachsen-Anhalt ...

Wenn Wähler bei der CDU auch so leicht anbeißen würden,

hätte Generalsekretär Paul Ziemiak wohl eine Sorge weniger.

Wahlkampf im Zoo von Halle - und erneut klare Abgrenzung zur AfD.

Unsere Brandmauer nach rechts ist klar.

Keine Gespräche, keine Koalition mit der AfD.

Bis Sonntag kämpfen wir um jede Stimme.

Doch der Wahlkampf-Endspurt ist holprig.

Einige ostdeutsche AfD-Wähler seien nicht in der Demokratie angekommen,

sagte ausgerechnet der Ostbeauftragte der Bundesregierung von der CDU.

Inzwischen drückt er sich vorsichtiger aus, aber:

Gleichwohl komme ich nicht umhin, auch ihnen vorzuwerfen,

dass sie eben eine rechtsradikale Partei wählen.

Es gibt genug demokratische Alternativen.

Der CDU-Vorsitzende aus Sachsen-Anhalt fürchtet,

das könne die Union Stimmen kosten.

Unsere Aufgabe als CDU und aller anderen Parteien muss es sein,

in den Parlamenten über Debatten inhaltlich die AfD zu stellen.

Und nicht die Wähler*innen in Sachsen-Anhalt und Ostdeutschland

zu beschimpfen und zu diffamieren.

Dann nervt auch noch die Werteunion.

Die hat Max Otte zum Vorsitzenden gewählt.

Selbst in der konservativen Gruppierung sind viele schockiert.

Herr Otte ist sehr AfD-nah.

Er spricht auf Querdenker-Demonstrationen.

Das ist nicht das, wofür wir die Werteunion gegründet haben.

Sie soll eine Plattform für Konservative in der Union sein.

Max Otte hatte 2017 zur Wahl der AfD aufgerufen.

Er war bis Januar

Kuratoriumsvorsitzender der AfD-nahen Parteistiftung.

Die Werteunion ist keine offizielle Parteigliederung,

sondern ein Verein.

Nach eigenen Angaben hat sie 4000 Mitglieder,

die meisten davon mit CDU- oder CSU-Parteibuch.

Max Otte wurde von 115 Mitgliedern gewählt.

Für den Generalsekretär daher kein Thema.

Ich würde falsch agieren, wenn ich sagen würde,

das ist Teil der Organisationsstruktur der CDU.

Denn die Werteunion ist nicht Teil der CDU.

Parteienforscher Oskar Niedermayer warnt:

Die Nichtbefassung mit diesem Thema wird schwierig.

Weil es der politische Gegner nicht zulassen wird,

jetzt kurz vor der Wahl.

Das ist ist gefundenes Fressen für die anderen Parteien.

Deswegen sollte man da deutlich reagieren.

Eine mögliche Maßnahme gegen Otte

schließt der Parteivorsitzende aber aus:

Doch das Thema Werteunion und die Abgrenzung zur AfD

könnte die Union bis zur Bundestagswahl begleiten.

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder, Jugendliche oder Erwachsene

ist eine Straftat.

Diese Feststellung der katholischen Kirche

ist im Jahr 2021 eine Nachricht wert.

Das sagt viel über die aus, die Moral wie eine Monstranz

vor sich hertragen, eigene Schuld aber oft nicht eingestehen.

Da sich die Fälle aber häuften und die Kritik immer lauter wurde,

hat der Vatikan nun das Kirchenstrafrecht verschärft:

Sexualisierte Gewalt durch Würdenträger wurde bislang

als Verstoß gegen den Zölibat gesehen.

Also rein aus der Perspektive des Peinigers.

Nun wird endlich auch das Leid der Gepeinigten

mit in den Blick genommen.

Wir sind in Würzburg mit Kai Christian Moritz verabredet.

In wenigen Minuten soll die Vorstellung

des überarbeiteten kirchlichen Strafrechts vorgestellt werden.

Sexueller Missbrauch soll stärker bekämpft werden.

Moritz war selbst Opfer.

Nach dem Tod meine Mutter kam ich in ein katholisches Pfarrhaus.

Mein Cousin wurde dann mein Pflegevater.

Ein katholischer Priester, der mich kurz nach meiner Ankunft

mehrere Jahre sexuell missbraucht hat.

Fast täglich.

Um solche Fälle geht es in Rom.

Fast zwölf Jahre Arbeit.

Zwei Drittel des Textes sind verändert.

Das Strafrecht soll jetzt v.a. mehr Klarheit schaffen.

Jüngere Skandale,

die aus schwerwiegenden Episoden der Pädophilie hervorgegangen sind,

haben zu der Notwendigkeit geführt, das Strafrecht neu zu beleben.

Und es mit präzisen Gesetzesreformen zu verbinden.

In Würzburg

verfolgt Kai Christian Moritz die Pressekonferenz.

Er hat erlebt, wie schwierig es ist,

gegen einen brutalen Pfarrer vorzugehen.

Seine Erwartung jetzt:

Dass sexueller Missbrauch nicht mehr als reine Verfehlung

an das sechsten Gebot gewertet wird, ein Zölibatsvergehen.

Sondern als das benannt wird, was es ist: sexualisierte Gewalt.

Und letztendlich Mord an einer Kinderseele.

Der Päpstliche Rat argumentiert in der Überarbeitung weiterhin

mit dem Verstoß gegen das sechste Gebot.

Aber erstmals sind Sexualstraftaten und Kinderpornographie

als Verbrechen gegen Leben, Würde und Freiheit einer Person

in das Strafrecht aufgenommen worden.

Damit richtet der Codex den Blick stärker als bisher auf die Opfer.

Es wird gehofft, dass mit der Änderung der Perspektive

leichter handhabbar wird.

Und in Konsequenz auch öfter angewendet wird,

damit man auch präventiv tätig wird.

Kai Christian Moritz' erste Reaktion ist positiv.

Er sieht aber weiteren Handlungsbedarf.

Es gibt aber noch keine klare Äußerung zum Verfahren,

wie Betroffene beteiligt werden.

Was man aus dem weltlichen Strafrecht kennt,

dass man als Zeuge oder Nebenkläger auftritt.

Aufklärung von sexualisierten Gewaltdelikten

im kirchlichen Zusammenhang:

Es brauche weitere Schritte, nach einem ersten Schritt heute.

Anja Miller in Rom, kann die katholische Kirche

mit dieser Verschärfung Vertrauen zurückgewinnen?

Es wird schon positiv aufgenommen.

Dass es ein Verbrechen gegen Würde, Leben und Freiheit ist.

Die Perspektive der Opfer wird gewürdigt.

Die Schwere der Schuld hängt höher.

Wie sieht jetzt die Prozessordnung aus?

Die Opfer müssen mehr Möglichkeiten haben, sich einzubringen.

Und wie wird das jetzt umgesetzt?

