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2021 Tagesschau, tagesschau 30.12.2021, 17:00 Uhr - Claus-Erich Boetzkes - ich gehe in den Ruhestand.

tagesschau 30.12.2021, 17:00 Uhr - Claus-Erich Boetzkes - ich gehe in den Ruhestand.

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau.

Diese Sendung wurde vom NDR live untertitelt (30.12.2021)

Heute im Studio: Claus-Erich Boetzkes

Guten Tag, meine Damen und Herren, willkommen zur tagesschau.

Es ist ein Dilemma:

Die gemeldeten Infektionszahlen trügen wahrscheinlich.

Sie gehen seit geraumer Zeit zurück,

aber die Ansteckungsgefahr steigt offenbar,

weil sich die Omikron-Variante schnell ausbreitet.

Gesundheitsminister Lauterbach hält Quarantäne-Lockerungen für möglich,

um Personalengpässe in wichtigen Bereichen zu vermeiden.

Derzeit sollen Infizierte und Kontaktpersonen

14 Tage in Quarantäne.

Zwei Partys an Weihnachten in dieser Disco in Henstedt-Ulzburg

in Schleswig-Holstein - hier alte Aufnahmen.

820 Menschen feierten ohne Masken, ohne Abstand.

Die 2G-Plus-Regel wurde laut Behörden gewissenhaft umgesetzt.

Trotzdem gibt es unter den Gästen mittlerweile sieben Omikron-Fälle.

Auch nach einer Weihnachtsparty auf Sylt

wurde bei zwölf Gästen Omikron nachgewiesen.

Schon vor Weihnachten war Omikron

in Schleswig-Holstein die dominierende Variante.

Auch in Bremen und Hamburg steigt die Zahl der Omikron-Fälle.

Die Nähe zu Skandinavien könnte durchaus eine Rolle spielen.

Dort ist Omikron sehr dominant.

Ein Virus macht nicht Halt vor der Grenze.

Die Inzidenz in Dänemark liegt heute bei 1737.

In Deutschland liegt sie bei 207 - ein leichter Anstieg.

Doch die Ruhe trügt:

Weniger Tests über die Feiertage, langsame Meldeketten.

Die tatsächliche Inzidenz dürfte laut Gesundheitsminister

zwei- oder dreimal höher sein als die offiziellen Zahlen.

Der ARD sagte Lauterbach:

Die Welle rollt mit voller Wucht an.

Ich rechne fest damit,

dass wir die Kontaktbeschränkungen nachschärfen müssen.

Wie mit der neuen Lage umzugehen ist, will die Politik

beim Bund-Länder-Treffen am 7. Januar beraten.

Seit einem Jahr gehört Großbritannien nun nicht mehr zur EU.

Doch von den Vorteilen, mit denen für den Brexit geworben wurde,

ist wenig zu sehen.

Stattdessen gibt es Lieferengpässe.

Die umständlichen Zoll-Prozeduren bremsen den Warenverkehr.

Und wegen der strengeren Visa-Regeln fehlen Mitarbeiter

vor allem im Servicebereich.

Viele ehemalige Brexit-Befürworter sind heute ernüchtert.

Vor genau einem Jahr verabschiedete Johnson

seinen Brexit-Deal endgültig und euphorisch.

Wir haben den Brexit durchgezogen.

Lasst uns diese Chance ergreifen!

Stattdessen folgt Krise auf Krise.

Das Chaos an den Grenzen legt sich, weil keiner mehr kommt.

Die Folge davon aber:

Leere Supermarktregale, monatelang fehlen Zehntausende Lkw-Fahrer.

Mehr als 200.000 EU-Bürger haben bis heute Großbritannien verlassen -

den Arbeitskräftemangel spürt die Gastronomie.

Viele Restaurants öffnen nur noch tageweise.

Es ist ein Desaster.

Ich bin nicht die Einzige, der es so geht.

Ich kenne niemanden in der Branche,

der den Brexit noch für eine gute Idee hält.

Laut der unabhängigen Aufsichtsbehörde OBR

ist 2020 das britische Bruttoinlandsprodukt um 4 % gefallen.

