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2021 Tagesschau, tagesthemen 26.06.2021, 23:15 Uhr - Max-Planck-Institut legt erste Erkenntnisse zur Ursache für "Long-Covid" vor

tagesthemen 26.06.2021, 23:15 Uhr - Max-Planck-Institut legt erste Erkenntnisse zur Ursache für "Long-Covid" vor

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen.

Herzlich willkommen zur Live- Untertitelung des NDR (26.06.2021)

Heute im Studio: Ingo Zamperoni

Guten Abend.

Blumen und Kerzen in Würzburgs Innenstadt,

wo ein Somalier (24) gestern mit einem Messer um sich stach.

Dabei tötete er drei Menschen und verletzte sechs weitere schwer.

Das Motiv des Angreifers ist unklar.

Trieb eine psychische Störung ihn zu der Tat?

Er war zweimal in Behandlung.

Oder bestätigen sich die Hinweise,

dass es sich um einen islamistischen Anschlag gehandelt haben könnte?

Das Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft München

übernahmen die Ermittlungen.

Durchsuchung in einer Obdachlosenunterkunft in Würzburg.

Hier hat der Somalier die letzten Jahre gelebt.

Vor sechs Jahren kam er nach Deutschland.

Die Polizei fand bei der Durchsuchung Handys

und Schriftmaterial mit Hassbotschaften.

Unklar ist, ob die Tat einen islamistischen Hintergrund hat.

Den Behörden war bekannt,

dass der Mann psychische Probleme hatte.

Alle Informationen müssen noch ausgewertet werden.

Menschen sind nun mal so.

Ich kann es heute noch nicht beurteilen.

Es ist aber nicht die Frage,

ob psychische Probleme oder radikale Gesinnung.

Wir wissen im Moment weder das eine noch das andere sicher.

Fast alle Opfer sind Frauen.

Ob das Zufall ist, sollen die Vernehmungen ergeben.

Der bayerische Ministerpräsident

nennt den Messerangriff "unfassbar und schockierend".

Ein Handy-Video zeigt, dass Passanten den Mann nach der Tat verfolgen.

Besonders beeindruckt hat mich das Engagement vieler Bürger.

Die versucht haben,

den Täter zu stellen und ihn in Schach zu halten.

Das war ein beeindruckendes Engagement.

Die Ermittlungen hat das Landeskriminalamt übernommen.

Dem Somalier wird dreifacher Mord

und sechsfacher versuchter Mord vorgeworfen.

Der Täter ist dem Haftrichter vorgeführt.

Der hat Haftbefehl erlassen.

Der Täter wurde eingeliefert in eine Justizvollzugsanstalt.

Der Ort des Verbrechens liegt in der Innenstadt.

Viele Menschen brachten Blumen und zündeten Kerzen an.

Die Betroffenheit ist groß.

Ich denke eigentlich, bei uns ist noch alles in Ordnung.

Eine kleine Stadt - und dann passiert so was.

Man denkt, man ist in Amerika.

Unvorstellbar, ich begreife so was nicht.

Einem fehlen die Worte.

Einige befürchten, dass sie jetzt unter Generalsverdacht geraten.

Die Spannung ist hoch.

Dass jetzt alle denken, dass Ausländer, Flüchtlinge

oder jeder aus Ostafrika ...

Am Abend stehen die Menschen noch mal eng zusammen.

Morgen gibt es einen Gedenkgottesdienst für die Opfer.

Nach der Bundestagswahl

muss sich das neue Kabinett mit der Frage beschäftigen:

Wie soll es weitergehen mit den deutschen Auslandsmissionen?

Mit dem Anschlag auf deutsche Soldaten im UN-Einsatz in Mali

hat diese Frage wieder aktuelle Brisanz gewonnen.

Während die ersten Verletzen nach Deutschland zurückgeflogen wurden,

diskutierten heute darüber drei Spitzenpolitiker.

Die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen.

Ihre Antworten hat Christian Feld zusammengefasst.

Der Krankenwagen steht bereit in Köln.

Ein Transportflugzeug der Bundeswehr bringt die ersten

der in Mali verletzten Soldaten nach Deutschland.

Auch die Schwerverletzten seien stabil,

so das Verteidigungsministerium.

Muss der Anschlag Konsequenzen haben?

Fragen an die Drei, die ins Kanzleramt wollen:

Diskussionsrunde von Münchner Sicherheitskonferenz

und ARD-Hauptstadtstudio.