Eine Norm muss weltweit durchgesetzt werden.

Das wird die Aufgabe des Papstes sein,

dafür zu sorgen, das dies Teil des Hirtendienstes ist.

Das neue Strafrecht

befasst sich nicht nur mit den Missbrauchsfällen.

Schwer bestraft wird jetzt auch, wer eine Frau zur Priesterin weiht.

Das hat nach der Pressekonferenz zu Irritationen geführt.

Aber es ist nichts Neues.

Das ist schon immer ein Straftatbestand.

Jetzt ist es ein Verbrechen gegen das Sakrament.

In der Logik des Kirchenrechts ist das folgerichtig zu sagen,

man bereinigt das und packt das in den richtigen Kodex.

Aber das ist schwer zu kommunizieren

und schwer verständlich für die Gesellschaft.

Der Kirche fällt es oft schwer,

solche singe Dinge richtig zu kommunizieren.

Ein Verbrechen, das auch im Namen der Kirche geschah,

ist dieser Tage in Kanada entdeckt worden.

Eines, das wohl kein Einzelfall war.

Jedes dieser Kinderschuhpaare steht für ein Kind,

das in einem Massengrab gefunden wurde.

Ein Massengrab mit 215 Kindern aus indigenen Familien,

die in einem kirchlichen Internat umerzogen werden sollten.

Über diesen fürchterlichen Fund und wie der den Blick der Kanadier

auf ihre Kolonialgeschichte verändern könnte - Christiane Meier.

Mit Trommeln gedenken indigene Anwohner und Überlebende

der Kinder von Kamloops.

Am Mahnmal des ehemaligen Umerziehungsinternats.

Auf dem Gelände dieser Schule

wurde ein Massengrab mit Überresten von 215 Kindern gefunden.

Die Internatsschule in Kamloops führten katholische Nonnen -

im Auftrag der Regierung.

Bis 1969 haben sie hier indigene Kinder umerzogen,

um sie zwangsweise in die westliche Kultur zu integrieren.

Die Fahnen hat Premier Trudeau auf Halbmast gesetzt.

Im Parlament bekennt er, er sei erschüttert und beschämt.

Wir versuchen weiter,

mit Familien und Gemeinschaften zusammenzuarbeiten.

Wir wollen sie ins Zentrum der Aufarbeitung stellen.

139 solcher Schulen gab es im Land.

Oft wurden die Kinder misshandelt und sexuell missbraucht.

Viele kamen nie mehr nach Hause.

Über 4000 Namen verstorbener Kinder sind bereits bekannt.

Wahrscheinlich sind es weit mehr.

Wie grauenvoll die Umstände in diesen Schulen waren,

erzählt uns Evelyn.

Sie kämpft um Aufklärung, auch an ihrer Schule,

an der auch sie als Zehnjährige von Nonnen misshandelt wurde.

Sie fürchten, dass sie herausfinden,

dass es einen elektrischen Stuhl in der St.-Anne's-Schule gab.

Niemand glaubt das.

Aber Kinder wurden mit Strom gefoltert.

St. Anne's war eine der schrecklichsten Schulen Kanadas.

An allen Schulen muss jetzt nach weiteren Gräbern gesucht werden.

So fordern es eine Sprecherin der indigenen Völker.

215 Kinder in einem Grab zu finden, bedeutet,

dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist.

Ich habe Geschichten gehört von Kindern,

die einander versorgen mussten.

Kranke Vier- und Siebenjährige, die fiebern

und in den Armen der anderen sterben.

Und diejenigen, die in die Krankenstation gelangten,

kamen nie zurück.

Das ganze Land nimmt Anteil.

V.a. soll die katholische Kirche sich zu den Taten bekennen

und sich entschuldigen.

Es ist enttäuschend,

dass wir kein Wort von Papst Franziskus gehört haben.

Der Papst muss Verantwortung für den Völkermord übernehmen,

den sie an den indigenen Menschen in Kanada begangen haben.

Wahrheit kommt vor der Versöhnung, sagen sie.

Wer wann und warum gestorben ist, muss aufgeklärt werden.

Ich hoffe, Kanada und die Welt sehen hin.

Kanada wird oft als Ort des Friedens und der Harmonie gesehen.

Dass das Leiden jetzt nach und nach ans Licht kommt,

wird die Regierung zwingen, den indigenen Völkern zu helfen.

Wir kommen zur Wirtschaft:

Große Unternehmen in der EU müssen künftig offenlegen,

wie viel Steuern sie in welchem Land zahlen.

Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments

einigten sich auf Regeln für das "Country-by-Country-Reporting".

Das Vorhaben soll helfen, Steuersparmodelle

von international operierenden Großunternehmen zu begrenzen.

Künftig müssen die Unternehmen ihre Gewinne und gezahlten Steuern

pro Geschäftsland in der EU offenlegen.

Befürworter sprachen

von einem "Meilenstein für Steuergerechtigkeit" in Europa.

Die Bundesagentur für Arbeit

sieht am Arbeitsmarkt Anzeichen einer umfassenden Besserung.

Sie geht aber davon aus,

dass die Folgen der Pandemie ihn noch für Jahre belasten.

Im Baugewerbe

bremst der Rohstoffmangel viele Unternehmen aus.

Auch fehlende Fachkräfte tragen dazu bei,

dass die Branche 2021 nicht mit einem neuen Bauboom rechnet.

Mehr dazu von Markus Gürne aus der Frankfurter Börse.

Die Nachfrage nach Immobilien bleibt hoch.

Die Politik will mehr bauen.

Beides ist Teil des Problems.

Mit der steigenden Nachfrage

entwickeln sich auch die Preise nach oben.

Bei nahezu allen Rohstoffen.

Über Probleme bei der Beschaffung von Baustoffen

berichteten im Mai 43,9 % von rund 800 befragten Firmen.

Im April waren es 23,9 %.

Durch die hohe Nachfrage am Bau

dürften die Rohstoffpreise weiter steigen.

Dadurch die Inflationsrate weiter nach oben treiben.

Sowohl das Bauen als auch das Kaufen von Immobilien

wird nun auch in ländlichen Gebieten teurer.

Deutschlands Eishockey-Nationalteam

hat den Einzug ins Viertelfinale der WM in Lettland geschafft.

Im Vorrundenspiel gegen den Gastgeber reichte ein 2:1.

Der Showdown in Riga um den Einzug ins WM-Viertelfinale

begann mit einem Doppelschlag des deutschen Teams.

J.J. Peterka traf sehenswert unter die Latte (4. ).

Nur drei Minuten später erhöhte Noebels auf 2:0.

Doch die Letten kamen im zweiten Drittel

durch einen Konter zum Anschlusstreffer.

Abols - nur noch 2:1.

Deutschland zitterte sich durch den Mittelabschnitt.

