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2020 ZDF Heute Journal, heute journal vom 19.12.2020 - Angst vor neuer Virus-Mutation

heute journal vom 19.12.2020 - Angst vor neuer Virus-Mutation

Guten Abend.

Nächste Woche soll der BioNTech-Impfstoff

auch für die EU zugelassen werden.

Dazu passt die Nachricht, dass die Bundesregierung davon

30 Mio. zusätzliche Dosen für Deutschland bestellt hat.

Der tägliche Lagebericht des Robert Koch-Instituts bleibt derweil düster.

Besonders Sorge macht dem RKI,

dass der Anteil der Älteren unter den Infizierten steigt.

Denn damit wird auch die Zahl der schweren Erkrankungen steigen.

Eben deshalb sollen ja auch über 80- Jährige und Senioren in Pflegeheimen

zuerst geimpft werden.

Um die Todesfälle und die Zahl der Krankenhauseinweisungen

möglichst bald zu senken und damit Druck aus den Kliniken zu nehmen.

Laura Barnick berichtet.

70 Pflegekräfte positiv auf das Coronavirus getestet,

ein Drittel der Belegschaft in Quarantäne

oder zuhause bei der Kinderbetreuung.

Das ursprüngliche Fachpersonal auf den Stationen in Saalfeld

reicht schon lange nicht mehr aus.

Mann und Maus werden zusammengezogen.

Alle, die zur Verfügung stehen und sich bereit erklären, zu helfen.

So wie Ronny Beier, eigentlich Pfleger auf der Wirbelsäulenstation.

Jetzt betreut er Covid-Infizierte.

Das Risiko einer Ansteckung ist für das Pflegepersonal besonders hoch.

Ich war ja selber schon positiv, in Quarantäne und krank.

Aber man weiß ja nicht, kann ich mich nochmal anstecken

und wer hatte es noch nicht.

Es schwingt immer die Angst mit.

Man weiß nie, wie der Verlauf ist.

Viele Corona-Erkrankte brauchen intensive Betreuung,

die sie noch in Saalfeld gewährleisten können.

85 akute Fälle werden hier derzeit behandelt.

Wir haben in dieser Situation,

wo wir mit den Gesunden die Dienstpläne noch befüllen können,

dies auch so zu tun.

Wie lange sich diese Situation aufrechterhalten lässt,

weiß ich nicht.

Ab Montag könnten es noch mehr Covid-Infizierte

auf der Station sein.

Die Lage ist ernst, aber stabil.

Deshalb wird Thüringen seinem Nachbarn unter die Arme greifen

und zusätzliche Corona-Fälle aus Sachsen aufnehmen.

Sachsen ist derzeit immer noch das am stärksten betroffene Bundesland.

Einen Versorgungsengpass wie bei den europäischen Nachbarn,

z.B. Italien, hofft man so immer noch abwenden zu können.

Dort sind die Straßen wie in Mailand voll,

vor dem Fest und vor dem nächsten Lockdown.

Denn auch hier droht die Pandemie

ein weiteres Mal aus dem Ruder zu laufen.

Ab Montag ist ganz Italien wieder rote Zone,

also in der höchsten Corona-Stufe.

Auch über Weihnachten wird der harte Shutdown fortgesetzt.

Wir müssen einschreiten.

Eine nicht leichte, eine schmerzhafte Entscheidung,

die notwendigen Maßnahmen auch über die Feiertage ausweiten zu müssen.

Nur an vier Tagen soll es leichte Lockerungen geben.

Bis 6. Januar sollen die Verschär- fungen gelten, in der Hoffnung,

dass durch die beginnenden Impfungen die Zahlen bald sinken.

Geimpft wird in England bereits seit elf Tagen.

Dennoch ist die Lage immer noch dramatisch.

Besonders betroffen: der Südosten des Landes.

Grund hierfür soll eine neue Variante von Covid-19 sein.

