×

我们使用cookies帮助改善LingQ。通过浏览本网站,表示你同意我们的 cookie 政策.


image

2020 Tagesschau, Sendung: tagesschau 08.03.2020 13:15 Uhr - Kampf gegen Corona-Epidemie

Sendung: tagesschau 08.03.2020 13:15 Uhr - Kampf gegen Corona-Epidemie

Themen der Sendung: Kampf gegen Corona-Epidemie: Italien erweitert "Rote Zone" im Norden, Zunahme der Corona-Infektionen im Iran, Koalitionsausschuss berät über Flüchtlingsaufnahme und Coronavirus, Mehr Strafverfahren wegen Schwarzarbeit in der Baubranche, Internationaler Frauentag, Lage in Idlib nach der vereinbarten Waffenruhe, Libanon droht Staatsbankrott, Sechs Jahre nach Absturz von MH370: Angehörige fordern neue Suche nach Wrack, Biathlon-Weltcup in Nove Mesto, Das Wetter

-----------------------------------

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen

mit der tagesschau.

Heute im Studio: Gerrit Derkowski

Guten Tag, willkommen zur tagesschau.

Derart drastische Maßnahmen gab es

im Kampf gegen die Corona-Epidemie

in Italien und Europa bisher nicht:

Per Dekret erklärte in der Nacht

Ministerpräsident Conte

weite Landesteile im Norden

bis zum 3. April zur Sperrzone.

Betroffen sind Gebiete

mit etwa 16 Mio. Einwohnern.

Damit steht quasi ein Viertel

der Bevölkerung unter Quarantäne.

In der EU ist Italien

mit 5883 gemeldeten Infektionen

das am schwersten betroffene Land.

Mehr als 230 Menschen

sind durch das Virus gestorben.

Sie versuchen, noch wegzukommen -

per Zug von Padua in den Süden.

Weil ich gelesen habe,

dass sie ein Dekret erlassen wollen.

Das macht Padua zur roten Zone.

Da ich sowieso

meine Familie besuchen wollte,

fahre ich jetzt eher.

Zu diesem Zeitpunkt

sind es nur Gerüchte.

Wenig später die Bestätigung:

Die Regierung riegelt

Teile Norditaliens weitgehend ab.

Die Menschen dürfen nur

aus wichtigen Gründen reisen -

wenn es absolut notwendig ist

oder aus gesundheitlichen Gründen.

Betroffen sind 14 Provinzen

in Norditalien,

auch Padua und Venedig.

Und die komplette Lombardei

mit der Metropole Mailand.

Dort sind viele Straßen leer.

Öffentliche Veranstaltungen

fallen aus.

Restaurants und Bars

dürfen nur bis 18 Uhr geöffnet sein.

Einkaufszentren

haben am Wochenende geschlossen.

Wer sein Geschäft aufmacht,

muss eine Distanz von einem Meter

zwischen den Kunden sicherstellen.

Züge fahren weiterhin.

Ordnungskräfte können aber fragen,

warum die Menschen weg wollen.

Wir verstehen,

dass man Opfer bringen muss.

Manchmal kleine, manchmal große.

Aber jetzt müssen wir

unsere Gesundheit schützen.

Bis zum 3. April

gelten die Maßnahmen.

Auch im Rest Italiens

müssen Museen schließen.

Hochzeiten gehen nur

mit Sicherheitsabstand.

Vom Küssen wird abgeraten.

Auch im Iran sind viele Bereiche

des öffentlichen Lebens

wegen der Corona-Epidemie lahmgelegt.

Die Fluggesellschaft Iran Air

setzt alle Flüge nach Europa aus.

Dies sei eine Reaktion

auf die Beschränkungen,

die europäische Fluglinien

vorgenommen hätten.

Die Lufthansa hatte ihre Verbindungen

nach Teheran gestrichen.

Die Zahl der Neuinfektionen im Iran

steigt weiter.

Laut Behörden seien

mehr als 6500 Menschen infiziert.

194 seien gestorben.

Das sind die offiziellen Zahlen.

Viele glauben ihnen nicht,

das Misstrauen ist groß.

