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2021 from Youtube, Was ist Moral? Was ist Ethik? · Beispiele, Unterschied

Was ist Moral? Was ist Ethik? · Beispiele, Unterschied

Der Unterschied zwischen Ethik und Moral.

Herzlich Willkommen zu einem neuen Video aus dem Bereich der Philosophie.

Heute geht es um den Unterschied zwischen Ethik und Moral.

Damit sprechen wir über ein Thema der praktischen Philosophie. Ich habe bereits ein Video gemacht,

in dem ich den Unterschied zwischen praktischer und theoretischer Philosophie erläutere.

Dazu empfehle ich einen Blick ins Archiv.

Nun, Ethik und Moral sind zwei Begriffe, die in der Umgangssprache, aber auch oft in der Literatur

häufig durcheinander gebracht und manchmal synonym verwendet werden.

Und auch wenn man auf die Ursprünge der Begriffe blickt, gibt es nicht immer eine klare Antwort,

wo ist genau der Unterschied? Trotzdem kann man natürlich eine Unterscheidung vornehmen – etwa,

wenn man Sprache gerne präzise benutzen möchte.

Oder, wenn man für eine Prüfung lernt. Sei es fürs Studium oder für den Ethik-Unterricht,

da wird's manchmal sehr genau genommen mit den beiden Begriffen Ethik und Moral.

Im Folgenden gibt es eine allgemeine, weit verbreitete Erklärung dieser beiden Begriffe.

Es gibt natürlich viele Philosoph*innen, die sich ihren eigenen Reim auf Begriffe machen.

Auf diese ganzen individuellen Ideen können wir hier natürlich nicht eingehen.

Ganz kurz und knapp gefasst geht die philosophische Unterscheidung so:

Moral bezeichnet Verhaltensregeln, also Gebote und Normen zur Lebensführung.

Wer diesen Geboten und Normen folgt, der handelt moralisch.

Nun kann man das, was als moralisch gutes oder richtiges Handeln empfunden wird,

von dem Verhaltenskodex einer bestimmten Religion oder Philosophie ableiten.

Das wäre dann fremdbestimmte oder heteronome Moral. Oder Moral wird aus den Prinzipien

einer individuellen Person abgeleitet. Das wäre die autonome oder selbstbestimmte Moral.

Ethik bezeichnet nun das Nachdenken über Moral oder die Wissenschaft von der Moral.

Man nennt Ethik auch die Moral-Wissenschaft.

Darum heißt es auch Ethik-Unterricht und nicht Moral-Unterricht.

Moral ist quasi der Gegenstand des Ethik-Unterrichts, so wie das Leben der Gegenstand der Biologie ist.

Man nennt es ja auch nicht Leben-Unterricht, sondern Biologie-Unterricht.

Das mal so als grober Vergleich.

In der Ethik dreht es sich oft um die Begründung dessen, was wir als moralisch empfinden.

Es geht also oft um die Frage nach dem »Warum?« Warum ist dies oder jenes gut oder schlecht?

Diese Frage muss regelmäßig neu gestellt werden, um zu überprüfen, ob unsere Moralvorstellungen

noch zeitgemäß sind, im Hier und Heute.

Ethik-Unterricht dient nun dazu, das Urteilsvermögen zu schulen und zu schärfen,

mit dem man sich diesen Warum-Fragen stellt.

In unserer Gegenwart des 21. Jahrhunderts, in der wir dank des Internets, der Digitalisierung,

der Globalisierung ja in einer pluralistischen, vielseitigen Gesellschaft leben, ist Ethik-Unterricht

deshalb wichtig, weil es viele verschiedene Moral-Vorstellungen und Werte gibt – und man sich

nicht mehr so leicht danach richten kann, was man gerade im Hier und Jetzt hört.

Man muss immer wieder hinterfragen: Ist das jetzt gut oder richtig? Oder das?

Es geht also darum, einen inneren Kompass auszubilden,

was empfinde ich selber als gut und richtig?

An einer Grafik veranschaulicht sieht das so aus:

Ethik-Unterricht umfasst die Begründung von Geboten und Regeln und Moral umfasst

die Gebote und Regeln und die Handlungen, die daraus hervorgehen.

Gesetze der Moral sind normalerweise als Sollenssätze, als Imperative formuliert:

Du sollst dieses oder jenes tun oder lassen.

Ein berühmtes Beispiel sind die 10 Gebote aus der Bibel.

Gebot 3: Du sollst den Feiertag heiligen – wie auch immer man das interpretiert.

Gebot 5: Du sollst nicht töten.

Vermeintlich eine ganz klare Sache, es sei denn, es geht um das Thema Abtreibung zum Beispiel,

dann ist es auf einmal doch nicht mehr so leicht.

