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2020 Tagesschau, Sendung: tagesschau 18.03.2020 17:00 Uhr - Corona-Virus bremsen Wirtschaft aus

Sendung: tagesschau 18.03.2020 17:00 Uhr - Corona-Virus bremsen Wirtschaft aus

Vorsorge-Maßnahmen gegen Corona-Virus bremsen Wirtschaft aus, Kleinbetriebe treffen Corona-Einschränkungen besonders hart, Zahl der Infizierten steigt in Deutschland weiter an, Merkel kündigt Fernsehansprache an, Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger in Kraft, Rückholaktion für gestrandete Touristen, Lebensmittelhandel reagiert auf Kundenverhalten in Zeiten von Corona, Die Börse, "Flüchtlingsdeal": Merkel will EU-Gelder für Türkei aufstocken, Vorwahlen in den USA: Joe Biden liegt weiter vorn, Das Wetter

-------------------------------------------

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen

mit der tagesschau.

Heute im Studio: Susanne Holst

Willkommen zur tagesschau.

Vorsorge-Maßnahmen gegen das Virus

bremsen die Wirtschaft aus.

Lieferketten brechen zusammen,

Mitarbeiter fallen aus.

Durch die Schließung von Geschäften

fehlt auch die Nachfrage.

Die Bundesregierung hat schnelle,

unbürokratische Hilfen zugesagt.

Wie die aussehen werden,

ist noch unklar.

Über Details berieten Arbeitsminister

Heil und Wirtschaftsminister Altmaier

mit Vertretern

von Arbeitgebern und Gewerkschaften.

Auch hier, ein Reinkommen

nur in Ausnahmefällen möglich.

Aus Gesundheitsschutzgründen wird

im Jobcenter fleißig telefoniert.

Zu Wochenbeginn

waren es in Spitzenzeiten

bundesweit 150 Anrufversuche

pro Sekunde.

Weitere Beruhigungsmaßnahmen

auf politischer Ebene.

In Krisenzeiten

sei die Sozialpartnerschaft stabil.

Es gibt Unterstützung:

Wir brauchen zügig rückwirkend

die Regeln zur Kurzarbeit.

Wir werden gemeinsam Lösungen finden

zwischen Arbeitgebern

und Gewerkschaften und Politik.

Lohnlücken werden abgefedert.

Es gehe um Menschen mit mittlerem

und geringerem Einkommen,

für die 60 % Lohnersatzleistungen

ein zu harter Einschnitt wären:

Das kann keiner wollen.

Wir brauchen Lösungen,

um die soziale Schieflage

zu minimieren.

Tarifvertragliche Lösungen

sind das beste Instrument.

Außerdem suche man Lösungen

für Lohnfortzahlung

bei Kinderbetreuung sowie Hilfen für

Kleinunternehmer und Selbstständige.

Auch im Kabinett wurden

weitere Maßnahmen beraten

sowie der Haushalt 2021 beschlossen.

Die darin angestrebte schwarze Null

wird kaum zu halten sein.

Kleinbetriebe treffen

die Einschränkungen besonders hart.

Etwa in der Gastronomie:

Die Öffnungszeiten

wurden eingeschränkt,

aber Personalkosten und Miete

müssen weiter bezahlt werden.

Das geht schnell an die Substanz,

denn in der Branche

wird knapp kalkuliert.

Es gibt keine Reserven, mit denen

eine Flaute überbrückt werden kann.

Adam Kozlowski

macht aus der Not eine Tugend:

Sein Restaurant musste er schließen -

eine Anordnung der Stadt Duisburg.

Deshalb verkauft er jetzt

an Selbstabholer.

Das ist weiter erlaubt.

Die Leute haben angerufen,

vorgestellt für morgen,

freitags haben wir immer

frischen Fisch.

Solange die Ausgangssperre

nicht kommt, muss es klappen.

Falls keine Kunden

mehr kommen dürfen,

fürchtet Kozlowski die Pleite.

Seine Aushilfen

kann er gerade nicht beschäftigen.

Restaurants, Geschäfte Bars

und Hotels kämpfen um ihre Existenz.

Der Hotel- und Gaststättenverband

fordert Hilfe.

Die Branche braucht jetzt

klare Zusagen aus der Politik.

Die Personalkosten laufen weiter

und die Nebenkosten.

Bedroht sehen sich auch

Sozialeinrichtungen.

