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Raumzeit - Vlog der Zukunft, Wie wird man eigentlich Billionär? | Asteroidenbergbau (2019) Fast Forward Science 2019

Wie wird man eigentlich Billionär? | Asteroidenbergbau (2019) Fast Forward Science 2019

Wie wird man eigentlich reich?

In den letzten Jahren bescherten vor allem die Techkonzerne ihren CEOs Milliarden.

Apple, Alphabet und Microsoft dominieren die Börsen und Amazon-Chef Jeff Bezos gilt aktuell

als reichster Mensch der Erde mit einem Vermögen von mehr als 100 Milliarden Dollar.

Es wird allerdings immer schwerer, eine eigene Nische zu finden … mit der entscheidenden

revolutionären Idee an den Markt zu gehen.

Und doch lebt vermutlich der erste Billionär der Geschichte schon heute.

Es gibt nämlich eine Ressource, die völlig unangetastet ist, nach irdischen Maßstäben

quasi unendlich verfügbar und die die Wirtschaft der Erde vollständig verändern würde: Asteroiden.

Ich bin Ronny, willkommen bei Raumzeit!

Asteroiden sind im Grunde nichts anderes als Brocken des gleichen Materials, aus dem terrestrische

Planeten wie Mars, Venus und Erde bestehen – sie schafften es allerdings nie – meist

gestört vom Gravitationseinfluss des Jupiters, sich zu einem Planeten zu vereinigen.

Es gibt aber einen wichtigen Unterschied.

Während bei der Bildung eines Planeten die schweren Elemente wie Eisen, Nickel, Gold

und Platin fast vollständig ins Innere absinken, sind sie in Asteroiden leicht zu erreichen.

Und wer sich jetzt fragt, warum wir dann trotzdem schwere Elemente in der Erdkruste finden – ein

Großteil davon gelangte mit Asteroideneinschlägen auf die Erde.

Asteroiden sind somit die wahren Quellen von Metallen.

Die NASA zählt allein im Umfeld der Erde etwa 14.000 Asteroiden, so genannte Near-Earth-Objects.

Die meisten finden sich natürlich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.

Dort soll es sage und schreibe 2 Millionen Asteroiden mit einer Größe von mehr als

1 Kilometer Durchmesser geben und ungezählte Millionen kleinere.

Insgesamt entspricht die Masse aller Asteroiden im Gürtel etwa 4-5 Prozent der Masse des

Monds.

Doch bereits die Near-Earth-Objects bieten ungekannte Potentiale.

Im Juli 2015 passierte 2011 UW 158

die Erde in einer Distanz von 2,4 Millionen Kilometern.

Dieser 300 Meter messende Brocken, so glaubte man zunächst, enthielt etwa 90 Millionen

Tonnen Platin.

90 Millionen Tonnen.

Man schätzte den Wert auf fast 5 Billionen Euro – mehr als 10-mal der Gesamtmarktwert

von Amazon.

Würde ich 100 Euro Scheine übereinanderlegen, dann würden 4,7 Billionen Euro einem Turm

entsprechen, der etwa 5,6 Millionen Kilometer hoch ist – etwa 15 Mal die Distanz von der

Erde zum Mond.

Die Planetary Resource Company – eine Firma, die Asteroidenbergbau zum Ziel hat und auf

die wir später noch zu sprechen kommen werden, schätzt, dass ein einzelner 500 Meter Asteroid

mehr als die Hälfte der globalen Vorkommen an Gold und Platin enthalten könnte.

Natürlich gilt bei der Suche nach Gold und Platin eine wichtige Einschränkung: Die ermittelten

Werte gehen von aktuellen Preisen für Platin aus – und die sind vor allem deshalb hoch,

weil es selten ist.

Die Macht von Asteroiden liegt in drei anderen Bereichen:

Zunächst bieten sie einen Überfluss an begehrten aber schwierig zu schürfenden Materialien

– insbesondere Seltene Erden, welche in jeglicher Form von moderner Technologie Verwendung

finden – zum Beispiel im Telefon oder Tablet, auf dem ihr dieses Video schaut.

Sie sind auch notwendig für Akkus und Batterien, fortgeschrittene Konstruktionsmaterialen und

viele weitere Anwendungsbereiche.

Auf der Erde könnten sie in 15 – 20 Jahren ausgehen.

Vielleicht war also der Name des Samsung Galaxy ein wenig prophetisch.

Zweitens sind Asteroiden geeignet für Konstruktionen außerhalb des Gravitationsfelds der Erde,

die sich mit dem Eisen, Nickel, Aluminium und Titan der Asteroiden hervorragend durchführen

lassen.

Ein Asteroid ist nicht sehr kompakt – aufgrund ihrer geringen Masse reicht ihre Gravitation

nicht aus, sie zu sehr festen Körpern zu machen.

Am ehesten kann man sich einen Asteroiden wie einen lose zusammenhaltenden Geröllhaufen

vorstellen.

