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Raumzeit - Vlog der Zukunft, All-Star Astronomen: Aristarch von Samos und sein heliozentrisches Weltbild

All-Star Astronomen: Aristarch von Samos und sein heliozentrisches Weltbild

Würden wir uns einen ganzen Tag lang draußen hinlegen und den Himmel beobachten, dann

würden wir drei Dinge feststellen: erstens: die Erde hat sich kein Stück bewegt, zweitens:

am Himmel hat sich so ziemlich alles bewegt und drittens: unser dämlicher Rücken tut

weh.

Diese simplen Beobachtungen brachten die Menschen dazu, die Erde als Zentrum des Kosmos zu sehen.

Alles strebte zu ihr – eben auch unser Rücken; sie war unbeweglich und der Mittelpunkt, um

den sich alles andere drehte.

Dies nennt man auch geozentrisches Weltbild.

So war dies dann auch die Meinung der großen griechischen Philosophen und Astronomen – Platon,

Aristoteles und Ptolemaios – sie alle sahen die Erde im Zentrum des Seins.

Alle?

Nicht alle.

Ein Mathematiker namens Aristarch von der Insel Samos stellte die Welt in Frage.

Willkommen bei Raumzeit.

Um Aristarchs Bedeutung zu verstehen, sehen

wir uns zunächst einige einflussreiche Vertreter des geozentrischen Weltbildes an.

Der berühmte Philosoph Platon beschrieb den Kosmos in einer Passage seines Buches

Die Republik.

Platon war nicht besonders an natürlichen Erklärungen interessiert.

Genaugenommen verachtete er Determinismus.

Platon suchte nach Idealen.

So stellte er seine Vorstellung des Kosmos als Teil eines Mythos vor.

In diesem Mythos entspricht das Universum einer Spindel, welche von der Göttin Ananke,

der Personifikation der Notwendigkeit, gehalten wird.

Die Schicksalsgöttinen, die drei Moiren, drehen die perfekten Kreise der Gestirne und

spinnen so das Schicksal der Sterblichen.

Die Erde ruht als Kugel auf der zentralen Achse der Spindel.

Fast richtig, Platon.

Platons Schüler Aristoteles war an einer realistischeren Darstellung interessiert.

Ihn störte, dass die Planeten offensichtlich nichts von Platons Idealvorstellung hielten.

So bewegte sich z.B. der Mars alle zwei Jahre für einige Zeit rückwärts, bevor er wieder

in seine normale Bahn von Westen nach Osten zurückkehrte.

Aristoteles erklärte dies mit einem Sphärenmodell – insgesamt mehr als 50 Sphären aus Äther

würden die Erde umkreisen.

Die Planeten wechselten in diesem Modell hin und wieder die Sphären.

Dies erkläre, so Aristoteles, die retrograde Bewegung des Planeten.

Ungefähr 50 Jahre später stellte Aristarch von Samos eine neue Theorie vor.

Sie revolutionierte – im wahrsten Sinne des Wortes – die klassische Annahme, dass

die Erde der Mittelpunkt des Kosmos sei.

Aristarch stellte die Sonne in das Zentrum seiner Kosmologie.

Die Erde, wie auch die anderen Planeten kreisten nach ihm um die Sonne.

Wir haben nur indirekte Überlieferungen von Aristarchs Ausführungen zum Sonnensystem.

Eine wesentliche Stelle findet sich in Archimedes Buch Der Sandrechner:

Aber Aristarch hat ein Buch herausgebracht, welches aus gewissen Hypothesen besteht, dass

das Universum viele Male größer ist als das Universum, das ich gerade nannte.

Seine Hypothesen sind, dass die Fixsterne und die Sonne unbeweglich verharren, dass

die Erde die Sonne umkreist auf der Bahn eines Kreises, wobei die Sonne im Zentrum der Umlaufbahn

liegt.

Aristarch ging noch weiter – er ordnete die Planeten richtig in ihrer Reihenfolge

von der Sonne.

Und wie vor ihm bereits Anaxagoras nahm er an, dass die Sterne im Grunde Sonnen seinen

– nur eben viel weiter entfernt.

So weit entfernt, dass wir ihre Bewegungen untereinander nicht mehr wahrnehmen könnten.

Damit ging er auf ein bekanntes Argument für den geozentrischen Ansatz ein – wäre die

Erde nicht im Zentrum des Kosmos, dann müssten die Sternbilder im Winter und im Sommer anders

aussehen.

Da die Erde an zwei entgegengesetzten Positionen ihres Orbits steht müsste es eine so genannte

Parallaxverschiebung unter den Sternen geben.

Aristarch lag mit seiner Annahme der großen Entfernung richtig – selbst die nächsten

Sterne sind derart weit von uns entfernt, dass das bloße Auge keinen Parallax erkennen

kann.

Erst 1838 sollte er mit modernen Messinstrumenten erfolgreich nachgewiesen werden.

Aristarch hat also eine mehr als beeindruckende Leistung vollbracht, die der damaligen Lehrmeinung

genauso widersprach wie den simplen Beobachtungen am Nachthimmel.

Regie – können wir Aristarch nochmal für einen Zwischenapplaus haben bitte?

Doch kaum jemand folgte Aristarchs Meinung.

Warum konnte er sich mit einem derart fortschrittlichen Ansatz nicht durchsetzen?

Dies liegt sicher an der Autorität, die Figuren wie Platon, Aristoteles und später Ptolemaios

beigemessen wurde.

So wurde das geozentrische Modell zum – auch von den Religionen – akzeptierten Standard

und die Erde blieb Mittelpunkt des Universums.

Es sollte über 1800 Jahre dauern bis Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler und Galileo Galilei

es erneut wagten, die Erde aus dem Zentrum zu verstoßen.

Doch dazu mehr in einer anderen Folge von Raumzeit.

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In diesem Sinne, danke fürs Zuschauen und 42!

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