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2020-7 Imported from YouTube, Der Marshall-Plan

Der Marshall-Plan

Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen viele Teile Europas in Trümmern.

Deutschland war das Zentrum harter Auseinandersetzungen zwischen Ost und

West um die politische Orientierung und Zukunft des Kontinents. Das Land war in

vier Besatzungszonen und Berlin in vier Sektoren aufgeteilt.

Im Januar 1947 wurden die amerikanische und die britische Besatzungszone als

Bizone vereinigt. Im Juni verständigten sich die USA, Großbritannien und Frankreich darauf,

ihre drei Besatzungszonen durch die Einführung einer neuen Währung

ökonomisch zu stärken. Aus Protest verhängte der Kreml eine

Wirtschaftsblockade über Westberlin. Die Briten und Amerikaner starteten daraufhin

eine massive Luftbrückenoperation um die Westsektoren der Stadt mit dem Nötigsten

zu versorgen. Militärisch wurde die Ueberlegenheit der

in Europa stationierten sowjetischen Kräfte durch das amerikanische

Atomwaffenmonopol ausgeglichen. Der Westen war aber über die

ideologische Kraft der UdSSR und über den wachsenden Einfluss in Griechenland

und der Türkei besorgt. US-Präsident Harry Truman startete im März 1947 eine

politische Gegenoffensive. Er informierte den US-Kongress, dass es

Amerikas Aufgabe sei "die freien Völker zu unterstützen" gegen "Versuche

der Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch Druck von außen".

Die begleitende Informationskampagne hatte zum Ziel den sowjetischen Einfluss

auf westeuropäische Parteien und Regierungen kulturell einzudämmen.

Im Juni 1947 skizzierte US- Außenminister George Marshall seinen Plan zur

Wiedererrichtung der europäischen Wirtschaft. Die Hilfe sollte in Form von

Lebensmitteln, Zuschüssen für den Kauf von Einrichtungen,

Verbesserung im Transportwesen, Investitionen und anderen geleistet werden.

Die im April 1948 angenommene Initiative wurde als Marshall-Plan oder

Programm zur Wiederaufbau der Wirtschaft in Europa bekannt. Die US- Regierung

beabsichtigte eine wirtschaftliche Erholung und politische Stabilisierung

in Europa einschließlich Großbritannien, Frankreich und Italien, die nach dem

Zweiten Weltkrieg in finanzielle Schwierigkeiten geraten waren.

Frankreich organisierte eine Konferenz um den Marshall-Plan zu diskutieren.

Eingeladen waren auch Vertreter mehrerer osteuropäischer Staaten, darunter auch

die UdSSR, Bulgarien, die Tschechoslowakei, Ungarn, Polen, Rumänien und Jugoslawien.

Der Kreml lehnte den Plan allerdings als "Eingriff in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten" ab.

Obwohl Polen und die Tschechoslowakei

das amerikanische angebot anfänglich begrüßt hatten, wurden diese beiden

Staaten, ebenso wie Albanien, Bulgarien, Jugoslawien, Rumänien, Ungarn und Finnland,

gezwungen die Hilfe der USA abzulehnen. Am 22. September 1947 legte das Komitee

für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa den Amerikanern den Entwurf eines

Wiederaufbauplans vor. Nach einigen Monaten der Diskussion

verabschiedete der US-Kongress am 2. April 1948 einen Kredit in Höhe

von 6,8 Milliarden Dollar für die ersten 15 Monate und versprach weitere Hilfszahlungen.

Die sowjetische Nachrichtenagentur TASS kommentierte:

Die Nutznießer des Programms seien den "amerikanischen

Imperialisten" erlegen. Letzterer würden die Welt in den

Untergang führen.

Die 16 europäischen Staaten, die sich an Marshalls Programm zum

Wiederaufbau Europas beteiligten, bildeten die Organisation für Europäische

Wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD). Während der mehr als vierjährigen

Unterstützung durch den Marshall-Plan erhielten diese Staaten 13,2 Milliarden

Dollar an amerikanischer Hilfe, teils in Form von Krediten. Im Ergebnis dieses

Wiederaufprogramms für Europa erreichte die Industrieproduktion 1952

in allen teilnehmenden Staaten mit Ausnahme des geteilten Deutschlands das Vorkriegsniveau.

Der Marshall-Plan trug spürbar zum Beginn des kalten Krieges

und der politischen Teilung Europas bei. Die Regierung der USA und des westlichen Europas kooperierten fortan wirtschaftlich und politisch eng

miteinander, so dass immer öfter von der Vereinigung Westeuropas gesprochen wurde.

Die Sowjetunion antworte mit der

Gründung des weniger effektiven Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) im östlichen Europa.

Im April 1949 wurde die amerikanisch-britische Zone zusammen mit

der französischen Besatzungszone in die Trizone umgewandelt. Im Mai 1949 hob die

UdSSR ihre Blockade Westberlins auf. Am 23. Mai 1949 wurde die

Bundesrepublik Deutschland gegründet. Am 7. Oktober 1949 folgte die Deutsche

Demokratische Republik, die von der Sozialistischen Einheitspartei

Deutschlands (SED) regiert wurde. Deutschland blieb bis zum Ende des

Kalten Krieges (1989/1990) ein geteiltes Land.

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