Werkstätten

für Menschen mit Behinderung

müssen teils geschlossen bleiben.

Das könnte zu Insolvenzen führen,

warnt der

Paritätische Wohlfahrtsverband.

Der Staat müsse weiter zahlen.

Dass man sagt:

Das Geld fließt erst mal weiter.

Für Kitas

oder Tagespflegeeinrichtungen.

Unabhängig von der Belegung gerade.

In vielen Branchen

und sozialen Einrichtungen heißt es:

Ohne Hilfe vom Staat

wird es nicht gehen.

Die Zahl der Corona-Infizierten

in Deutschland ist weiter gestiegen.

Laut Robert Koch-Institut

auf knapp 8200.

Die Johns Hopkins Universität

meldet sogar

mehr als 10.000 Fälle in Deutschland.

In der Oberpfalz nahe

der deutsch-tschechischen Grenze

hat das Landratsamt Tirschenreuth

eine Ausgangssperre verhängt.

Sie gilt für das Stadtgebiet

Mitterteich,

wo vermehrt Corona-Fälle auftraten.

Kanzlerin Merkel hat für den Abend

eine Fernsehansprache angekündigt.

Es werde nicht

um neue Einschränkungen gehen,

so eine Regierungssprecherin.

Das Erste überträgt die Ansprache

innerhalb einer ARD-Extra-Sendung

nach der 20-Uhr-tagesschau.

Thomas Kreutzmann in Berlin:

Was ist zu erwarten,

was wird die Kanzlerin wohl sagen?

Man muss festhalten,

dass das ungewöhnlich ist.

Normalerweise wendet sich

die Kanzlerin nur zu Neujahr

an die Bürger.

Ich erwarte

keine Blut-Schweiß-Tränen-Ansprache.

Ich glaube auch nicht,

dass Merkel die Bürger

auf harte Maßnahmen einstimmen wird,

etwa auf eine Ausgangssperre.

Vor drei Stunden

sagte die Regierungssprecherin,

dass die Kanzlerin

zur Disziplin aufrufen werde.

Dass man körperlichen Abstand

wahren solle,

um die Ausbreitung des Virus

zu verlangsamen.

Alle wollen Zeit gewinnen.

Was heißt das konkret?

Konkret heißt das,

dass man nicht zufrieden ist,

wie die Menschen damit umgehen.

Für Risikogruppen

ist die Lungenkrankheit tödlich.

Man erwarte, dass mehr Menschen

zu Hause bleiben.

Man solle Disziplin wahren.

Es könnte wohl auch

einen Anklang geben:

Wenn ihr das nicht macht,

gibt es größere Einschränkungen.

Stichdatum wird wohl

nach Ostern sein.

Man wird sehen,

ob es mit den Maßnahmen reicht.

Das Einreiseverbot

für Nicht-EU-Bürger ist in Kraft.

Die Bundespolizei

hat erste Fluggäste abgewiesen

am Frankfurter Flughafen

und in München.

Sie müssen im Transitbereich

auf Rückreisemöglichkeiten warten.

Die Regelung gilt für 30 Tage

und soll die Ausbreitung

des Corona-Virus eindämmen.

Am Flughafen in Frankfurt/Main

sind vom Einreiseverbot

für Nicht-EU-Bürger

heute über 100 Flüge betroffen.

Die Bundespolizei

hat ihre Kontrollen massiv verstärkt.

150 Fluggäste müssen zurück.

Der Flugverkehr ist stark reduziert.

Somit können wir die neuen

Herausforderungen bewältigen.

Wir sind in enger Abstimmung

mit den Fluggesellschaften.

Wir müssen die Fluggesellschaften

auffordern,

Passagiere

gleich wieder mit zurückzubefördern.

Viele Airlines nehmen Nicht-EU-Bürger

gar nicht mit.

Wer doch in Frankfurt gestrandet ist,

muss im Transitbereich warten.

Auch Mohammad Salar Sazesh

wartet auf seinen Bruder, vergebens.

Der landete heute aus Teheran

über Qatar in Frankfurt:

Mein Bruder ist nach zehn Jahren

konnte nach Deutschland kommen,

mit Einladung.

Das war nicht von Iran einfach.

Heute wir haben das geschafft.

Mein Bruder hat angerufen

und gesagt:

Die wollen uns zurückschicken.

Die Bundespolizei rechnet damit, dass

solche Fälle immer weniger werden,

da ohnehin immer mehr Flugzeuge

am Boden bleiben.