Die Virus-Mutation soll nicht tödlicher oder schwerer,

aber wesentlich ansteckender sein.

Obwohl wir noch nicht alles darüber wissen,

könnte es bis zu 70 % ansteckender sein als die ursprüngliche Form.

Es gibt keinen Anhaltspunkt, dass die Wirksamkeit des Impfstoffs

durch den neuen Virus-Stamm beeinträchtigt ist.

Dennoch scheint schon jetzt sicher, dass auch in England

die Patientenzahlen erstmal weiter ansteigen

und die Situationen in den Krankenhäusern verschärfen werden.

Ein Umstand, der auch hier

noch härtere Maßnahmen ab morgen zwingend macht.

Für die Londoner wird es deshalb keine Besuche an Weihnachten geben.

Premier Boris Johnson hat für die gesamte Hauptstadt

und Teile Englands eine neue Ausgangssperre verhängt.

Bis Ende des Jahres

darf man seine Wohnung nur noch aus wichtigem Grund verlassen.

Treffen mit Menschen außerhalb des eigenen Haushalts

sind praktisch gar nicht mehr erlaubt.

Solch drastische Maßnahmen haben wir in Deutschland noch nicht.

Aber möglichst "zu Hause zu bleiben",

ist auch hier das Gebot in Pandemiezeiten.

Nur was, wenn man kein Zuhause hat?

Und jetzt im Winter jeder warme Raum zwangsläufig

eine Gemeinschaftsunterkunft ist, mit entsprechenden Ansteckungsrisiken?

In Berlin musste deshalb eine große Notunterkunft heute

einen Aufnahmestopp verhängen.

Stephanie Gargosch über Obdachlosigkeit in Zeiten von Corona.

Helfen auf der Straße, denen, die keine Bleibe haben.

Dieser Mann hatte sich den Arm gebrochen – notdürftige Nachsorge.

Durch Pandemie und Shutdown

verschärft sich auch die Situation der Obdachlosen.

Wohin, wenn alle anderen zu Hause bleiben?

Es ist schwieriger für die Obdachlosen,

sich irgendwo aufzuhalten.

Wir haben mehr Security in den Bahnen,

die fahren halt manchmal "Ringbahn".

Ich frage mich, wo gibt es noch ein warmes Plätzchen

für die Obdachlosen?

Umso wichtiger: der Ärztebus.

Früher kamen sie fast jeden Tag,

inzwischen nur noch zwei, drei Mal die Woche.

Es fehlt an Personal.

Alle Ärzte arbeiten ehrenamtlich, meist sind es Ruheständler.

Stille Helden der Krise,

die aber auch an ihre gesundheitlichen Grenzen geraten.

Es hatten sich einige ältere Kollegen,

die hier schon lange arbeiten, zurückgezogen,

weil sie schlicht und einfach zu großen Respekt

vor der Corona-Situation hatten, es ihnen zu gefährlich war.

Sie gehörten eindeutig zu Risikogruppen.

Die Pandemie entblößt schonungslos

die Zerbrechlichkeit des Hilfesystems.

Ist jemand ernstlich erkrankt, suchen sie verzweifelt einen Platz.

Glück hatten sie an diesem Tag bei der Pflegestation für Obdachlose.

Herzlich willkommen!

Hier versorgt Jule Marrenbach die Gestrandeten.

Manuel Müller lebt seit Jahren auf der Straße.

Seine Beine überziehen Wunden, er ist fast blind.

Das ist eine ganz großartige Lebensrettung.

Weil die Krankenhäuser haben mir wunderbar geholfen

in den ganzen letzten Jahren.

Aber da wird es ja auch immer enger, weil die sagen ja auch,

wir brauchen jetzt zusätzliche Betten für Corona-Patienten.

Die Pflegestation, die einzige dieser Art in Berlin.

20 Plätze gibt es für Obdachlose ohne Krankenversicherung.

Ihre Arbeit war noch nie leicht, nun wird sie fast unmöglich.