Letzten Umfragen zufolge denken heute 60 % der Briten,

der Brexit habe ihnen eher geschadet.

Auch viele Befürworter.

Für das Land ist das nicht so gut.

Aber wir haben dafür gestimmt und müssen das Beste draus machen.

Auch nach dem ersten schwierigen Jahr ist also in Sachen Brexit

von der britischen Regierung vorerst keine Kursänderung zu erwarten.

"Schwierig" ist auch das Stichwort für einen anderen Themenkomplex:

Die Beziehungen des Westens mit Russland,

v.a. seit Putin in großem Stil Truppen aufmarschieren ließ

an der Grenze zur Ukraine.

Darüber wollen er und sein US-Amtskollege Biden

am Abend am Telefon sprechen.

Biden hat harte Sanktionen angedroht,

sollte russisches Militär erneut in die Ukraine vordringen.

Trotz der Corona-Krise schließt die Börse das Jahr

mit einem satten Gewinn ab:

Der DAX steht 16 % höher als vor einem Jahr -

obwohl damals viele vor einer Blase gewarnt haben.

Doch die extrem lockere Geldpolitik der EZB

mit Null- und sogar Negativzinsen lässt Anlegern kaum eine Wahl.

Wenig Bewegung auf dem Parkett zum Jahresende.

Der Handel ist ruhig und schließt bei 15.900 Punkten.

Trotz Corona, Lieferengpässen und der weltweit gestiegenen Energienachfrage

schließt der DAX 2021 mit Gewinn.

Im Januar startete der Deutsche Leitindex bei rund 13.700 Punkten.

Zwölf Monate später sind es nicht mehr die 16.200 Punkte vom November,

aber an der Börse ist man immer noch zufrieden.

Das Börsenjahr 2021 war ein gutes Jahr.

Unterm Strich stehen etwa 16 % plus beim DAX.

Es hat sich viel getan,

mehrere Male über die 16.000 Punkte-Marke gestiegen.

An Aktien kam man nicht vorbei, wenn man Rendite haben wollte.

Die Wirtschaft stand im Zeichen von Corona:

Produktionsprobleme auf der einen Seite,

große Nachfrage in Chemie und Pharma auf der anderen.

Krisengewinner waren bis Mitte des Jahres

die Stay-at-Home-Aktien wie Essensdienste.

Und die Verlierer waren die TUI, die Lufthansa,

Aktien, die mit der Reisebranche zu tun haben.

Der Ausblick auf 2022 bleibt unsicher.

Nicht nur die Corona-Entwicklung dürfte eine Rolle spielen.

Sondern auch,

ob die EZB bei ihrer Politik des billigen Geldes bleibt.

Weil es auf Bankguthaben keine Zinsen mehr gibt,

könnten auch 2022 Aktien eine Alternative sein.

Aber auch wenn immer mehr Jüngere mit Aktien handeln -

die Mehrheit der Deutschen besitzt kein Aktiendepot.

Seit Jahren steigt der DAX unaufhörlich.

Schon bei 8000 Punkten fragten sich viele,

wie lange das weitergeht.

Bei 12.000 Punkten wurden erneut viele skeptisch.

Jetzt stehen wir bei fast 16.000 Punkten.

Bettina Seidl:

Wie lang soll und kann das so weitergehen?

Experten sagen, das geht so weiter.

Vielleicht nicht im selben Tempo, also nicht prozentual zweistellig,

aber aufwärts.

Anleger haben keine wirkliche Alternative.

Es gibt höchstens kleine Zinsen, und die frisst die Inflation auf.

Experten erwarten, dass Investoren weiter Aktien kaufen.

Das treibt die Kurse.

Heute war aber nicht viel drin.

Der DAX dieses Jahr knapp 16 Prozent zugelegt.

An der Börse ist jetzt Feierabend für dieses Jahr.

Nicht für immer - wie bei Ihnen, Herr Boetzkes.

Wir werden Sie vermissen.

Alles Gute vom ganzen Börsenteam.

Wir wünschen allzeit gute Kurse.

Und: Der Goldpreis steht bei 1795 Dollar.

Ganz reizend, Bettina Seidl, vielen herzlichen Dank.