Dieses Ende

der "schönsten Wochen des Jahres"

hatten sich viele deutsche Urlauber

nicht vorstellen können.

Sie müssen frühzeitig nach Hause.

Gestern startete die Bundesregierung

eine Rückholaktion.

30 bis 40 Sonderflüge

sind geplant in Länder,

aus denen es wegen der Pandemie

kaum noch Rückkehroptionen gibt:

Von den Malediven über die Philippen

und Spanien bis nach Ägypten.

Aufbruchsstimmung in Hurghada.

Deutsche am Roten Meer

auf dem Weg in die Heimat.

Meist früher als geplant,

nach einem hektischen Vormittag.

Am Montag war der zweite

deutsche Tourist in Ägypten

am Coronavirus gestorben.

Auch er war in Hurghada.

Die Bundesregierung fliegt heute

4000 Deutsche aus dem Land.

Andere müssen warten.

Wir fühlen uns hier

noch wohl, es läuft alles.

Hotel ist noch schön sauber.

Heute Morgen war es stressig

mit der TUI, Flug hin, Flug her.

Ich fühl mich wohl hier

und bin gut aufgehoben.

Ägyptische Mitarbeiter

in Hotels und Gaststätten

stehen unter Quarantäne.

Eine Vorsichtsmaßnahme,

so die Regierung.

Es ist das Beste,

wenn wir 14, 15 Tage hierbleiben.

Dann können wir sicher sein,

das Coronavirus nicht zu haben,

wenn wir unsere Familien besuchen.

Leere Traumstrände in Mallorca,

wie weltweit vielerorts.

Deutsche verlassen

ihre Urlaubsdomizile.

40 Maschinen für 100.000 Urlauber

hat die Bundesregierung gechartert

aus Ägypten, Marokko,

Tunesien und anderen Ländern:

Die größte Rückholaktion

der deutschen Geschichte.

Ansammlungen meiden, Abstand halten

zum Schutz gegen das Coronavirus.

In Supermärkten schwierig.

Noch immer sind Hamsterkäufe

an der Tagesordnung.

Viele Supermarktbesitzer handeln,

den Kunden zuliebe

und fürs Personal.

Kassiererinnen hinter Plastikwänden,

leere Salatbars,

Absperrbänder

an Fleisch- und Käsetheke.

Lebensmittelhändler,

wie hier in Hamburg,

ergreifen erste Schutzmaßnahmen

für Mitarbeiter und Kunden.

Die bedanken sich,

dass wir uns Gedanken machen,

sie zu schützen.

Die Kassiererinnen

sind besonders gefährdet.

Sie haben Desinfektionsmittel

an der Kasse.

Außerdem soll hier

möglichst mit Karte bezahlt werden.

Wer mit Bargeld zahlen will,

legt sein Geld in eine Schale.

Ich fühle mich geschützt.

Ich werde ein bisschen sicherer.

Diese Streifen vor der Kasse

sollen für Abstand sorgen.

Das Ziel:

Das Ansteckungsrisiko

unter den Kunden zu minimieren.

In einem Supermarkt in Lüneburg

darf dieser Halbkreis vor der Kasse

nicht mehr betreten werden.

Der Landkreis

hat eine Verordnung erlassen:

Ab morgen ist nur noch ein Kunde

pro 20 Quadratmeter erlaubt.

Mitarbeiter

müssen Einweghandschuhe tragen,

die stündlich zu wechseln sind.

Wir sind dabei,

für die Bediensteten,

wenn sie es denn wünschen,

auch Atemschutzmasken zu besorgen.

Das ist nicht einfach,

wo kritische Infrastrukturen auf

Schutzausrüstung angewiesen sind.

Es sei wichtig, dass besonders

die Mitarbeiter gesund blieben,

um die Lebensmittelversorgung

sicherzustellen.

Zur Börse zu Klaus-Rainer Jackisch

in Frankfurt.

Weltweit stehen auch heute

die Aktienkurse unter Druck.

Was bringt die Aktionäre dazu,

ihre Papiere zu verkaufen?

Es gibt weitere Hiobsbotschaften,

die Sorgen machen.

Eine Institution der UN

geht davon aus,

dass die Pandemie weltweit

25 Millionen Arbeitslose verursacht.

Ökonomen gehen auch davon aus,

dass Deutschland

vor einer schweren Rezession steht.