Eigentlich bräuchten sie acht Pfleger,

im Moment sind es nur vier.

Wir sind ziemlich am Limit.

Alle Probleme, die auch ohne Corona schon vorhanden sind,

der Pflegenotstand, das hat sich natürlich

jetzt dramatisch verschärft.

Jule motiviert, dass sie hier Mitmenschlichkeit leben.

Mit persönlich ist total wichtig,

in einem diskriminierungsfreien Raum zu arbeiten.

Das ist hier Voraussetzung, aber auch einfach ganz normal.

Das ist halt total schön und wichtig für mich.

Feierabend für heute.

Ob sie Weihnachten zu ihrer Familie fährt?

Nein, Jule wird auf der Pflegestation sein.

Das, so sagt sie, würde sich in der Krise richtiger anfühlen.

Jetzt erst mal andere Nachrichten des Tages von Heinz Wolf.

US-Präsident Trump hat sich erstmals zu der Cyberattacke

auf US-Regierungseinrichtungen geäußert,

die Anfang der Woche bekannt geworden war.

Trump schrieb auf Twitter, er sei umfassend informiert worden

und alles sei unter Kontrolle.

Er sieht, anders als sein Außenminister Pompeo,

nicht unbedingt Russland hinter der Attacke.

Es werde immer gleich Russland verdächtigt,

dabei könne es möglicherweise auch China sein, erklärte Trump.

Die russische Regierung

hatte eine Verwicklung in den Angriff bestritten.

Der künftige US-Präsident Biden hat am Abend sein Team vorgestellt,

das für Umweltschutz und den Energiebereich zuständig sein wird.

Biden sagte,

dieses Team werde die ehrgeizigen Pläne der Regierung leiten,

um der existentiellen Bedrohung des Klimawandels zu begegnen.

Darunter ist die nominierte Innenministerin Deb Haaland,

die erste Frau mit indigenen Wurzeln in dieser Position.

Als Energieministerin ist die frühere Gouverneurin von Michigan,

Jennifer Granholm, vorgesehen.

Die Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien

sind heute weitergegangen.

Es sind nur noch rund 1,5 Wochen,

bis die Übergangsregelungen zum Jahreswechsel auslaufen.

Und nur noch rund 24 Stunden,

bis die vom Europaparlament gesetzte Frist für ein Abkommen endet.

Aber bislang ist unklar, ob bis morgen am späten Abend

bei den Verhandlungen eine Entscheidung erreicht wird.

Besonders strittig war zuletzt immer noch das Thema Fischereirechte.

Rund drei Monate, nachdem das Flücht- lingslager Moria abgebrannt ist,

hat Entwicklungsminister Müller, CSU, die weiter katastrophalen Bedingungen

für Migranten auf der griechischen Insel Lesbos angeprangert.

Das neue Lager Kara Tepe sei offensichtlich nicht besser.

Im Gegenteil: Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" musste jetzt

eine Tetanus-Impfaktion starten, weil Babys in nassen Zelten

von Ratten gebissen werden, sagte Müller der "Passauer Neuen Presse".

Er sprach von entsetzlichen Zuständen, mitten in Europa.

Vier Jahre nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt

am Breitscheidplatz hat Berlin der Opfer gedacht.

Am Abend erinnerten zwölf Glockenschläge der Gedächtniskirche

an die zwölf Toten.

Am 19. Dezember 2016 hatte der islamistische Attentäter Anis Amri

einen Lkw in die Besuchermenge des Weihnachtsmarktes gesteuert.

Neben den zwölf Toten wurden über 70 Menschen teilweise schwer verletzt.

Man darf vermuten, dass Elon Musk,

ein Mann, der sich bevorzugt mit der Eroberung des Weltraums beschäftigt,

in seinem bisherigen Leben noch nie von Schlingnattern oder Zauneidechsen

gehört hatte - und auch die Untiefen deutschen Bau- und Umweltrechts

dürften ihm weitgehend unbekannt gewesen sein.

