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2021 Tagesschau, tagesthemen 28.05.2021, 21:45 Uhr - Russlands Präsident Putin verspricht belarusischem Präsidenten Lukaschenko Rückendec

tagesthemen 28.05.2021, 21:45 Uhr - Russlands Präsident Putin verspricht belarusischem Präsidenten Lukaschenko Rückendec

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen.

Herzlich willkommen zur Live- Untertitelung des NDR (28.05.2021)

Guten Abend.

Vielleicht würde es diese Bundestagswahl nie geben,

wenn er sich nach der letzten nicht eingemischt hätte.

Denn nach dem Platzen der Jamaika- Koalition sah es kurz danach aus,

als steuere Deutschland auf vorgezogene Neuwahlen zu.

Bis Bundespräsident Steinmeier

den Spitzen von Union und v.a. SPD ins Gewissen redete:

Sich doch noch zu einer GroKo zusammenzuraufen.

Brücken zu schlagen - das ist eine der Aufgaben des Staatsoberhaupts.

Steinmeier gefällt wohl sein Amt, denn er möchte darin bleiben:

Der 12. Bundespräsident der Bundesrepublik

will für eine zweite Amtszeit kandidieren.

Welche Chance er hat, hängt auch von der Bundestagswahl ab.

Sarah Frühauf.

Er wollte da sein,

initiierte einen Gedenktag für Pandemieopfer und ihre Angehörigen.

Steinmeier will bleiben,

für eine weitere Amtszeit als Bundespräsident kandidieren.

Er wolle weiter mithelfen, die Wunden der Pandemie zu heilen.

Wir haben in den letzten 15 Monaten erfahren,

wie verletzlich wir sind.

Aber wir haben noch etwas anderes erfahren.

Wenn es hart auf hart kommt,

sind wir auf andere angewiesen und andere auf uns.

Darauf, auf diese elementare Erfahrung

sollten wir unsere Zukunft bauen.

Steinmeiers Zukunft hängt auch ab vom Ausgang der Bundestagswahl.

Mir ist bewusst, dass die Parteien erst einmal

eine andere Wahl vor Augen haben - die Bundestagswahl.

Das ist gut und richtig so.

Aber zugleich möchte ich,

dass die Menschen wissen, wo ihr Bundespräsident steht.

Doch wie stehen die Parteien zu Steinmeier,

vor der Wahl des Bundespräsidenten?

Noch vor vier Jahren stimmte die Bundesversammlung deutlich für ihn.

Getragen von der GroKo, den Grünen und der FDP.

Für die schwache SPD wäre die erneute Wahl des SPD-Politikers ein Erfolg.

Die Union ist zu keiner Zusage bereit.

Nur so viel:

Es ist gut, dass der Bundespräsident durch seine Erklärung ermöglicht,

dass dieses Thema nicht in den Bundestagswahlkampf gezogen wird.

Wahlkampf mit dem Amt des Bundespräsidenten

sei auch nicht in ihrem Sinne, so die Grünen.

Ein Bekenntnis zu Steinmeier - auch von ihnen nicht.

Thema in der Partei war das Staatsamt aber schon.

Im Schloss Bellevue wäre es an der Zeit für eine Frau.

Und die anderen?

Auf die FDP kann Steinmeier wohl zählen, auf die Linke vielleicht,

auf die AfD keineswegs.

Deutschland braucht einen politischen Neuanfang

auch im Bundespräsidialamt.

Steinmeier ist ein Relikt der Ära Merkel.

Ob die Linke Steinmeier unterstützt,

werden wir zu gegebener Zeit entscheiden.

Bundespräsident Steinmeier

kann das Amt des Bundespräsidenten ausfüllen.

Wir haben Respekt vor seiner erneuten Kandidatur.

Ein Bundespräsident gebe nicht die politische Richtung vor,

sagt Steinmeier, das sei ihm bewusst.

Künftige Mehrheiten werden aber wohl seinen Weg bestimmen.

Bundespräsident Steinmeier will für eine zweite Amtszeit antreten.

Dazu die Meinung von Matthias Deiß.

Wer weist uns den Weg aus der Corona-Krise?

Wer führt die auseinanderdriftende Gesellschaft wieder zusammen?

Es sind die großen Fragen, wenn es darum geht:

Wer kann nach der Bundestagswahl als unser Staatsoberhaupt

ins Schloss Bellevue einziehen oder dort bleiben?

Die Wirklichkeit aber sieht anders aus, egal, wie man das finden mag.

Zentral ist:

Wer kriegt eine Mehrheit in der Bundesversammlung?

Eine kluge Strategie ist wichtig, wenn es um die Antwort darauf geht.

Steinmeiers wenig präsidiale Überrumplungstaktik ist eine solche,

ein politischer Schachzug:

Erkennbar darauf angelegt, in die Offensive zu gehen

und möglichen Gegenkandidaten den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Der Bundespräsident fürchtet, das Amt - "sein" Amt

könne Spielball der Koalitionsverhandlungen werden:

Ein Posten mehr, der zu verteilen ist im großen Poker ums Kanzleramt.

Für das Amt des Bundespräsidenten ist das unwürdig.

Doch die Wahrscheinlichkeit, dass es trotzdem so kommt,

ist ebenso wenig neu wie hoch.

Dass sich Union und Grüne erst nach der Wahl entscheiden wollen,

überrascht deshalb niemand, Steinmeier am allerwenigsten.

Er weiß, dass er verlieren kann.

Wir wissen seit heute:

Der sonst so vorsichtige Steinmeier geht voll ins Risiko,

will kämpfen - "wahlkämpfen".

Und dabei die großen Fragen stellen, um mit Antworten zu überzeugen.

Keine schlechte Strategie in einer Demokratie.

Die Meinung von Matthias Deiß.

In der Politik gibt es Untersuchungsausschüsse,

wenn Ungereimtheiten oder Skandalen auf den Grund gegangen wird.

In der katholischen Kirche gibt es die Apostolischen Visitatoren.

Zwei von ihnen schickt Papst Franziskus jetzt nach Köln.

Das Erzbistum von Kardinal Woelki soll unter die Lupe genommen werden.

Denn nach den dortigen Missbrauchs- Skandalen und zahllosen Kontroversen

um die Aufarbeitung derselben, kommt die Gemeinde nicht zur Ruhe.

Seit Monaten gibt es reihenweise Kirchenaustritte.

Die Visitatoren sollen schaffen,

was Kardinal Woelki offenbar nicht gelingt:

Durch Aufklärung den Unmut der Gläubigen zu besänftigen.

Julia von Cube.

Rote Karte für Kardinal Woelki.

Die zeigten ihm erneut Gläubige in seinem Bistum.

Woelki ist hier ein ungebetener Gast bei einer Firmungsfeier.

Das Vertrauen - stark erschüttert, mit weitreichenden Konsequenzen:

Papst Franziskus schaltet sich ein.

Er entsendet den schwedischen Kardinal Arborelius

und den niederländischen Bischof van den Hende zu einer "Visitation".

Sie sollen herausfinden:

Haben der Kardinal Woelki und andere Geistliche "Fehler" gemacht?