Es geht um einen Einbruch der

Wirtschaftskraft um 2,5-5 Prozent.

Auch bei Unternehmen

gibt es schlechte Nachrichten.

Bei der Lufthansa wurde die

Kreditwürdigkeit herabgestuft.

Ryanair

will sämtliche Flüge einstellen.

Der DAX ist stark im Minus.

In den USA gibt es Panikstimmung.

Der Ruf nach einer Schließung

der Börsen wird lauter.

Die Betreiber wollen

bislang nicht mitmachen.

Deutschland und Frankreich

erklärten sich bereit,

die EU-Gelder für Flüchtlinge

aufzustocken.

Das gab Kanzlerin Merkel

nach einer Videokonferenz

mit dem türkischen Präsidenten

Erdogan bekannt.

Die Türkei will im Gegenzug

ihre Grenzen zu Griechenland

und Bulgarien

um Mitternacht wieder schließen.

An der Konferenz hatten auch

der französische Präsident

und Großbritanniens Premier

teilgenommen.

Alle Seiten hätten sich

zu dem Flüchtlingspakt bekannt.

Bei den Präsidentschaftsvorwahlen

der US-Demokraten

hat Ex-Vizepräsident Biden

drei weitere Siege errungen.

Im bevölkerungsreichen Florida

ließ er seinen Rivalen Sanders

mit fast 40 % hinter sich.

Nach der neuen Wahlschlappe

ließ Sanders mitteilen,

er werde prüfen,

ob er im Rennen bleibe.

Unsere Wettervorhersage für morgen:

In der Nacht

ist es im Norden meist bedeckt

mit gebietsweise leichtem Regen,

sonst teils klar.

Im Süden bilden sich an Seen

und Flüssen einige Nebelfelder.

Morgen reißt die Wolkendecke im Laufe

des Vormittags von Dänemark her auf.

In der Mitte teils Sonne,

teils dichte Wolken

und einzelne Schauer.

Südlich der Donau

verläuft der Tag sonnig.

Um 20 Uhr gibt es

die nächste tagesschau.

ARD Extra um 20.15 Uhr in DGS

auf tagesschau24

Copyright Untertitel: NDR 2020


Sendung: tagesschau 18.03.2020 17:00 Uhr - Corona-Virus bremsen Wirtschaft aus Broadcast: tagesschau March 18th, 2020 5:00 p.m. - Corona virus slows down the economy Трансляция: tagesschau 18.03.2020 17:00 - Вирус Corona замедляет экономику

Vorsorge-Maßnahmen gegen Corona-Virus bremsen Wirtschaft aus, Kleinbetriebe treffen Corona-Einschränkungen besonders hart, Zahl der Infizierten steigt in Deutschland weiter an, Merkel kündigt Fernsehansprache an, Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger in Kraft, Rückholaktion für gestrandete Touristen, Lebensmittelhandel reagiert auf Kundenverhalten in Zeiten von Corona, Die Börse, "Flüchtlingsdeal": Merkel will EU-Gelder für Türkei aufstocken, Vorwahlen in den USA: Joe Biden liegt weiter vorn, Das Wetter

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Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen

mit der tagesschau.

Heute im Studio: Susanne Holst

Willkommen zur tagesschau.

Vorsorge-Maßnahmen gegen das Virus

bremsen die Wirtschaft aus.

Lieferketten brechen zusammen,

Mitarbeiter fallen aus.

Durch die Schließung von Geschäften

fehlt auch die Nachfrage.

Die Bundesregierung hat schnelle,

unbürokratische Hilfen zugesagt.

Wie die aussehen werden,

ist noch unklar.

Über Details berieten Arbeitsminister

Heil und Wirtschaftsminister Altmaier

mit Vertretern with representatives

von Arbeitgebern und Gewerkschaften.

Auch hier, ein Reinkommen

nur in Ausnahmefällen möglich.

Aus Gesundheitsschutzgründen wird

im Jobcenter fleißig telefoniert.

Zu Wochenbeginn

waren es in Spitzenzeiten

bundesweit 150 Anrufversuche

pro Sekunde.

Weitere Beruhigungsmaßnahmen

auf politischer Ebene.

In Krisenzeiten

sei die Sozialpartnerschaft stabil.

Es gibt Unterstützung:

Wir brauchen zügig rückwirkend

die Regeln zur Kurzarbeit.