Das ändert sich gerade,

da er seine Wege nach Grünheide in Brandenburg gelenkt hat.

Schlingnattern sind wichtig

und Sicherheitsleistungen für mögliche Rückbaukosten

sind auch etwas, was man in Deutsch- land keinesfalls ignorieren sollte.

Sonst wird das schwierig, mit der Giga-Factory im Märkischen Sand.

Manka Heise und Christian Esser berichten.

Grünheide bei Berlin: So sah es hier noch im Februar aus.

Dann wurden die ersten 90 Hektar Wald gefällt.

Inzwischen stehen schon weite Teile der Tesla-Autofabrik.

Jetzt sollte nochmal Wald gerodet werden.

Doch das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entschied,

ein Teil der Fläche dürfe nicht abgeholzt werden

aus Gründen des Artenschutzes.

Für den Lebensraum der Reptilien

hatten die Naturschützer schon länger gekämpft.

Für die Tiere ist das sehr viel dramatischer.

Wenn die nicht ein vernünftiges Winterquartier finden können,

dann sterben die.

Damit sind die Tiere nicht gerettet, sondern dem Tod übergeben worden.

Das ist das, was wir anprangern.

Das hätte man anders machen können,

wenn man das von Anfang an ernster genommen hätte

und uns auch ernster genommen hätte.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach sagt,

das Artenschutzrecht dürfte nicht dazu führen,

dass wichtige Zukunftsinvestitionen erschwert würden.

Wir müssen insgesamt in Deutschland das ganze Thema

Natur- und Artenschutz nochmal neu denken.

Denn, das gebe ich ehrlich zu,

solche Dinge sind schwer vermittelbar

einem solchen international agierenden Unternehmen.

Den Artenschutz aufzuweichen, um Elektroautos zu bauen,

hält der Naturschutzbund für den falschen Weg.

Es geht nicht nur darum, den Klimawandel aufzuhalten,

sondern auch das Artensterben aufzuhalten.

Das darf man nicht gegeneinander ausspielen oder aufwiegen.

Das muss parallel gesehen werden, und das geht auch:

Das kostet eben Zeit und Geld und Arbeit.

Doch Tesla macht Tempo.

Dabei gibt es noch keine Baugenehmigung.

Das Unternehmen von Elon Musk baut auf eigenes Risiko.

Gibt es keine Genehmigung, müsste Tesla alles zurückbauen.

Deshalb will das Land eine finanzielle Sicherheit von Tesla:

100 Mio. Euro für den nächsten Bauabschnitt.

Doch das Geld kam bislang nicht an.

Deswegen stoppte die Brandenburger Umweltbehörde den Weiterbau.

Bis Anfang Januar muss nun das Geld eingegangen sein.

Wir gehen davon aus, dass die Frist Anfang Januar

gar nicht ausgeschöpft wird.

Und dass wir noch vor Weihnachten wieder Bauaktivitäten sehen werden.

Es muss alles nicht so heiß gegessen werden, wie es gekocht wird.

Tesla äußert sich weder zum Rodungsstopp,

noch zu den geforderten Sicherheits- leistungen von 100 Mio. Euro.

Nach Recherchen von Frontal21 hat Tesla bislang 300 Mio. Euro verbaut.

Jetzt die Lottozahlen dieses Samstags:

In einem Streifen vom Oberrhein bis zur Ostsee bedeckt

und zeitweise Regen.

Sonst teils sonnig, teils bewölkt oder neblig-trübe.

In den nächsten Tagen viele Wolken und häufig Regen, dazu stark windig.

Mit dem aktuellen sportstudio geht es gleich weiter.

Danach, gegen 0.25 Uhr, gibt es dann die nächste heute Xpress.

Wir melden uns morgen wieder.