Der Blick durch die Visitation kann wertvolle Hinweise geben,

was bei der Aufarbeitung schiefgelaufen ist.

Und was noch zu tun ist.

Das größte deutsche Bistum ist durch die Missbrauchsfälle

und den Umgang damit in einer Krise.

Woelki wird Versagen bei der Aufklärung vorgeworfen,

weil er ein Gutachten zurückhielt.

Betroffenenverbände fordern schon lange Konsequenzen:

Gott sei Dank!

Die Reaktion kommt spät, aber endlich kommt sie.

Wir hoffen, dass die Visitation die Dinge endlich offenlegt.

Es hätte viel Schaden abgewandt werden können,

wenn Rom früher reagiert hätte, so Kritiker.

Sichtbarstes Zeichen der Unzufriedenheit:

Die vielen Kirchenaustritte.

Meine Hoffnung ist, dass es gelingt,

dass heilsame Kräfte wieder ans Werk kommen.

Dass es in dem Bistum gelingt, offen dem ins Auge zu schauen,

was den Missbrauch verursacht hat:

Unkontrollierte Macht, die verkappte Sexualmoral,

diese Männerbünde.

Die offizielle Überprüfung Woelkis:

Für Kirchenrechtler

ist die Entscheidung des Papstes bemerkenswert.

Das ist eine gelb-rote Karte, die ihm gezeigt wird.

Das macht man nur, wenn man den Eindruck hat,

dass ein Bischof eine Diözese nicht mehr leiten kann.

Das Vertrauen scheint also nicht nur an der Basis stark zu bröckeln.

Woelki fordert als Reaktion auf Roms Entscheidung:

Mehr Dialog.

Das ist nicht einfach, weil wir wie überall

eine starke Tendenz zur Polarisierung haben.

Dieses Gift,

dieses ausschließende Du oder Ich, müssen wir als Christen überwinden.

Welche Konsequenzen die Überprüfung haben wird, ist offen.

Historiker bezeichnen es

als den "ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts".

Deutsche Kolonialtruppen schlugen vor mehr als 100 Jahren

im damaligen Deutsch-Südwestafrika Aufstände der Herero,

der Nama und der Damara brutal nieder:

Zehntausende wurden getötet, in Ketten gelegt,

zur Zwangsarbeit missbraucht oder in die Wüste getrieben.

Nun hat die Bundesrepublik

diese Gräueltaten offiziell als das anerkannt, was sie waren:

Völkermord.

Und hat die Nachfahren der Opfer um Vergebung gebeten.

Michael Stocks.

Demonstration vor der deutschen Botschaft in Windhoek:

Politiker und Nachfahren der Herero und Nama

üben Kritik an der Einigung zwischen Deutschland und Namibia.

Sie seien bei den Verhandlungen nicht ausreichend einbezogen worden.

Schon seit 2015 nutzte das Außenministerium

den Begriff "Völkermord", gestand nun offiziell Deutschlands Schuld ein.

Dazu gehört, dass wir die Ereignisse der Kolonialzeit

im heutigen Namibia klar benennen:

Insbesondere die Gräueltaten aus der Zeit von 1904 bis 1908.

Wir bezeichnen heute diese Ereignisse auch offiziell als das,

was sie gewesen sind:

Ein Völkermord.

Wir bekennen uns damit auch zu unserer historischen Verantwortung.

Namibia war von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie.

Den Aufstand der Herero und Nama aus existenzieller Not

ließ Generalleutnant von Trotha brutal niederschlagen.

Zehntausende Tote - einige starben in den ersten Konzentrationslagern,

andere verdursteten auf der Flucht in die Wüste.

Historiker sprechen vom ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts.

CDU-Politiker Ruprecht Polenz leitete für Deutschland

die fast sechsjährigen Verhandlungen für eine Aussöhnung.

Mir liegt sehr am Herzen, dass wir diese Frage:

Was ist zwischen 1904 und 1908 passiert?

Welche Verbrechen hat Deutschland da begangen?

Dass wir die ins Bewusstsein wieder heben.

Damit wir zu einer Erinnerungskultur mit Namibia kommen können

und zu Versöhnungsprozessen.

Deutschland will als Genozid anerkennen,

was die kaiserlichen Truppen anrichteten.

In den nächsten 30 Jahren sollen 1,1 Mrd. Euro

in Wiederaufbau und Entwicklung investiert werden.

Der in Berlin lebende Herero-Aktivist Israel Kaunatjike

kritisiert die Einigung.

Deutschland versucht,

nicht das Wort Reparation in den Mund zu nehmen.

Die versuchen das als Ersatz für Entwicklungshilfe.

Und das ist für 30 Jahre.

Und 115 Jahre haben die Hereros in Armut gelebt.

Das ist Peanuts für uns.

Jedes Jahr erinnern Herero und Nama an die Ereignisse der Kolonialzeit.

Nun werfen sie der eigenen Regierung vor:

Sie habe sich zu einem Abkommen drängen lassen,

das dem erlittenen Leid und Unrecht in keinster Weise entspräche.

Darüber habe ich mit Joshua Kwesi Aikins gesprochen.

Er ist Politikwissenschaftler an der Universität Kassel

mit dem Forschungsschwerpunkt Postkoloniale Studien.

Er war aus Berlin zugeschaltet.

Guten Abend, Herr Aikins!

Deutschland erkennt den Völkermord an den Herero und Nama

als solchen offiziell an und bittet um Vergebung.

Wie beurteilen Sie diesen Schritt?

Dieser Schritt war überfällig.

Seit Jahrzehnten wird gefordert:

Deutschland muss den ersten Genozid des 19. Jh. umfänglich anerkennen.

Heiko Maas hat deutlich gemacht,

dass es kein Schlussstrich sein soll.

Das ist ein wichtiger Hinweis,

denn es gibt auch fundamentale Kritik an dem Versöhnungsabkommen.

Insbesondere von den Nachfahren der Betroffenen, Herero und Nama.

Sie sagen,

dass sie nicht angemessen in die Verhandlungen einbezogen wurden.

Das ist ein fatales Signal.

Dabei sollte es nicht bleiben.

Die kritische Beschäftigung muss weitergehen,

um zu anderen Lösungen zu kommen.

Diese Anerkennung kommt sehr spät.

Was sagt das aus

über unseren Umgang mit der Zeit des deutschen Kolonialismus?

Es ist bezeichnend für eine Kolonial-Amnesie in Deutschland.

Kolonialismus prägt die spätere deutsche Geschichte

und die Gegenwart in vielerlei Hinsicht.

Wir setzen uns aber zu wenig damit auseinander.

Es kommt in der Schule zu wenig vor,

in der Erinnerungspolitik noch weniger.

Und das, obwohl unser Alltag, die deutsche Geschichte,

gerade die NS-Geschichte, nicht ganz verstanden werden kann:

Ohne den Rückgriff auf die Geschehnisse in der Kolonialzeit.

Da ist noch einiges zu tun.

Hoffentlich ist es ein erster Schritt für eine tiefergehende,

kritischere Betrachtung dieses Teils der deutschen Geschichte.