Man hielt aber auch im Schlussdrittel der Abwehr- und Nervenschlacht stand.

Im Viertelfinale am Donnerstag geht's gegen die Schweiz.

Gastgeber Lettland ist ausgeschieden.

Es waren die schönsten Beine des Sozialismus.

Sie trieben die Begeisterung des Publikums in die Höhe.

Hier im Friedrichstadt-Palast waren alle Großen zu Gast,

vor dem Mauerfall und danach.

Die Revuebühne überlebte in mehr als 100 Jahren

viele Widrigkeiten der Geschichte.

Von der Pandemie wurde auch sie kalt erwischt.

Jetzt, nach langer Pause,

singen, tanzen und spielen sie bald wieder.

Unser Mittendrin-Team traf Künstler*innen,

die das kaum abwarten können.

Das Podest im Wasserbecken muss noch mal verändert werden.

Also, raus damit.

Lina Baden koordiniert die Arbeiten.

Noch kann man nicht viel erkennen vom Bühnenbild für die neue Show.

Am 7. August muss es fertig sein, dann ist Preview.

Monatelang ging im Revuetheater Friedrichstadt-Palast nichts –

Lockdown.

Eine harte Zeit, sagt Lina Baden, jetzt gehe es endlich wieder los.

Wie es ihr geht – fast eine überflüssige Frage.

Großartig.

Vielleicht etwas erschöpft, weil ein Umbau immer anstrengend ist.

Aber, ist toll, macht Spaß, alles wieder in Action zu sehen,

Technik einzubauen - wir freuen uns unglaublich.

Das Aufregende an ihrem Job sei,

dass man immer Prototypen bauen dürfe.

Ständig erfänden sie neue Konstruktionen,

damit Bühnenbild und Show noch spektakulärer würden.

♪ Jede meiner Farben wird zu Schwarz und Weiß ♪

Im Ballettsaal - ein paar Stockwerke höher.

Seit Anfang März trainiert und probt das Ensemble wieder gemeinsam.

Ein besonderes Hygienekonzept für Berliner Tanzbühnen

mit häufigen Tests macht's möglich.

Sofia Moini tanzt seit 2013 im Friedrichstadt-Palast.

Es ist ihr großer Traum.

Sie liebt nicht nur klassischen Tanz, sondern alle Tanzformen.

Hier hat sie diese Vielfalt.

Endlich kann sie das auch wieder genießen.

Ich hab's Gefühl, wir sind alle auf 200 %.

Wir geben total viel, weil wir so lange in der Ruhepause waren.

Alle haben richtig Bock.

Fitnesstraining zu Hause, Tanzstunden über Zoom:

Das gab es trotzdem, aber es reiche halt nicht.

Das Leistungsniveau sei zwangsläufig gesunken.

Jetzt geben die Tänzer*innen alles für die neue Show,

die "Arise" heißt – "sich erheben".

Es ist total passend, 'ne ganz positive Show.

Es handelt von der Liebe, vom Licht, das am Ende zurückkommt.

Passt auf jeden Fall für den Wiedereinstieg.

Der Friedrichstadt-Palast in Berlin-Mitte:

Das Gebäude wurde 1984 während der DDR-Zeit erbaut.

Doch als Revuetheater gibt es ihn schon seit über 100 Jahren.

V.a. in der letzten Zeit

waren große Shows mit Gesang, Tanz und Akrobatik erfolgreich.

2019: das absolute Rekordjahr.

Dann kam die Pandemie, der Lockdown

und die letzte Aufführung im März 2020.

Tiefer hätte der Absturz kaum sein können,

sagt Intendant Berndt Schmidt.

Die Tage danach war ich 'n paar Mal hier.

Teilweise auch samstags, weil wir rund um die Uhr arbeiten mussten.

Dann standen wir auf der leeren Bühne, im dunklen Saal.

Hatte echt 'ne Träne im Knopfloch, weil sich das falsch angefühlt hat.

Der Friedrichstadt-Palast nutzte den Lockdown,

um die Belüftungsanlage zu erneuern.

Das war ohnehin geplant, aber erst für 2022.

Auch sonst gab es viel zu tun für den Intendanten und sein Team:

Ticketgelder zurückzahlen, fehlendes Budget managen.

Keine schöne Arbeit, sagt er. Das sei jetzt hoffentlich vorbei.

Wenn wir wieder spielen können, ist das für uns befreiend.

Insofern geht durchs Haus eine Ruck, ein Gefühl der Zuversicht.

Der Titel der Show stand übrigens schon vor der Pandemie fest.

Jetzt wird er zum Slogan für die Wiedereröffnung:

"Arise".

Wenn morgen diese Herren wieder die deutsche Fußballbühne betreten,

wird das ohne Zuschauer sein.

Hummels und Müller sind wieder da.

Die Hoffnungen der Fans auch, dass die Routiniers

der Nationalmannschaft die Freude am Gewinnen zurückbringen.

Morgen beim Freundschaftsspiel gegen Dänemark,

aber v.a. dann, wenn es ernst wird -

bei der EM, Jogi Löws letztem Turnier.

Wie Trainer und Team in Schuss sind, berichtet Bernd Schmelzer.

Ein beeindruckende Kulisse für sein letztes Trainingslager:

Seefeld in Tirol.

Joachim Löw lässt sich nichts anmerken.

Abschiedsstimmung? Mitnichten.

Im Gegenteil.

Der Bundestrainer wirkt hochkonzentriert,

detailverliebt in taktischer und zwischenmenschlicher Hinsicht.

Wenn ich sage, Gewinnermentalität aufbauen,

dann meine ich das vom ersten Training weg.

Hohe Intensität, hohe Konzentration, Fokus auf wichtige Themen.

Fast 15 Jahre ist er Bundestrainer.

In sein letztes Turnier investiert er besonders viel.

Löw hat hohe Erwartungen, an sich und seine Mannschaft.

Deshalb führt er viele Gespräche, erklärt, diskutiert -

erfolgsorientiert.

Was ich an Jogi Löw schätze:

Er hat seine Linie, hat seine Haltung.

Man merkt, das ist seine Überzeugung,

so geht er Sachen an.

Vor seinem 4. EM-Turnier ist Löw über seinen eigenen Schatten gesprungen.

Er hat Thomas Müller und Mats Hummels zurückgeholt.

Den begonnenen Umbruch unterbrochen,

um dem Team Erfahrung und Stabilität zu geben.

Für sein persönliches Finale.

Wehmut schwingt nicht mit. Überhaupt nicht.

Es ist mein letztes Turnier.

Das war meine Entscheidung.

Mit der Entscheidung und mir bin ich im Reinen.

Zweimal stand Löw bei einer EM im Halbfinale,

einmal im Endspiel.

Der Titel fehlt in der Sammlung.

Was wäre das für ein Abschluss.