Internationale Wissenschaftler

schätzten schon vor knapp zwei Wochen

die Zahlen

um ein Vielfaches höher ein.

Von 100 Abgeordneten,

die sich einem Test unterzogen,

waren über 20 positiv.

Neben einem der engsten Berater

von Revolutionsführer Khamenei

starben weitere Politiker

an Folgen der Viruserkrankung.

Präsident Rohani greift die USA an,

indem er sie auffordert,

die Sanktionen gegen Medikamente

aufzuheben, wenn sie helfen wollen.

Es fehlt an allem:

Desinfektionsmittel, Masken,

Fieberthermometer, Medikamente.

Kranke und ihre Angehörigen

suchen stundenlang Apotheken ab,

um das Nötigste zu bekommen.

Videos von wütenden Menschen

in und vor Krankenhäusern

kursieren im Netz.

Verifizieren können wir sie nicht -

internationale Journalisten

sind kaum mehr vor Ort.

Meine Tochter

arbeitet im Krankenhaus.

Sie zwingen sie,

zur Arbeit zu kommen.

Viele Kollegen weigern sich,

weil sie Angst haben,

sich zu infizieren.

Selbst wenn sie dann

entlassen werden sollen.

Seit zwei Tagen werden auch Straßen

in der Hauptstadt desinfiziert.

Schulen, Universitäten

bleiben bis 4. April geschlossen.

Fast alle Flüge nach und aus dem Iran

sind eingestellt.

Viele fürchten auch die

wirtschaftlichen Folgen für ihr Land.

Die wirtschaftlichen Folgen

der Epidemie in Deutschland

sind heute das Thema

im Koalitionsausschuss.

Spitzen von Union und SPD wollen

über Hilfen für Unternehmen beraten.

Im Gespräch ist,

Hürden für die Kurzarbeit zu senken.

Gesundheitsminister Spahn schrieb:

Absagen von Großveranstaltungen

hätten wirtschaftliche Folgen

für Handwerker, Gastronomen

oder Dienstleister.

Der Deutsche Städtetag

forderte einen Hilfsfonds für Firmen,

die in finanzielle Schwierigkeiten

wegen des Virus geraten.

Mehr Fälle von Schwarzarbeit

und illegaler Beschäftigung

wurden im vergangenen Jahr

in der Baubranche aufgedeckt.

Die Funke-Mediengruppe beruft sich

auf das Bundesfinanzministerium.

Die Zahl der Strafverfahren

stieg um 20 Prozent.

Der Gesamtschaden

durch hinterzogene Steuern

und nicht gezahlte Sozialabgaben

sei leicht zurückgegangen.

Bundeskanzlerin Merkel wirbt dafür,

dass Männer sich stärker

in die Familienarbeit einbringen,

etwa in Pflege oder Kindererziehung.

Nur so könne die gleichberechtigte

Teilhabe im Erwerbsleben

erreicht werden, sagte sie anlässlich

des Internationalen Frauentags.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

ist eine Herausforderung für Eltern.

Ruth Flosdorff und ihr Mann arbeiten

in Führungspositionen bei Siemens.

Sie haben zwei Töchter.

Flosdorff engagiert sich

im Frauennetzwerk ihres Arbeitgebers.

Und sie engagiert sich

bei den "working moms".

Das ist ein bundesweites Netzwerk

für Frauen,

die Karriere und Familie

miteinander verbinden.

Diese Vernetzung ist extrem wichtig.

Sich mit Gleichgesinnten

auszutauschen.

Sich gemeinsam

dafür stark zu machen,

damit es Wirklichkeit wird,

Beruf und Familie zu vereinbaren.

Das geht nur mit Disziplin

und guter Organisation.

Flosdorff und ihr Mann

teilen sich alle Aufgaben.

Die Kinder-Tagesstätte

hat Öffnungszeiten bis 18 Uhr.

Dass Mütter arbeiten, sei normal,

sagen die Wissenschaftler.

Aber nur selten kämen sie

in Führungspositionen.

Wer einmal in die Teilzeit geht,

kommt da schwer wieder raus.