Woran liegt das?

Wollen die Menschen nicht mehr wissen über diese Zeit?

Ich denke, eine tiefgreifende Beschäftigung mit dieser Geschichte

würde einiges zutage fördern.

Es wird auch deutlich in der Art, wie das Abkommen verfasst ist:

Es ist nach wie vor so, dass vermeidende Sprache drin ist.

Es wird davon gesprochen,

dass das Geschehen heute als Völkermord einzuschätzen wäre.

Das Wort Reparationen wird vermieden.

Es wird deutlich:

Bis hin zu Rechtsfolgen kann es Konsequenzen haben,

sich mit dieser Geschichte ehrlich auseinandersetzen.

Man muss das Selbstverständnis hier in Deutschland

teils auch hinterfragen.

Das ist nach wie vor unbequem.

Gerade wenn wir bedenken:

Diskussionen um Alltags- und strukturellen Rassismus

können auch nicht erfolgreich geführt werden,

solange man sich der Geschichte

und der Prägekraft des Kolonialrassismus' nicht stellt.

Das ist eine Aufgabe, die zum Großteil noch vor uns liegt.

Sie sprechen den Alltagsrassismus an:

Können wir hier

aus den Erfahrungen mit unserer Kolonialgeschichte lernen?

Wie wirkt sich die bis heute fort?

Es ist zentral, daraus zu lernen.

In die Vergangenheit zu schauen und zu verstehen,

wie zur Kolonialzeit rassistische Ideen geprägt wurden.

Wie rassistische Wissenschaft, auch in Namibia, dazu beigetragen hat,

dass im Nationalsozialismus Gräuel verübt wurden.

Die wurden mit diesem kolonialen Wissen auch gerechtfertigt.

Es gibt auch personelle Kontinuitäten

zwischen der Kolonialzeit und dem NS-Staat und darüber hinaus.

Deswegen ist es wichtig,

dass man ehrlich und selbstkritisch draufschaut.

Es berührt viele Lebensbereiche.

Vom Alltag über die Art, wie wir heute wirtschaften,

bis zum Staatsbürgerschaftsrecht.

Darin ist bis heute ein gewisser kolonialer Überhang drin

aufgrund der Geschichte mit Namibia.

Es ging damals darum, "Mischehen" verhindern zu wollen.

Die Idee, dass deutsches Blut in der Staatsbürgerschaft

auf eine bestimmte Weise eine Rolle spielt, das begleitet uns bis heute.

Es gibt viele Bereiche im Alltag, in der Politik, im Wirtschaften,

die betrachtet werden müssen.

Auch dieses Abkommen ist nicht umfänglich gelungen.

Daher auch die Kritik.

Die Hoffnung ist,

dass wir das zum Anlass nehmen, hier genau hinzuschauen.

Und noch Schritte weiterzugehen.

Herr Aikins, danke für Ihre Einschätzungen.

Danke.

Lange hatte der belarusische Diktator Lukaschenko laviert:

Mal der EU zugetan, mal Russland, so wie es ihm am meisten nützte.

Aber nach der Niederschlagung der Proteste im Land,

der erzwungenen Flugzeuglandung und der Festnahme des Bloggers:

Die EU hat vorerst einen Strich gezogen.

So bleibt dem in Europa isolierten Land

nur die Ausrichtung zum alten Bruderstaat.

Zwar ist das Verhältnis zwischen den Präsidenten nicht ungetrübt.

Lukaschenko und Putin sollen sich nicht ausstehen können.

Und doch ist der eine für den anderen jetzt wichtiger denn je.

Ina Ruck und Demian von Osten über deren Treffen in Sotschi.

Ein Köfferchen hat Lukaschenko dabei,

mit Unterlagen, die er Putin zeigen will.

Ich zeige Ihnen, wie es wirklich war mit der Ryanair.

Das war ein Versuch, aufzuwiegeln.

Die wollten eine Situation wie letzten Sommer.

"Die", das ist der Westen.

Lukaschenko setzt auf ein gemeinsames Feindbild.

Und Putin lobt, wie eng man doch zusammengerückt sei.

Russland, das ist das Signal, dieser Bilder,

steht fest zu Lukaschenko.

In Minsk sind die ersten neuen EU-Sanktionen schon spürbar.

Erstaunlicherweise setzen hier manche gerade in die Sanktionen Hoffnung.

Wir leiden darunter, natürlich, aber die Sanktionen sind richtig.

Man muss uns helfen, die Willkür zu stoppen.

Sie fragen mich, wer die Schuld trägt?

Das wissen Sie selbst genau!

Wenn ich es sage, lande ich da, wo alle sind, die die Wahrheit sagen.

Da, wo auch Aleksandras Mutter jetzt ist: in Haft.

Seit fünf Monaten hat Aleksandra sie nicht gesehen.

Täglich darf sie ein paar Lebensmittel am Gefängnistor abgeben,

alles verpackt in Klarsichttüten.

Denn das Essen dort, sagt sie, vertrage ihre Mutter nicht.

Da gibt's so ein Gericht, das nennen sie das Fischgrab.

So eine Fischmasse, aus der Gräten und Wirbelsäulen und Köpfe ragen,

ein Teller für alle in der Zelle.

Ihre Mutter leitet den Minsker Presseklub.

Sie soll Steuern hinterzogen haben,

aber das sei ein Vorwand, sagt Aleksandra.

Sie wollten keine kritischen Medien.

Das war so eine Euphorie im Sommer.

Ich hab die Hunderttausenden von Belarusen gesehen,

und ich weiß, sie sind noch da.

Aber wir verstehen jetzt: Es ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

Wir müssen lernen, unsere Kraft einzuteilen.

Bei der Zwangslandung der Ryanair in Minsk

wurde eine russische Staatsbürgerin festgenommen, Sofia Sapega.

In einem in der Haft aufgenommenen angeblichen Videogeständnis

sei sie kaum wiederzuerkennen, sagen die, die sie kennen.

Meine Tochter ist in einem KGB-Gefängnis in Minsk.

Ich bitte die ganze Welt: Helft, dass mein Mädchen wieder freikommt!

Es gibt viele dieser Schicksale in Belarus,

viele verzweifelte Familien.

Die meisten hoffen wohl eher

auf Hilfe aus dem Westen als aus Russland.

Demian von Osten in Minsk:

Putin und Lukaschenko sind nicht die besten Freunde.

Das Verhältnis zwischen den Ländern ist oft schwierig.

Wird sich das jetzt ändern,

da nur Russland noch dem Regime in Belarus den Rücken stärkt?

Ich glaube, enge Freunde werden sie nicht mehr.

Ich frage mich manchmal, was Putins denkt, wenn er mit dem Fuß wippt

und einer etwas länglichen Rede Lukaschenkos zuhört.

Lukaschenko ist Bittsteller und muss Putin überzeugen,

dass er weiter an seiner Seite steht und auch ihm den Rücken stärkt.

Belarus und Russland haben jeweils eigene Interessen.

Belarus darf nicht aus dem eigenen Einflussgebiet entweichen.