Zum Abschluss dieser Sendung bleibt uns noch der Blick

auf bitte frühlingshaftes Wetter, Claudia.

Wenn man unter frühlingshaft hohe Temperaturen und Sonne versteht,

kann ich zumindest hohe Temperaturen versprechen.

Es bleibt warm.

Es pendelt sich auf sommerlichen Temperaturen ein.

Aber es wird wechselhaft mit Schauern und Gewittern.

Sommertemperaturen haben wir uns auch verdient.

Wir sind ausgehungert.

Der Mai war meistens zu kalt.

Das sehen wir hier auf der Karte.

Alles im blauen Bereich war zu kalt.

Aber der Klimawandel macht keine Pause.

Es war nur bei uns etwas zu kalt.

Insgesamt, global, lag die Temperatur über dem Durchschnitt.

In der Arktis war es auch zu warm.

In den nächsten Tagen werden die Temperaturen ansteigen.

In der Nacht gibt es lockere Wolken aus Nordosten.

Von dort kommt auch kühlere Luft.

Im Laufe des Tages kompaktere Wolken.

Regen und kurze Gewitter im Norden und Nordosten.

Am Abend aus Südwesten einzelne, teils kräftige Regengüsse.

In der Mitte lange sonnig.

Die nächsten Tage: häufig Schauer und Gewitter.

Zum Teil mit enormen Regenmengen.

Hier erwartet Sie jetzt der Wirtschaftskrimi "Limbo"

und um 0.15 Uhr Julia-Niharika Sen mit dem nachtmagazin.

Wir sind morgen wieder für Sie da. Bis dahin.

Copyright Untertitel: NDR 2021

tagesthemen 01.06.2021, 22:15 Uhr - Katholische Kirche stellt sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige unter Strafe tagesthemen 01.06.2021, 22:15 - Igreja Católica criminaliza violência sexualizada contra menores

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen.

Diese Sendung wurde vom NDR live untertitelt (01.06.2021)

Heute im Studio: Caren Miosga

Guten Abend.

Wie lang ist ein Jahr?

Kurz, wenn man die fragt, die schon etliche hinter sich haben.

Aber für Menschen, die jung sind,

mag sich ein Jahr anfühlen wie eine halbe Ewigkeit.

Wie ist es, wenn das Leben auch noch stillsteht,

in einer Zeit, in der für sie das Leben doch erst beginnt?

Kinder und Jugendliche haben in dieser Pandemie

die Gefahr des Virus schmerzhaft zu spüren bekommen.

Weniger am Leib, aber an der Seele.

Deshalb haben sie heute zum internationalen Kindertag

unseren Reportern erzählt, wie es ihnen ergangen ist.

Ich bin müde nach über einem Jahr Pandemie.

Es tröstet mich auch nicht, wenn jemand sagt, es gehe allen so.

Ich bin Lotta Rath (16), gehe in die 11. Klasse.

Ich lebe mit meiner Mutter, ihrem Freund, meinem Bruder, zwei Hühnern,

zwei Kaninchen und einer Katze in Oldenburg.

Vor Corona war ich höchstens einmal die Woche mittags zu Hause.

Es pendelt sich ein.

Einige Wochen ist alles okay, ich lebe in den Tag hinein.

Und dann bin ich wieder ein paar Tage verzweifelt,

weil ich nichts tun kann, um die Situation zu verbessern.

Dabei fehlt mir v.a. der persönliche Kontakt zu Freunden.

♪ Soul-Musik ♪

Ich war in der vierten Klasse, als Corona kam.

Wegen des Lockdowns

habe ich einen Teil meiner Klassenkameraden nie wiedergesehen.

Ich heiße Amar Alsafo (12), und gehe jetzt in die 5. Klasse.

Ich wohne mit meinen Eltern und vier Schwestern in Buchholz.

Als die ersten Schulen in anderen Bundesländern geschlossen wurden,

habe ich mir noch nichts gedacht.

Dann aber meinte meine Lehrerin,

dass wir jetzt auch zu Hause bleiben müssen.

Die letzten Schultage hatte ich nur noch im Wechselmodell.

Unsere Abschlussfahrt in der Grundschule fiel aus.

Alles, was man so braucht, wenn wir etwas zu reparieren haben.

Da du ja vielleicht auch Lkw-Mechaniker werden möchtest,

können wir jetzt einen Radwechsel machen. Ja.

Ich habe ein bisschen Angst vor der Zukunft.

Davor, dass Corona weitergeht und ich meinen Traumjob nicht bekomme.

Vor der Pandemie wollte ich Automechaniker werden.

Jetzt gucken wir hier hinten drauf, in welche Richtung er dreht.

Wenn wir lösen, in welche Richtung muss er sich drehen?

Also, nach links. Genau.

Eigentlich wollte ich meinen 16. Geburtstag

auf dem Deichbrand-Festival verbringen.

Das war ja nicht möglich.

Außerdem fehlt mir das Theater.

Normalerweise gibt es jedes Jahr eine Theaterfahrt

mit allen Jugendclubs des Staatstheaters.

Die fiel letztes Jahr weg, genau wie eine normale Aufführung.

Somit waren die Dinge, auf die ich mich ewig gefreut hatte, abgesagt.

Und in die Schule sollte ich trotzdem.

Vor Corona wollte ich immer Lehrerin werden.

Der Beruf würde mir Freude machen und Sicherheit bieten.

Mittlerweile überlege ich, ob ich es riskieren sollte,

meinem Traum zu folgen und Schauspielerin zu werden.

Ich habe nur dieses eine Leben.

Und wenn etwas schiefgeht,

weiß ich wenigstens, dass ich es versucht habe.

Letztlich ist alles unvorhersehbar.

In der Pandemie konnte ich meine Freunde nur selten sehen.

Deshalb habe ich mir eine Spielkonsole gekauft.

Nimm den Ball doch an!

So eine wollte ich vor Corona eigentlich gar nicht haben.

Gerne spiele ich auf der Konsole Fußball.

Nach Corona aber möchte ich

mit meinen Freunden wieder auf einen richtigen Fußballplatz.

Außerdem möchte in den Ferien unbedingt nach Hannover zur Oma.

Ich habe in den letzten Monaten gemerkt,

dass man viel mehr Zeit mit seiner Familie verbringen sollte.

Es kann so viel passieren.

Die Erfahrungen von Amar und Lotta.

Weil heute Tag der Kinder ist, haben wir auch Louisa zu uns

ins Studio geholt und sie gebeten, uns ihre Meinung zu sagen.

Louisa ist 15 Jahre alt und geht in die 9. Klasse.

Hier ist ihre Meinung.

Generell finde ich Corona-Maßnahmen sinnvoll.

Ich bin aber der Meinung, dass gerade meine Generation

während der Pandemie ziemlich allein gelassen wurde.

Die Politik fokussierte sich eher auf ältere Personen,

obwohl auch für jüngere ein großes Risiko besteht, sich anzustecken.

