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2021 Tagesschau, tagesschau 10.11.2021, 20:00 Uhr - Diskussion über weitere Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie, Neuer Höchststand

tagesschau 10.11.2021, 20:00 Uhr - Diskussion über weitere Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie, Neuer Höchststand

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau.

Diese Sendung wurde vom NDR live untertitelt (10.11.2021)

Heute im Studio: Susanne Daubner

Guten Abend, ich begrüße Sie zur tagesschau.

Mit dem raschen Anstieg der Corona-Zahlen

mehren sich Forderungen nach weiteren Maßnahmen.

Dazu gehören u.a. die Einführung einer bundesweiten 2G-Regelung

und eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen.

Ab kommender Woche soll es laut Gesundheitsministerium

wieder kostenlose Tests geben.

Die Bundeskanzlerin

drängt auf ein baldiges Treffen mit den Ministerpräsidenten.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist hoch wie nie seit Pandemiebeginn.

Dem RKI wurden binnen 24 Stunden 39.676 weitere Fälle gemeldet.

236 Menschen starben.

Die bundesweite Inzidenz ist auf 232,1 gestiegen,

auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie.

Die bisherige Spitze, 197,6, wurde am 22. Dezember 2020 erreicht.

Die Situationen sind nur bedingt vergleichbar.

Im Dezember gab es noch kaum Impfstoffe.

Menschen mit Symptomen wurden getestet,

Schüler und Arbeitnehmer zweimal die Woche.

Es galten strenge Kontaktbeschränkungen.

Die gibt es kaum noch.

Die Menschen sind wieder in Restaurants, Cafes, Theatern.

Die Teststrategie hat sich geändert.

Vor allem Ungeimpfte testen sich und einige Arbeitnehmer und Schüler.

Die ansteckendere Delta-Variante ist verbreitet.

Öffnungen und Delta steigern die Infektionsgefahr.

Für Ungeimpfte sei sie größer als 2021, so Experten.

Sie setzen auf Impfungen.

Laut RKI liegt die Impfquote in Deutschland bei 67 Prozent.

Auf Intensivstationen sind die meisten ungeimpft.

Bei den Über-60-Jährigen sind es zwei Drittel.

Der Landkreis Rottal-Inn - Hotspot der Republik.

Im Südosten Bayerns liegt die Inzidenz bei über 1100.

Um Intensivstationen zu entlasten,

ruft der Freistaat den Katastrophenfall aus.

Der Katastrophenfall gibt uns Möglichkeiten,

die Steuerung der Krankenhäuser besser zu organisieren:

Die Verlegung von Patienten, Reaktivierung von Pflegepersonal,

die Abstimmung unter den Krankenhäusern.

Erste Kliniken verschieben Operationen.

Auch in Sachsen und Thüringen ist die Lage besonders angespannt.

Die Forderungen werden lauter, schnell zu handeln.

Ein Maßnahmenpaket ist notwendig.

Insbesondere die 2G-Regelung

sollte bundesweit eingeführt und streng kontrolliert werden.

Sonst schaffen wir das nicht, stehen zum Schluss vorm Lockdown.

Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen:

Das sehen die Pläne der Ampelparteien nicht vor,

die morgen beraten werden.

Eine Impfpflicht für bestimme Berufe

bringt die Wissenschaftsakademie Leopoldina ins Gespräch:

Etwa bei der Alten- und Krankenpflege.

Da ist abzuwägen:

Die Freiheit zu entscheiden, sich impfen zu lassen oder nicht,

versus die Fürsorgepflicht auch dem Patienten gegenüber.

Veränderungen gibt es unterdessen für Jüngere.

Unter-30-Jährige und Schwangere

sollten den Biontech-Wirkstoff erhalten, empfiehlt die Stiko.

Ursache dafür sind viele internationale Daten.

Die zeigen deutlich:

Das Risiko einer Myocarditis, also einer Herzmuskelentzündung,

ist beim Moderna-Impfstoff höher als bei dem von Biontech-Pfizer.

Gratis-Schnelltests sollen laut Berichten zurückkehren.