Ausgediente Elektro-Kleingeräte wie Handys oder Rasierer

landen oft in Schubladen oder im Hausmüll.

So gehen Rohstoffe verloren und der Elektroschrott belasten die Umwelt.

Deshalb müssen ab 2022 Supermärkte, Discounter und Online-Händler

Geräte annehmen und dem Recycling zuführen.

Für größere Geräte wie Fernseher gilt das nur, wenn ein neues gekauft wird.

Sie haben im Müll nichts verloren:

Elektrische Zahnbürsten, Taschenrechner, Haartrockner.

Je nach Ladengröße und Sortiment müssen Discounter und Supermärkte

in Zukunft kleinere Elektrogeräte annehmen.

Discounter verkaufen viele Geräte als Aktionsware.

Es wird mehr Sammelstellen geben,

die Rückgabe wird so einfach sein wie bei Batterien.

Bis zum 1. Juli hat der Einzelhandel Zeit,

die Infrastruktur anzupassen.

Es gibt dann im Handel 25.000 neue Rücknahmestellen.

Das ist auch eine Belastung für den Lebensmitteleinzelhandel.

Noch immer lande zu wenig Elektroschrott auf dem Wertstoffhof,

so die Deutsche Umwelthilfe.

Trotz einer EU-weiten Quote, die vorschreibt, wie viele Altgeräte

im Verhältnis zu Neugeräten gesammelt werden müssten.

Deutschland erreicht nur 44 Prozent Sammelquote,

laut EU verpflichtend sind aber 65 Prozent.

Ein krasser Unterschied.

Deutschland droht da ein teures EU-Vertragsverletzungsverfahren.

Und für Verbraucher und Umwelt wird echter Schaden hervorgerufen.

Auch Online-Händler sollen künftig Elektroschrott

kostenlos und unkompliziert zurücknehmen und recyceln.

An der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW

habe man die Folgen des Klimawandels sehen können, so der DWD.

In einigen Gegenden Deutschlands gab es 2021 zu viel Wasser,

in anderen zu wenig.

Der DWD hat in 2000 Messstationen bundesweit Daten aufgezeichnet

und stellte heute seine vorläufige Jahresbilanz vor.

30. Dezember – und doch gefühlter Frühling. Fast 16 Grad sind es am Nachmittag in Köln,

Deutschlands wärmster Stadt übers Jahr gesehen.

T-Shirts auch in Frankfurt am Main bei fast 17 Grad.

Es ist zu warm - heute wie im gesamten Jahr.

Die Jahresdurchschnittstemperatur, ermittelt von 1961 bis '90,

liegt in Deutschland bei 8,2 Grad.

Die vergangenen Jahre lagen alle darüber - 2021 um rund ein Grad.

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen,

Regenfälle können heftiger ausfallen.

Wie dieses Jahr in NRW und Rheinland-Pfalz geschehen.

Studien haben gezeigt:

Die Wahrscheinlichkeit, im Zuge des Klimawandels,

für solche Wetterlagen hat um 20 % zugenommen.

Vom Deutschen Wetterdienst heißt es:

Im Jahr 2021 habe man die Folgen des Klimawandels erleben können.

In den vergangenen Jahren war es zu trocken.

2021 gab es eine leicht überdurchschnittliche Regenmenge -

gut für die Wälder.

Es ist schon leicht feucht, die Verhältnisse haben sich gebessert,

aber es langt noch lange nicht.

In den tieferliegenden Bodenschichten sei kaum Feuchtigkeit angekommen,

das Nadelbaumsterben geht weiter.

Neu gepflanzt werden vor allem Laubbäume,

die mit Trockenheit und Wärme besser leben können.

Mit dem Klimawandel besser zurechtkommen.

Die Vertraute des verstorbenen Multimillionärs Epstein,

Ghislaine Maxwell, wurde heute wegen Sexualverbrechen schuldig gesprochen.

Für ein New Yorker Geschworenen-Gericht war es erwiesen,

dass Maxwell über Jahre systematisch Minderjährige rekrutierte,

um sie sexuell zu missbrauchen.

Sie soll das Vertrauen von Mädchen gewonnen und sie ihm zugeführt haben.

Das Strafmaß wird noch festgelegt.