SPD-Kanzlerkandidat Scholz hält von einem schnellen Abzug nichts.

Das kann nicht so sein.

Wenn man sich in einen gefährlichen Einsatz begibt

und dann feststellt, dass es gefährlich ist, zu sagen:

Das hatten wir uns nicht so gedacht.

Wir müssen in aller Konsequenz sagen:

Das ist ein gefährlicher Einsatz.

Die Bundeswehr ist in Mali

in unterschiedlichen Missionen im Einsatz, auch zur Ausbildung.

Wie stark soll sie sich aktiv beteiligen

am Kampf gegen islamistische Terroristen?

Unions-Kanzlerkandidat Laschet will einen differenzierten Ansatz.

Wenn das in einem UN-Mandat der deutsche Beitrag ist,

zur Ausbildung beizutragen, ist das in Ordnung.

Es muss nicht jedes Mal der Kampfeinsatz sein.

An anderen Orten kann es sein, dass es auch ein Kampfeinsatz wird.

Braucht die Bundeswehr dafür bewaffnete Drohnen?

Die Union ist dafür, die SPD nicht entschieden,

die Grünen waren lange dagegen.

Mittlerweile ist das vorstellbar.

Bei der Frage der Drohnen muss man sich genau anschauen,

für welche Situation.

Wenn Angehörige der Bundeswehr ins Feld gehen

und in Fallen reingeraten.

Die verletzten deutschen Soldaten

wurden ins Bundeswehrkrankenhaus nach Koblenz gefahren.

Auch ein zweites Flugzeug mit Verwundeten ist auf dem Weg.

Stand heute haben sich 3,6 Millionen Menschen

in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert.

90.000 starben an oder mit der Infektionen.

Bei vielen, die die Krankheit überstanden haben,

will sich das alte Leben jedoch nicht wieder einstellen.

Die Genesenen fühlen sich nicht genesen,

weil Symptome von Covid-19 nicht verschwinden.

"Long Covid" lautet die Diagnose.

Woran das liegt, ist nicht klar.

Forscher am Max-Planck-Institut in Erlangen legten Erkenntnisse vor,

die weiterhelfen könnten.

Schlapp, abgespannt und müde:

Seit Monaten leidet Krankenschwester Antje Cadao

an den Langzeitfolgen einer Covid-Infektion.

Ihr größter Wunsch ist es, dass sie wieder arbeiten kann

in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Nürnberg.

Ihr Körper macht nicht mit.

Ich habe das Gefühl,

verschiedene Beschwerden sind nicht weggegangen.

Dieses Engegefühl in der Brust, dieser Reiz und dieser Husten.

Ich habe wiederkehrende Kopfschmerzen und Schwindelgefühle.

Und ich bin nicht mehr so belastbar wie früher.

Das Klinikum Nürnberg hat eine Long-Covid-Sprechstunde

extra für Mitarbeiter eingerichtet.

Lungenfunktionsmessungen gehören zu den Untersuchungsmethoden.

Wir sehen, ob die Lunge noch ihr ganzes Volumen hat,

ob die Bronchien eng geworden sind.

Ob der Gasaustausch stimmt.

In Erlangen forschen Wissenschaftler des Max-Planck-Zentrums

an den Ursachen: Warum entstehen die Langzeitfolgen?

Deformierte Blutkörperchen scheinen der Schlüssel zu sein.

Gesunde Blutkörperchen sind verformbar

und passen durch feinste Äderchen.

Blutzellen von Long-Covid-Patienten sind kugelförmig und nicht elastisch.

Das könnte die Ursache für Thrombosen und Lungenembolien sein.

Wir haben gesehen,

dass viele verschiedene Blutzellen stark reagieren.

Dass viele größer werden, ein größeres Volumen haben.

Manche werden verformbarer, andere werden steifer.

Und das könnte was damit zu tun haben,

dass die Zellen nicht mehr so gut durch Kapillaren durchkommen.

Und noch etwas haben sie entdeckt

mit ihrer neu entwickelten Forschungsmethode:

Bei einigen Patienten bleiben Zellen auch nach der Erkrankung deformiert.

Damit könnten die Forscher eine Ursache für Post-Covid-Symptome

wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit gefunden haben.

Ihre Erkenntnisse könnten als Frühwarnsystem dienen.

Behandelt werden die Folgen bislang konventionell.

Die Lunge erholt sich in den allermeisten Fällen nahezu komplett.