Schönen Abend noch.


heute journal vom 19.12.2020 - Angst vor neuer Virus-Mutation heute journal from 19.12.2020 - Fear of new virus mutation heute journal z 19.12.2020 - Obawa przed nową mutacją wirusa

Guten Abend.

Nächste Woche soll der BioNTech-Impfstoff

auch für die EU zugelassen werden.

Dazu passt die Nachricht, dass die Bundesregierung davon

30 Mio. zusätzliche Dosen für Deutschland bestellt hat.

Der tägliche Lagebericht des Robert Koch-Instituts bleibt derweil düster.

Besonders Sorge macht dem RKI,

dass der Anteil der Älteren unter den Infizierten steigt.

Denn damit wird auch die Zahl der schweren Erkrankungen steigen.

Eben deshalb sollen ja auch über 80- Jährige und Senioren in Pflegeheimen

zuerst geimpft werden.

Um die Todesfälle und die Zahl der Krankenhauseinweisungen

möglichst bald zu senken und damit Druck aus den Kliniken zu nehmen.

Laura Barnick berichtet.

70 Pflegekräfte positiv auf das Coronavirus getestet,

ein Drittel der Belegschaft in Quarantäne

oder zuhause bei der Kinderbetreuung.

Das ursprüngliche Fachpersonal auf den Stationen in Saalfeld

reicht schon lange nicht mehr aus.

Mann und Maus werden zusammengezogen.

Alle, die zur Verfügung stehen und sich bereit erklären, zu helfen.

So wie Ronny Beier, eigentlich Pfleger auf der Wirbelsäulenstation.

Jetzt betreut er Covid-Infizierte.

Das Risiko einer Ansteckung ist für das Pflegepersonal besonders hoch.

Ich war ja selber schon positiv, in Quarantäne und krank.

Aber man weiß ja nicht, kann ich mich nochmal anstecken

und wer hatte es noch nicht.

Es schwingt immer die Angst mit.

Man weiß nie, wie der Verlauf ist.

Viele Corona-Erkrankte brauchen intensive Betreuung,

die sie noch in Saalfeld gewährleisten können.

85 akute Fälle werden hier derzeit behandelt.

Wir haben in dieser Situation,

wo wir mit den Gesunden die Dienstpläne noch befüllen können,

dies auch so zu tun.

Wie lange sich diese Situation aufrechterhalten lässt,

weiß ich nicht.

Ab Montag könnten es noch mehr Covid-Infizierte

auf der Station sein.

Die Lage ist ernst, aber stabil.

Deshalb wird Thüringen seinem Nachbarn unter die Arme greifen

und zusätzliche Corona-Fälle aus Sachsen aufnehmen.

Sachsen ist derzeit immer noch das am stärksten betroffene Bundesland.

Einen Versorgungsengpass wie bei den europäischen Nachbarn,

z.B. Italien, hofft man so immer noch abwenden zu können.

Dort sind die Straßen wie in Mailand voll,

vor dem Fest und vor dem nächsten Lockdown.

Denn auch hier droht die Pandemie

ein weiteres Mal aus dem Ruder zu laufen.

Ab Montag ist ganz Italien wieder rote Zone,

also in der höchsten Corona-Stufe.

Auch über Weihnachten wird der harte Shutdown fortgesetzt.

Wir müssen einschreiten.

Eine nicht leichte, eine schmerzhafte Entscheidung,

die notwendigen Maßnahmen auch über die Feiertage ausweiten zu müssen.

Nur an vier Tagen soll es leichte Lockerungen geben.

Bis 6. Januar sollen die Verschär- fungen gelten, in der Hoffnung,

dass durch die beginnenden Impfungen die Zahlen bald sinken.

Geimpft wird in England bereits seit elf Tagen.

Dennoch ist die Lage immer noch dramatisch.

Besonders betroffen: der Südosten des Landes.

Grund hierfür soll eine neue Variante von Covid-19 sein.

Die Virus-Mutation soll nicht tödlicher oder schwerer,

aber wesentlich ansteckender sein.

