Bevor Gucci berühmt wurde… | KURZBIOGRAPHIE
Capital Bra will nur noch Gucci tragen
und Katja Krasavice nennt sich selbst ein Gucci-Girl.
Wie kein zweites Modeunternehmen vereint die Marke puren Luxus
und Streetcredibility.
Reiner Zufall? Vielleicht nicht.
Denn der Gucci-Clan hat Storys vorzuweisen,
die die Gangster auf der Straße zum Staunen bringen würden.
Stichwort: Intrigen, Skandale und sogar ein Auftragsmord.
Aber seht selbst.
(Schreibgeräusche)
(Entspannte Musik)
Die Story der weltbekannten Marke beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts
in Italien.
Guccio Gucci wollte von Papas Handwerk nichts wissen.
Nach seiner Lehre zum Sattlermeister
möchte er lieber mal die große weite Welt kennenlernen.
In einem schicken Hotel schlug er sich als Liftboy durch,
wo ihn die wohlhabenden Gäste und ihr feines Auftreten beeindruckten.
Sie brachten ihn auf eine Idee,
Lederstücke für die High Society zu entwerfen.
Als Sattlermeister kannte er sich ja bereits mit dem Material aus,
dachte er sich.
Zurück in seiner Heimat sparte er für sein Vorhaben deshalb jede Lira
und bettelte bei Kredite bei Geldgebern.
Mit Erfolg.
Nur ein Jahr nach seiner Rückkehr konnte der 29-Jährige
seine Werkstatt mit Ladengeschäft eröffnen.
Zuerst fokussierte sich Guccio Gucci auf Reitaccessoires,
Sattel und Gepäckstücke
und machte sich damit zügig einen Namen in der Oberklasse.
Immerhin galt Pferdesport damals als sehr elitär.
Schon bald aber könnte Guccio
aber auch andere Produkte an die Kunden verkaufen,
während drei seiner fünf Söhne
ins immer erfolgreichere Geschäft miteinstiegen.
Der Älteste von ihnen, Aldo, war ein Unternehmertyp.
Er entwickelte nicht nur das ikonische Logo der Marke,
sondern trieb die Expansion Guccis voran.
In den USA vermarktete er das Label als Pionier italienischen Designs.
Die Marke war grade am Höhepunkt ihres Aufstiegs angelangt,
als Padre Guccio 1953 starb.
Das Unternehmen wurde folglich unter den drei Söhnen aufgeteilt,
Aldo aber sollte Kopf der Marke bleiben.
Doch mit dem Tod des Patriarchen be- gann die Makle langsam zu verfallen.
Denn Aldo, der nicht nur Haupterbe von Gucci,
sondern auch ein verheirateter Vater dreier Söhne war,
verliebte sich Hals über Kopf in eine 33 Jahre jüngere Verkäuferin.
Obwohl Ehebruch zu diesem Zeitpunkt in Italien als Verbrechen galt,
sogar mit Gefängnis bestraft wurde,
und das Unternehmen sich keinen Skandal leisten konnte,
begannen die beiden eine Affäre, mir schwerwiegenden Folgen.
Doch zahlte er Bruna nicht nur Unterhalt für die gemeinsame Tochter,
sondern lebte fortan auch ein Doppelleben.
Die Öffentlichkeit erfuhr zunächst nichts davon.
Doch in seiner Familie war Aldos Affäre ein offenes Geheimnis.
Wie schon Guccio führte Aldo seine Söhne in das Familiengeschäft ein
doch war Aldo ein kompromissloser Chef und Vater.
Weil einer von ihnen, Paolo,
seiner Arbeit als Fabrikleiter nicht gerecht wurde,
wurde er nicht nur gefeuert, sondern auch direkt enterbt.
Aus Rache gab Paolo der Steuerbehörde den Tipp,
seinen Vater Aldo einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Mit fatalen Folgen.
Welch Erniedrigung für einen so feinen alten Herr.
Der Imageverlust der Firma nahm weiter Fahrt auf.
Nachdem Aldo wenige Jahre nach seiner Haft gestorben war,
konnte sich sein Neffe Maurizio durch geschickte Aktienkäufe
im Vorstand des Unternehmens breitmachen.
Doch sollte es unter seiner Führung
mit den Skandalen nicht besser werden.
Maurizio heiratete Patrizia Reggiani,
eine Frau, die in Mailands Kreisen La volgarotta genannt wurde.
Schnell wurden Vermutungen laut, Patrizia sei nur hinter dem Geld her.
Schließlich wurde das Paar
dem Ruf als zügellose Gucci-Erben mehr als gerecht.
Das Ansehen der Firma lag am Boden, Gucci verzeichnete Millionenverluste.
Die damalige Kreativdirektorin hatte daher größte Probleme,
einen Designer zu finden,
der die angeschlagene Marke wieder auf Spur bringen sollte.
Ein junger Mann stellte sich der Aufgabe,
obwohl ihm das Unternehmen zwischenzeitlich
nicht mal regelmäßig sein Gehalt zahlen konnte.
Der Niedergang Guccis spitzte sich immer weiter zu,
bis Maurizio schließlich seine Anteile
an ein Investmentunternehmen verkaufte.
Doch obwohl damit das Ende der Marke in Familienhand besiegelt war,
so stand der Dynastie die größte Katastrophe noch bevor.
Maurizio Gucci niedergestreckt von einem Profikiller.
Wie sich später herausstellte,
hatte seine Frau Patrizia Reggiani diesen beauftragt.
Sie wollte das Erbe einkassieren.
Denn Maurizio hatte sie im Vorfeld für eine Jüngere verlassen.
Gucci lag nun endgültig in Scherben.
Doch wie sollte es Gucci schaffen, aus den Trümmern aufzuerstehen?
Finanziell losgelöst von der Dynastie,
ganz ohne familiäre Dramen und Intrigen,
besann sich der Designer eben auf das, was er konnte: Mode machen.
Tom Ford brachte Gucci mit seinen provokanten Looks,
die Sex und Glamour vereinten, zurück ins Gespräch.
Das Comeback der Marke
sollte auch der Beginn seiner per- sönlichen Erfolgsgeschichte werden.
Bis heute ist der Hype um Gucci geblieben.
Vielleicht weil von den Erben
heute keiner mehr eine Rolle im Unternehmen spielt?
Wo wir schon bei Capital Bra sind: Hier findet ihr seine Biographie.
Und ein cooles Video von "World Wide Wohnzimmer"
ist hier ebenfalls verlinkt.
Bis zur nächsten Inspiration, der Biograph.