Soweit wir das bis heute wissen.

Aber Antje Cadao wird noch einen langen Weg zurücklegen müssen,

bis sie wieder voll einsetzbar sein wird.

Aus dem Gesundheitsministerium wurde bekannt:

In den nächsten Wochen soll es deutlich mehr Impfstoff geben.

Die Nachrichten mit Judith Rakers:

Gesundheitsminister Spahn rechnet im Juli und August

mit einer Verdoppelung der zugesagten Liefermenge von Moderna.

Zudem seien kommende Woche

eine Million zusätzliche Dosen von Johnson & Johnson zu erwarten. Damit könne jeder Erwachsene

bis Ende Juli auf Wunsch eine Erstimpfung erhalten.

Der britische Gesundheitsminister Hancock

hat seinen Rücktritt erklärt.

Als Grund gab er den Verstoß gegen Corona-Regeln an.

Wer sie aufstelle, müsse sich erst recht daran halten, so Hancock.

Der Gesundheitsminister hatte eine Mitarbeiterin umarmt und geküsst.

Das wurde bekannt durch Zeitungsfotos.

Zwei Tage nach dem Teileinsturz eines Wohnhauses in Miami

erschwert ein Feuer die Suche nach Vermissten.

Bis heute ist noch unklar,

wie viele Menschen sich in dem Gebäude aufhielten.

Es wurden bislang vier Tote geborgen,

der Verbleib von 159 Personen ist nicht sicher.

Ein Inspektionsbericht einer externen Firma

listet Mängel auf am Beton des Hauses.

In Istanbul gab es Zusammenstöße der Polizei

mit Teilnehmern einer verbotenen Gay-Pride-Parade.

Die Beamten setzten Tränengas und Gummigeschosse ein,

um den Demonstrationszug aufzuhalten.

Laut Zeitungsberichten wurden mindestens 25 Menschen festgenommen.

Seit 2015 haben türkische Behörden Veranstaltungen der LGBT-Gemeinde

mit Verweis auf die öffentliche Sicherheit stets verboten.

Die Rote Mauritius ist eine der seltensten Briefmarken der Welt.

Sie wurde in Ludwigsburg versteigert.

Der Startpreis lag bei vier Millionen Euro.

Am Ende ging der Umschlag mit der Roten Mauritius

für 8,1 Millionen Euro an einen Sammler aus Europa.

Nur drei Exemplare soll es weltweit geben.

Eine davon ist im Besitz der britischen Königin.

Der Franzose Alaphilippe

sicherte sich das erste Gelbe Trikot der Tour de France.

Überschattet wurde der Auftakt von zwei Massenstürzen.

Die Freude über den Auftaktsieg war groß beim Franzosen Alaphilippe.

Gesprächsthema war aber dieser Massensturz,

verursacht durch eine Zuschauerin mit einem Pappschild.

Erst stürzte Tony Martin, danach viele weitere Fahrer.

Martin konnte weiterfahren.

Sütterlin musste als einer von zwölf deutschen Fahrern

verletzt aufgeben.

20 Kilometer vor dem Ziel der nächste Massensturz,

diesmal aus dem Fahrerfeld verursacht.

Hier verletzte sich der vierfache Toursieger Froome

und konnte nur unter Schmerzen ins Ziel fahren.

Das erreichte Alaphilippe als Erster

und durfte sich über das erste Gelbe Trikot diese Tour freuen.

Heute begannen bei der Fußball-EM die Achtelfinals.

Im Spiel Italien gegen Österreich läuft gerade die Verlängerung.

Nach den regulären 90 Minuten

stand es 0:0 im Londoner Wembley-Stadion.

Mittlerweile führt Italien 2:1.

Aber in der ersten Partie gab es den ersten Viertelfinalisten:

Dänemark gewann gegen Wales mit 4:0.

Kasper ist der Name des Abends:

Kasper Dolberg und Kasper Hjulmand

sind die dänischen Helden von Amsterdam.

In der 27. Minute legt Damsgaard für Dolberg auf.

Der vollendet zum 0:1.

Der 23-Jährige spielte nur, weil Poulsen sich verletzt hatte.

2016 stand Wales im Halbfinale.

Und in Kopenhagen wurden Erinnerungen an den Gewinn der EM von 1992 wach.

Die Waliser chancenlos, Dänemark konsequenter.

In der 48. Minute dribbelt sich Braithwaite durch.

Dolberg trifft.