Ab kommender Woche soll ein Test wöchentlich kostenfrei sein -

für Geimpfte und Ungeimpfte.

Die Verhandlungen von SPD, Grünen und FDP zur Bildung einer Regierung

treten in eine neue Phase.

Am Abend lief die Frist für die 22 Arbeitsgruppen ab,

Ergebnisse zu den Fachbereichen abzugeben.

Verbliebenen Streitpunkte sollen bis Ende des Monats

in Spitzenrunden der Parteien geklärt werden.

18 Uhr, FDP-Fraktionssitzung.

18 Uhr war auch die Frist für die Arbeitsgruppen,

um Verhandlungsergebnisse abzuliefern.

Von den Liberalen am Morgen Signale,

dass man den Fahrplan zu einer Ampel einhalten könne.

So auch jetzt.

Machen Sie sich keine Sorgen.

Die Koalition kann fast sicher gebildet werden.

Am 21.10. waren die Ampelparteien erstmals in großer Runde

zu Koalitionsverhandlungen zusammengekommen.

Nicht nur die Verhandlungsführung,

auch Mitglieder der 22 Arbeitsgruppen.

Seitdem wird getagt - vertraulich.

Über Inhalte oder Konflikte drang fast nichts heraus.

Wenn nicht gerade Selfies entstehen,

bleiben selbst Verhandlungsorte geheim.

Die Grünen-Spitze hat heute

ein Treffen mit der belarussischen Oppositionellen Tichanowskaja.

Bei den Grünen war zuletzt Unmut zu hören

über den Verlauf der Verhandlungen - heute: kein Kommentar.

SPD-Generalsekretär Klingbeil spricht von der Zielgeraden,

wo alle noch mal Standpunkte deutlich machen würden.

Noch ist Angela Merkel geschäftsführend im Amt.

Die SPD drängt darauf,

dass in der Nikolaus-Woche Olaf Scholz gewählt wird.

Die Konflikte sollten die Arbeitsgruppen lösen.

Wie erwartet ist das nicht gelungen.

Vor allem bei den Grünen bleibt Unzufriedenheit.

Chefinnen und Chefs müssen nun strittige Fragen lösen

und den Koalitionsvertrag erarbeiten.

Im Verfahren um die Nachfolge von CDU-Chef Laschet hat Jens Spahn

nach ARD-Informationen seinen Verzicht auf eine Kandidatur erklärt.

Laut Agenturberichten sagte Spahn in einer Sitzung der Unionsfraktion,

er werde nicht in parteiinterne Wahlkämpfe gehen.

Vielmehr werde er bis zur letzten Minute als Minister arbeiten

und sich darauf konzentrieren.

Die Bewerbungsfrist für den Vorsitz endet in einer Woche.

Die Wirtschaftsweisen haben ihre Konjunkturprognose erneut gesenkt.

Demnach wird die deutsche Wirtschaft 2021 um 2,7 % wachsen.

Im Frühjahr hatte der Sachverständigenrat

ein Wachstum von 3,1 Prozent prognostiziert.

Als Grund sehen die Wirtschaftsweisen Liefer- und Kapazitätsengpässe.

Über 30 Länder und sechs Autobauer haben sich beim Weltklimagipfel

auf ein gemeinsames Ziel verständigt:

Spätestens 2040 soll der Verkauf von Verbrennern enden.

Mercedes, Volvo und Ford sind dabei,

BMW und VW wollen die Erklärung nicht unterzeichnen.

Der weltweit umsatzstärkste Automobilhersteller VW

kündigte stattdessen den Bau eines Werkes für Elektroautos an.

Der VW-Stammsitz in Wolfsburg:

Ein Industriedenkmal aus den 30ern, Sinnbild für den VW-Verbrenner.

Außerhalb des Traditionswerks

soll bis 2026 eine neue Fabrik entstehen:

Für die neue Generation von VW-E-Autos.

Die Automobilindustrie ist in einem tiefgreifenden Wandel.

Die Herausforderung ist:

An den Standorten oder in unmittelbarer Nähe

mit möglichst vielen Beschäftigten die Zukunftsproduktion aufzubauen.