Epstein hatte 2019 im Gefängnis Suizid begangen.

Im Regensburger Dom wurde ist das Dreikönigssingen eingeläutet,

pandemiebedingt mit nur 32 Sternsingern.

Das Motto:

"Gesund werden, gesund bleiben - ein Kinderrecht weltweit".

Im Fokus der Spendenaktion

steht die Gesundheitsversorgung von Kindern in Afrika.

Je nach Bundesland dürfen die Kinder wieder von Haus zu Haus ziehen -

mit Maske und Hygienekonzept.

Morgen an Silvester hat das Wetter viel im Angebot, von Sonne bis Regen.

Die Vorhersage mit den Einzelheiten:

In der Nacht im Norden und Nordosten dichte Wolken mit Regen.

Sonst nur vereinzelt Tropfen.

Zum Teil lockert es auf, örtlich Nebel.

Morgen im Norden meist bedeckt, zeitweise Regen, v.a. am Nachmittag.

Neben Wolken und Nebelfeldern zeigt sich die Sonne,

im Süden auch länger.

Zum Schluss etwas in eigener Sache:

Dieses war, nach fast 25 Jahren, meine letzte tagesschau -

ich gehe in den Ruhestand.

Ich bedanke mich bei Ihnen,

dass Sie mich so oft bei sich zu Gast sein ließen.

Ich bedanke mich bei einem wunderbaren, klugen

und menschlich angenehmen Team, mit dem ich zusammenarbeiten durfte.

Ich gehe deshalb auch mit einem weinenden Auge.

Kleiner Blick noch in die Zukunft:

Es gibt entweder eine ganz pflegeleichte Frisur oder,

ich weiß noch nicht so genau, einen ganz neuen Stil.

Jetzt, wo ich mehr Zeit habe für Wissenschaft, Kunst und Kultur.

Später der Wechsel zum gütigen Opa für meine beiden Enkelinnen.

Und in Würde alt werden, ist dann noch später das Ziel.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und einen schönen Abend.

Die nächste tagesschau sehen Sie wie gewohnt um 20 Uhr.

Copyright Untertitel: NDR 2021


tagesschau 30.12.2021, 17:00 Uhr - Claus-Erich Boetzkes - ich gehe in den Ruhestand. tagesschau 30.12.2021, 17:00 Uhr - Claus-Erich Boetzkes - I am retiring.

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau.

Diese Sendung wurde vom NDR live untertitelt (30.12.2021)

Heute im Studio: Claus-Erich Boetzkes

Guten Tag, meine Damen und Herren, willkommen zur tagesschau.

Es ist ein Dilemma:

Die gemeldeten Infektionszahlen trügen wahrscheinlich.

Sie gehen seit geraumer Zeit zurück,

aber die Ansteckungsgefahr steigt offenbar,

weil sich die Omikron-Variante schnell ausbreitet.

Gesundheitsminister Lauterbach hält Quarantäne-Lockerungen für möglich,

um Personalengpässe in wichtigen Bereichen zu vermeiden.

Derzeit sollen Infizierte und Kontaktpersonen

14 Tage in Quarantäne.

Zwei Partys an Weihnachten in dieser Disco in Henstedt-Ulzburg

in Schleswig-Holstein - hier alte Aufnahmen.

820 Menschen feierten ohne Masken, ohne Abstand.

Die 2G-Plus-Regel wurde laut Behörden gewissenhaft umgesetzt.

Trotzdem gibt es unter den Gästen mittlerweile sieben Omikron-Fälle.

Auch nach einer Weihnachtsparty auf Sylt

wurde bei zwölf Gästen Omikron nachgewiesen.

Schon vor Weihnachten war Omikron

in Schleswig-Holstein die dominierende Variante.

Auch in Bremen und Hamburg steigt die Zahl der Omikron-Fälle.

Die Nähe zu Skandinavien könnte durchaus eine Rolle spielen.

Dort ist Omikron sehr dominant.

Ein Virus macht nicht Halt vor der Grenze.

Die Inzidenz in Dänemark liegt heute bei 1737.

In Deutschland liegt sie bei 207 - ein leichter Anstieg.