Einst gewann er in Amsterdam mit Ajax das Double.

Dolbergs zweites Tor möglich machte der Fehler von Williams.

In der 89. Minute das 0:3 durch Maehle.

Der Waliser Wilson sieht kurz vor Schluss Rot.

In der Nachspielzeit folgt der 0:4-Endstand.

Dänemark erreicht das Viertelfinale ungefährdet.

Das ging gründlich schief, als die "Ever Given" im März

sich im Suezkanal querlegte und auf Grund lief.

Eines der größten Containerschiffe der Welt konnte sich nicht einfach

mit voller Kraft zurück selbst befreien.

Tagelang blockierte der Riesenkahn eine der wichtigsten Passagen

des internationalen Schiffsverkehrs.

Über die Mitschuld des Kapitäns wird noch gestritten.

Solche komplizierten Passagen sind nichts für Anfänger.

Um Manöver wie diese zu trainieren,

treffen sich Kapitäne in einer Art See-Verkehrsgarten.

Nicht am Meer, sondern am Rand der französischen Alpen.

40 Kilometer von Grenoble entfernt liegt der Suezkanal in Miniatur.

Das Containerschiff Othello biegt in die enge Kanaleinfahrt ein.

Frederic und Andre, zwei gestandene Hochseekapitäne,

üben die Durchfahrt durch den Suezkanal:

Hier im Maßstab 1:25.

Es wirkt wie auf dem Spielplatz, ist aber Präzisionsarbeit.

Konzentration, Konzentration!

Das läuft gut.

Eric ist ihr Instrukteur,

ein pensionierter Kapitän aus La Rochelle.

Doch plötzlich:

Stopp!

Blackout, alle Maschinen ausgefallen, was tun?

Ziel ist, den Stresspegel zu heben und ihre Reaktion zu testen,

damit sie richtig reagieren bei Stress und Notfällen.

Auf dem künstlich angelegten See üben mehrere Teams

die kompliziertesten Manöver der Seefahrt.

Es sind Kapitäne aus aller Welt.

10.000 Euro kostet ein Kurs.

Die Trainer sind passionierte Seeleute.

Marc war Kapitän und Lotse in Amsterdam.

Das ist schön, das weiterzugeben an die jüngere Generation.

Wir haben internationale Lotsen hier aus Amerika und Kanada

und wir haben viel Spaß - das ist wichtig.

Es gibt sogar eine Wellenmaschine, um die Einfahrt in Häfen zu üben.

Wie die Übungsszenarien auf dem See entstehen,

zeigt uns Marc am Computer.

Wir haben den Plan von Hamburg mit dem Container-Terminal genommen

und das in unseren Plan gedreht.

Der Hamburger Hafen - zum Üben in der Tankerschule.

Anlegemanöver am Containerterminal.

Die Boote sind elektrisch betrieben, technisch aber komplett ausgestattet.

Hier ist alles reell.

Die Boote sind exakte Nachbauten

und sie können hier unter Realbedingungen üben.

Das tun sie, bis die Passage durch den Suezkanal perfekt läuft.

Braucht das Wetter auch ein Trainingscamp

oder zeigt der Sommer auch so, was er kann, Sven?

Morgen braucht es nichts.

In der Nacht zum Dienstag muss es wieder trainiert werden.

Dann kommt das nächste Frontensystem.

Wir bleiben chronologisch.

Hier ist ein Foto.

Das wurde auf Sylt fotografiert.

Es sind leuchtende Nachtwolken.

Die kann man jetzt am Nordhimmel sehen.

In 80-85 Kilometern Höhe befinden sich diese Wolken.

Die Sonne strahlt die an.

Die Sonnenstunden für morgen:

Die letzten Tropfen aus dem Berchtesgadener Land

haben sich verabschiedet.

Morgen sind Wolkenfelder unterwegs.

Am Nachmittag gibt es erste Gewitter im Westen.

Die Temperaturen:

Die Hitze wandert in den Osten.

Danke, Sven.

Das waren die tagesthemen.

Italien hat 2:1 gewonnen.

Wir sind morgen wieder da, in der Halbzeit gegen 21.50 Uhr.

Tschüss - und bleiben Sie zuversichtlich.