Ziel von VW: zu US-Konkurrent Tesla aufschließen.

Tesla baut seine Elektroautos in zehn Stunden,

VW braucht dreimal so lange.

Mit der Fahrzeuggeneration Trinity will VW genauso effizient werden.

Ein mutiger Plan, der Arbeitsplätze sichere,

sagt der Betriebsrat.

Ein Datum für den Ausstieg aus dem Verbrenner

gibt es im VW-Konzern nicht.

Der Gesetzgeber wird uns weiter Auflagen auferlegen

und das beeinflussen.

Andererseits die Kundschaft, die unsere Fahrzeuge kauft.

Die wird auch bestimmen, wann das Ende des Verbrenners ist.

Auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow hat sich ein Bündnis darauf geeinigt,

bis 2040 aus dem Verbrenner auszusteigen.

Darunter: etwa 30 Staaten und sechs Autobauer, auch Mercedes.

VW und BMW sind nicht dabei.

Auch Deutschland hat bisher nicht unterschrieben.

Die Lage für die Flüchtlinge

an der Grenze von Belarus zu Polen bleibt dramatisch.

Nächte im Freien bei Minusgraden, keine humanitäre Hilfe,

der Zugang zur Grenze ist abgeriegelt.

Die EU will offenbar mit weiteren Sanktionen

den Druck auf Präsident Lukaschenko erhöhen.

Der hatte der EU vorgeworfen, einen Krieg auf mehreren Ebenen zu führen.

Szenen auf der belarussischen Seite der Grenze.

Verbreitet wird das Video von den polnischen Behörden.

Zu sehen sind Migranten und belarussische Einsatzkräfte.

Für Polen ein Beleg:

Die Migrantenströme werden von Belarus gesteuert.

Alexander Lukaschenko ist für diese Krise verantwortlich.

Wir müssen unseren Druck durch Sanktionen erhöhen,

damit er mit diesen Praktiken aufhört.

EU-Kommissionpräsidentin von der Leyen

stellte sich bei einem USA-Besuch hinter die Sanktionsforderungen.

Auch gegen Airlines, die Migranten nach Belarus bringen:

Wir arbeiten daran, Sanktionen auf Fluggesellschaften zu legen,

die bei diesen Schmuggelaktivitäten einbezogen sind.

Der Machthaber in Minsk wies gestern alle Verantwortung von sich.

Im Gespräch mit einem russischen Reporter attackierte er die EU:

Ihr habt Sanktionen gegen mich verhängt, gegen Belarus.

Ihr Drecksäcke, ihr Dummköpfe, wollt,

dass ich euch vor Migranten beschütze.

Die Bundesregierung wirft Belarus

"staatliches Schleuser- und Schleppertum" vor.

Die Kanzlerin telefonierte heute mit dem russischen Präsidenten Putin,

einem Verbündeten Lukaschenkos:

Sie hat klar gesagt:

Was da geschieht, die Instrumentalisierung von Menschen

gegen die EU durch das Regime in Weißrussland ist unmenschlich.

Völlig inakzeptabel.

Sie hat den russischen Präsidenten gebeten,

auf das Regime einzuwirken.

Die polnische Regierung erwägt,

alle Grenzübergänge zu Belarus zu schließen.

Die Spitze der Evangelischen Kirche Deutschlands

wird erstmals nur von Frauen besetzt.

Die Synode wählte Annette Kurschus, Präses der westfälischen Kirche,

zur EKD-Ratsvorsitzenden.

Die Bischöfin von Hamburg und Lübeck, Kirsten Fehrs,

wurde Stellvertreterin.

Der bisherige Vorsitzende Bedford-Strohm

hatte nicht mehr kandidiert.

Liebe Annette, herzlichen Glückwunsch.

Sie war sechs Jahren Stellvertreterin.

Nun ist Annette Kurschus

die neuen Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche.

Eine erfahrene Führungskraft,

die betont, dass die Kirche offen für Neues sein müsse.

Kurschus, Stellvertreterin Kirsten Fehrs

und die Präses der Synode, Anna-Nicole Heinrich:

Drei Frauen in den höchsten Ämtern der EKD.