Wir werden gemeinsam Lösungen finden

zwischen Arbeitgebern

und Gewerkschaften und Politik.

Lohnlücken werden abgefedert.

Es gehe um Menschen mit mittlerem

und geringerem Einkommen,

für die 60 % Lohnersatzleistungen

ein zu harter Einschnitt wären:

Das kann keiner wollen.

Wir brauchen Lösungen,

um die soziale Schieflage

zu minimieren.

Tarifvertragliche Lösungen

sind das beste Instrument.

Außerdem suche man Lösungen

für Lohnfortzahlung

bei Kinderbetreuung sowie Hilfen für

Kleinunternehmer und Selbstständige.

Auch im Kabinett wurden

weitere Maßnahmen beraten

sowie der Haushalt 2021 beschlossen.

Die darin angestrebte schwarze Null

wird kaum zu halten sein.

Kleinbetriebe treffen

die Einschränkungen besonders hart.

Etwa in der Gastronomie:

Die Öffnungszeiten

wurden eingeschränkt,

aber Personalkosten und Miete

müssen weiter bezahlt werden.

Das geht schnell an die Substanz,

denn in der Branche

wird knapp kalkuliert.

Es gibt keine Reserven, mit denen

eine Flaute überbrückt werden kann.

Adam Kozlowski

macht aus der Not eine Tugend:

Sein Restaurant musste er schließen -

eine Anordnung der Stadt Duisburg.

Deshalb verkauft er jetzt

an Selbstabholer.

Das ist weiter erlaubt.

Die Leute haben angerufen,

vorgestellt für morgen,

freitags haben wir immer

frischen Fisch.

Solange die Ausgangssperre

nicht kommt, muss es klappen.

Falls keine Kunden

mehr kommen dürfen,

fürchtet Kozlowski die Pleite.

Seine Aushilfen

kann er gerade nicht beschäftigen.

Restaurants, Geschäfte Bars

und Hotels kämpfen um ihre Existenz.

Der Hotel- und Gaststättenverband

fordert Hilfe.

Die Branche braucht jetzt

klare Zusagen aus der Politik.

Die Personalkosten laufen weiter

und die Nebenkosten.

Bedroht sehen sich auch

Sozialeinrichtungen.

Werkstätten

für Menschen mit Behinderung

müssen teils geschlossen bleiben.

Das könnte zu Insolvenzen führen,

warnt der

Paritätische Wohlfahrtsverband.

Der Staat müsse weiter zahlen.

Dass man sagt:

Das Geld fließt erst mal weiter.

Für Kitas

oder Tagespflegeeinrichtungen.

Unabhängig von der Belegung gerade.

In vielen Branchen

und sozialen Einrichtungen heißt es:

Ohne Hilfe vom Staat

wird es nicht gehen.

Die Zahl der Corona-Infizierten

in Deutschland ist weiter gestiegen.

Laut Robert Koch-Institut

auf knapp 8200.

Die Johns Hopkins Universität

meldet sogar

mehr als 10.000 Fälle in Deutschland.

In der Oberpfalz nahe

der deutsch-tschechischen Grenze

hat das Landratsamt Tirschenreuth

eine Ausgangssperre verhängt.

Sie gilt für das Stadtgebiet

Mitterteich,

wo vermehrt Corona-Fälle auftraten.

Kanzlerin Merkel hat für den Abend

eine Fernsehansprache angekündigt.

Es werde nicht

um neue Einschränkungen gehen,

so eine Regierungssprecherin.

Das Erste überträgt die Ansprache

innerhalb einer ARD-Extra-Sendung

nach der 20-Uhr-tagesschau.

Thomas Kreutzmann in Berlin:

Was ist zu erwarten,

was wird die Kanzlerin wohl sagen?

Man muss festhalten,

dass das ungewöhnlich ist.

Normalerweise wendet sich

die Kanzlerin nur zu Neujahr

an die Bürger.

Ich erwarte

keine Blut-Schweiß-Tränen-Ansprache.

Ich glaube auch nicht,

dass Merkel die Bürger

auf harte Maßnahmen einstimmen wird,

etwa auf eine Ausgangssperre.

Vor drei Stunden

sagte die Regierungssprecherin,

dass die Kanzlerin

zur Disziplin aufrufen werde.

Dass man körperlichen Abstand

wahren solle,

um die Ausbreitung des Virus

zu verlangsamen.

Alle wollen Zeit gewinnen.