Teilzeit sendet immer ein Signal,

dass die Karriere

eher zweitrangig bleibt.

Gemeinsam sollten sich Mütter mutig

für ihre Berufswünsche einsetzen.

So lautet das Credo

von Ruth Flosdorff.

Weltweit demonstrieren Frauen heute

für Gleichberechtigung.

Forderungen nach Chancengleichheit

im Arbeitsleben

spielen in Europa

eine wichtige Rolle.

Im muslimisch geprägten Pakistan

kämpfen Aktivistinnen gegen Gewalt.

Frauen werden in dem Land

die Opfer von "Ehrenmorden".

In Lahore gingen Frauen

auf die Straße -

unter schwierigen Bedingungen

und nicht ohne Gegenprotest.

Diese Frauen sind mutig.

Sie wurden bedroht und davor gewarnt,

zu demonstrieren.

Nicht nur im pakistanischen Lahore -

im ganzen Land.

Trotz Einschüchterung

sind sie hier.

"Eigene Entscheidungen

sind unser Recht."

So heißt es auf den Plakaten.

Gewalt und Unterdrückung der Frauen

sind nicht länger hinnehmbar.

Das ist nachgewiesen in Berichten

der Menschenrechtskommission.

Aktivisten für Homosexuellen-Rechte

nehmen ebenfalls teil.

Die konservativ-islamische Partei

Jamaat-e-Islami

wollte die Demo

per Gerichtsentscheid verbieten.

Das Oberste Gericht in Lahore

ließ den Marsch zu.

"Wir sind der Stolz der Nation",

sagen

diese konservativ-islamischen Frauen.

Sie riefen zum Gegenprotest auf.

Der Koran und die Familien

regelten die Gleichberechtigung.

Wir protestieren im ganzen Land

und zeigen unsere Solidarität.

Wir stehen

für die Rechte der Frauen ein.

Starke Frauen, aber kein Feminismus.

Die Anerkennung

von Schwulen und Lesben gehöre nicht

zu einer islamischen Gesellschaft.

Gleichberechtigung ist ein Thema,

das die Gesellschaft spaltet.

Idlib ist die letzte Hochburg

islamistischer Rebellen in Syrien.

Die Truppen von Machthaber Assad

wollen die Region zurückzuerobern.

Unterstützt werden sie

von russischen Verbündeten.

Die humanitäre Lage ist katastrophal.

Zehntausende Menschen sind geflohen

in Richtung der türkischen Grenze.

Seit Donnerstag gilt eine Waffenruhe.

Vereinbart haben sie die Präsidenten

von Russland und der Türkei.

In Damaskus ist Alexander Stenzel.

Wie stabil

ist die vereinbarte Waffenruhe?

Die Waffenruhe hält.

Aber ein russischer Stützpunkt wurde

von Aufständischen angegriffen.

Das hatte Gefechte zur Folge.

Die Waffenruhe ist also

eine relative Waffenruhe.

Nicht alle Gruppierungen

sind eingeschlossen.

Die Frage ist,

wie lange das funktioniert.

Skepsis ist angebracht.

Präsident Assad hat gesagt:

Die Türken seien Besatzer.

Wen sie sich nicht zurückziehen,

will er Gewalt anwenden.

Weiß man, wie viele Flüchtlinge

sich auf den Weg gemacht haben?

Wir beobachten seit Monaten

eine Bewegung nach Norden.

Die syrischen Truppen

sind weiter nach Norden gerückt.

Wichtig ist, dass erst einmal

die Waffen schweigen.

Dann können die Menschen

auf ihrem Weg versorgt werden.

Erstmals in seiner Geschichte

wird der Libanon

Zahlungsverpflichtungen

nicht nachkommen.

In einer Fernsehansprache erklärte

Ministerpräsident Diab gestern:

Man werde eine fällige Anleihe

in Höhe von einer Milliarde Euro

nicht zurückzahlen.

Diab strebt Verhandlungen

mit Gläubigern an.

Die Krise im Libanon

verschärft sich seit Monaten.

