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Peterchens Mondfahrt, Peterchens Mondfahrt — Der Kampf mit dem Mondmann (2)

Peterchens Mondfahrt — Der Kampf mit dem Mondmann (2)

So fauchte er und zerrte dabei wütend an dem Baum, unter dem er festgeklemmt lag.

Furchtbar stark mußte er sein, denn wirklich bewegte sich der dicke Stamm

über ihm von seinem wütenden Rütteln so, daß Peterchen schnell zurücksprang.

Es war auch die höchste Zeit gewesen! Krick – krack! brachen ein paar Äste,

der Baum rollte schwerfällig herum, und der Mondmann kam frei.

Dicken Schaum hatte er vor Grimm an der Schnauze.

»Jetzt ist es mit eurer Frechheit vorbei! Jetzt hau' ich euch mit der Axt entzwei!

Jetzt stampfe ich euch zu Mus und Brei!«

So heulte er, griff nach seiner mächtigen, blanken Axt,

da ihm das Messer vom Sturmriesen zer- brochen worden war, und stürzte vorwärts...

Peterchen hob wieder sein Schwert,

aber im Augenblick hatte der Mondmann es ihm aus der Hand geschlagen.

Da rief Anneliese plötzlich ganz laut: »Sternchen – Sternchen – kommt herbei!«

Die Kinder wären ganz gewiß verloren gewesen, wenn Annelieschen nicht gerufen hätte,

denn Peterchen war im Augenblick so erschreckt, daß er nicht wußte, was er tun sollte.

Auf Annelieses hellen Ruf aber geschah jetzt das Wunderbarste:

Ein weißes Leuchten ging vom Himmel nieder, und neben den Kindern standen,

in einer Geschwindigkeit, die man nicht ausdenken kann,

ihre beiden Sternchen mit gegen den Mondmann hoch erhobenen Händen.

Blendendes Licht strahlte von diesen Händen gegen die weit aufgerissenen Augen des Unholdes,

als er eben die Kinder packen wollte.

Er stutzte, als sei er mit einem Hammer vor den Schädel geschlagen,

taumelte zurück, ließ die Axt fallen und fuhr sich mit beiden Händen an die Augen.

»Nanu – was ist das? – bin ich blind? Ich sehe nicht mehr, wo die Kröten sind!

Ich kann sie nicht finden – ich kann sie nicht sehen!«

keuchte er, tappte tolpatschig im Walde herum und stieß immerfort,

weil er vollkommen geblendet war, mit seinem dicken Kopf an die Bäume und Felsen.

»Au!« – brüllte er jedesmal und torkelte weiter.

»Hier müssen sie sein! – Dort müssen sie stehen!«

schnaufte er und lief – bums! – genau in der verkehrten Richtung

wieder gegen einen spitzen Felsen, daß ihm das Blut nur so herausspritzte.

Aber trotz allem rappelte er sich wieder hoch und lief wie ein Besessener weiter.

Schließlich hörten sie nur noch ganz fern, wie er schrie:

»Ich freß' euch mit Haut und Haaren, Gezücht! Ihr entgeht mir nicht – ihr entgeht mir nicht!«

Die Kinder waren so erstaunt, daß sie gar nichts sagen konnten;

sie schmiegten sich nur ganz dicht an ihre Sternchen und waren sehr froh.

Für einen Augenblick war es ganz still, dann beugten sich die Sternchen liebreich,

jedes über sein Kind, hauchten ihnen einen leisen Kuß ins Haar

und sagten mit ihren silberreinen Stimmchen:

»Macht schnell, macht schnell, verliert keine Zeit! Lebt wohl, der Tag ist nicht mehr weit!«

Fort waren sie, wie sie gekommen waren, und die Kinder blieben allein.

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