Rätseln über abgeschossenes Flugobjekt über Alaska 12.02.202
US-Präsident Biden gibt sich betont gelassen. Als Reporter ihn fragen, was er denn zum abgeschossenen Flugobjekt sagen kann, antwortet er mit einem Wort. Success. Erfolg.
Was genau da am Himmel über Alaska abgeschossen wurde, ist immer noch unklar. Auch, ob es einen Zusammenhang mit dem mutmaßlichen chinesischen Spionageballon von letzter Woche gibt. Klar ist aber, dieses Mal wurde das Objekt früher abgeschossen. Beim Ballon aus China hatte der Präsident die Freigabe zum Abschuss erst erteilt, als der Ballon einmal über das Festland hinweg geflogen und über dem Atlantik war. Das hatte für Kritik gesorgt. Biden war vorgeworfen worden, er sei zu zögerlich. Militärexperte James Marks beim Sender CNN.
In diesem Fall waren offenbar besser vorbereitet. Es wurden Lehren aus vergangenen Ereignissen einbezogen. Also haben das Pentagon und der Nationale Sicherheitsrat schneller gehandelt und eine Empfehlung ausgesprochen. Und der Präsident hat dann gesagt, klare Entscheidung.
Dazu dürfte beigetragen haben, dass das unbekannte Objekt deutlich niedriger geflogen ist als der Ballon letzte Woche und damit laut Regierung eine Bedrohung für Flugzeuge in der Region war.
Mehr Informationen zu dem Objekt, woher es kam und warum es in den US-Luftraum geflogen ist, erhofft sich die Regierung von der Auswertung der Trümmerteile. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, hat dazu gestern gesagt, Wir werden die Trümmerteile vermutlich einsammeln können. Das Objekt ist nicht nur in unserem Territorium, sondern auch über gefrorenem Wasser abgestürzt.
Die Bergungsarbeiten sollen noch laufen. Währenddessen wird über die politischen Konsequenzen diskutiert. Der Hintergrund des Vorfalls ist zwar noch völlig unklar. Trotzdem ist die republikanische Senatorin von Alaska, Lisa Murkowski, besorgt. Sie hat beim Sender NBC gesagt:
Es geht hier um eine Bedrohung unserer Souveränität. Wir müssen schnell handeln. Die erste Verteidigungslinie ist Alaska. Wenn etwas in den amerikanischen Luftraum eindringt, müssen wir eine klare Botschaft senden. Wir tolerieren das nicht. Punkt.
Auch einen Tag nach dem Abschuss sind immer noch mehr Fragen offen als beantwortet.
Arne Bartram, Washington.