Ein Defizit, das sie bisher hatte, kommt allmählich zu einer Ganzheit,

dass es hier auch Frauen in Leitungsverantwortung gibt.

Kurschus gilt als rhetorisch gewandte Predigerin.

Menschlich schätzen sie Beobachter als zugewandt ein

und als gute Zuhörerin.

Fähigkeiten, die ihr im neuen Amt zugute kommen dürften.

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Kirche

hat sie zur Chefinnensache erklärt und wirbt zugleich um Geduld.

Es braucht lange, das aufzuarbeiten.

Was für Muster begünstigen das bei uns?

Und was müssen wir konkret tun, dass es nicht wieder passiert?

Eine zweite Mammutaufgabe: der Mitgliederschwund.

2020 traten 220.000 Menschen aus der Evangelischen Kirche aus.

Die Lottozahlen:

Die Wettervorhersage für morgen, Donnerstag, den 11. November:

Auch morgen bringt hoher Luftdruck einen Mix aus Nebel und Sonnenschein.

Der Norden wird weiter von Tiefausläufern mit Wolken versorgt,

die in Küstennähe nachts Regen bringen.

Weiter südlich zunächst oft klar, später wieder Nebelfelder,

die sich regional halten können.

In höheren Lagen von Anfang an Sonne, später oft auch in den Niederungen.

Im Norden weiter viele Wolken, an den Küsten etwas Regen.

Am Freitag ändert sich wenig am ruhigen Herbstwetter.

Am Samstag wird es wechselhaft und gebietsweise nass.

Am Sonntag in Küstennähe windig, meist trocken.

Um 22.15 Uhr haben wir diese Tagesthemen:

Wie sehr spaltet Corona die Gesellschaft?

Fragen von Ingo Zamperoni an die neue EKD-Ratsvorsitzende Kurschus.

Und: Kampfansage an Tesla - auch VW plant neue Fabrik.

Ihnen einen schönen Abend.

Copyright Untertitel: NDR 2021


tagesschau 10.11.2021, 20:00 Uhr - Diskussion über weitere Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie, Neuer Höchststand tagesschau 10.11.2021, 20:00 Uhr - Discussion about further protective measures against the Corona pandemic, new high

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau.

Diese Sendung wurde vom NDR live untertitelt (10.11.2021)

Heute im Studio: Susanne Daubner

Guten Abend, ich begrüße Sie zur tagesschau.

Mit dem raschen Anstieg der Corona-Zahlen

mehren sich Forderungen nach weiteren Maßnahmen.

Dazu gehören u.a. die Einführung einer bundesweiten 2G-Regelung

und eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen.

Ab kommender Woche soll es laut Gesundheitsministerium

wieder kostenlose Tests geben.

Die Bundeskanzlerin

drängt auf ein baldiges Treffen mit den Ministerpräsidenten.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist hoch wie nie seit Pandemiebeginn.

Dem RKI wurden binnen 24 Stunden 39.676 weitere Fälle gemeldet.

236 Menschen starben.

Die bundesweite Inzidenz ist auf 232,1 gestiegen,

auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie.

Die bisherige Spitze, 197,6, wurde am 22. Dezember 2020 erreicht.

Die Situationen sind nur bedingt vergleichbar.

Im Dezember gab es noch kaum Impfstoffe.

Menschen mit Symptomen wurden getestet,

Schüler und Arbeitnehmer zweimal die Woche.

Es galten strenge Kontaktbeschränkungen.

Die gibt es kaum noch.

Die Menschen sind wieder in Restaurants, Cafes, Theatern.

Die Teststrategie hat sich geändert.

Vor allem Ungeimpfte testen sich und einige Arbeitnehmer und Schüler.

Die ansteckendere Delta-Variante ist verbreitet.

Öffnungen und Delta steigern die Infektionsgefahr.

Für Ungeimpfte sei sie größer als 2021, so Experten.

Sie setzen auf Impfungen.

Laut RKI liegt die Impfquote in Deutschland bei 67 Prozent.