Doch die Ruhe trügt:

Weniger Tests über die Feiertage, langsame Meldeketten.

Die tatsächliche Inzidenz dürfte laut Gesundheitsminister

zwei- oder dreimal höher sein als die offiziellen Zahlen.

Der ARD sagte Lauterbach:

Die Welle rollt mit voller Wucht an.

Ich rechne fest damit,

dass wir die Kontaktbeschränkungen nachschärfen müssen.

Wie mit der neuen Lage umzugehen ist, will die Politik

beim Bund-Länder-Treffen am 7. Januar beraten.

Seit einem Jahr gehört Großbritannien nun nicht mehr zur EU.

Doch von den Vorteilen, mit denen für den Brexit geworben wurde,

ist wenig zu sehen.

Stattdessen gibt es Lieferengpässe.

Die umständlichen Zoll-Prozeduren bremsen den Warenverkehr.

Und wegen der strengeren Visa-Regeln fehlen Mitarbeiter

vor allem im Servicebereich.

Viele ehemalige Brexit-Befürworter sind heute ernüchtert.

Vor genau einem Jahr verabschiedete Johnson

seinen Brexit-Deal endgültig und euphorisch.

Wir haben den Brexit durchgezogen.

Lasst uns diese Chance ergreifen!

Stattdessen folgt Krise auf Krise.

Das Chaos an den Grenzen legt sich, weil keiner mehr kommt.

Die Folge davon aber:

Leere Supermarktregale, monatelang fehlen Zehntausende Lkw-Fahrer.

Mehr als 200.000 EU-Bürger haben bis heute Großbritannien verlassen -

den Arbeitskräftemangel spürt die Gastronomie.

Viele Restaurants öffnen nur noch tageweise.

Es ist ein Desaster.

Ich bin nicht die Einzige, der es so geht.

Ich kenne niemanden in der Branche,

der den Brexit noch für eine gute Idee hält.

Laut der unabhängigen Aufsichtsbehörde OBR

ist 2020 das britische Bruttoinlandsprodukt um 4 % gefallen.

Letzten Umfragen zufolge denken heute 60 % der Briten,

der Brexit habe ihnen eher geschadet.

Auch viele Befürworter.

Für das Land ist das nicht so gut.

Aber wir haben dafür gestimmt und müssen das Beste draus machen.

Auch nach dem ersten schwierigen Jahr ist also in Sachen Brexit

von der britischen Regierung vorerst keine Kursänderung zu erwarten.

"Schwierig" ist auch das Stichwort für einen anderen Themenkomplex:

Die Beziehungen des Westens mit Russland,

v.a. seit Putin in großem Stil Truppen aufmarschieren ließ

an der Grenze zur Ukraine.

Darüber wollen er und sein US-Amtskollege Biden

am Abend am Telefon sprechen.

Biden hat harte Sanktionen angedroht,

sollte russisches Militär erneut in die Ukraine vordringen.

Trotz der Corona-Krise schließt die Börse das Jahr

mit einem satten Gewinn ab:

Der DAX steht 16 % höher als vor einem Jahr -

obwohl damals viele vor einer Blase gewarnt haben.

Doch die extrem lockere Geldpolitik der EZB

mit Null- und sogar Negativzinsen lässt Anlegern kaum eine Wahl.

Wenig Bewegung auf dem Parkett zum Jahresende.

Der Handel ist ruhig und schließt bei 15.900 Punkten.

Trotz Corona, Lieferengpässen und der weltweit gestiegenen Energienachfrage

schließt der DAX 2021 mit Gewinn.

Im Januar startete der Deutsche Leitindex bei rund 13.700 Punkten.

Zwölf Monate später sind es nicht mehr die 16.200 Punkte vom November,

aber an der Börse ist man immer noch zufrieden.

Das Börsenjahr 2021 war ein gutes Jahr.

Unterm Strich stehen etwa 16 % plus beim DAX.

Es hat sich viel getan,

mehrere Male über die 16.000 Punkte-Marke gestiegen.

An Aktien kam man nicht vorbei, wenn man Rendite haben wollte.

Die Wirtschaft stand im Zeichen von Corona:

Produktionsprobleme auf der einen Seite,

große Nachfrage in Chemie und Pharma auf der anderen.