Ich habe es so empfunden,

dass wir Jugendlichen nur Verbote erhalten haben,

aber keine Alternativen, etwa beim Sport.

Für die meisten fiel er einfach weg, wie bei mir das Basketballtraining.

Das finde ich problematisch, weil insbesondere in meinem Alter

viele Erfahrungen für das Erwachsenwerden gesammelt werden.

Für die Sozialkompetenz

sind eben Kontakte mit Gleichaltrigen nötig.

Auch habe ich es so erlebt, dass von der Politik nicht überprüft wurde,

ob Online-Schooling eine zu große Belastung für Schüler*innen ist.

Ob es überhaupt zielführend ist.

Denn nach meiner Erfahrung wird im Online-Unterricht

viel weniger Stoff vermittelt.

Gerade Leute, denen es schwerfällt, sich selbst zu strukturieren,

waren auf sich allein gestellt.

Es gab keine Fördermaßnahmen vom Staat.

Politische Entscheidungen bezüglich Schule

wurden nach meinem Empfinden zu abrupt getroffen.

Daher haben teilweise Lehrer*innen

ihren Stress und Unsicherheiten an die Schüler*innen übertragen.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Politik, wenn möglich,

schnellere, klarere Entscheidungen fällt.

Und nicht nur Verbote ausspricht.

Denn solche Angebote oder Konzepte, ermöglichen uns einen Weg

in die Normalität und eben nicht nur Schulöffnungen.

Auch beim Impfen möchten wir bitte nicht die Letzten sein.

Die Meinung von Louisa Arendt.

Tausende stehen dicht an dicht und feiern ein Punk-Rock-Konzert.

Dieses Andreas-Gursky-Werk ist ein aus der Zeit gefallenes Bild.

Denn mit dem Virus war tote Hose

und jede Menschenmenge plötzlich eine Gefahr.

Noch wird einem mulmig beim Anblick so vieler Leute.

Doch wir werden uns wieder daran gewöhnen müssen.

Das ist mal eine gute Nachricht.

Es wächst und gedeiht, wird schneller, dichter -

das soziale Leben.

Sinkt die Inzidenz, steigt die Kontaktdichte.

Nicht zu schnell, meint das Paar aus Berlin-Rudow.

Bad in der Menge? Ja und Nein.

Nur ein bisschen, mal 'nen Moment und dann wieder Ruhe.

Wir müssen uns langsam wieder gewöhnen

an den Kontakt zu Menschen.

Das dauert vielleicht.

Eineinhalb Jahre war man immer allein.

Diese Menschenmengen plötzlich, das löst auch Unbehagen aus.

Das sei logisch, meinen Psychologen.

Der Mensch ist ein adaptives Wesen.

Wir haben uns eingestellt auf die Notwendigkeit

von Freiheitseinschränkungen zum Schutz anderer.

Das ist Teil unseres Alltags und Weltwissens geworden.

Das hat sich zusammen mit einer entsprechenden Wachsamkeit

im kollektiven Bewusstsein verankert.

Das kollektive Bewusstsein hat mühsam gelernt nun:

Küsse, Umarmung - das heißt Gefahr.

Nun heißt es umlernen, auch im engsten Familienkreis.

Lilly habe ich umarmt, das Kind hab ich nicht geküsst.

Aber Lilly hab ich umarmt.

Jetzt geht es los, aber nicht übertrieben.

Die Erfahrung lehrt Vorsicht:

Nach einem Sommer voller Vorfreude kam die Corona-Depression im Winter.

Das Risikobewusstsein wird nicht einfach wieder abgeschaltet.

Wir können Inhalte in unserem mentalen Apparat,

nicht einfach löschen.

Das RKI hat die Gefährdungsstufe auf "hoch" herabgestuft.

Doch das Virus ist noch da, so der Gesundheitsminister.

Also nicht zu viel Euphorie.

Mit der Situation, in der wir sind,

ist mehr Zuversicht da, bessere Laune.

Bei vielen Leuten auch:

"Ach, endlich!"

Das müssen wir paaren

mit der notwendigen Vorsicht in bestimmten Situationen.

Als sich die beiden Berlinerinnen nach einem Jahr wiedersahen,

ging das nicht ohne Berührung.

In der Familie haben wir auch wieder.

Berührungen sind wichtig für die Seele.

Das kollektive Bewusstsein

stellt sich langsam, aber sicher um auf Nähe.

Am Sonntag wird gewählt in Sachsen-Anhalt.

Das ist v.a. eine wichtige Abstimmung für die CDU -

in Magdeburg, aber auch in Berlin.

Weil es die erste Wahl ist für Kanzlerkandidaten Armin Laschet,

und weil es für die Union wieder mal um die Frage geht:

Wie hältst du's mit denen rechts von dir?

Die AfD bereitet Ministerpräsident Haseloff (CDU)

arge Kopfschmerzen.

Auch wenn er und die Bundesspitze nicht müde werden zu beteuern,

dass man mit denen nichts zu tun haben werde:

Es gibt durchaus Abgeordnete, die sich da weniger klar äußern

oder sogar Sympathien erkennen lassen.

Über den schwierigen Wählerfang in Sachsen-Anhalt ...

Wenn Wähler bei der CDU auch so leicht anbeißen würden,

hätte Generalsekretär Paul Ziemiak wohl eine Sorge weniger.

Wahlkampf im Zoo von Halle - und erneut klare Abgrenzung zur AfD.

Unsere Brandmauer nach rechts ist klar.

Keine Gespräche, keine Koalition mit der AfD.

Bis Sonntag kämpfen wir um jede Stimme.

Doch der Wahlkampf-Endspurt ist holprig.

Einige ostdeutsche AfD-Wähler seien nicht in der Demokratie angekommen,

sagte ausgerechnet der Ostbeauftragte der Bundesregierung von der CDU.

Inzwischen drückt er sich vorsichtiger aus, aber:

Gleichwohl komme ich nicht umhin, auch ihnen vorzuwerfen,

dass sie eben eine rechtsradikale Partei wählen.

Es gibt genug demokratische Alternativen.

Der CDU-Vorsitzende aus Sachsen-Anhalt fürchtet,

das könne die Union Stimmen kosten.

Unsere Aufgabe als CDU und aller anderen Parteien muss es sein,

in den Parlamenten über Debatten inhaltlich die AfD zu stellen.

Und nicht die Wähler*innen in Sachsen-Anhalt und Ostdeutschland

zu beschimpfen und zu diffamieren.

Dann nervt auch noch die Werteunion.

Die hat Max Otte zum Vorsitzenden gewählt.

Selbst in der konservativen Gruppierung sind viele schockiert.

Herr Otte ist sehr AfD-nah.

Er spricht auf Querdenker-Demonstrationen.