Obwohl wir noch nicht alles darüber wissen,

könnte es bis zu 70 % ansteckender sein als die ursprüngliche Form.

Es gibt keinen Anhaltspunkt, dass die Wirksamkeit des Impfstoffs

durch den neuen Virus-Stamm beeinträchtigt ist.

Dennoch scheint schon jetzt sicher, dass auch in England

die Patientenzahlen erstmal weiter ansteigen

und die Situationen in den Krankenhäusern verschärfen werden.

Ein Umstand, der auch hier

noch härtere Maßnahmen ab morgen zwingend macht.

Für die Londoner wird es deshalb keine Besuche an Weihnachten geben.

Premier Boris Johnson hat für die gesamte Hauptstadt

und Teile Englands eine neue Ausgangssperre verhängt.

Bis Ende des Jahres

darf man seine Wohnung nur noch aus wichtigem Grund verlassen.

Treffen mit Menschen außerhalb des eigenen Haushalts

sind praktisch gar nicht mehr erlaubt.

Solch drastische Maßnahmen haben wir in Deutschland noch nicht.

Aber möglichst "zu Hause zu bleiben",

ist auch hier das Gebot in Pandemiezeiten.

Nur was, wenn man kein Zuhause hat?

Und jetzt im Winter jeder warme Raum zwangsläufig

eine Gemeinschaftsunterkunft ist, mit entsprechenden Ansteckungsrisiken?

In Berlin musste deshalb eine große Notunterkunft heute

einen Aufnahmestopp verhängen.

Stephanie Gargosch über Obdachlosigkeit in Zeiten von Corona.

Helfen auf der Straße, denen, die keine Bleibe haben.

Dieser Mann hatte sich den Arm gebrochen – notdürftige Nachsorge.

Durch Pandemie und Shutdown

verschärft sich auch die Situation der Obdachlosen.

Wohin, wenn alle anderen zu Hause bleiben?

Es ist schwieriger für die Obdachlosen,

sich irgendwo aufzuhalten.

Wir haben mehr Security in den Bahnen,

die fahren halt manchmal "Ringbahn".

Ich frage mich, wo gibt es noch ein warmes Plätzchen

für die Obdachlosen?

Umso wichtiger: der Ärztebus.

Früher kamen sie fast jeden Tag,

inzwischen nur noch zwei, drei Mal die Woche.

Es fehlt an Personal.

Alle Ärzte arbeiten ehrenamtlich, meist sind es Ruheständler.

Stille Helden der Krise,

die aber auch an ihre gesundheitlichen Grenzen geraten.

Es hatten sich einige ältere Kollegen,

die hier schon lange arbeiten, zurückgezogen,

weil sie schlicht und einfach zu großen Respekt

vor der Corona-Situation hatten, es ihnen zu gefährlich war.

Sie gehörten eindeutig zu Risikogruppen.

Die Pandemie entblößt schonungslos

die Zerbrechlichkeit des Hilfesystems.

Ist jemand ernstlich erkrankt, suchen sie verzweifelt einen Platz.

Glück hatten sie an diesem Tag bei der Pflegestation für Obdachlose.

Herzlich willkommen!

Hier versorgt Jule Marrenbach die Gestrandeten.

Manuel Müller lebt seit Jahren auf der Straße.

Seine Beine überziehen Wunden, er ist fast blind. His legs are covered with wounds, he is almost blind.

Das ist eine ganz großartige Lebensrettung.

Weil die Krankenhäuser haben mir wunderbar geholfen

in den ganzen letzten Jahren.

Aber da wird es ja auch immer enger, weil die sagen ja auch,

wir brauchen jetzt zusätzliche Betten für Corona-Patienten.

Die Pflegestation, die einzige dieser Art in Berlin.

20 Plätze gibt es für Obdachlose ohne Krankenversicherung.

Ihre Arbeit war noch nie leicht, nun wird sie fast unmöglich.