Krisengewinner waren bis Mitte des Jahres

die Stay-at-Home-Aktien wie Essensdienste.

Und die Verlierer waren die TUI, die Lufthansa,

Aktien, die mit der Reisebranche zu tun haben.

Der Ausblick auf 2022 bleibt unsicher.

Nicht nur die Corona-Entwicklung dürfte eine Rolle spielen.

Sondern auch,

ob die EZB bei ihrer Politik des billigen Geldes bleibt.

Weil es auf Bankguthaben keine Zinsen mehr gibt,

könnten auch 2022 Aktien eine Alternative sein.

Aber auch wenn immer mehr Jüngere mit Aktien handeln -

die Mehrheit der Deutschen besitzt kein Aktiendepot.

Seit Jahren steigt der DAX unaufhörlich.

Schon bei 8000 Punkten fragten sich viele,

wie lange das weitergeht.

Bei 12.000 Punkten wurden erneut viele skeptisch.

Jetzt stehen wir bei fast 16.000 Punkten.

Bettina Seidl:

Wie lang soll und kann das so weitergehen?

Experten sagen, das geht so weiter.

Vielleicht nicht im selben Tempo, also nicht prozentual zweistellig,

aber aufwärts.

Anleger haben keine wirkliche Alternative.

Es gibt höchstens kleine Zinsen, und die frisst die Inflation auf.

Experten erwarten, dass Investoren weiter Aktien kaufen.

Das treibt die Kurse.

Heute war aber nicht viel drin.

Der DAX dieses Jahr knapp 16 Prozent zugelegt.

An der Börse ist jetzt Feierabend für dieses Jahr.

Nicht für immer - wie bei Ihnen, Herr Boetzkes.

Wir werden Sie vermissen.

Alles Gute vom ganzen Börsenteam.

Wir wünschen allzeit gute Kurse.

Und: Der Goldpreis steht bei 1795 Dollar.

Ganz reizend, Bettina Seidl, vielen herzlichen Dank.

Ausgediente Elektro-Kleingeräte wie Handys oder Rasierer

landen oft in Schubladen oder im Hausmüll.

So gehen Rohstoffe verloren und der Elektroschrott belasten die Umwelt.

Deshalb müssen ab 2022 Supermärkte, Discounter und Online-Händler

Geräte annehmen und dem Recycling zuführen.

Für größere Geräte wie Fernseher gilt das nur, wenn ein neues gekauft wird.

Sie haben im Müll nichts verloren:

Elektrische Zahnbürsten, Taschenrechner, Haartrockner.

Je nach Ladengröße und Sortiment müssen Discounter und Supermärkte

in Zukunft kleinere Elektrogeräte annehmen.

Discounter verkaufen viele Geräte als Aktionsware.

Es wird mehr Sammelstellen geben,

die Rückgabe wird so einfach sein wie bei Batterien.

Bis zum 1. Juli hat der Einzelhandel Zeit,

die Infrastruktur anzupassen.

Es gibt dann im Handel 25.000 neue Rücknahmestellen.

Das ist auch eine Belastung für den Lebensmitteleinzelhandel.

Noch immer lande zu wenig Elektroschrott auf dem Wertstoffhof,

so die Deutsche Umwelthilfe.

Trotz einer EU-weiten Quote, die vorschreibt, wie viele Altgeräte

im Verhältnis zu Neugeräten gesammelt werden müssten.

Deutschland erreicht nur 44 Prozent Sammelquote,

laut EU verpflichtend sind aber 65 Prozent.

Ein krasser Unterschied.

Deutschland droht da ein teures EU-Vertragsverletzungsverfahren.

Und für Verbraucher und Umwelt wird echter Schaden hervorgerufen.

Auch Online-Händler sollen künftig Elektroschrott

kostenlos und unkompliziert zurücknehmen und recyceln.

An der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW

habe man die Folgen des Klimawandels sehen können, so der DWD.

In einigen Gegenden Deutschlands gab es 2021 zu viel Wasser,

in anderen zu wenig.

Der DWD hat in 2000 Messstationen bundesweit Daten aufgezeichnet

und stellte heute seine vorläufige Jahresbilanz vor.