Was heißt das konkret?

Konkret heißt das,

dass man nicht zufrieden ist,

wie die Menschen damit umgehen.

Für Risikogruppen

ist die Lungenkrankheit tödlich.

Man erwarte, dass mehr Menschen

zu Hause bleiben.

Man solle Disziplin wahren.

Es könnte wohl auch

einen Anklang geben:

Wenn ihr das nicht macht,

gibt es größere Einschränkungen.

Stichdatum wird wohl

nach Ostern sein.

Man wird sehen,

ob es mit den Maßnahmen reicht.

Das Einreiseverbot

für Nicht-EU-Bürger ist in Kraft.

Die Bundespolizei

hat erste Fluggäste abgewiesen

am Frankfurter Flughafen

und in München.

Sie müssen im Transitbereich

auf Rückreisemöglichkeiten warten.

Die Regelung gilt für 30 Tage

und soll die Ausbreitung

des Corona-Virus eindämmen.

Am Flughafen in Frankfurt/Main

sind vom Einreiseverbot

für Nicht-EU-Bürger

heute über 100 Flüge betroffen.

Die Bundespolizei

hat ihre Kontrollen massiv verstärkt.

150 Fluggäste müssen zurück.

Der Flugverkehr ist stark reduziert.

Somit können wir die neuen

Herausforderungen bewältigen.

Wir sind in enger Abstimmung

mit den Fluggesellschaften.

Wir müssen die Fluggesellschaften

auffordern,

Passagiere

gleich wieder mit zurückzubefördern.

Viele Airlines nehmen Nicht-EU-Bürger

gar nicht mit.

Wer doch in Frankfurt gestrandet ist,

muss im Transitbereich warten.

Auch Mohammad Salar Sazesh

wartet auf seinen Bruder, vergebens.

Der landete heute aus Teheran

über Qatar in Frankfurt:

Mein Bruder ist nach zehn Jahren

konnte nach Deutschland kommen,

mit Einladung.

Das war nicht von Iran einfach.

Heute wir haben das geschafft.

Mein Bruder hat angerufen

und gesagt:

Die wollen uns zurückschicken.

Die Bundespolizei rechnet damit, dass

solche Fälle immer weniger werden,

da ohnehin immer mehr Flugzeuge

am Boden bleiben.

Dieses Ende

der "schönsten Wochen des Jahres"

hatten sich viele deutsche Urlauber

nicht vorstellen können.

Sie müssen frühzeitig nach Hause.

Gestern startete die Bundesregierung

eine Rückholaktion.

30 bis 40 Sonderflüge

sind geplant in Länder,

aus denen es wegen der Pandemie

kaum noch Rückkehroptionen gibt:

Von den Malediven über die Philippen

und Spanien bis nach Ägypten.

Aufbruchsstimmung in Hurghada.

Deutsche am Roten Meer

auf dem Weg in die Heimat.

Meist früher als geplant,

nach einem hektischen Vormittag.

Am Montag war der zweite

deutsche Tourist in Ägypten

am Coronavirus gestorben.

Auch er war in Hurghada.

Die Bundesregierung fliegt heute

4000 Deutsche aus dem Land.

Andere müssen warten.

Wir fühlen uns hier

noch wohl, es läuft alles.

Hotel ist noch schön sauber.

Heute Morgen war es stressig

mit der TUI, Flug hin, Flug her.

Ich fühl mich wohl hier

und bin gut aufgehoben.

Ägyptische Mitarbeiter

in Hotels und Gaststätten

stehen unter Quarantäne.

Eine Vorsichtsmaßnahme,

so die Regierung.

Es ist das Beste,

wenn wir 14, 15 Tage hierbleiben.

Dann können wir sicher sein,

das Coronavirus nicht zu haben,

wenn wir unsere Familien besuchen.

Leere Traumstrände in Mallorca,

wie weltweit vielerorts.

Deutsche verlassen

ihre Urlaubsdomizile.

40 Maschinen für 100.000 Urlauber

hat die Bundesregierung gechartert

aus Ägypten, Marokko,

Tunesien und anderen Ländern:

Die größte Rückholaktion

der deutschen Geschichte.

Ansammlungen meiden, Abstand halten

zum Schutz gegen das Coronavirus.

In Supermärkten schwierig.

Noch immer sind Hamsterkäufe

an der Tagesordnung.

Viele Supermarktbesitzer handeln,

den Kunden zuliebe

und fürs Personal.