Auch am Wochenende gab es Proteste -

auch gegen die Korruption.

Früher verkaufte Maurice Geagea

400 Sandwiches pro Tag.

Heute sind es nur noch vier.

Der 65-Jährige lebt vom Ersparten.

Den Laden

wird er wohl bald aufgeben müssen.

So wie viele in Beirut.

Wir sind in diesem Industrieviertel

seit 40 Jahren, seit 1979.

Selbst im Bürgerkrieg

war es nicht so schlecht wie jetzt.

Der Libanon im freien Fall.

Jede zehnte Firma musste schließen,

auch Hunderte Restaurants.

220.000 Angestellte

wurden seit November entlassen.

Anderen werden die Löhne

um bis zu 50 Prozent gekürzt.

Viele können sich die Miete

nicht mehr leisten.

Die Zahl der Obdachlosen steigt.

Folge der bislang schwersten

Wirtschaftskrise

und exzessiver Staatsverschuldung.

Banken stehen vor dem Kollaps,

Reserven gehen aus.

Nur noch etwa 100 Dollar

können Kunden pro Woche abheben.

Im Fernsehen kündigt

Ministerpräsident Diab gestern an,

einen fälligen Kredit

nicht zurückzuzahlen.

Erstmals

in der Geschichte des Landes.

Der Zahlungsausfall wird es

dem Libanon sehr schwer machen,

noch Kredite

aus dem Ausland zu bekommen.

Die brauchen wir, um elementare

Güter importieren zu können.

Eine Bankrotterklärung,

glauben viele.

Sie wollen nicht ausbaden, was ihnen

korrupte Politiker eingebrockten.

Es bleibt ihnen wohl keine Wahl.

Sechs Jahre

ist der mutmaßliche Absturz

einer Maschine

der Malaysia Airlines her.

Chinesische Angehörige von Opfern

forderten nun,

die Suche nach dem Wrack

wieder aufzunehmen.

Bisher wurden nur einzelne Teile

entdeckt und die Suche eingestellt.

Das Schicksal von Flug MH370

gilt als eines der größten Rätsel

der modernen Luftfahrt.

Die Maschine war am 8. März 2014 auf

dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking

von den Radarschirmen verschwunden.

Beim Biathlon-Weltcup

im tschechischen Nove Mesto

ist Franziska Preuß im Massenstart

auf Platz drei gelaufen.

Es gewann Tiril Eckhoff aus Norwegen

vor Hanna Öberg aus Schweden.

Der Massenstart

wurde wegen des Corona-Virus

unter Ausschluss der Öffentlichkeit

ausgetragen.

Nach dem ersten Schießen hatten sich

acht Läuferinnen abgesetzt.

Darunter war auch Denise Herrmann.

Sie erlaubte sich zwei Fehler

beim zweiten Schießen.

Nach zwei Strafrunden hatte sie

einen Rückstand von einer Minute.

100 Zuschauer verfolgten das Rennen

hinter den Absperrungen.

Tiril Eckhoff setzte sich ab.

Null Fehler beim Schießen erbrachten

einen komfortablen Vorsprung.

Hinter Eckhoff

wurden viele Fehler geschossen.

Franziska Preuß profitierte davon.

Mit einem schnellen letzten Schießen

verbesserte sie sich auf Platz drei.

Sie verteidigte die Position

auf der Schlussrunde.

Es ist ihr bestes Ergebnis

in diesem Winter.

Die Wetteraussichten:

Heute im Osten und Süden

länger Sonne.

Sonst mal mehr, mal weniger Wolken

und zeitweise Regen.

Gegen Abend wird der Regen

im Westen kräftiger.

In der Nacht von Brandenburg

bis Bayern teils klar.

Regional fällt Regen,

morgens auch im Osten.

Im Westen lockert es auf.

Die tagesschau

meldet sich wieder um 17.15 Uhr.

Ihnen einen schönen Tag.