Das ist nicht das, wofür wir die Werteunion gegründet haben.

Sie soll eine Plattform für Konservative in der Union sein.

Max Otte hatte 2017 zur Wahl der AfD aufgerufen.

Er war bis Januar

Kuratoriumsvorsitzender der AfD-nahen Parteistiftung.

Die Werteunion ist keine offizielle Parteigliederung,

sondern ein Verein.

Nach eigenen Angaben hat sie 4000 Mitglieder,

die meisten davon mit CDU- oder CSU-Parteibuch.

Max Otte wurde von 115 Mitgliedern gewählt.

Für den Generalsekretär daher kein Thema.

Ich würde falsch agieren, wenn ich sagen würde,

das ist Teil der Organisationsstruktur der CDU.

Denn die Werteunion ist nicht Teil der CDU.

Parteienforscher Oskar Niedermayer warnt:

Die Nichtbefassung mit diesem Thema wird schwierig.

Weil es der politische Gegner nicht zulassen wird,

jetzt kurz vor der Wahl.

Das ist ist gefundenes Fressen für die anderen Parteien.

Deswegen sollte man da deutlich reagieren.

Eine mögliche Maßnahme gegen Otte

schließt der Parteivorsitzende aber aus:

Doch das Thema Werteunion und die Abgrenzung zur AfD

könnte die Union bis zur Bundestagswahl begleiten.

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder, Jugendliche oder Erwachsene

ist eine Straftat.

Diese Feststellung der katholischen Kirche

ist im Jahr 2021 eine Nachricht wert.

Das sagt viel über die aus, die Moral wie eine Monstranz

vor sich hertragen, eigene Schuld aber oft nicht eingestehen.

Da sich die Fälle aber häuften und die Kritik immer lauter wurde,

hat der Vatikan nun das Kirchenstrafrecht verschärft:

Sexualisierte Gewalt durch Würdenträger wurde bislang

als Verstoß gegen den Zölibat gesehen.

Also rein aus der Perspektive des Peinigers.

Nun wird endlich auch das Leid der Gepeinigten

mit in den Blick genommen.

Wir sind in Würzburg mit Kai Christian Moritz verabredet.

In wenigen Minuten soll die Vorstellung

des überarbeiteten kirchlichen Strafrechts vorgestellt werden.

Sexueller Missbrauch soll stärker bekämpft werden.

Moritz war selbst Opfer.

Nach dem Tod meine Mutter kam ich in ein katholisches Pfarrhaus.

Mein Cousin wurde dann mein Pflegevater.

Ein katholischer Priester, der mich kurz nach meiner Ankunft

mehrere Jahre sexuell missbraucht hat.

Fast täglich.

Um solche Fälle geht es in Rom.

Fast zwölf Jahre Arbeit.

Zwei Drittel des Textes sind verändert.

Das Strafrecht soll jetzt v.a. mehr Klarheit schaffen.

Jüngere Skandale,

die aus schwerwiegenden Episoden der Pädophilie hervorgegangen sind,

haben zu der Notwendigkeit geführt, das Strafrecht neu zu beleben.

Und es mit präzisen Gesetzesreformen zu verbinden.

In Würzburg

verfolgt Kai Christian Moritz die Pressekonferenz.

Er hat erlebt, wie schwierig es ist,

gegen einen brutalen Pfarrer vorzugehen.

Seine Erwartung jetzt:

Dass sexueller Missbrauch nicht mehr als reine Verfehlung

an das sechsten Gebot gewertet wird, ein Zölibatsvergehen.

Sondern als das benannt wird, was es ist: sexualisierte Gewalt.

Und letztendlich Mord an einer Kinderseele.

Der Päpstliche Rat argumentiert in der Überarbeitung weiterhin

mit dem Verstoß gegen das sechste Gebot.

Aber erstmals sind Sexualstraftaten und Kinderpornographie

als Verbrechen gegen Leben, Würde und Freiheit einer Person

in das Strafrecht aufgenommen worden.

Damit richtet der Codex den Blick stärker als bisher auf die Opfer.

Es wird gehofft, dass mit der Änderung der Perspektive

leichter handhabbar wird.

Und in Konsequenz auch öfter angewendet wird,

damit man auch präventiv tätig wird.

Kai Christian Moritz' erste Reaktion ist positiv.

Er sieht aber weiteren Handlungsbedarf.

Es gibt aber noch keine klare Äußerung zum Verfahren,

wie Betroffene beteiligt werden. how those affected are involved.

Was man aus dem weltlichen Strafrecht kennt,

dass man als Zeuge oder Nebenkläger auftritt.

Aufklärung von sexualisierten Gewaltdelikten

im kirchlichen Zusammenhang:

Es brauche weitere Schritte, nach einem ersten Schritt heute.

Anja Miller in Rom, kann die katholische Kirche

mit dieser Verschärfung Vertrauen zurückgewinnen?

Es wird schon positiv aufgenommen.

Dass es ein Verbrechen gegen Würde, Leben und Freiheit ist.

Die Perspektive der Opfer wird gewürdigt.

Die Schwere der Schuld hängt höher.

Wie sieht jetzt die Prozessordnung aus?

Die Opfer müssen mehr Möglichkeiten haben, sich einzubringen. The victims must have more opportunities to get involved.

Und wie wird das jetzt umgesetzt?

Eine Norm muss weltweit durchgesetzt werden.

Das wird die Aufgabe des Papstes sein,

dafür zu sorgen, das dies Teil des Hirtendienstes ist.

Das neue Strafrecht

befasst sich nicht nur mit den Missbrauchsfällen.

Schwer bestraft wird jetzt auch, wer eine Frau zur Priesterin weiht. Whoever ordains a woman as a priestess is now also severely punished.

Das hat nach der Pressekonferenz zu Irritationen geführt.

Aber es ist nichts Neues.

Das ist schon immer ein Straftatbestand.

Jetzt ist es ein Verbrechen gegen das Sakrament.

In der Logik des Kirchenrechts ist das folgerichtig zu sagen,

man bereinigt das und packt das in den richtigen Kodex.

Aber das ist schwer zu kommunizieren

und schwer verständlich für die Gesellschaft.

Der Kirche fällt es oft schwer,

solche singe Dinge richtig zu kommunizieren.

Ein Verbrechen, das auch im Namen der Kirche geschah,

ist dieser Tage in Kanada entdeckt worden.

Eines, das wohl kein Einzelfall war.

Jedes dieser Kinderschuhpaare steht für ein Kind,

das in einem Massengrab gefunden wurde.

Ein Massengrab mit 215 Kindern aus indigenen Familien,

die in einem kirchlichen Internat umerzogen werden sollten.

Über diesen fürchterlichen Fund und wie der den Blick der Kanadier

auf ihre Kolonialgeschichte verändern könnte - Christiane Meier.

Mit Trommeln gedenken indigene Anwohner und Überlebende

der Kinder von Kamloops.