30\\. Dezember – und doch gefühlter Frühling. Fast 16 Grad sind es am Nachmittag in Köln,

Deutschlands wärmster Stadt übers Jahr gesehen.

T-Shirts auch in Frankfurt am Main bei fast 17 Grad.

Es ist zu warm - heute wie im gesamten Jahr.

Die Jahresdurchschnittstemperatur, ermittelt von 1961 bis '90,

liegt in Deutschland bei 8,2 Grad.

Die vergangenen Jahre lagen alle darüber - 2021 um rund ein Grad.

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen,

Regenfälle können heftiger ausfallen.

Wie dieses Jahr in NRW und Rheinland-Pfalz geschehen.

Studien haben gezeigt:

Die Wahrscheinlichkeit, im Zuge des Klimawandels,

für solche Wetterlagen hat um 20 % zugenommen.

Vom Deutschen Wetterdienst heißt es:

Im Jahr 2021 habe man die Folgen des Klimawandels erleben können.

In den vergangenen Jahren war es zu trocken.

2021 gab es eine leicht überdurchschnittliche Regenmenge -

gut für die Wälder.

Es ist schon leicht feucht, die Verhältnisse haben sich gebessert,

aber es langt noch lange nicht.

In den tieferliegenden Bodenschichten sei kaum Feuchtigkeit angekommen,

das Nadelbaumsterben geht weiter.

Neu gepflanzt werden vor allem Laubbäume,

die mit Trockenheit und Wärme besser leben können.

Mit dem Klimawandel besser zurechtkommen.

Die Vertraute des verstorbenen Multimillionärs Epstein,

Ghislaine Maxwell, wurde heute wegen Sexualverbrechen schuldig gesprochen.

Für ein New Yorker Geschworenen-Gericht war es erwiesen,

dass Maxwell über Jahre systematisch Minderjährige rekrutierte,

um sie sexuell zu missbrauchen.

Sie soll das Vertrauen von Mädchen gewonnen und sie ihm zugeführt haben.

Das Strafmaß wird noch festgelegt.

Epstein hatte 2019 im Gefängnis Suizid begangen.

Im Regensburger Dom wurde ist das Dreikönigssingen eingeläutet,

pandemiebedingt mit nur 32 Sternsingern.

Das Motto:

"Gesund werden, gesund bleiben - ein Kinderrecht weltweit".

Im Fokus der Spendenaktion

steht die Gesundheitsversorgung von Kindern in Afrika.

Je nach Bundesland dürfen die Kinder wieder von Haus zu Haus ziehen -

mit Maske und Hygienekonzept.

Morgen an Silvester hat das Wetter viel im Angebot, von Sonne bis Regen.

Die Vorhersage mit den Einzelheiten:

In der Nacht im Norden und Nordosten dichte Wolken mit Regen.

Sonst nur vereinzelt Tropfen.

Zum Teil lockert es auf, örtlich Nebel.

Morgen im Norden meist bedeckt, zeitweise Regen, v.a. am Nachmittag.

Neben Wolken und Nebelfeldern zeigt sich die Sonne,

im Süden auch länger.

Zum Schluss etwas in eigener Sache:

Dieses war, nach fast 25 Jahren, meine letzte tagesschau -

ich gehe in den Ruhestand.

Ich bedanke mich bei Ihnen,

dass Sie mich so oft bei sich zu Gast sein ließen.

Ich bedanke mich bei einem wunderbaren, klugen

und menschlich angenehmen Team, mit dem ich zusammenarbeiten durfte.

Ich gehe deshalb auch mit einem weinenden Auge.

Kleiner Blick noch in die Zukunft:

Es gibt entweder eine ganz pflegeleichte Frisur oder,

ich weiß noch nicht so genau, einen ganz neuen Stil.

Jetzt, wo ich mehr Zeit habe für Wissenschaft, Kunst und Kultur.

Später der Wechsel zum gütigen Opa für meine beiden Enkelinnen.

Und in Würde alt werden, ist dann noch später das Ziel.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und einen schönen Abend.

Die nächste tagesschau sehen Sie wie gewohnt um 20 Uhr.

Copyright Untertitel: NDR 2021