Copyright Untertitel: NDR 2020


Sendung: tagesschau 08.03.2020 13:15 Uhr - Kampf gegen Corona-Epidemie Broadcast: tagesschau 08.03.2020 13:15 - Fight against Corona epidemic Programa: tagesschau 08.03.2020 13:15 - Lucha contra la epidemia corona Programma: tagesschau 08.03.2020 13:15 - Lotta contro l'epidemia di corona Programma: tagesschau 08.03.2020 13:15 - Strijd tegen de corona-epidemie Programa: tagesschau 08.03.2020 13:15 - Luta contra a epidemia do coronavírus Программа: tagesschau 08.03.2020 13:15 - Борьба с эпидемией короны

Themen der Sendung: Kampf gegen Corona-Epidemie: Italien erweitert "Rote Zone" im Norden, Zunahme der Corona-Infektionen im Iran, Koalitionsausschuss berät über Flüchtlingsaufnahme und Coronavirus, Mehr Strafverfahren wegen Schwarzarbeit in der Baubranche, Internationaler Frauentag, Lage in Idlib nach der vereinbarten Waffenruhe, Libanon droht Staatsbankrott, Sechs Jahre nach Absturz von MH370: Angehörige fordern neue Suche nach Wrack, Biathlon-Weltcup in Nove Mesto, Das Wetter

-----------------------------------

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen

mit der tagesschau.

Heute im Studio: Gerrit Derkowski

Guten Tag, willkommen zur tagesschau.

Derart drastische Maßnahmen gab es

im Kampf gegen die Corona-Epidemie

in Italien und Europa bisher nicht:

Per Dekret erklärte in der Nacht

Ministerpräsident Conte

weite Landesteile im Norden

bis zum 3. April zur Sperrzone.

Betroffen sind Gebiete

mit etwa 16 Mio. Einwohnern.

Damit steht quasi ein Viertel

der Bevölkerung unter Quarantäne.

In der EU ist Italien

mit 5883 gemeldeten Infektionen

das am schwersten betroffene Land.

Mehr als 230 Menschen

sind durch das Virus gestorben.

Sie versuchen, noch wegzukommen -

per Zug von Padua in den Süden.

Weil ich gelesen habe,

dass sie ein Dekret erlassen wollen.

Das macht Padua zur roten Zone.

Da ich sowieso

meine Familie besuchen wollte,

fahre ich jetzt eher.

Zu diesem Zeitpunkt

sind es nur Gerüchte.

Wenig später die Bestätigung:

Die Regierung riegelt

Teile Norditaliens weitgehend ab.

Die Menschen dürfen nur

aus wichtigen Gründen reisen -

wenn es absolut notwendig ist

oder aus gesundheitlichen Gründen.

Betroffen sind 14 Provinzen

in Norditalien,

auch Padua und Venedig.

Und die komplette Lombardei

mit der Metropole Mailand.

Dort sind viele Straßen leer.

Öffentliche Veranstaltungen

fallen aus.

Restaurants und Bars

dürfen nur bis 18 Uhr geöffnet sein.

Einkaufszentren

haben am Wochenende geschlossen.

Wer sein Geschäft aufmacht,

muss eine Distanz von einem Meter

zwischen den Kunden sicherstellen.

Züge fahren weiterhin.

Ordnungskräfte können aber fragen,

warum die Menschen weg wollen.

Wir verstehen,

dass man Opfer bringen muss.

Manchmal kleine, manchmal große.

Aber jetzt müssen wir

unsere Gesundheit schützen.

Bis zum 3. April

gelten die Maßnahmen.

Auch im Rest Italiens

müssen Museen schließen.

Hochzeiten gehen nur

mit Sicherheitsabstand.

Vom Küssen wird abgeraten.

Auch im Iran sind viele Bereiche

des öffentlichen Lebens

wegen der Corona-Epidemie lahmgelegt.

Die Fluggesellschaft Iran Air

setzt alle Flüge nach Europa aus.

Dies sei eine Reaktion

auf die Beschränkungen,

die europäische Fluglinien

vorgenommen hätten.

Die Lufthansa hatte ihre Verbindungen

nach Teheran gestrichen.

Die Zahl der Neuinfektionen im Iran

steigt weiter.