Copyright Untertitel: NDR 2021


tagesthemen 26.06.2021, 23:15 Uhr - Max-Planck-Institut legt erste Erkenntnisse zur Ursache für "Long-Covid" vor tagesthemen 26.06.2021, 23:15 Uhr - Max Planck Institute presents first findings on the cause of "Long-Covid". tagesthemen 26.06.2021, 23:15 - El Instituto Max Planck presenta los primeros hallazgos sobre la causa del "long-covid". tagesthemen 2021年6月26日 23:15 - マックス・プランク研究所が「ロング・コビド」の原因に関する最初の知見を発表。 tagesthemen 26.06.2021, 23:15 - O Instituto Max Planck apresenta as primeiras descobertas sobre a causa da "peste longa".

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen.

Herzlich willkommen zur Live- Untertitelung des NDR (26.06.2021)

Heute im Studio: Ingo Zamperoni

Guten Abend.

Blumen und Kerzen in Würzburgs Innenstadt,

wo ein Somalier (24) gestern mit einem Messer um sich stach.

Dabei tötete er drei Menschen und verletzte sechs weitere schwer.

Das Motiv des Angreifers ist unklar.

Trieb eine psychische Störung ihn zu der Tat?

Er war zweimal in Behandlung.

Oder bestätigen sich die Hinweise,

dass es sich um einen islamistischen Anschlag gehandelt haben könnte?

Das Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft München

übernahmen die Ermittlungen.

Durchsuchung in einer Obdachlosenunterkunft in Würzburg.

Hier hat der Somalier die letzten Jahre gelebt.

Vor sechs Jahren kam er nach Deutschland.

Die Polizei fand bei der Durchsuchung Handys

und Schriftmaterial mit Hassbotschaften.

Unklar ist, ob die Tat einen islamistischen Hintergrund hat.

Den Behörden war bekannt,

dass der Mann psychische Probleme hatte.

Alle Informationen müssen noch ausgewertet werden.

Menschen sind nun mal so.

Ich kann es heute noch nicht beurteilen.

Es ist aber nicht die Frage,

ob psychische Probleme oder radikale Gesinnung.

Wir wissen im Moment weder das eine noch das andere sicher.

Fast alle Opfer sind Frauen.

Ob das Zufall ist, sollen die Vernehmungen ergeben.

Der bayerische Ministerpräsident

nennt den Messerangriff "unfassbar und schockierend".

Ein Handy-Video zeigt, dass Passanten den Mann nach der Tat verfolgen.

Besonders beeindruckt hat mich das Engagement vieler Bürger.

Die versucht haben,

den Täter zu stellen und ihn in Schach zu halten.

Das war ein beeindruckendes Engagement.

Die Ermittlungen hat das Landeskriminalamt übernommen.

Dem Somalier wird dreifacher Mord

und sechsfacher versuchter Mord vorgeworfen.

Der Täter ist dem Haftrichter vorgeführt.

Der hat Haftbefehl erlassen.

Der Täter wurde eingeliefert in eine Justizvollzugsanstalt.

Der Ort des Verbrechens liegt in der Innenstadt.

Viele Menschen brachten Blumen und zündeten Kerzen an.

Die Betroffenheit ist groß.

Ich denke eigentlich, bei uns ist noch alles in Ordnung.

Eine kleine Stadt - und dann passiert so was.

Man denkt, man ist in Amerika.

Unvorstellbar, ich begreife so was nicht.

Einem fehlen die Worte.

Einige befürchten, dass sie jetzt unter Generalsverdacht geraten.

Die Spannung ist hoch.

Dass jetzt alle denken, dass Ausländer, Flüchtlinge

oder jeder aus Ostafrika ...

Am Abend stehen die Menschen noch mal eng zusammen.

Morgen gibt es einen Gedenkgottesdienst für die Opfer.

Nach der Bundestagswahl

muss sich das neue Kabinett mit der Frage beschäftigen:

Wie soll es weitergehen mit den deutschen Auslandsmissionen?

Mit dem Anschlag auf deutsche Soldaten im UN-Einsatz in Mali

hat diese Frage wieder aktuelle Brisanz gewonnen.

Während die ersten Verletzen nach Deutschland zurückgeflogen wurden,

diskutierten heute darüber drei Spitzenpolitiker.

Die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen.

Ihre Antworten hat Christian Feld zusammengefasst.

Der Krankenwagen steht bereit in Köln.

Ein Transportflugzeug der Bundeswehr bringt die ersten

der in Mali verletzten Soldaten nach Deutschland.

Auch die Schwerverletzten seien stabil,

so das Verteidigungsministerium.