Auf Intensivstationen sind die meisten ungeimpft.

Bei den Über-60-Jährigen sind es zwei Drittel.

Der Landkreis Rottal-Inn - Hotspot der Republik.

Im Südosten Bayerns liegt die Inzidenz bei über 1100.

Um Intensivstationen zu entlasten,

ruft der Freistaat den Katastrophenfall aus.

Der Katastrophenfall gibt uns Möglichkeiten,

die Steuerung der Krankenhäuser besser zu organisieren:

Die Verlegung von Patienten, Reaktivierung von Pflegepersonal,

die Abstimmung unter den Krankenhäusern.

Erste Kliniken verschieben Operationen.

Auch in Sachsen und Thüringen ist die Lage besonders angespannt.

Die Forderungen werden lauter, schnell zu handeln.

Ein Maßnahmenpaket ist notwendig.

Insbesondere die 2G-Regelung

sollte bundesweit eingeführt und streng kontrolliert werden.

Sonst schaffen wir das nicht, stehen zum Schluss vorm Lockdown.

Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen:

Das sehen die Pläne der Ampelparteien nicht vor,

die morgen beraten werden.

Eine Impfpflicht für bestimme Berufe

bringt die Wissenschaftsakademie Leopoldina ins Gespräch:

Etwa bei der Alten- und Krankenpflege.

Da ist abzuwägen:

Die Freiheit zu entscheiden, sich impfen zu lassen oder nicht,

versus die Fürsorgepflicht auch dem Patienten gegenüber.

Veränderungen gibt es unterdessen für Jüngere.

Unter-30-Jährige und Schwangere

sollten den Biontech-Wirkstoff erhalten, empfiehlt die Stiko.

Ursache dafür sind viele internationale Daten.

Die zeigen deutlich:

Das Risiko einer Myocarditis, also einer Herzmuskelentzündung,

ist beim Moderna-Impfstoff höher als bei dem von Biontech-Pfizer.

Gratis-Schnelltests sollen laut Berichten zurückkehren.

Ab kommender Woche soll ein Test wöchentlich kostenfrei sein -

für Geimpfte und Ungeimpfte.

Die Verhandlungen von SPD, Grünen und FDP zur Bildung einer Regierung

treten in eine neue Phase.

Am Abend lief die Frist für die 22 Arbeitsgruppen ab,

Ergebnisse zu den Fachbereichen abzugeben.

Verbliebenen Streitpunkte sollen bis Ende des Monats

in Spitzenrunden der Parteien geklärt werden.

18 Uhr, FDP-Fraktionssitzung.

18 Uhr war auch die Frist für die Arbeitsgruppen,

um Verhandlungsergebnisse abzuliefern.

Von den Liberalen am Morgen Signale,

dass man den Fahrplan zu einer Ampel einhalten könne.

So auch jetzt.

Machen Sie sich keine Sorgen.

Die Koalition kann fast sicher gebildet werden.

Am 21.10. waren die Ampelparteien erstmals in großer Runde

zu Koalitionsverhandlungen zusammengekommen.

Nicht nur die Verhandlungsführung,

auch Mitglieder der 22 Arbeitsgruppen.

Seitdem wird getagt - vertraulich.

Über Inhalte oder Konflikte drang fast nichts heraus.

Wenn nicht gerade Selfies entstehen,

bleiben selbst Verhandlungsorte geheim.

Die Grünen-Spitze hat heute

ein Treffen mit der belarussischen Oppositionellen Tichanowskaja.

Bei den Grünen war zuletzt Unmut zu hören

über den Verlauf der Verhandlungen - heute: kein Kommentar.

SPD-Generalsekretär Klingbeil spricht von der Zielgeraden,

wo alle noch mal Standpunkte deutlich machen würden.

Noch ist Angela Merkel geschäftsführend im Amt.

Die SPD drängt darauf,

dass in der Nikolaus-Woche Olaf Scholz gewählt wird.

Die Konflikte sollten die Arbeitsgruppen lösen.

Wie erwartet ist das nicht gelungen.

Vor allem bei den Grünen bleibt Unzufriedenheit.