Eigentlich bräuchten sie acht Pfleger,

im Moment sind es nur vier.

Wir sind ziemlich am Limit.

Alle Probleme, die auch ohne Corona schon vorhanden sind,

der Pflegenotstand, das hat sich natürlich

jetzt dramatisch verschärft.

Jule motiviert, dass sie hier Mitmenschlichkeit leben.

Mit persönlich ist total wichtig,

in einem diskriminierungsfreien Raum zu arbeiten.

Das ist hier Voraussetzung, aber auch einfach ganz normal.

Das ist halt total schön und wichtig für mich.

Feierabend für heute.

Ob sie Weihnachten zu ihrer Familie fährt?

Nein, Jule wird auf der Pflegestation sein.

Das, so sagt sie, würde sich in der Krise richtiger anfühlen.

Jetzt erst mal andere Nachrichten des Tages von Heinz Wolf.

US-Präsident Trump hat sich erstmals zu der Cyberattacke

auf US-Regierungseinrichtungen geäußert,

die Anfang der Woche bekannt geworden war.

Trump schrieb auf Twitter, er sei umfassend informiert worden

und alles sei unter Kontrolle.

Er sieht, anders als sein Außenminister Pompeo,

nicht unbedingt Russland hinter der Attacke.

Es werde immer gleich Russland verdächtigt,

dabei könne es möglicherweise auch China sein, erklärte Trump.

Die russische Regierung

hatte eine Verwicklung in den Angriff bestritten.

Der künftige US-Präsident Biden hat am Abend sein Team vorgestellt,

das für Umweltschutz und den Energiebereich zuständig sein wird.

Biden sagte,

dieses Team werde die ehrgeizigen Pläne der Regierung leiten,

um der existentiellen Bedrohung des Klimawandels zu begegnen.

Darunter ist die nominierte Innenministerin Deb Haaland,

die erste Frau mit indigenen Wurzeln in dieser Position.

Als Energieministerin ist die frühere Gouverneurin von Michigan,

Jennifer Granholm, vorgesehen.

Die Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien

sind heute weitergegangen.

Es sind nur noch rund 1,5 Wochen,

bis die Übergangsregelungen zum Jahreswechsel auslaufen.

Und nur noch rund 24 Stunden,

bis die vom Europaparlament gesetzte Frist für ein Abkommen endet.

Aber bislang ist unklar, ob bis morgen am späten Abend

bei den Verhandlungen eine Entscheidung erreicht wird.

Besonders strittig war zuletzt immer noch das Thema Fischereirechte.

Rund drei Monate, nachdem das Flücht- lingslager Moria abgebrannt ist,

hat Entwicklungsminister Müller, CSU, die weiter katastrophalen Bedingungen

für Migranten auf der griechischen Insel Lesbos angeprangert.

Das neue Lager Kara Tepe sei offensichtlich nicht besser.

Im Gegenteil: Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" musste jetzt

eine Tetanus-Impfaktion starten, weil Babys in nassen Zelten

von Ratten gebissen werden, sagte Müller der "Passauer Neuen Presse".

Er sprach von entsetzlichen Zuständen, mitten in Europa.

Vier Jahre nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt

am Breitscheidplatz hat Berlin der Opfer gedacht.

Am Abend erinnerten zwölf Glockenschläge der Gedächtniskirche

an die zwölf Toten.

Am 19. Dezember 2016 hatte der islamistische Attentäter Anis Amri

einen Lkw in die Besuchermenge des Weihnachtsmarktes gesteuert.

Neben den zwölf Toten wurden über 70 Menschen teilweise schwer verletzt.

Man darf vermuten, dass Elon Musk,

ein Mann, der sich bevorzugt mit der Eroberung des Weltraums beschäftigt,

in seinem bisherigen Leben noch nie von Schlingnattern oder Zauneidechsen never seen smooth snakes or sand lizards in his life

gehört hatte - und auch die Untiefen deutschen Bau- und Umweltrechts

dürften ihm weitgehend unbekannt gewesen sein.