Muss der Anschlag Konsequenzen haben?

Fragen an die Drei, die ins Kanzleramt wollen:

Diskussionsrunde von Münchner Sicherheitskonferenz

und ARD-Hauptstadtstudio.

SPD-Kanzlerkandidat Scholz hält von einem schnellen Abzug nichts.

Das kann nicht so sein.

Wenn man sich in einen gefährlichen Einsatz begibt

und dann feststellt, dass es gefährlich ist, zu sagen:

Das hatten wir uns nicht so gedacht.

Wir müssen in aller Konsequenz sagen:

Das ist ein gefährlicher Einsatz.

Die Bundeswehr ist in Mali

in unterschiedlichen Missionen im Einsatz, auch zur Ausbildung.

Wie stark soll sie sich aktiv beteiligen

am Kampf gegen islamistische Terroristen?

Unions-Kanzlerkandidat Laschet will einen differenzierten Ansatz.

Wenn das in einem UN-Mandat der deutsche Beitrag ist,

zur Ausbildung beizutragen, ist das in Ordnung.

Es muss nicht jedes Mal der Kampfeinsatz sein.

An anderen Orten kann es sein, dass es auch ein Kampfeinsatz wird.

Braucht die Bundeswehr dafür bewaffnete Drohnen?

Die Union ist dafür, die SPD nicht entschieden,

die Grünen waren lange dagegen.

Mittlerweile ist das vorstellbar.

Bei der Frage der Drohnen muss man sich genau anschauen,

für welche Situation.

Wenn Angehörige der Bundeswehr ins Feld gehen

und in Fallen reingeraten.

Die verletzten deutschen Soldaten

wurden ins Bundeswehrkrankenhaus nach Koblenz gefahren.

Auch ein zweites Flugzeug mit Verwundeten ist auf dem Weg.

Stand heute haben sich 3,6 Millionen Menschen

in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert.

90.000 starben an oder mit der Infektionen.

Bei vielen, die die Krankheit überstanden haben,

will sich das alte Leben jedoch nicht wieder einstellen.

Die Genesenen fühlen sich nicht genesen,

weil Symptome von Covid-19 nicht verschwinden.

"Long Covid" lautet die Diagnose.

Woran das liegt, ist nicht klar.

Forscher am Max-Planck-Institut in Erlangen legten Erkenntnisse vor,

die weiterhelfen könnten.

Schlapp, abgespannt und müde:

Seit Monaten leidet Krankenschwester Antje Cadao

an den Langzeitfolgen einer Covid-Infektion.

Ihr größter Wunsch ist es, dass sie wieder arbeiten kann

in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Nürnberg.

Ihr Körper macht nicht mit.

Ich habe das Gefühl,

verschiedene Beschwerden sind nicht weggegangen.

Dieses Engegefühl in der Brust, dieser Reiz und dieser Husten.

Ich habe wiederkehrende Kopfschmerzen und Schwindelgefühle.

Und ich bin nicht mehr so belastbar wie früher.

Das Klinikum Nürnberg hat eine Long-Covid-Sprechstunde

extra für Mitarbeiter eingerichtet.

Lungenfunktionsmessungen gehören zu den Untersuchungsmethoden.

Wir sehen, ob die Lunge noch ihr ganzes Volumen hat,

ob die Bronchien eng geworden sind.

Ob der Gasaustausch stimmt.

In Erlangen forschen Wissenschaftler des Max-Planck-Zentrums

an den Ursachen: Warum entstehen die Langzeitfolgen?

Deformierte Blutkörperchen scheinen der Schlüssel zu sein.

Gesunde Blutkörperchen sind verformbar

und passen durch feinste Äderchen.

Blutzellen von Long-Covid-Patienten sind kugelförmig und nicht elastisch.

Das könnte die Ursache für Thrombosen und Lungenembolien sein.

Wir haben gesehen,

dass viele verschiedene Blutzellen stark reagieren.

Dass viele größer werden, ein größeres Volumen haben.

Manche werden verformbarer, andere werden steifer.

Und das könnte was damit zu tun haben,

dass die Zellen nicht mehr so gut durch Kapillaren durchkommen.

Und noch etwas haben sie entdeckt

mit ihrer neu entwickelten Forschungsmethode:

Bei einigen Patienten bleiben Zellen auch nach der Erkrankung deformiert.

Damit könnten die Forscher eine Ursache für Post-Covid-Symptome

wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit gefunden haben.