Am Mahnmal des ehemaligen Umerziehungsinternats.

Auf dem Gelände dieser Schule

wurde ein Massengrab mit Überresten von 215 Kindern gefunden.

Die Internatsschule in Kamloops führten katholische Nonnen -

im Auftrag der Regierung.

Bis 1969 haben sie hier indigene Kinder umerzogen,

um sie zwangsweise in die westliche Kultur zu integrieren.

Die Fahnen hat Premier Trudeau auf Halbmast gesetzt.

Im Parlament bekennt er, er sei erschüttert und beschämt.

Wir versuchen weiter,

mit Familien und Gemeinschaften zusammenzuarbeiten.

Wir wollen sie ins Zentrum der Aufarbeitung stellen.

139 solcher Schulen gab es im Land.

Oft wurden die Kinder misshandelt und sexuell missbraucht.

Viele kamen nie mehr nach Hause.

Über 4000 Namen verstorbener Kinder sind bereits bekannt.

Wahrscheinlich sind es weit mehr.

Wie grauenvoll die Umstände in diesen Schulen waren,

erzählt uns Evelyn.

Sie kämpft um Aufklärung, auch an ihrer Schule,

an der auch sie als Zehnjährige von Nonnen misshandelt wurde.

Sie fürchten, dass sie herausfinden,

dass es einen elektrischen Stuhl in der St.-Anne's-Schule gab.

Niemand glaubt das.

Aber Kinder wurden mit Strom gefoltert.

St. Anne's war eine der schrecklichsten Schulen Kanadas.

An allen Schulen muss jetzt nach weiteren Gräbern gesucht werden.

So fordern es eine Sprecherin der indigenen Völker.

215 Kinder in einem Grab zu finden, bedeutet,

dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist.

Ich habe Geschichten gehört von Kindern,

die einander versorgen mussten.

Kranke Vier- und Siebenjährige, die fiebern

und in den Armen der anderen sterben.

Und diejenigen, die in die Krankenstation gelangten,

kamen nie zurück.

Das ganze Land nimmt Anteil.

V.a. soll die katholische Kirche sich zu den Taten bekennen

und sich entschuldigen.

Es ist enttäuschend,

dass wir kein Wort von Papst Franziskus gehört haben.

Der Papst muss Verantwortung für den Völkermord übernehmen,

den sie an den indigenen Menschen in Kanada begangen haben.

Wahrheit kommt vor der Versöhnung, sagen sie.

Wer wann und warum gestorben ist, muss aufgeklärt werden.

Ich hoffe, Kanada und die Welt sehen hin.

Kanada wird oft als Ort des Friedens und der Harmonie gesehen.

Dass das Leiden jetzt nach und nach ans Licht kommt,

wird die Regierung zwingen, den indigenen Völkern zu helfen.

Wir kommen zur Wirtschaft:

Große Unternehmen in der EU müssen künftig offenlegen,

wie viel Steuern sie in welchem Land zahlen.

Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments

einigten sich auf Regeln für das "Country-by-Country-Reporting".

Das Vorhaben soll helfen, Steuersparmodelle

von international operierenden Großunternehmen zu begrenzen.

Künftig müssen die Unternehmen ihre Gewinne und gezahlten Steuern

pro Geschäftsland in der EU offenlegen.

Befürworter sprachen

von einem "Meilenstein für Steuergerechtigkeit" in Europa.

Die Bundesagentur für Arbeit

sieht am Arbeitsmarkt Anzeichen einer umfassenden Besserung.

Sie geht aber davon aus,

dass die Folgen der Pandemie ihn noch für Jahre belasten.

Im Baugewerbe

bremst der Rohstoffmangel viele Unternehmen aus.

Auch fehlende Fachkräfte tragen dazu bei,

dass die Branche 2021 nicht mit einem neuen Bauboom rechnet.

Mehr dazu von Markus Gürne aus der Frankfurter Börse.

Die Nachfrage nach Immobilien bleibt hoch.

Die Politik will mehr bauen.

Beides ist Teil des Problems.

Mit der steigenden Nachfrage

entwickeln sich auch die Preise nach oben.

Bei nahezu allen Rohstoffen.

Über Probleme bei der Beschaffung von Baustoffen

berichteten im Mai 43,9 % von rund 800 befragten Firmen.

Im April waren es 23,9 %.

Durch die hohe Nachfrage am Bau

dürften die Rohstoffpreise weiter steigen.

Dadurch die Inflationsrate weiter nach oben treiben.

Sowohl das Bauen als auch das Kaufen von Immobilien

wird nun auch in ländlichen Gebieten teurer.

Deutschlands Eishockey-Nationalteam

hat den Einzug ins Viertelfinale der WM in Lettland geschafft.

Im Vorrundenspiel gegen den Gastgeber reichte ein 2:1.

Der Showdown in Riga um den Einzug ins WM-Viertelfinale

begann mit einem Doppelschlag des deutschen Teams.

J.J. Peterka traf sehenswert unter die Latte (4. ).

Nur drei Minuten später erhöhte Noebels auf 2:0.

Doch die Letten kamen im zweiten Drittel

durch einen Konter zum Anschlusstreffer.

Abols - nur noch 2:1.

Deutschland zitterte sich durch den Mittelabschnitt.

Man hielt aber auch im Schlussdrittel der Abwehr- und Nervenschlacht stand.

Im Viertelfinale am Donnerstag geht's gegen die Schweiz.

Gastgeber Lettland ist ausgeschieden.

Es waren die schönsten Beine des Sozialismus.

Sie trieben die Begeisterung des Publikums in die Höhe.

Hier im Friedrichstadt-Palast waren alle Großen zu Gast,

vor dem Mauerfall und danach.

Die Revuebühne überlebte in mehr als 100 Jahren

viele Widrigkeiten der Geschichte.

Von der Pandemie wurde auch sie kalt erwischt.

Jetzt, nach langer Pause,

singen, tanzen und spielen sie bald wieder.

Unser Mittendrin-Team traf Künstler*innen,

die das kaum abwarten können.

Das Podest im Wasserbecken muss noch mal verändert werden.

Also, raus damit.

Lina Baden koordiniert die Arbeiten.

Noch kann man nicht viel erkennen vom Bühnenbild für die neue Show.

Am 7. August muss es fertig sein, dann ist Preview.

Monatelang ging im Revuetheater Friedrichstadt-Palast nichts –

Lockdown.

Eine harte Zeit, sagt Lina Baden, jetzt gehe es endlich wieder los.

Wie es ihr geht – fast eine überflüssige Frage.

Großartig.

Vielleicht etwas erschöpft, weil ein Umbau immer anstrengend ist.

Aber, ist toll, macht Spaß, alles wieder in Action zu sehen,

Technik einzubauen - wir freuen uns unglaublich.