Chefinnen und Chefs müssen nun strittige Fragen lösen

und den Koalitionsvertrag erarbeiten.

Im Verfahren um die Nachfolge von CDU-Chef Laschet hat Jens Spahn

nach ARD-Informationen seinen Verzicht auf eine Kandidatur erklärt.

Laut Agenturberichten sagte Spahn in einer Sitzung der Unionsfraktion,

er werde nicht in parteiinterne Wahlkämpfe gehen.

Vielmehr werde er bis zur letzten Minute als Minister arbeiten

und sich darauf konzentrieren.

Die Bewerbungsfrist für den Vorsitz endet in einer Woche.

Die Wirtschaftsweisen haben ihre Konjunkturprognose erneut gesenkt.

Demnach wird die deutsche Wirtschaft 2021 um 2,7 % wachsen.

Im Frühjahr hatte der Sachverständigenrat

ein Wachstum von 3,1 Prozent prognostiziert.

Als Grund sehen die Wirtschaftsweisen Liefer- und Kapazitätsengpässe.

Über 30 Länder und sechs Autobauer haben sich beim Weltklimagipfel

auf ein gemeinsames Ziel verständigt:

Spätestens 2040 soll der Verkauf von Verbrennern enden.

Mercedes, Volvo und Ford sind dabei,

BMW und VW wollen die Erklärung nicht unterzeichnen.

Der weltweit umsatzstärkste Automobilhersteller VW

kündigte stattdessen den Bau eines Werkes für Elektroautos an.

Der VW-Stammsitz in Wolfsburg:

Ein Industriedenkmal aus den 30ern, Sinnbild für den VW-Verbrenner.

Außerhalb des Traditionswerks

soll bis 2026 eine neue Fabrik entstehen:

Für die neue Generation von VW-E-Autos.

Die Automobilindustrie ist in einem tiefgreifenden Wandel.

Die Herausforderung ist:

An den Standorten oder in unmittelbarer Nähe

mit möglichst vielen Beschäftigten die Zukunftsproduktion aufzubauen.

Ziel von VW: zu US-Konkurrent Tesla aufschließen.

Tesla baut seine Elektroautos in zehn Stunden,

VW braucht dreimal so lange.

Mit der Fahrzeuggeneration Trinity will VW genauso effizient werden.

Ein mutiger Plan, der Arbeitsplätze sichere,

sagt der Betriebsrat.

Ein Datum für den Ausstieg aus dem Verbrenner

gibt es im VW-Konzern nicht.

Der Gesetzgeber wird uns weiter Auflagen auferlegen

und das beeinflussen.

Andererseits die Kundschaft, die unsere Fahrzeuge kauft.

Die wird auch bestimmen, wann das Ende des Verbrenners ist.

Auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow hat sich ein Bündnis darauf geeinigt,

bis 2040 aus dem Verbrenner auszusteigen.

Darunter: etwa 30 Staaten und sechs Autobauer, auch Mercedes.

VW und BMW sind nicht dabei.

Auch Deutschland hat bisher nicht unterschrieben.

Die Lage für die Flüchtlinge

an der Grenze von Belarus zu Polen bleibt dramatisch.

Nächte im Freien bei Minusgraden, keine humanitäre Hilfe,

der Zugang zur Grenze ist abgeriegelt.

Die EU will offenbar mit weiteren Sanktionen

den Druck auf Präsident Lukaschenko erhöhen.

Der hatte der EU vorgeworfen, einen Krieg auf mehreren Ebenen zu führen.

Szenen auf der belarussischen Seite der Grenze.

Verbreitet wird das Video von den polnischen Behörden.

Zu sehen sind Migranten und belarussische Einsatzkräfte.

Für Polen ein Beleg:

Die Migrantenströme werden von Belarus gesteuert.

Alexander Lukaschenko ist für diese Krise verantwortlich.

Wir müssen unseren Druck durch Sanktionen erhöhen,

damit er mit diesen Praktiken aufhört.

EU-Kommissionpräsidentin von der Leyen

stellte sich bei einem USA-Besuch hinter die Sanktionsforderungen.

