NDR Info: Die Nachrichten: 09.03.2026
NDR Info, die Nachrichten für den Norden. Um 6:29 mit Astrid Vits.
Nach dem knappen Sieg der Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg will ihr Spitzenkandidat Özdemir neuer Ministerpräsident werden. Damit lehnte er Forderungen aus der CDU zurück, die Amtszeit als Regierungschef zwischen beiden Parteien aufzuteilen. Aus der NDR Nachrichtenredaktion Jonas Valentin Weber:
Die Situation ist einfach zu ernst für Quatsch aller Art, so Özdemir wörtlich. Er verwies auf die politische Tradition, wonach die Partei mit den meisten Stimmen den Regierungschef für die gesamte Wahlperiode stelle und die CDU sei eine Partei, die Tradition pflege, sagte Özdemir. Hintergrund ist, dass Grüne und CDU laut dem vorläufigen Wahlergebnis nur 0,5 Prozentpunkte auseinander liegen. Damit haben beide Parteien im Landtag gleich viele Sitze. Der Spitzenkandidat der CDU, Hagel, kündigte schon harte Verhandlungen mit den Grünen an. Dass das bisherige grünschwarze Bündnis in Baden-Württemberg weitermache, sei kein Automatismus.
Fünf Monate nach dem gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern gibt es in dem Fall eine Anklage. Die Staatsanwaltschaft hat die Frau angeklagt, die seit November in Untersuchungshaft sitzt. Dabei handelte es sich um die Ex-Freundin von Fabians Vater. Carolin Beyer in Rostock zur Frage, was ihr genau vorgeworfen wird:
Die Anklage lautet heimtückischer Mord aus niedrigen Beweggründen. Gina H, also die Ex-Freundin des Vaters, soll wohl am 10. Oktober 2025 zu dem Haus gegangen sein, in dem Fabian gelebt hat. Dann soll sie ihn aus dem Haus unter einem Vorwand gelockt haben und anschließend ist sie, so sagen es die Ermittler, gemeinsam mit ihm in ihrem Auto zu einem Feld in die Nähe von Klein Upahl gefahren und dort soll sie ihn mit mindestens 6 Messerstichen getötet haben. Und um die Spuren zu beseitigen, soll sie die Leiche von Fabian mit Hilfe eines Brandbeschleunigers angezündet haben.
Unionsfraktionschef Spahn muss sich wegen umstrittener Maskenkäufe in seiner Zeit als Bundesgesundheitsminister nicht vor Gericht verantworten. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft hat das Verfahren eingestellt. Demnach gibt es keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine Straftat. Laut Bundesrechnungshof hatte das Gesundheitsministerium zu Beginn der Corona-Pandemie unter Spahns Leitung Schutzmasken im Wert von fast 6 Milliarden Euro bestellt. Mehr als die Hälfte der Masken wurde später vernichtet. Spahn war im Zusammenhang mit der Beschaffung unter anderem Vorteilsnahme und Untreue vorgeworfen worden.
Die G7-Staaten haben eine Freigabe ihrer Ölreserven vorerst abgelehnt. Der französische Finanzminister Lescure sagte, wörtlich, wir sind noch nicht so weit. Er äußerte sich nach einer Videokonferenz mit seinen Kollegen aus Deutschland, den USA, Japan, Kanada, Großbritannien und Italien. Der französische Minister erklärte zugleich, in den kommenden Wochen sei eine Freigabe aber denkbar. Die Teilnehmer hätten vereinbart, bei Bedarf alle notwendigen Instrumente einzusetzen, um den Markt zu stabilisieren, einschließlich einer möglichen Freigabe der nötigen Lagerbestände. Die Öl- und Gaspreise sind infolge des Iran-Kriegs in die Höhe geschnellt.
In der Türkei hat der Korruptionsprozess gegen den abgesetzten Istanbuler Oberbürgermeister İmamoğlu begonnen. Die Verhandlung wurde allerdings bereits nach kurzer Zeit unterbrochen. Aus Istanbul Uwe Lueb:
Die Angeklagten wurden aus dem Gerichtssaal geführt. Zuvor hatten Zuschauer versucht, İmamoğlu auf seinem Weg in den Saal zu filmen. Ordnungskräfte haben das unterbunden. Der CHP-Vorsitzende Özel sprach vor der Verhandlung von einem Komplott-Prozess und einem Putschversuch von Präsident Erdogan gegen die nächste Regierung. İmamoğlu gilt als aussichtsreichster Herausforderer Erdogans. Nach Ansicht der CHP will die Regierung İmamoğlu als möglichen Kandidaten verhindern. Wird er rechtskräftig verurteilt, kann er bei der Präsidentschaftswahl nicht antreten. İmamoğlu und etwas mehr als 400 weiteren Angeklagten wird vorgeworfen, die Stadt Istanbul systematisch betrogen zu haben. Die Rede ist von einem Schaden von rund 3 Milliarden Euro.
Nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Lüttich in Belgien ermittelt die belgische Bundesstaatsanwaltschaft. Ministerpräsident De Wever spricht von einer antisemitischen Tat. Aus Brüssel Helga Schmidt:
Der Anschlag habe sich direkt gegen die jüdische Gemeinde in Belgien gerichtet. Über Täter und einen möglichen politischen Hintergrund gibt es noch keine Information. Die Ermittlungen wurden heute Morgen sofort von der zentralen Bundesstaatsanwaltschaft übernommen. Das ist in Belgien üblicherweise dann der Fall, wenn es einen Verdacht auf Terrorismus oder auf organisierte Kraft Kriminalität gibt. Auch die Polizei hatte sofort ihre Antiterror-Einheiten an den Ort des Anschlags geschickt. Gegen vier Uhr früh kam es zu der Explosion vor der Lütticher Synagoge. Durch die Wucht der Explosion gingen Fenster zu Bruch, auch in der Nachbarschaft. Verletzt wurde niemand. Das Stadtzentrum von Lüttich ist weiträumig abgesperrt.
Das waren die Nachrichten.