Es wäre auch ein schlechtes Signal, wenn die friedlichen Massenproteste

dazu führen, dass es einen Regimewechsel gibt in Belarus.

Es wäre ein schlechtes Signal für Russland.

Dort erlebt man ja auch Proteste größeren und kleineren Ausmaßes.

Was heißt das für die Situation in Belarus?

Dort ließ Lukaschenko Proteste niederknüppeln

und bekämpft jede Opposition, wo er nur kann.

Für die Menschen heißt das, eine weitere Phase der Unsicherheit.

Es ist nicht klar, wie es weitergeht.

Es gibt weitere Repressionen.

Vor allem gegen Journalisten, Menschenrechtler und alle,

die sich irgendwie für die Opposition engagieren.

Hinzu kommen die EU-Sanktionen, die ausgeweitet werden.

Die werden das Land wirtschaftlich treffen.

Das wird die Menschen hier beschäftigen.

Experten sagen,

sehr viel hängt von einem weiteren Gipfeltreffen ab.

Das Treffen zwischen Putin und Biden im Juni.

In der EU bekam heute

der erste Corona-Impfstoff für Kinder und Jugendliche grünes Licht.

Weitere Nachrichten mit Constantin Schreiber.

Die Arzneimittelbehörde EMA gab am Nachmittag die Empfehlung ab,

das Biontech-Vakzin in der EU ab zwölf Jahren zuzulassen.

Die EU-Kommission folgt der Beurteilung in der Regel.

Studien hätten gezeigt, dass die Anwendung sicher sei.

Zugleich wiesen sie darauf hin, dass es noch keine Datengrundlage gebe,

um seltene Nebenwirkungen zu erkennen.

Deutschland will Südafrika finanziell

beim Aufbau einer Corona- Impfstoffproduktion unterstützen.

Dafür sagte Gesundheitsminister Spahn

heute bei Besuchen in Johannesburg bis zu 50 Mio. Euro zu.

Auch Frankreichs Präsident Macron kündigte Hilfen an.

Im Gegensatz zu Deutschland will er, falls nötig,

auch den Patentschutz für Impfstoffe vorübergehend aussetzen.

Die Republikaner im US-Senat haben die Bildung eines Ausschusses

zur Aufklärung der Ausschreitungen vom 6. Januar blockiert.

Das Gremium sollte die Erstürmung des Kapitols untersuchen

und gleichermaßen aus Demokraten und Republikanern besetzt werden.

Ex-US-Präsident Trump hatte die Republikaner aufgerufen,

gegen den Untersuchungsausschuss zu stimmen.

Ihm wird die Hauptverantwortung für die Eskalation zugeschrieben.

Die Leipziger Buchmesse wurde zum zweiten Mal pandemiebedingt abgesagt.

Die Jury verlieh daher

die Literaturpreise in einer digitalen Veranstaltung.

Alle Nominierten waren per Livestream zugeschaltet.

In der Kategorie Belletristik

gewann Iris Hanika mit ihrem Roman "Echos Kammern".

Sie erhält mit der Auszeichnung ein Preisgeld von 15.000 Euro.

Die Ethnologin Heike Behrend wurde mit dem Sachbuchpreis geehrt.

Der Übersetzerpreis ging an Timea Tanko.

Durch verwunschene Wälder kann man streifen, um Stille zu finden -

weit weg vom Krach.

Oder man schließt dort die Augen, hört genau hin und versucht sogar,

der Natur ihre Geräusche zu entreißen:

Das Knacken der Äste, die Schritte im Unterholz,

das Surren der Fliegen.

Solche Waldmusik sammelt die Sängerin Alexandra Cumfe.

Sie verwandelt sie in Elektropop.

"Her Tree", ihr Baum, heißt ihr Musikprojekt,

heute ist ihr Album erschienen.

Andreas Krieger begleitete sie bei der Tonspuren-Suche.

* Summen * Im Reservoir unerschöpflicher Klänge.

* Zirpen *

* Zirpen *

Alexandra Cumfe sammelt Geräusche.

Sie macht daraus wundersamen Elektropop ...

♪ Gesang ♪

... ausschließlich aus dem, was der Wald zu bieten hat.

Ich versuche, eine Bassdrum aufzunehmen.

Das mach ich mal hier beim Moos.

Im Moorwald von Nantesbuch südlich von München.

Perfekt.

Sie klopft die Natur ab, bis sie die Musik freigibt.

Diese Geräusche werden im Studio zerlegt und neu zusammengebaut.

* Rhythmisches Klopfen * (lacht)

Irgendwann wird er zur Bassdrum oder * helle Schläge * zur Hi-Hat.

Das ist wie mit 'nem ... Mikroskop auf die Landschaft gehen, ranzoomen,

und die Sounds am Computer noch mal größer machen.

Wanderungen an der Grenze zur Wahrnehmung.

* Leises Knistern und Tropfen *

Man muss genau hinhören.

* Leises Knistern und Tropfen * Man hört's. Blubb.

Blubberwahnsinn: * Vielfaches Blubbern *

Aus einer Fliege kann ein Monsterbass werden.

Aus Vögeln ein Klavier.

* Helles Knacken *

♪ Wieder zu laut ♪

* Helles Knacken *

Sie komponiert im Schichtkuchenprinzip.

Das ist die * Klopfen * Hand auf Moos.

Dazu * Knacken * die Äste.

* Rhythmische Anordnung der Klänge *

Blubbern ...

♪ Langsamer Gesang ♪

Der Wald ist der einzige Ort,

an dem Stillstand und Fortbewegung gleichzeitig ist.

"Her Tree" ist Bildhauerei im Ohr.

Eine Feier des Unscheinbaren.

Und wir feiern, dass das Wetter wärmer wird, oder?

Stimmt und seit Tagen versuche ich, mit den Trends zu zeigen:

Es wird stabil.

Ohne große Schwankungen.

Die Temperaturen gehen nach oben.

Wir schauen nach Magdeburg.

Der erste Run passiert am Wochenende.

Da sind wir oberhalb von 20 Grad.

Wenn der Juni losgeht, erklimmen wir die nächste Hürde.

Da packen wir womöglich die 25 Grad.

Sonnenschein ist ein Thema.

Wir hatten nicht viel davon.

Hier sieht man:

Morgen von Ostfriesland bis zum Erzgebirge

wird es es ein paar Einschränkungen geben.

Am Sonntag wird es sehr schön.

Das ist das Maximum für diese Jahreszeit.

Im Moment sind ein paar Schauer unterwegs.

Das hört in der Nacht auf.

Morgen Vormittag gibt es im Osten ein paar Schauer.

Sonst viel Sonne.

Sonntag und Montag viel Sonne.

Und ich verrat's vorab: am Dienstag 25 Grad.

Das waren die tagesthemen.

Hier folgt ein Polizeiruf mit Matthias Brandt.

Wir sind morgen wieder für Sie da.

Tschüss und bleiben Sie zuversichtlich.