Laut Behörden seien

mehr als 6500 Menschen infiziert.

194 seien gestorben.

Das sind die offiziellen Zahlen.

Viele glauben ihnen nicht,

das Misstrauen ist groß.

Internationale Wissenschaftler

schätzten schon vor knapp zwei Wochen

die Zahlen

um ein Vielfaches höher ein.

Von 100 Abgeordneten,

die sich einem Test unterzogen,

waren über 20 positiv.

Neben einem der engsten Berater

von Revolutionsführer Khamenei

starben weitere Politiker

an Folgen der Viruserkrankung.

Präsident Rohani greift die USA an,

indem er sie auffordert,

die Sanktionen gegen Medikamente

aufzuheben, wenn sie helfen wollen.

Es fehlt an allem:

Desinfektionsmittel, Masken,

Fieberthermometer, Medikamente.

Kranke und ihre Angehörigen

suchen stundenlang Apotheken ab,

um das Nötigste zu bekommen.

Videos von wütenden Menschen

in und vor Krankenhäusern

kursieren im Netz.

Verifizieren können wir sie nicht -

internationale Journalisten

sind kaum mehr vor Ort.

Meine Tochter

arbeitet im Krankenhaus.

Sie zwingen sie,

zur Arbeit zu kommen.

Viele Kollegen weigern sich,

weil sie Angst haben,

sich zu infizieren.

Selbst wenn sie dann

entlassen werden sollen.

Seit zwei Tagen werden auch Straßen

in der Hauptstadt desinfiziert.

Schulen, Universitäten

bleiben bis 4. April geschlossen.

Fast alle Flüge nach und aus dem Iran

sind eingestellt.

Viele fürchten auch die

wirtschaftlichen Folgen für ihr Land.

Die wirtschaftlichen Folgen

der Epidemie in Deutschland

sind heute das Thema

im Koalitionsausschuss.

Spitzen von Union und SPD wollen

über Hilfen für Unternehmen beraten.

Im Gespräch ist,

Hürden für die Kurzarbeit zu senken.

Gesundheitsminister Spahn schrieb:

Absagen von Großveranstaltungen

hätten wirtschaftliche Folgen

für Handwerker, Gastronomen

oder Dienstleister.

Der Deutsche Städtetag

forderte einen Hilfsfonds für Firmen,

die in finanzielle Schwierigkeiten

wegen des Virus geraten.

Mehr Fälle von Schwarzarbeit

und illegaler Beschäftigung

wurden im vergangenen Jahr

in der Baubranche aufgedeckt.

Die Funke-Mediengruppe beruft sich

auf das Bundesfinanzministerium.

Die Zahl der Strafverfahren

stieg um 20 Prozent.

Der Gesamtschaden

durch hinterzogene Steuern

und nicht gezahlte Sozialabgaben

sei leicht zurückgegangen.

Bundeskanzlerin Merkel wirbt dafür,

dass Männer sich stärker

in die Familienarbeit einbringen,

etwa in Pflege oder Kindererziehung.

Nur so könne die gleichberechtigte

Teilhabe im Erwerbsleben

erreicht werden, sagte sie anlässlich

des Internationalen Frauentags.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

ist eine Herausforderung für Eltern.

Ruth Flosdorff und ihr Mann arbeiten

in Führungspositionen bei Siemens.

Sie haben zwei Töchter.

Flosdorff engagiert sich

im Frauennetzwerk ihres Arbeitgebers.

Und sie engagiert sich

bei den "working moms".

Das ist ein bundesweites Netzwerk

für Frauen,

die Karriere und Familie

miteinander verbinden.

Diese Vernetzung ist extrem wichtig.

Sich mit Gleichgesinnten

auszutauschen.

Sich gemeinsam

dafür stark zu machen,

damit es Wirklichkeit wird,

Beruf und Familie zu vereinbaren.

Das geht nur mit Disziplin

und guter Organisation.

Flosdorff und ihr Mann

teilen sich alle Aufgaben.

Die Kinder-Tagesstätte

hat Öffnungszeiten bis 18 Uhr.

