Das Wunder von Narnia Teil 3
Und dann ist da noch was. Jedesmal, wenn er beim Essen etwas zu mir sagen will - mit ihr redet er überhaupt nicht -, bringt sie ihn zum Schweigen. Sie sagt: ,Du darfst dem Jungen keine Angst einjagen, Andrew‘, oder: ,Ich bin sicher, das interessiert Digory nicht‘, oder: ,Hast du nicht Lust, hinauszugehen in den Garten und zu spielen, Digory?‘“ „Was will er dir denn erzählen?“ „Keine Ahnung. So weit schafft er es nie. Aber das ist noch nicht alles. Gestern abend bin ich auf dem Weg zu meinem Zimmer an der Treppe vorbeigegangen, die zu seinem Arbeitszimmer auf dem Dachboden führt. Ich gehe da sowieso nicht gern vorbei. Ja - und gestern abend habe ich dort einen Schrei gehört - da bin ich ganz sicher.“ „Vielleicht hat er seine übergeschnappte Frau dort oben eingesperrt?“ „Ja, der Gedanke kam mir auch.“ „Oder vielleicht ist er ein Falschmünzer?“ „Vielleicht war er auch ein Pirat, wie der Mann am Anfang der Schatzinsel, und er versteckt sich immer noch vor seinen früheren Schiffskameraden.“ „Wie spannend!“ rief Polly. „Ich wußte gar nicht, daß es in eurem Haus so interessant ist!“ „Du findest das ja vielleicht interessant, aber wenn du dort schlafen müßtest, dann wäre es dir bestimmt gar nicht so recht. Was hältst du davon: Du liegst wach im Bett und hörst zu, wie Onkel Andrew über den Flur geschlichen kommt, auf dein Zimmer zu? Dabei hat er so gräßliche Augen!“ So lernten Polly und Digory einander kennen; und weil die Sommerferien gerade begannen und weil keiner von beiden dieses Jahr ans Meer fuhr, trafen sie einander fast täglich. Ihr Abenteuer kam vor allem deshalb zustande, weil der Sommer so verregnet und so kalt war wie schon ewig nicht mehr. Sie mußten sich also im Haus beschäftigen, und so kam es, daß sie sich entschlossen, das Haus zu erforschen. Es ist erstaunlich, was man in einem alten Haus, mit einem Kerzenstummel in der Hand, alles auskundschaften kann. Polly hatte schon vor langer Zeit eine Entdeckung gemacht. Wenn man in der Rumpelkammer unterm Dach eine kleine Tür öffnete, dann kam man zu einer Zisterne mit einem dunklen Gang dahinter.