Copyright Untertitel: NDR 2021


tagesthemen 28.05.2021, 21:45 Uhr - Russlands Präsident Putin verspricht belarusischem Präsidenten Lukaschenko Rückendec tagesthemen 28.05.2021, 21:45 Uhr - Russian President Putin promises Belarusian President Lukashenko back dec tagesthemen 28.05.2021, 21:45 - ロシアのプーチン大統領、ベラルーシのルカシェンコ大統領の支援を約束 tagesthemen 28.05.2021, 21:45 - O presidente russo Putin promete apoiar o presidente bielorrusso Lukashenko tagesthemen 28.05.2021, 21:45 - Rusya Devlet Başkanı Putin, Belarus Devlet Başkanı Lukaşenko'ya destek sözü verdi

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen.

Herzlich willkommen zur Live- Untertitelung des NDR (28.05.2021)

Guten Abend.

Vielleicht würde es diese Bundestagswahl nie geben,

wenn er sich nach der letzten nicht eingemischt hätte.

Denn nach dem Platzen der Jamaika- Koalition sah es kurz danach aus,

als steuere Deutschland auf vorgezogene Neuwahlen zu.

Bis Bundespräsident Steinmeier

den Spitzen von Union und v.a. SPD ins Gewissen redete:

Sich doch noch zu einer GroKo zusammenzuraufen.

Brücken zu schlagen - das ist eine der Aufgaben des Staatsoberhaupts.

Steinmeier gefällt wohl sein Amt, denn er möchte darin bleiben:

Der 12. Bundespräsident der Bundesrepublik

will für eine zweite Amtszeit kandidieren.

Welche Chance er hat, hängt auch von der Bundestagswahl ab.

Sarah Frühauf.

Er wollte da sein,

initiierte einen Gedenktag für Pandemieopfer und ihre Angehörigen.

Steinmeier will bleiben,

für eine weitere Amtszeit als Bundespräsident kandidieren.

Er wolle weiter mithelfen, die Wunden der Pandemie zu heilen.

Wir haben in den letzten 15 Monaten erfahren,

wie verletzlich wir sind.

Aber wir haben noch etwas anderes erfahren.

Wenn es hart auf hart kommt,

sind wir auf andere angewiesen und andere auf uns.

Darauf, auf diese elementare Erfahrung

sollten wir unsere Zukunft bauen.

Steinmeiers Zukunft hängt auch ab vom Ausgang der Bundestagswahl.

Mir ist bewusst, dass die Parteien erst einmal

eine andere Wahl vor Augen haben - die Bundestagswahl.

Das ist gut und richtig so.

Aber zugleich möchte ich,

dass die Menschen wissen, wo ihr Bundespräsident steht.

Doch wie stehen die Parteien zu Steinmeier,

vor der Wahl des Bundespräsidenten?

Noch vor vier Jahren stimmte die Bundesversammlung deutlich für ihn.

Getragen von der GroKo, den Grünen und der FDP.

Für die schwache SPD wäre die erneute Wahl des SPD-Politikers ein Erfolg.

Die Union ist zu keiner Zusage bereit.

Nur so viel:

Es ist gut, dass der Bundespräsident durch seine Erklärung ermöglicht,

dass dieses Thema nicht in den Bundestagswahlkampf gezogen wird.

Wahlkampf mit dem Amt des Bundespräsidenten

sei auch nicht in ihrem Sinne, so die Grünen.

Ein Bekenntnis zu Steinmeier - auch von ihnen nicht.

Thema in der Partei war das Staatsamt aber schon.

Im Schloss Bellevue wäre es an der Zeit für eine Frau.

Und die anderen?

Auf die FDP kann Steinmeier wohl zählen, auf die Linke vielleicht,

auf die AfD keineswegs.

Deutschland braucht einen politischen Neuanfang

auch im Bundespräsidialamt.

Steinmeier ist ein Relikt der Ära Merkel.

Ob die Linke Steinmeier unterstützt,

werden wir zu gegebener Zeit entscheiden.

Bundespräsident Steinmeier

kann das Amt des Bundespräsidenten ausfüllen.

Wir haben Respekt vor seiner erneuten Kandidatur.

Ein Bundespräsident gebe nicht die politische Richtung vor,

sagt Steinmeier, das sei ihm bewusst.

Künftige Mehrheiten werden aber wohl seinen Weg bestimmen.

Bundespräsident Steinmeier will für eine zweite Amtszeit antreten.

Dazu die Meinung von Matthias Deiß.

Wer weist uns den Weg aus der Corona-Krise?

Wer führt die auseinanderdriftende Gesellschaft wieder zusammen?

Es sind die großen Fragen, wenn es darum geht:

Wer kann nach der Bundestagswahl als unser Staatsoberhaupt

ins Schloss Bellevue einziehen oder dort bleiben?

Die Wirklichkeit aber sieht anders aus, egal, wie man das finden mag.

Zentral ist:

Wer kriegt eine Mehrheit in der Bundesversammlung?

Eine kluge Strategie ist wichtig, wenn es um die Antwort darauf geht.

Steinmeiers wenig präsidiale Überrumplungstaktik ist eine solche,

ein politischer Schachzug:

Erkennbar darauf angelegt, in die Offensive zu gehen

und möglichen Gegenkandidaten den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Der Bundespräsident fürchtet, das Amt - "sein" Amt

könne Spielball der Koalitionsverhandlungen werden:

Ein Posten mehr, der zu verteilen ist im großen Poker ums Kanzleramt.

Für das Amt des Bundespräsidenten ist das unwürdig.

Doch die Wahrscheinlichkeit, dass es trotzdem so kommt,

ist ebenso wenig neu wie hoch.

Dass sich Union und Grüne erst nach der Wahl entscheiden wollen,

überrascht deshalb niemand, Steinmeier am allerwenigsten.

Er weiß, dass er verlieren kann.

Wir wissen seit heute:

Der sonst so vorsichtige Steinmeier geht voll ins Risiko,

will kämpfen - "wahlkämpfen".

Und dabei die großen Fragen stellen, um mit Antworten zu überzeugen.

Keine schlechte Strategie in einer Demokratie.

Die Meinung von Matthias Deiß.

In der Politik gibt es Untersuchungsausschüsse,

wenn Ungereimtheiten oder Skandalen auf den Grund gegangen wird.

In der katholischen Kirche gibt es die Apostolischen Visitatoren.

Zwei von ihnen schickt Papst Franziskus jetzt nach Köln.

Das Erzbistum von Kardinal Woelki soll unter die Lupe genommen werden.

Denn nach den dortigen Missbrauchs- Skandalen und zahllosen Kontroversen

um die Aufarbeitung derselben, kommt die Gemeinde nicht zur Ruhe.

Seit Monaten gibt es reihenweise Kirchenaustritte.

Die Visitatoren sollen schaffen,

was Kardinal Woelki offenbar nicht gelingt:

Durch Aufklärung den Unmut der Gläubigen zu besänftigen.

Julia von Cube.

Rote Karte für Kardinal Woelki.

Die zeigten ihm erneut Gläubige in seinem Bistum.

Woelki ist hier ein ungebetener Gast bei einer Firmungsfeier.

Das Vertrauen - stark erschüttert, mit weitreichenden Konsequenzen:

Papst Franziskus schaltet sich ein.