Dass Mütter arbeiten, sei normal,

sagen die Wissenschaftler.

Aber nur selten kämen sie

in Führungspositionen.

Wer einmal in die Teilzeit geht,

kommt da schwer wieder raus.

Teilzeit sendet immer ein Signal,

dass die Karriere

eher zweitrangig bleibt.

Gemeinsam sollten sich Mütter mutig

für ihre Berufswünsche einsetzen.

So lautet das Credo

von Ruth Flosdorff.

Weltweit demonstrieren Frauen heute

für Gleichberechtigung.

Forderungen nach Chancengleichheit

im Arbeitsleben

spielen in Europa

eine wichtige Rolle.

Im muslimisch geprägten Pakistan

kämpfen Aktivistinnen gegen Gewalt.

Frauen werden in dem Land

die Opfer von "Ehrenmorden".

In Lahore gingen Frauen

auf die Straße -

unter schwierigen Bedingungen

und nicht ohne Gegenprotest.

Diese Frauen sind mutig.

Sie wurden bedroht und davor gewarnt,

zu demonstrieren.

Nicht nur im pakistanischen Lahore -

im ganzen Land.

Trotz Einschüchterung

sind sie hier.

"Eigene Entscheidungen

sind unser Recht."

So heißt es auf den Plakaten.

Gewalt und Unterdrückung der Frauen

sind nicht länger hinnehmbar.

Das ist nachgewiesen in Berichten

der Menschenrechtskommission.

Aktivisten für Homosexuellen-Rechte

nehmen ebenfalls teil.

Die konservativ-islamische Partei

Jamaat-e-Islami

wollte die Demo

per Gerichtsentscheid verbieten.

Das Oberste Gericht in Lahore

ließ den Marsch zu.

"Wir sind der Stolz der Nation",

sagen

diese konservativ-islamischen Frauen.

Sie riefen zum Gegenprotest auf.

Der Koran und die Familien

regelten die Gleichberechtigung.

Wir protestieren im ganzen Land

und zeigen unsere Solidarität.

Wir stehen

für die Rechte der Frauen ein.

Starke Frauen, aber kein Feminismus.

Die Anerkennung

von Schwulen und Lesben gehöre nicht

zu einer islamischen Gesellschaft.

Gleichberechtigung ist ein Thema,

das die Gesellschaft spaltet.

Idlib ist die letzte Hochburg

islamistischer Rebellen in Syrien.

Die Truppen von Machthaber Assad

wollen die Region zurückzuerobern.

Unterstützt werden sie

von russischen Verbündeten.

Die humanitäre Lage ist katastrophal.

Zehntausende Menschen sind geflohen

in Richtung der türkischen Grenze.

Seit Donnerstag gilt eine Waffenruhe.

Vereinbart haben sie die Präsidenten

von Russland und der Türkei.

In Damaskus ist Alexander Stenzel.

Wie stabil

ist die vereinbarte Waffenruhe?

Die Waffenruhe hält.

Aber ein russischer Stützpunkt wurde

von Aufständischen angegriffen.

Das hatte Gefechte zur Folge.

Die Waffenruhe ist also

eine relative Waffenruhe.

Nicht alle Gruppierungen

sind eingeschlossen.

Die Frage ist,

wie lange das funktioniert.

Skepsis ist angebracht.

Präsident Assad hat gesagt:

Die Türken seien Besatzer.

Wen sie sich nicht zurückziehen,

will er Gewalt anwenden.

Weiß man, wie viele Flüchtlinge

sich auf den Weg gemacht haben?

Wir beobachten seit Monaten

eine Bewegung nach Norden.

Die syrischen Truppen

sind weiter nach Norden gerückt.

Wichtig ist, dass erst einmal

die Waffen schweigen.

Dann können die Menschen

auf ihrem Weg versorgt werden.

Erstmals in seiner Geschichte

wird der Libanon

Zahlungsverpflichtungen

nicht nachkommen.

In einer Fernsehansprache erklärte

Ministerpräsident Diab gestern:

Man werde eine fällige Anleihe

in Höhe von einer Milliarde Euro

nicht zurückzahlen.