Gebot 10: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, noch alles,

was dein Nächster hat.

Da kann man deutlich sehen, wo diese Gebote herkommen, nämlich aus einem

patriarchalischen Zeitalter, in dem Frauen noch in den Besitz des Mannes eingerechnet wurden

und als genauso unmündig galten, wie eben Sklaven, Leibeigene oder Kinder.

Und deshalb macht es Sinn, über herrschende Moralvorstellungen, so allgemeingültig sie

auf den ersten Blick wirken mögen, nochmal nachzudenken: Sind sie heute noch zeitgemäß?

Denn die Gesellschaft verändert sich, zum Glück, entwickelt sich weiter, tritt nicht auf der Stelle.

Und so sollte auch die Moral nicht auf der Stelle treten.

Dieses Nachdenken fällt also in den Bereich der Ethik – und ein Beispiel für Ethik,

auch als Sollenssatz formuliert, ist der berühmte Kategorische Imperativ

von dem Philosophen Immanuel Kant.

»Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.«

Dieser Satz wurde im 18. Jahrhundert geschrieben.

Das ist auch schon ein Weilchen her.

Gefordert ist darin, dass man die Prinzipien seiner Handlungen daraufhin überprüft,

ob man sie sich als Gesetz für alle Handelnden wünschen würde.

Damit gibt Kant also weniger eine konkrete Regel zur Hand, als vielmehr ein Prüfkriterium für Regeln,

um zu schauen: Sind diese überhaupt moralisch vertretbar?

Kommen wir zu den Zielen von ethischem Denken, worauf läuft es denn hinaus?

Das hat sich im Laufe der Geschichte ein bisschen verschoben.

Richten wir den Fokus auf die griechische Antike, wo unsere Moralphilosophie ja herkommt,

obwohl es dasselbe der Sache nach natürlich auch anderswo gegeben hat, ungefähr zur selben Zeit

– zum Beispiel in China, bei Konfuzius – aber wir als abendländisch erzogene Philosoph*innen in Europa

richten unsere Fokus ja gern auf die griechische Antike, also denn: Sokrates und Platon.

Bei denen drehte sich die Ethik noch maßgeblich um die Frage, wie man ein gutes Leben als Person,

als einzelnes Individuum führt. Heute hingegen geht es in der Ethik vielmehr um die Frage:

Wie gelingt das Zusammenleben vieler Menschen auf begrenztem Raum?

In einer solchen Gesellschaft kann man sich nicht immer aus dem Weg gehen,

das ist ja auch nicht Sinn der Sache, und deswegen braucht es klare Regeln,

an die sich die Menschen halten.

Als Bewertungsmaßstab in der Ethik gelten Begriffe wie gut oder richtig, böse und falsch.

Damit beziehen wir uns in der Regel auf Normen oder Werte.

Ein Wert ist etwas, wie der Name schon sagt, das als wertvoll betrachtet wird.

Ein Wert kann etwas Materielles sein, Geld zum Beispiel.

Oder auch etwas Immaterielles. Zum Beispiel kann man eine bestimmte Musik sehr wertschätzen.

Da kann man auch sehen, dass Wert etwas sehr Subjektives sein kann,

nämlich welche Musik man wertschätzt, als Individuum, oder etwas sehr Universelles. Zum Beispiel eben Geld.

Geld würde nicht funktionieren, wenn es als Wert nicht von sehr vielen Leuten anerkannt werden würde.

Ebenfalls ein allgemein sehr anerkannter Wert ist der der Freiheit. Menschen möchten frei sein.

Wie man aber Freiheit nun denken und leben kann, in einer Gesellschaft, in der es halt auch gilt,

Rücksicht auf die Freiheiten anderer zu nehmen, das ist ein anderes großes Thema in der Philosophie,

zu dem ich auch schon ein paar Videos gemacht habe, die finden sich im Archiv.

Das war's von mir an dieser Stelle. Ich sag' vielen lieben Dank für die Aufmerksamkeit.

Wenn euch das Video gefallen hat, gebt gerne einen Daumen hoch. Wenn ihr mehr davon sehen wollt,

bitte abonniert den Kanal.

Ich hab' zu der Unterscheidung von Ethik und Moral noch einen Blogbeitrag geschrieben,

der ist direkt unten verlinkt.

Da findet ihr diese Gedanken nochmal etwas ausführlicher und geordneter,

mit ein paar mehr Beispielen versehen. Ansonsten:

Fragen und Anregungen gerne in die Kommentarspalte.

Ich wünsch' euch einen schönen Tag, bis zum nächsten Mal!

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