Er entsendet den schwedischen Kardinal Arborelius

und den niederländischen Bischof van den Hende zu einer "Visitation".

Sie sollen herausfinden:

Haben der Kardinal Woelki und andere Geistliche "Fehler" gemacht?

Der Blick durch die Visitation kann wertvolle Hinweise geben,

was bei der Aufarbeitung schiefgelaufen ist.

Und was noch zu tun ist.

Das größte deutsche Bistum ist durch die Missbrauchsfälle

und den Umgang damit in einer Krise.

Woelki wird Versagen bei der Aufklärung vorgeworfen,

weil er ein Gutachten zurückhielt.

Betroffenenverbände fordern schon lange Konsequenzen:

Gott sei Dank!

Die Reaktion kommt spät, aber endlich kommt sie.

Wir hoffen, dass die Visitation die Dinge endlich offenlegt.

Es hätte viel Schaden abgewandt werden können,

wenn Rom früher reagiert hätte, so Kritiker.

Sichtbarstes Zeichen der Unzufriedenheit:

Die vielen Kirchenaustritte.

Meine Hoffnung ist, dass es gelingt,

dass heilsame Kräfte wieder ans Werk kommen.

Dass es in dem Bistum gelingt, offen dem ins Auge zu schauen,

was den Missbrauch verursacht hat:

Unkontrollierte Macht, die verkappte Sexualmoral,

diese Männerbünde.

Die offizielle Überprüfung Woelkis:

Für Kirchenrechtler

ist die Entscheidung des Papstes bemerkenswert.

Das ist eine gelb-rote Karte, die ihm gezeigt wird.

Das macht man nur, wenn man den Eindruck hat,

dass ein Bischof eine Diözese nicht mehr leiten kann.

Das Vertrauen scheint also nicht nur an der Basis stark zu bröckeln.

Woelki fordert als Reaktion auf Roms Entscheidung:

Mehr Dialog.

Das ist nicht einfach, weil wir wie überall

eine starke Tendenz zur Polarisierung haben.

Dieses Gift,

dieses ausschließende Du oder Ich, müssen wir als Christen überwinden.

Welche Konsequenzen die Überprüfung haben wird, ist offen.

Historiker bezeichnen es

als den "ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts".

Deutsche Kolonialtruppen schlugen vor mehr als 100 Jahren

im damaligen Deutsch-Südwestafrika Aufstände der Herero,

der Nama und der Damara brutal nieder:

Zehntausende wurden getötet, in Ketten gelegt,

zur Zwangsarbeit missbraucht oder in die Wüste getrieben.

Nun hat die Bundesrepublik

diese Gräueltaten offiziell als das anerkannt, was sie waren:

Völkermord.

Und hat die Nachfahren der Opfer um Vergebung gebeten.

Michael Stocks.

Demonstration vor der deutschen Botschaft in Windhoek:

Politiker und Nachfahren der Herero und Nama

üben Kritik an der Einigung zwischen Deutschland und Namibia.

Sie seien bei den Verhandlungen nicht ausreichend einbezogen worden.

Schon seit 2015 nutzte das Außenministerium

den Begriff "Völkermord", gestand nun offiziell Deutschlands Schuld ein.

Dazu gehört, dass wir die Ereignisse der Kolonialzeit

im heutigen Namibia klar benennen:

Insbesondere die Gräueltaten aus der Zeit von 1904 bis 1908.

Wir bezeichnen heute diese Ereignisse auch offiziell als das,

was sie gewesen sind:

Ein Völkermord.

Wir bekennen uns damit auch zu unserer historischen Verantwortung.

Namibia war von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie.

Den Aufstand der Herero und Nama aus existenzieller Not

ließ Generalleutnant von Trotha brutal niederschlagen.

Zehntausende Tote - einige starben in den ersten Konzentrationslagern,

andere verdursteten auf der Flucht in die Wüste.

Historiker sprechen vom ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts.

CDU-Politiker Ruprecht Polenz leitete für Deutschland

die fast sechsjährigen Verhandlungen für eine Aussöhnung.

Mir liegt sehr am Herzen, dass wir diese Frage:

Was ist zwischen 1904 und 1908 passiert?

Welche Verbrechen hat Deutschland da begangen?

Dass wir die ins Bewusstsein wieder heben.

Damit wir zu einer Erinnerungskultur mit Namibia kommen können

und zu Versöhnungsprozessen.

Deutschland will als Genozid anerkennen,

was die kaiserlichen Truppen anrichteten.

In den nächsten 30 Jahren sollen 1,1 Mrd. Euro

in Wiederaufbau und Entwicklung investiert werden.

Der in Berlin lebende Herero-Aktivist Israel Kaunatjike

kritisiert die Einigung.

Deutschland versucht,

nicht das Wort Reparation in den Mund zu nehmen.

Die versuchen das als Ersatz für Entwicklungshilfe.

Und das ist für 30 Jahre.

Und 115 Jahre haben die Hereros in Armut gelebt.

Das ist Peanuts für uns.

Jedes Jahr erinnern Herero und Nama an die Ereignisse der Kolonialzeit.

Nun werfen sie der eigenen Regierung vor:

Sie habe sich zu einem Abkommen drängen lassen,

das dem erlittenen Leid und Unrecht in keinster Weise entspräche.

Darüber habe ich mit Joshua Kwesi Aikins gesprochen.

Er ist Politikwissenschaftler an der Universität Kassel

mit dem Forschungsschwerpunkt Postkoloniale Studien.

Er war aus Berlin zugeschaltet.

Guten Abend, Herr Aikins!

Deutschland erkennt den Völkermord an den Herero und Nama

als solchen offiziell an und bittet um Vergebung.

Wie beurteilen Sie diesen Schritt?

Dieser Schritt war überfällig.

Seit Jahrzehnten wird gefordert:

Deutschland muss den ersten Genozid des 19. Jh. umfänglich anerkennen.

Heiko Maas hat deutlich gemacht,

dass es kein Schlussstrich sein soll.

Das ist ein wichtiger Hinweis,

denn es gibt auch fundamentale Kritik an dem Versöhnungsabkommen.

Insbesondere von den Nachfahren der Betroffenen, Herero und Nama.

Sie sagen,

dass sie nicht angemessen in die Verhandlungen einbezogen wurden.

Das ist ein fatales Signal.

Dabei sollte es nicht bleiben.

Die kritische Beschäftigung muss weitergehen,

um zu anderen Lösungen zu kommen.

Diese Anerkennung kommt sehr spät.

Was sagt das aus

über unseren Umgang mit der Zeit des deutschen Kolonialismus?

Es ist bezeichnend für eine Kolonial-Amnesie in Deutschland.

Kolonialismus prägt die spätere deutsche Geschichte

und die Gegenwart in vielerlei Hinsicht.

Wir setzen uns aber zu wenig damit auseinander.

Es kommt in der Schule zu wenig vor,

in der Erinnerungspolitik noch weniger.

Und das, obwohl unser Alltag, die deutsche Geschichte,

gerade die NS-Geschichte, nicht ganz verstanden werden kann:

Ohne den Rückgriff auf die Geschehnisse in der Kolonialzeit.