Ihre Erkenntnisse könnten als Frühwarnsystem dienen.

Behandelt werden die Folgen bislang konventionell.

Die Lunge erholt sich in den allermeisten Fällen nahezu komplett.

Soweit wir das bis heute wissen.

Aber Antje Cadao wird noch einen langen Weg zurücklegen müssen,

bis sie wieder voll einsetzbar sein wird.

Aus dem Gesundheitsministerium wurde bekannt:

In den nächsten Wochen soll es deutlich mehr Impfstoff geben.

Die Nachrichten mit Judith Rakers:

Gesundheitsminister Spahn rechnet im Juli und August

mit einer Verdoppelung der zugesagten Liefermenge von Moderna.

Zudem seien kommende Woche

eine Million zusätzliche Dosen von Johnson & Johnson zu erwarten. Damit könne jeder Erwachsene

bis Ende Juli auf Wunsch eine Erstimpfung erhalten.

Der britische Gesundheitsminister Hancock

hat seinen Rücktritt erklärt.

Als Grund gab er den Verstoß gegen Corona-Regeln an.

Wer sie aufstelle, müsse sich erst recht daran halten, so Hancock.

Der Gesundheitsminister hatte eine Mitarbeiterin umarmt und geküsst.

Das wurde bekannt durch Zeitungsfotos.

Zwei Tage nach dem Teileinsturz eines Wohnhauses in Miami

erschwert ein Feuer die Suche nach Vermissten.

Bis heute ist noch unklar,

wie viele Menschen sich in dem Gebäude aufhielten.

Es wurden bislang vier Tote geborgen,

der Verbleib von 159 Personen ist nicht sicher.

Ein Inspektionsbericht einer externen Firma

listet Mängel auf am Beton des Hauses.

In Istanbul gab es Zusammenstöße der Polizei

mit Teilnehmern einer verbotenen Gay-Pride-Parade.

Die Beamten setzten Tränengas und Gummigeschosse ein,

um den Demonstrationszug aufzuhalten.

Laut Zeitungsberichten wurden mindestens 25 Menschen festgenommen.

Seit 2015 haben türkische Behörden Veranstaltungen der LGBT-Gemeinde

mit Verweis auf die öffentliche Sicherheit stets verboten.

Die Rote Mauritius ist eine der seltensten Briefmarken der Welt.

Sie wurde in Ludwigsburg versteigert.

Der Startpreis lag bei vier Millionen Euro.

Am Ende ging der Umschlag mit der Roten Mauritius

für 8,1 Millionen Euro an einen Sammler aus Europa.

Nur drei Exemplare soll es weltweit geben.

Eine davon ist im Besitz der britischen Königin.

Der Franzose Alaphilippe

sicherte sich das erste Gelbe Trikot der Tour de France.

Überschattet wurde der Auftakt von zwei Massenstürzen.

Die Freude über den Auftaktsieg war groß beim Franzosen Alaphilippe.

Gesprächsthema war aber dieser Massensturz,

verursacht durch eine Zuschauerin mit einem Pappschild.

Erst stürzte Tony Martin, danach viele weitere Fahrer.

Martin konnte weiterfahren.

Sütterlin musste als einer von zwölf deutschen Fahrern

verletzt aufgeben.

20 Kilometer vor dem Ziel der nächste Massensturz,

diesmal aus dem Fahrerfeld verursacht.

Hier verletzte sich der vierfache Toursieger Froome

und konnte nur unter Schmerzen ins Ziel fahren.

Das erreichte Alaphilippe als Erster

und durfte sich über das erste Gelbe Trikot diese Tour freuen.

Heute begannen bei der Fußball-EM die Achtelfinals.

Im Spiel Italien gegen Österreich läuft gerade die Verlängerung.

Nach den regulären 90 Minuten

stand es 0:0 im Londoner Wembley-Stadion.

Mittlerweile führt Italien 2:1.

Aber in der ersten Partie gab es den ersten Viertelfinalisten:

Dänemark gewann gegen Wales mit 4:0.

Kasper ist der Name des Abends:

Kasper Dolberg und Kasper Hjulmand

sind die dänischen Helden von Amsterdam.

In der 27. Minute legt Damsgaard für Dolberg auf.

Der vollendet zum 0:1.

Der 23-Jährige spielte nur, weil Poulsen sich verletzt hatte.

2016 stand Wales im Halbfinale.

Und in Kopenhagen wurden Erinnerungen an den Gewinn der EM von 1992 wach.