Diab strebt Verhandlungen

mit Gläubigern an.

Die Krise im Libanon

verschärft sich seit Monaten.

Auch am Wochenende gab es Proteste -

auch gegen die Korruption.

Früher verkaufte Maurice Geagea

400 Sandwiches pro Tag.

Heute sind es nur noch vier.

Der 65-Jährige lebt vom Ersparten.

Den Laden

wird er wohl bald aufgeben müssen.

So wie viele in Beirut.

Wir sind in diesem Industrieviertel

seit 40 Jahren, seit 1979.

Selbst im Bürgerkrieg

war es nicht so schlecht wie jetzt.

Der Libanon im freien Fall.

Jede zehnte Firma musste schließen,

auch Hunderte Restaurants.

220.000 Angestellte

wurden seit November entlassen.

Anderen werden die Löhne

um bis zu 50 Prozent gekürzt.

Viele können sich die Miete

nicht mehr leisten.

Die Zahl der Obdachlosen steigt.

Folge der bislang schwersten

Wirtschaftskrise

und exzessiver Staatsverschuldung.

Banken stehen vor dem Kollaps,

Reserven gehen aus.

Nur noch etwa 100 Dollar

können Kunden pro Woche abheben.

Im Fernsehen kündigt

Ministerpräsident Diab gestern an,

einen fälligen Kredit

nicht zurückzuzahlen.

Erstmals

in der Geschichte des Landes.

Der Zahlungsausfall wird es

dem Libanon sehr schwer machen,

noch Kredite

aus dem Ausland zu bekommen.

Die brauchen wir, um elementare

Güter importieren zu können.

Eine Bankrotterklärung,

glauben viele.

Sie wollen nicht ausbaden, was ihnen

korrupte Politiker eingebrockten.

Es bleibt ihnen wohl keine Wahl.

Sechs Jahre

ist der mutmaßliche Absturz

einer Maschine

der Malaysia Airlines her.

Chinesische Angehörige von Opfern

forderten nun,

die Suche nach dem Wrack

wieder aufzunehmen.

Bisher wurden nur einzelne Teile

entdeckt und die Suche eingestellt.

Das Schicksal von Flug MH370

gilt als eines der größten Rätsel

der modernen Luftfahrt.

Die Maschine war am 8. März 2014 auf

dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking

von den Radarschirmen verschwunden.

Beim Biathlon-Weltcup

im tschechischen Nove Mesto

ist Franziska Preuß im Massenstart

auf Platz drei gelaufen.

Es gewann Tiril Eckhoff aus Norwegen

vor Hanna Öberg aus Schweden.

Der Massenstart

wurde wegen des Corona-Virus

unter Ausschluss der Öffentlichkeit

ausgetragen.

Nach dem ersten Schießen hatten sich

acht Läuferinnen abgesetzt.

Darunter war auch Denise Herrmann.

Sie erlaubte sich zwei Fehler

beim zweiten Schießen.

Nach zwei Strafrunden hatte sie

einen Rückstand von einer Minute.

100 Zuschauer verfolgten das Rennen

hinter den Absperrungen.

Tiril Eckhoff setzte sich ab.

Null Fehler beim Schießen erbrachten

einen komfortablen Vorsprung.

Hinter Eckhoff

wurden viele Fehler geschossen.

Franziska Preuß profitierte davon.

Mit einem schnellen letzten Schießen

verbesserte sie sich auf Platz drei.

Sie verteidigte die Position

auf der Schlussrunde.

Es ist ihr bestes Ergebnis

in diesem Winter.

Die Wetteraussichten:

Heute im Osten und Süden

länger Sonne.

Sonst mal mehr, mal weniger Wolken

und zeitweise Regen.

Gegen Abend wird der Regen

im Westen kräftiger.

In der Nacht von Brandenburg

bis Bayern teils klar.

Regional fällt Regen,

morgens auch im Osten.

Im Westen lockert es auf.

Die tagesschau

meldet sich wieder um 17.15 Uhr.

Ihnen einen schönen Tag.

Copyright Untertitel: NDR 2020