Es ist daher sehr leicht, an das Material zu gelangen.

Die kaum vorhandene Gravitation erlaubt schnelle und simple Cargo-transporte vom Asteroiden

und gestaltet natürlich auch das Asteroiden-Hopping, das Bewegen der Bergbauausrüstung einfach.

Der dritte Vorteil von Asteroiden liegt in ihren reichen Wasservorkommen begründet.

Wasser gilt im Weltraum als eine der wichtigsten Ressourcen.

Das H2O-Molekül bietet uns Wasserstoff und Sauerstoff – und damit alles, was wir für

Raketentreibstoff brauchen.

Treibstoff, um es nochmal deutlich zu machen, den wir nicht zu horrenden Preisen von der

Erde ins All bringen müssen, sondern der dort auf uns wartet.

Werfen wir einen kurzen Blick auf die verschiedenen Typen von Asteroiden.

Der so genannte C-Typ ist kohlenstoffbasiert (im Englischen carbonaceous).

Das sind 75% aller bekannten Asteroiden und sie sind reich an organischen Molekülen und

Wasser sowie teils schwereren Elementen.

Ein tolles Beispiel ist 1903 LU – besser bekannt als 511 Davida.

Es ist der siebent-größte Asteroid im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.

Neben Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasser bietet er Eisen, Nickel, Cobalt, Stickstoff und seltene

Erden.

Der etwa 300 Kilometer durchmessende Koloss wird auf einen Gesamtwert von 13 Trillionen

Euro geschätzt – ohne Edelmetalle.

S-Typen sind silikatbasiert.

Sie stellen 17% der Asteroiden, essentiell handelt es sich hier um Steine mit hohen Anteilen

an Silizium und Magnesium und kleineren Mengen schwererer Elemente.

Der Rest sind Metallische Asteroiden – in der Regel sind dies die ehemaligen Kerne großer

Asteroiden, welche nach Kollisionen übrig blieben; hier gibt es vor allem Eisen, Nickel

und andere Metalle sowie seltene Erden.

Sie gelten damit als die lukrativsten Objekte im nahegelegenen Sonnensystem.

Wie läuft sowas aber genau ab?

Es gibt bereits mehrere Firmen, die sich aktiv mit Asteroidenbergbau beschäftigen.

Ein Beispiel.

Arkyd Astronautics wurde 2009 gegründet und gab 2012 seine Pläne bekannt, unter dem neuen

Namen Planetary Resources Asteroiden ausbeuten zu wollen.

Die Planetary Resources Company plant, zunächst mit Near Earth Objects zu arbeiten, insbesondere

mit Asteroiden, deren Orbit sie regelmäßig in die Nähe der Erde bringt.

Richtig – die Gefährlichen.

Es gibt verschiedene Konzepte, wie man vorgehen kann.

Eine Methode besteht darin, den Orbit des Asteroiden zu verändern.

Dies kann durch Gravitationstraktoren passieren oder auch aktive Triebwerke, welche mit dem

Wasser des Asteroiden selbst betrieben werden.

Der Orbit soll dann so beeinflusst werden, dass der Asteroid eine stabile Umlaufbahn

um die Erde oder den Mond einnimmt.

Die Vorteile liegen auf der Hand – die Schätze lägen damit stets greifbar in unserer unmittelbaren

Nachbarschaft.

Ob es Nachteile hat, einen 100 Millionen Tonnen Asteroiden zur Erde hinzulenken?

Eventuell - da rechnet man die Flugbahnen vorher besser zweimal nach.

Simpler ist vielleicht die Möglichkeit, Asteroiden mit einem Raum-Netz einzufangen, was einem

Schiff ermöglichen würde, problemlos anzudocken.

Keine aufwändige Veränderung des Orbits, allerdings muss die Bergbaueinheit vollständig

autonom arbeiten, da das nächste Rendesvous mit der Erde erst Jahre später anstehen wird.

Der Abbau von Asteroiden, die Millionen Kilometer von der Erde entfernt durch den Raum rasen

– das fühlt sich schon wieder sehr nach Science Fiction an.

Ist aber Realität.

Firmen wie die Planetary Resources Company oder Deep Space Industries vermelden regelmäßig

Fortschritte und sind üppig finanziert.

Der erste Billionär der Erde ist sehr wahrscheinlich schon am Leben.

Und vielleicht ist es ja unser Patron Raphel Roth, denn der hat sich dieses Thema gewünscht

– wir hoffen, es hat dir und allen anderen Zuschauern gefallen.

Wir freuen uns wie immer sehr über Kommentare – auch, ob ihr einen zweiten Teil wünscht,

der mehr auf die technischen Details eingeht, ein Like und einen Klick auf den Abo-Button.

Ein imperialer Gruß geht an unseren Galaktischen Overlord Rico Wittke!

In diesem Sinne danke fürs Zuschauen und: 42!

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