Die Waliser chancenlos, Dänemark konsequenter.

In der 48. Minute dribbelt sich Braithwaite durch.

Dolberg trifft.

Einst gewann er in Amsterdam mit Ajax das Double.

Dolbergs zweites Tor möglich machte der Fehler von Williams.

In der 89. Minute das 0:3 durch Maehle.

Der Waliser Wilson sieht kurz vor Schluss Rot.

In der Nachspielzeit folgt der 0:4-Endstand.

Dänemark erreicht das Viertelfinale ungefährdet.

Das ging gründlich schief, als die "Ever Given" im März

sich im Suezkanal querlegte und auf Grund lief.

Eines der größten Containerschiffe der Welt konnte sich nicht einfach

mit voller Kraft zurück selbst befreien.

Tagelang blockierte der Riesenkahn eine der wichtigsten Passagen

des internationalen Schiffsverkehrs.

Über die Mitschuld des Kapitäns wird noch gestritten.

Solche komplizierten Passagen sind nichts für Anfänger.

Um Manöver wie diese zu trainieren,

treffen sich Kapitäne in einer Art See-Verkehrsgarten.

Nicht am Meer, sondern am Rand der französischen Alpen.

40 Kilometer von Grenoble entfernt liegt der Suezkanal in Miniatur.

Das Containerschiff Othello biegt in die enge Kanaleinfahrt ein.

Frederic und Andre, zwei gestandene Hochseekapitäne,

üben die Durchfahrt durch den Suezkanal:

Hier im Maßstab 1:25.

Es wirkt wie auf dem Spielplatz, ist aber Präzisionsarbeit.

Konzentration, Konzentration!

Das läuft gut.

Eric ist ihr Instrukteur,

ein pensionierter Kapitän aus La Rochelle.

Doch plötzlich:

Stopp!

Blackout, alle Maschinen ausgefallen, was tun?

Ziel ist, den Stresspegel zu heben und ihre Reaktion zu testen,

damit sie richtig reagieren bei Stress und Notfällen.

Auf dem künstlich angelegten See üben mehrere Teams

die kompliziertesten Manöver der Seefahrt.

Es sind Kapitäne aus aller Welt.

10.000 Euro kostet ein Kurs.

Die Trainer sind passionierte Seeleute.

Marc war Kapitän und Lotse in Amsterdam.

Das ist schön, das weiterzugeben an die jüngere Generation.

Wir haben internationale Lotsen hier aus Amerika und Kanada

und wir haben viel Spaß - das ist wichtig.

Es gibt sogar eine Wellenmaschine, um die Einfahrt in Häfen zu üben.

Wie die Übungsszenarien auf dem See entstehen,

zeigt uns Marc am Computer.

Wir haben den Plan von Hamburg mit dem Container-Terminal genommen

und das in unseren Plan gedreht.

Der Hamburger Hafen - zum Üben in der Tankerschule.

Anlegemanöver am Containerterminal.

Die Boote sind elektrisch betrieben, technisch aber komplett ausgestattet.

Hier ist alles reell.

Die Boote sind exakte Nachbauten

und sie können hier unter Realbedingungen üben.

Das tun sie, bis die Passage durch den Suezkanal perfekt läuft.

Braucht das Wetter auch ein Trainingscamp

oder zeigt der Sommer auch so, was er kann, Sven?

Morgen braucht es nichts.

In der Nacht zum Dienstag muss es wieder trainiert werden.

Dann kommt das nächste Frontensystem.

Wir bleiben chronologisch.

Hier ist ein Foto.

Das wurde auf Sylt fotografiert.

Es sind leuchtende Nachtwolken.

Die kann man jetzt am Nordhimmel sehen.

In 80-85 Kilometern Höhe befinden sich diese Wolken.

Die Sonne strahlt die an.

Die Sonnenstunden für morgen:

Die letzten Tropfen aus dem Berchtesgadener Land

haben sich verabschiedet.

Morgen sind Wolkenfelder unterwegs.

Am Nachmittag gibt es erste Gewitter im Westen.

Die Temperaturen:

Die Hitze wandert in den Osten.

Danke, Sven.

Das waren die tagesthemen.

Italien hat 2:1 gewonnen.

Wir sind morgen wieder da, in der Halbzeit gegen 21.50 Uhr.

Tschüss - und bleiben Sie zuversichtlich.

Copyright Untertitel: NDR 2021