Das ändert sich gerade,

da er seine Wege nach Grünheide in Brandenburg gelenkt hat.

Schlingnattern sind wichtig

und Sicherheitsleistungen für mögliche Rückbaukosten

sind auch etwas, was man in Deutsch- land keinesfalls ignorieren sollte.

Sonst wird das schwierig, mit der Giga-Factory im Märkischen Sand.

Manka Heise und Christian Esser berichten.

Grünheide bei Berlin: So sah es hier noch im Februar aus.

Dann wurden die ersten 90 Hektar Wald gefällt.

Inzwischen stehen schon weite Teile der Tesla-Autofabrik.

Jetzt sollte nochmal Wald gerodet werden.

Doch das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entschied,

ein Teil der Fläche dürfe nicht abgeholzt werden

aus Gründen des Artenschutzes.

Für den Lebensraum der Reptilien

hatten die Naturschützer schon länger gekämpft.

Für die Tiere ist das sehr viel dramatischer.

Wenn die nicht ein vernünftiges Winterquartier finden können,

dann sterben die.

Damit sind die Tiere nicht gerettet, sondern dem Tod übergeben worden.

Das ist das, was wir anprangern.

Das hätte man anders machen können,

wenn man das von Anfang an ernster genommen hätte

und uns auch ernster genommen hätte.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach sagt,

das Artenschutzrecht dürfte nicht dazu führen,

dass wichtige Zukunftsinvestitionen erschwert würden.

Wir müssen insgesamt in Deutschland das ganze Thema

Natur- und Artenschutz nochmal neu denken.

Denn, das gebe ich ehrlich zu,

solche Dinge sind schwer vermittelbar

einem solchen international agierenden Unternehmen.

Den Artenschutz aufzuweichen, um Elektroautos zu bauen,

hält der Naturschutzbund für den falschen Weg.

Es geht nicht nur darum, den Klimawandel aufzuhalten,

sondern auch das Artensterben aufzuhalten.

Das darf man nicht gegeneinander ausspielen oder aufwiegen.

Das muss parallel gesehen werden, und das geht auch:

Das kostet eben Zeit und Geld und Arbeit.

Doch Tesla macht Tempo.

Dabei gibt es noch keine Baugenehmigung.

Das Unternehmen von Elon Musk baut auf eigenes Risiko.

Gibt es keine Genehmigung, müsste Tesla alles zurückbauen.

Deshalb will das Land eine finanzielle Sicherheit von Tesla:

100 Mio. Euro für den nächsten Bauabschnitt.

Doch das Geld kam bislang nicht an.

Deswegen stoppte die Brandenburger Umweltbehörde den Weiterbau.

Bis Anfang Januar muss nun das Geld eingegangen sein.

Wir gehen davon aus, dass die Frist Anfang Januar

gar nicht ausgeschöpft wird.

Und dass wir noch vor Weihnachten wieder Bauaktivitäten sehen werden.

Es muss alles nicht so heiß gegessen werden, wie es gekocht wird.

Tesla äußert sich weder zum Rodungsstopp,

noch zu den geforderten Sicherheits- leistungen von 100 Mio. Euro.

Nach Recherchen von Frontal21 hat Tesla bislang 300 Mio. Euro verbaut.

Jetzt die Lottozahlen dieses Samstags:

In einem Streifen vom Oberrhein bis zur Ostsee bedeckt

und zeitweise Regen.

Sonst teils sonnig, teils bewölkt oder neblig-trübe.

In den nächsten Tagen viele Wolken und häufig Regen, dazu stark windig.

Mit dem aktuellen sportstudio geht es gleich weiter.

Danach, gegen 0.25 Uhr, gibt es dann die nächste heute Xpress.

Wir melden uns morgen wieder.

Schönen Abend noch.