Kassiererinnen hinter Plastikwänden,

leere Salatbars,

Absperrbänder

an Fleisch- und Käsetheke.

Lebensmittelhändler,

wie hier in Hamburg,

ergreifen erste Schutzmaßnahmen

für Mitarbeiter und Kunden.

Die bedanken sich,

dass wir uns Gedanken machen,

sie zu schützen.

Die Kassiererinnen

sind besonders gefährdet.

Sie haben Desinfektionsmittel

an der Kasse.

Außerdem soll hier

möglichst mit Karte bezahlt werden.

Wer mit Bargeld zahlen will,

legt sein Geld in eine Schale.

Ich fühle mich geschützt.

Ich werde ein bisschen sicherer.

Diese Streifen vor der Kasse

sollen für Abstand sorgen.

Das Ziel:

Das Ansteckungsrisiko

unter den Kunden zu minimieren.

In einem Supermarkt in Lüneburg

darf dieser Halbkreis vor der Kasse

nicht mehr betreten werden.

Der Landkreis

hat eine Verordnung erlassen:

Ab morgen ist nur noch ein Kunde

pro 20 Quadratmeter erlaubt.

Mitarbeiter

müssen Einweghandschuhe tragen,

die stündlich zu wechseln sind.

Wir sind dabei,

für die Bediensteten,

wenn sie es denn wünschen,

auch Atemschutzmasken zu besorgen.

Das ist nicht einfach,

wo kritische Infrastrukturen auf

Schutzausrüstung angewiesen sind.

Es sei wichtig, dass besonders

die Mitarbeiter gesund blieben,

um die Lebensmittelversorgung

sicherzustellen.

Zur Börse zu Klaus-Rainer Jackisch

in Frankfurt.

Weltweit stehen auch heute

die Aktienkurse unter Druck.

Was bringt die Aktionäre dazu,

ihre Papiere zu verkaufen?

Es gibt weitere Hiobsbotschaften,

die Sorgen machen.

Eine Institution der UN

geht davon aus,

dass die Pandemie weltweit

25 Millionen Arbeitslose verursacht.

Ökonomen gehen auch davon aus,

dass Deutschland

vor einer schweren Rezession steht.

Es geht um einen Einbruch der

Wirtschaftskraft um 2,5-5 Prozent.

Auch bei Unternehmen

gibt es schlechte Nachrichten.

Bei der Lufthansa wurde die

Kreditwürdigkeit herabgestuft.

Ryanair

will sämtliche Flüge einstellen.

Der DAX ist stark im Minus.

In den USA gibt es Panikstimmung.

Der Ruf nach einer Schließung

der Börsen wird lauter.

Die Betreiber wollen

bislang nicht mitmachen.

Deutschland und Frankreich

erklärten sich bereit,

die EU-Gelder für Flüchtlinge

aufzustocken.

Das gab Kanzlerin Merkel

nach einer Videokonferenz

mit dem türkischen Präsidenten

Erdogan bekannt.

Die Türkei will im Gegenzug

ihre Grenzen zu Griechenland

und Bulgarien

um Mitternacht wieder schließen.

An der Konferenz hatten auch

der französische Präsident

und Großbritanniens Premier

teilgenommen.

Alle Seiten hätten sich

zu dem Flüchtlingspakt bekannt.

Bei den Präsidentschaftsvorwahlen

der US-Demokraten

hat Ex-Vizepräsident Biden

drei weitere Siege errungen.

Im bevölkerungsreichen Florida

ließ er seinen Rivalen Sanders

mit fast 40 % hinter sich.

Nach der neuen Wahlschlappe

ließ Sanders mitteilen,

er werde prüfen,

ob er im Rennen bleibe.

Unsere Wettervorhersage für morgen:

In der Nacht

ist es im Norden meist bedeckt

mit gebietsweise leichtem Regen,

sonst teils klar.

Im Süden bilden sich an Seen

und Flüssen einige Nebelfelder.

Morgen reißt die Wolkendecke im Laufe

des Vormittags von Dänemark her auf.

In der Mitte teils Sonne,

teils dichte Wolken

und einzelne Schauer.

Südlich der Donau

verläuft der Tag sonnig.

Um 20 Uhr gibt es

die nächste tagesschau.

ARD Extra um 20.15 Uhr in DGS

auf tagesschau24

Copyright Untertitel: NDR 2020