Auch gegen Airlines, die Migranten nach Belarus bringen:

Wir arbeiten daran, Sanktionen auf Fluggesellschaften zu legen,

die bei diesen Schmuggelaktivitäten einbezogen sind.

Der Machthaber in Minsk wies gestern alle Verantwortung von sich.

Im Gespräch mit einem russischen Reporter attackierte er die EU:

Ihr habt Sanktionen gegen mich verhängt, gegen Belarus.

Ihr Drecksäcke, ihr Dummköpfe, wollt,

dass ich euch vor Migranten beschütze.

Die Bundesregierung wirft Belarus

"staatliches Schleuser- und Schleppertum" vor.

Die Kanzlerin telefonierte heute mit dem russischen Präsidenten Putin,

einem Verbündeten Lukaschenkos:

Sie hat klar gesagt:

Was da geschieht, die Instrumentalisierung von Menschen

gegen die EU durch das Regime in Weißrussland ist unmenschlich.

Völlig inakzeptabel.

Sie hat den russischen Präsidenten gebeten,

auf das Regime einzuwirken.

Die polnische Regierung erwägt,

alle Grenzübergänge zu Belarus zu schließen.

Die Spitze der Evangelischen Kirche Deutschlands

wird erstmals nur von Frauen besetzt.

Die Synode wählte Annette Kurschus, Präses der westfälischen Kirche,

zur EKD-Ratsvorsitzenden.

Die Bischöfin von Hamburg und Lübeck, Kirsten Fehrs,

wurde Stellvertreterin.

Der bisherige Vorsitzende Bedford-Strohm

hatte nicht mehr kandidiert.

Liebe Annette, herzlichen Glückwunsch.

Sie war sechs Jahren Stellvertreterin.

Nun ist Annette Kurschus

die neuen Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche.

Eine erfahrene Führungskraft,

die betont, dass die Kirche offen für Neues sein müsse.

Kurschus, Stellvertreterin Kirsten Fehrs

und die Präses der Synode, Anna-Nicole Heinrich:

Drei Frauen in den höchsten Ämtern der EKD.

Ein Defizit, das sie bisher hatte, kommt allmählich zu einer Ganzheit,

dass es hier auch Frauen in Leitungsverantwortung gibt.

Kurschus gilt als rhetorisch gewandte Predigerin.

Menschlich schätzen sie Beobachter als zugewandt ein

und als gute Zuhörerin.

Fähigkeiten, die ihr im neuen Amt zugute kommen dürften.

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Kirche

hat sie zur Chefinnensache erklärt und wirbt zugleich um Geduld.

Es braucht lange, das aufzuarbeiten.

Was für Muster begünstigen das bei uns?

Und was müssen wir konkret tun, dass es nicht wieder passiert?

Eine zweite Mammutaufgabe: der Mitgliederschwund.

2020 traten 220.000 Menschen aus der Evangelischen Kirche aus.

Die Lottozahlen:

Die Wettervorhersage für morgen, Donnerstag, den 11. November:

Auch morgen bringt hoher Luftdruck einen Mix aus Nebel und Sonnenschein.

Der Norden wird weiter von Tiefausläufern mit Wolken versorgt,

die in Küstennähe nachts Regen bringen.

Weiter südlich zunächst oft klar, später wieder Nebelfelder,

die sich regional halten können.

In höheren Lagen von Anfang an Sonne, später oft auch in den Niederungen.

Im Norden weiter viele Wolken, an den Küsten etwas Regen.

Am Freitag ändert sich wenig am ruhigen Herbstwetter.

Am Samstag wird es wechselhaft und gebietsweise nass.

Am Sonntag in Küstennähe windig, meist trocken.

Um 22.15 Uhr haben wir diese Tagesthemen:

Wie sehr spaltet Corona die Gesellschaft?

Fragen von Ingo Zamperoni an die neue EKD-Ratsvorsitzende Kurschus.

Und: Kampfansage an Tesla - auch VW plant neue Fabrik.

Ihnen einen schönen Abend.

Copyright Untertitel: NDR 2021