Da ist noch einiges zu tun.

Hoffentlich ist es ein erster Schritt für eine tiefergehende,

kritischere Betrachtung dieses Teils der deutschen Geschichte.

Woran liegt das?

Wollen die Menschen nicht mehr wissen über diese Zeit?

Ich denke, eine tiefgreifende Beschäftigung mit dieser Geschichte

würde einiges zutage fördern.

Es wird auch deutlich in der Art, wie das Abkommen verfasst ist:

Es ist nach wie vor so, dass vermeidende Sprache drin ist.

Es wird davon gesprochen,

dass das Geschehen heute als Völkermord einzuschätzen wäre.

Das Wort Reparationen wird vermieden.

Es wird deutlich:

Bis hin zu Rechtsfolgen kann es Konsequenzen haben,

sich mit dieser Geschichte ehrlich auseinandersetzen.

Man muss das Selbstverständnis hier in Deutschland

teils auch hinterfragen.

Das ist nach wie vor unbequem.

Gerade wenn wir bedenken:

Diskussionen um Alltags- und strukturellen Rassismus

können auch nicht erfolgreich geführt werden,

solange man sich der Geschichte

und der Prägekraft des Kolonialrassismus' nicht stellt.

Das ist eine Aufgabe, die zum Großteil noch vor uns liegt.

Sie sprechen den Alltagsrassismus an:

Können wir hier

aus den Erfahrungen mit unserer Kolonialgeschichte lernen?

Wie wirkt sich die bis heute fort?

Es ist zentral, daraus zu lernen.

In die Vergangenheit zu schauen und zu verstehen,

wie zur Kolonialzeit rassistische Ideen geprägt wurden.

Wie rassistische Wissenschaft, auch in Namibia, dazu beigetragen hat,

dass im Nationalsozialismus Gräuel verübt wurden.

Die wurden mit diesem kolonialen Wissen auch gerechtfertigt.

Es gibt auch personelle Kontinuitäten

zwischen der Kolonialzeit und dem NS-Staat und darüber hinaus.

Deswegen ist es wichtig,

dass man ehrlich und selbstkritisch draufschaut.

Es berührt viele Lebensbereiche.

Vom Alltag über die Art, wie wir heute wirtschaften,

bis zum Staatsbürgerschaftsrecht.

Darin ist bis heute ein gewisser kolonialer Überhang drin

aufgrund der Geschichte mit Namibia.

Es ging damals darum, "Mischehen" verhindern zu wollen.

Die Idee, dass deutsches Blut in der Staatsbürgerschaft

auf eine bestimmte Weise eine Rolle spielt, das begleitet uns bis heute.

Es gibt viele Bereiche im Alltag, in der Politik, im Wirtschaften,

die betrachtet werden müssen.

Auch dieses Abkommen ist nicht umfänglich gelungen.

Daher auch die Kritik.

Die Hoffnung ist,

dass wir das zum Anlass nehmen, hier genau hinzuschauen.

Und noch Schritte weiterzugehen.

Herr Aikins, danke für Ihre Einschätzungen.

Danke.

Lange hatte der belarusische Diktator Lukaschenko laviert:

Mal der EU zugetan, mal Russland, so wie es ihm am meisten nützte.

Aber nach der Niederschlagung der Proteste im Land,

der erzwungenen Flugzeuglandung und der Festnahme des Bloggers:

Die EU hat vorerst einen Strich gezogen.

So bleibt dem in Europa isolierten Land

nur die Ausrichtung zum alten Bruderstaat.

Zwar ist das Verhältnis zwischen den Präsidenten nicht ungetrübt.

Lukaschenko und Putin sollen sich nicht ausstehen können.

Und doch ist der eine für den anderen jetzt wichtiger denn je.

Ina Ruck und Demian von Osten über deren Treffen in Sotschi.

Ein Köfferchen hat Lukaschenko dabei,

mit Unterlagen, die er Putin zeigen will.

Ich zeige Ihnen, wie es wirklich war mit der Ryanair.

Das war ein Versuch, aufzuwiegeln.

Die wollten eine Situation wie letzten Sommer.

"Die", das ist der Westen.

Lukaschenko setzt auf ein gemeinsames Feindbild.

Und Putin lobt, wie eng man doch zusammengerückt sei.

Russland, das ist das Signal, dieser Bilder,

steht fest zu Lukaschenko.

In Minsk sind die ersten neuen EU-Sanktionen schon spürbar.

Erstaunlicherweise setzen hier manche gerade in die Sanktionen Hoffnung.

Wir leiden darunter, natürlich, aber die Sanktionen sind richtig.

Man muss uns helfen, die Willkür zu stoppen.

Sie fragen mich, wer die Schuld trägt?

Das wissen Sie selbst genau!

Wenn ich es sage, lande ich da, wo alle sind, die die Wahrheit sagen.

Da, wo auch Aleksandras Mutter jetzt ist: in Haft.

Seit fünf Monaten hat Aleksandra sie nicht gesehen.

Täglich darf sie ein paar Lebensmittel am Gefängnistor abgeben,

alles verpackt in Klarsichttüten.

Denn das Essen dort, sagt sie, vertrage ihre Mutter nicht.

Da gibt's so ein Gericht, das nennen sie das Fischgrab.

So eine Fischmasse, aus der Gräten und Wirbelsäulen und Köpfe ragen,

ein Teller für alle in der Zelle.

Ihre Mutter leitet den Minsker Presseklub.

Sie soll Steuern hinterzogen haben,

aber das sei ein Vorwand, sagt Aleksandra.

Sie wollten keine kritischen Medien.

Das war so eine Euphorie im Sommer.

Ich hab die Hunderttausenden von Belarusen gesehen,

und ich weiß, sie sind noch da.

Aber wir verstehen jetzt: Es ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

Wir müssen lernen, unsere Kraft einzuteilen.

Bei der Zwangslandung der Ryanair in Minsk

wurde eine russische Staatsbürgerin festgenommen, Sofia Sapega.

In einem in der Haft aufgenommenen angeblichen Videogeständnis

sei sie kaum wiederzuerkennen, sagen die, die sie kennen.

Meine Tochter ist in einem KGB-Gefängnis in Minsk.

Ich bitte die ganze Welt: Helft, dass mein Mädchen wieder freikommt!

Es gibt viele dieser Schicksale in Belarus,

viele verzweifelte Familien.

Die meisten hoffen wohl eher

auf Hilfe aus dem Westen als aus Russland.

Demian von Osten in Minsk:

Putin und Lukaschenko sind nicht die besten Freunde.

Das Verhältnis zwischen den Ländern ist oft schwierig.

Wird sich das jetzt ändern,

da nur Russland noch dem Regime in Belarus den Rücken stärkt?

Ich glaube, enge Freunde werden sie nicht mehr.

Ich frage mich manchmal, was Putins denkt, wenn er mit dem Fuß wippt

und einer etwas länglichen Rede Lukaschenkos zuhört.

Lukaschenko ist Bittsteller und muss Putin überzeugen,

dass er weiter an seiner Seite steht und auch ihm den Rücken stärkt.