Das Aufregende an ihrem Job sei,

dass man immer Prototypen bauen dürfe.

Ständig erfänden sie neue Konstruktionen,

damit Bühnenbild und Show noch spektakulärer würden.

♪ Jede meiner Farben wird zu Schwarz und Weiß ♪

Im Ballettsaal - ein paar Stockwerke höher.

Seit Anfang März trainiert und probt das Ensemble wieder gemeinsam.

Ein besonderes Hygienekonzept für Berliner Tanzbühnen

mit häufigen Tests macht's möglich.

Sofia Moini tanzt seit 2013 im Friedrichstadt-Palast.

Es ist ihr großer Traum.

Sie liebt nicht nur klassischen Tanz, sondern alle Tanzformen.

Hier hat sie diese Vielfalt.

Endlich kann sie das auch wieder genießen.

Ich hab's Gefühl, wir sind alle auf 200 %.

Wir geben total viel, weil wir so lange in der Ruhepause waren.

Alle haben richtig Bock.

Fitnesstraining zu Hause, Tanzstunden über Zoom:

Das gab es trotzdem, aber es reiche halt nicht.

Das Leistungsniveau sei zwangsläufig gesunken.

Jetzt geben die Tänzer*innen alles für die neue Show,

die "Arise" heißt – "sich erheben".

Es ist total passend, 'ne ganz positive Show.

Es handelt von der Liebe, vom Licht, das am Ende zurückkommt.

Passt auf jeden Fall für den Wiedereinstieg.

Der Friedrichstadt-Palast in Berlin-Mitte:

Das Gebäude wurde 1984 während der DDR-Zeit erbaut.

Doch als Revuetheater gibt es ihn schon seit über 100 Jahren.

V.a. in der letzten Zeit

waren große Shows mit Gesang, Tanz und Akrobatik erfolgreich.

2019: das absolute Rekordjahr.

Dann kam die Pandemie, der Lockdown

und die letzte Aufführung im März 2020.

Tiefer hätte der Absturz kaum sein können,

sagt Intendant Berndt Schmidt.

Die Tage danach war ich 'n paar Mal hier.

Teilweise auch samstags, weil wir rund um die Uhr arbeiten mussten.

Dann standen wir auf der leeren Bühne, im dunklen Saal.

Hatte echt 'ne Träne im Knopfloch, weil sich das falsch angefühlt hat.

Der Friedrichstadt-Palast nutzte den Lockdown,

um die Belüftungsanlage zu erneuern.

Das war ohnehin geplant, aber erst für 2022.

Auch sonst gab es viel zu tun für den Intendanten und sein Team:

Ticketgelder zurückzahlen, fehlendes Budget managen.

Keine schöne Arbeit, sagt er. Das sei jetzt hoffentlich vorbei.

Wenn wir wieder spielen können, ist das für uns befreiend.

Insofern geht durchs Haus eine Ruck, ein Gefühl der Zuversicht.

Der Titel der Show stand übrigens schon vor der Pandemie fest.

Jetzt wird er zum Slogan für die Wiedereröffnung:

"Arise".

Wenn morgen diese Herren wieder die deutsche Fußballbühne betreten,

wird das ohne Zuschauer sein.

Hummels und Müller sind wieder da.

Die Hoffnungen der Fans auch, dass die Routiniers

der Nationalmannschaft die Freude am Gewinnen zurückbringen.

Morgen beim Freundschaftsspiel gegen Dänemark,

aber v.a. dann, wenn es ernst wird -

bei der EM, Jogi Löws letztem Turnier.

Wie Trainer und Team in Schuss sind, berichtet Bernd Schmelzer.

Ein beeindruckende Kulisse für sein letztes Trainingslager:

Seefeld in Tirol.

Joachim Löw lässt sich nichts anmerken.

Abschiedsstimmung? Mitnichten.

Im Gegenteil.

Der Bundestrainer wirkt hochkonzentriert,

detailverliebt in taktischer und zwischenmenschlicher Hinsicht.

Wenn ich sage, Gewinnermentalität aufbauen,

dann meine ich das vom ersten Training weg.

Hohe Intensität, hohe Konzentration, Fokus auf wichtige Themen.

Fast 15 Jahre ist er Bundestrainer.

In sein letztes Turnier investiert er besonders viel.

Löw hat hohe Erwartungen, an sich und seine Mannschaft.

Deshalb führt er viele Gespräche, erklärt, diskutiert -

erfolgsorientiert.

Was ich an Jogi Löw schätze:

Er hat seine Linie, hat seine Haltung.

Man merkt, das ist seine Überzeugung,

so geht er Sachen an.

Vor seinem 4. EM-Turnier ist Löw über seinen eigenen Schatten gesprungen.

Er hat Thomas Müller und Mats Hummels zurückgeholt.

Den begonnenen Umbruch unterbrochen,

um dem Team Erfahrung und Stabilität zu geben.

Für sein persönliches Finale.

Wehmut schwingt nicht mit. Überhaupt nicht.

Es ist mein letztes Turnier.

Das war meine Entscheidung.

Mit der Entscheidung und mir bin ich im Reinen.

Zweimal stand Löw bei einer EM im Halbfinale,

einmal im Endspiel.

Der Titel fehlt in der Sammlung.

Was wäre das für ein Abschluss.

Zum Abschluss dieser Sendung bleibt uns noch der Blick

auf bitte frühlingshaftes Wetter, Claudia.

Wenn man unter frühlingshaft hohe Temperaturen und Sonne versteht,

kann ich zumindest hohe Temperaturen versprechen.

Es bleibt warm.

Es pendelt sich auf sommerlichen Temperaturen ein.

Aber es wird wechselhaft mit Schauern und Gewittern.

Sommertemperaturen haben wir uns auch verdient.

Wir sind ausgehungert.

Der Mai war meistens zu kalt.

Das sehen wir hier auf der Karte.

Alles im blauen Bereich war zu kalt.

Aber der Klimawandel macht keine Pause.

Es war nur bei uns etwas zu kalt.

Insgesamt, global, lag die Temperatur über dem Durchschnitt.

In der Arktis war es auch zu warm.

In den nächsten Tagen werden die Temperaturen ansteigen.

In der Nacht gibt es lockere Wolken aus Nordosten.

Von dort kommt auch kühlere Luft.

Im Laufe des Tages kompaktere Wolken.

Regen und kurze Gewitter im Norden und Nordosten.

Am Abend aus Südwesten einzelne, teils kräftige Regengüsse.

In der Mitte lange sonnig.

Die nächsten Tage: häufig Schauer und Gewitter.

Zum Teil mit enormen Regenmengen.

Hier erwartet Sie jetzt der Wirtschaftskrimi "Limbo"

und um 0.15 Uhr Julia-Niharika Sen mit dem nachtmagazin.

Wir sind morgen wieder für Sie da. Bis dahin.

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