Belarus und Russland haben jeweils eigene Interessen.

Belarus darf nicht aus dem eigenen Einflussgebiet entweichen.

Es wäre auch ein schlechtes Signal, wenn die friedlichen Massenproteste

dazu führen, dass es einen Regimewechsel gibt in Belarus.

Es wäre ein schlechtes Signal für Russland.

Dort erlebt man ja auch Proteste größeren und kleineren Ausmaßes.

Was heißt das für die Situation in Belarus?

Dort ließ Lukaschenko Proteste niederknüppeln

und bekämpft jede Opposition, wo er nur kann.

Für die Menschen heißt das, eine weitere Phase der Unsicherheit.

Es ist nicht klar, wie es weitergeht.

Es gibt weitere Repressionen.

Vor allem gegen Journalisten, Menschenrechtler und alle,

die sich irgendwie für die Opposition engagieren.

Hinzu kommen die EU-Sanktionen, die ausgeweitet werden.

Die werden das Land wirtschaftlich treffen.

Das wird die Menschen hier beschäftigen.

Experten sagen,

sehr viel hängt von einem weiteren Gipfeltreffen ab.

Das Treffen zwischen Putin und Biden im Juni.

In der EU bekam heute

der erste Corona-Impfstoff für Kinder und Jugendliche grünes Licht.

Weitere Nachrichten mit Constantin Schreiber.

Die Arzneimittelbehörde EMA gab am Nachmittag die Empfehlung ab,

das Biontech-Vakzin in der EU ab zwölf Jahren zuzulassen.

Die EU-Kommission folgt der Beurteilung in der Regel.

Studien hätten gezeigt, dass die Anwendung sicher sei.

Zugleich wiesen sie darauf hin, dass es noch keine Datengrundlage gebe,

um seltene Nebenwirkungen zu erkennen.

Deutschland will Südafrika finanziell

beim Aufbau einer Corona- Impfstoffproduktion unterstützen.

Dafür sagte Gesundheitsminister Spahn

heute bei Besuchen in Johannesburg bis zu 50 Mio. Euro zu.

Auch Frankreichs Präsident Macron kündigte Hilfen an.

Im Gegensatz zu Deutschland will er, falls nötig,

auch den Patentschutz für Impfstoffe vorübergehend aussetzen.

Die Republikaner im US-Senat haben die Bildung eines Ausschusses

zur Aufklärung der Ausschreitungen vom 6. Januar blockiert.

Das Gremium sollte die Erstürmung des Kapitols untersuchen

und gleichermaßen aus Demokraten und Republikanern besetzt werden.

Ex-US-Präsident Trump hatte die Republikaner aufgerufen,

gegen den Untersuchungsausschuss zu stimmen.

Ihm wird die Hauptverantwortung für die Eskalation zugeschrieben.

Die Leipziger Buchmesse wurde zum zweiten Mal pandemiebedingt abgesagt.

Die Jury verlieh daher

die Literaturpreise in einer digitalen Veranstaltung.

Alle Nominierten waren per Livestream zugeschaltet.

In der Kategorie Belletristik

gewann Iris Hanika mit ihrem Roman "Echos Kammern".

Sie erhält mit der Auszeichnung ein Preisgeld von 15.000 Euro.

Die Ethnologin Heike Behrend wurde mit dem Sachbuchpreis geehrt.

Der Übersetzerpreis ging an Timea Tanko.

Durch verwunschene Wälder kann man streifen, um Stille zu finden -

weit weg vom Krach.

Oder man schließt dort die Augen, hört genau hin und versucht sogar,

der Natur ihre Geräusche zu entreißen:

Das Knacken der Äste, die Schritte im Unterholz,

das Surren der Fliegen.

Solche Waldmusik sammelt die Sängerin Alexandra Cumfe.

Sie verwandelt sie in Elektropop.

"Her Tree", ihr Baum, heißt ihr Musikprojekt,

heute ist ihr Album erschienen.

Andreas Krieger begleitete sie bei der Tonspuren-Suche.

* Summen * Im Reservoir unerschöpflicher Klänge.

* Zirpen *

* Zirpen *

Alexandra Cumfe sammelt Geräusche.

Sie macht daraus wundersamen Elektropop ...

♪ Gesang ♪

... ausschließlich aus dem, was der Wald zu bieten hat.

Ich versuche, eine Bassdrum aufzunehmen.

Das mach ich mal hier beim Moos.

Im Moorwald von Nantesbuch südlich von München.

Perfekt.

Sie klopft die Natur ab, bis sie die Musik freigibt.

Diese Geräusche werden im Studio zerlegt und neu zusammengebaut.

* Rhythmisches Klopfen * (lacht)

Irgendwann wird er zur Bassdrum oder * helle Schläge * zur Hi-Hat.

Das ist wie mit 'nem ... Mikroskop auf die Landschaft gehen, ranzoomen,

und die Sounds am Computer noch mal größer machen.

Wanderungen an der Grenze zur Wahrnehmung.

* Leises Knistern und Tropfen *

Man muss genau hinhören.

* Leises Knistern und Tropfen * Man hört's. Blubb.

Blubberwahnsinn: * Vielfaches Blubbern *

Aus einer Fliege kann ein Monsterbass werden.

Aus Vögeln ein Klavier.

* Helles Knacken *

♪ Wieder zu laut ♪

* Helles Knacken *

Sie komponiert im Schichtkuchenprinzip.

Das ist die * Klopfen * Hand auf Moos.

Dazu * Knacken * die Äste.

* Rhythmische Anordnung der Klänge *

Blubbern ...

♪ Langsamer Gesang ♪

Der Wald ist der einzige Ort,

an dem Stillstand und Fortbewegung gleichzeitig ist.

"Her Tree" ist Bildhauerei im Ohr.

Eine Feier des Unscheinbaren.

Und wir feiern, dass das Wetter wärmer wird, oder?

Stimmt und seit Tagen versuche ich, mit den Trends zu zeigen:

Es wird stabil.

Ohne große Schwankungen.

Die Temperaturen gehen nach oben.

Wir schauen nach Magdeburg.

Der erste Run passiert am Wochenende.

Da sind wir oberhalb von 20 Grad.

Wenn der Juni losgeht, erklimmen wir die nächste Hürde.

Da packen wir womöglich die 25 Grad.

Sonnenschein ist ein Thema.

Wir hatten nicht viel davon.

Hier sieht man:

Morgen von Ostfriesland bis zum Erzgebirge

wird es es ein paar Einschränkungen geben.

Am Sonntag wird es sehr schön.

Das ist das Maximum für diese Jahreszeit.

Im Moment sind ein paar Schauer unterwegs.

Das hört in der Nacht auf.

Morgen Vormittag gibt es im Osten ein paar Schauer.

Sonst viel Sonne.

Sonntag und Montag viel Sonne.

Und ich verrat's vorab: am Dienstag 25 Grad.

Das waren die tagesthemen.

Hier folgt ein Polizeiruf mit Matthias Brandt.

Wir sind morgen wieder für Sie da.

Tschüss und bleiben Sie zuversichtlich.

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