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2021 from Youtube, Superkiller Mensch: Ist die Erde noch zu retten? | alles wissen | doku

Superkiller Mensch: Ist die Erde noch zu retten? | alles wissen | doku

Bisher ist nur ein Planet im Universum bekannt,

auf dem sich höhere Lebensformen entwickelt haben.

Eine Spezies auf der Erde hat sich weiter entwickelt

als alle anderen.

Sie lebt in komplexen Gesellschaften

und hat sich ein Arsenal an Werkzeugen und Kultur geschaffen.

Aber dafür braucht der Mensch Energie.

Sehr viel Energie.

Wir haben versucht, zusammenzurechnen in einer Arbeit,

was der Mensch an Energie schon verwendet hat.

Wir haben in den letzten 70 Jahren dort,

wo wir sagen, das ist das Anthropozän,

eineinhalbmal so viel verbraucht wie in den ganzen 12.000 Jahren zuvor.

Da sieht man, wie sich das mit der Energie auch beschleunigt hat.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat der Mensch das Ökosystem der Erde

so massiv verändert, dass in der Wissenschaft

vom „Anthropozän“ gesprochen wird, dem Zeitalter des Menschen.

Dessen Energie-Verbrauch kann der Paläontologe Reinhold Leinfelder

sogar in den Sedimenten nachweisen.

Wie hier im Drachenberg in Berlin.

Ein Berg aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs.

PVC findet man häufig, frühes Styropor, auch die Plastiktüten,

mit denen man den Schutt hier von 1950 bis 1972 hochgetragen hat.

Relikte, die einst mit viel Energie produziert wurden.

Der Mensch verbraucht heute pro Jahr

fast 170 Billionen Kilowattstunden Energie.

Und die Menschheit wächst: von jetzt knapp 8 Milliarden)

auf etwa 10 Milliarden bis 2050.

Auf seiner Jagd nach Energie beutet der Mensch den Planeten aus.

Alle Lebensräume droht er auf lange Sicht zu zerstören.

Besonders fatal: alles hängt untrennbar mit allem zusammen.

Besonders deutlich wird das bei der Ernährung des Menschen.

Der Mensch ist ein Allesfresser. Er ist nicht unbedingt ein Raubtier.

Volker Mosbrugger ist Experte für Biodiversität und Klimawandel.

Wir treffen ihn im Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt.

Er sagt: Die Menschheit kann nicht weitermachen wie bisher.

Wir leben von der Natur.

Aber wir brauchen jährlich mehr von der Natur,

als jährlich wieder nachwächst.

Insofern: wir essen oder verbrauchen unser Kapital, von dem wir leben.

Es ist absurd: die heutige Ernährung des Menschen

ist in Wirklichkeit eine Energievernichtung.

Er steckt mehr Kalorien in die Produktion seiner Nahrungsmittel,

als er am Ende herausbekommt.

Bei Fleisch aus industrieller Massentierhaltung

ist der Verlust am größten:

Bis zu 90%.

Weideland und Futtermittelanbau verzehren

fast 80% der landwirtschaftlichen Flächen weltweit.

Gravierende Eingriffe in ein fragiles System.

Wenn dieser Apfel unsere Erde wäre, 12 bis 13.000 Km Durchmesser,

dann müssen Sie sich mal ausrechnen, so wenige Dezimeter, Meter,

der praktisch nur dieses dünne Häutchen ist.

Das sind die Böden, aus denen wir für 8 Mrd. Menschen

heute die Energie ziehen, von der wir leben.

Der Hunger der Menschheit scheint unstillbar.

Billige Produktion, Monokulturen, Massenertrag.

Das laugt die Böden immer stärker aus.

Die Grundwasserreserven sinken weltweit.

Wie im spanischen Almeria, wo Europas Gemüse wächst.

Da brauchen wir ganz viel Wasser. Wir brauchen Dünger.

Damit es schnell geht und produktiv ist, also billig,

werfen wir so viel drauf an Phosphaten, die endlich sind,

und an Stickstoff, dass die Hälfte in die Gewässer abläuft.

Die sind überdüngt und letztendlich auch die Meere.

Und nicht nur das:

Rund ein Drittel dessen, was an Nahrung produziert

und um den Globus transportiert wird, wirft der Mensch weg.

Große Energiefresser sind sicher die Nahrungsmittelproduktion.

Dann haben wir natürlich die ganze Fabrik-Produktion.

Und dann haben wir den ganzen Sektor Mobilität.

Wir haben uns bisher fast nur darauf beschränkt,

die großen Energiefresser in den Fabriken letztlich zu reduzieren.

Hier wird es darauf ankommen, dass man künftig viel stärker

auch Mobilität in den Blick nimmt, nicht nur die großen Fabriken.

Der Verkehr weltweit verursacht mehr als 8 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr.

Das macht fast ein Viertel aller globalen CO2-Emissionen aus.

Und dazu kommen noch weitere Treibhausgase.

Aber selbst wenn der Mensch sich nicht bewegt, verbraucht er Energie.

Man muss auf der anderen Seite sehen, dass der Energieverbrauch

durch die ganze IT-Technologie enorm gewachsen ist.

Bisher macht das Internet

gerade mal ein Prozent des globalen Bedarfs an Elektrizität aus.

Doch schon jetzt hätte das Netz, wäre es ein Land,

einen der größten Strom-Verbräuche der Welt.

Rund 4,5 Mrd. Menschen sind weltweit online.

Schon mit 20 Suchanfragen würde eine Energiesparlampe

eine Stunde lang leuchten.

Wahre Stromfresser sind die Klimaanlagen der großen Server,

die für das Internet ständig an sind.

Auch in Frankfurt, mit dem größten Internetknoten der Welt.

Wir gehen davon aus, dass es in den nächsten 10 Jahren

auf 13, 14% ansteigen wird.

Das sind enorme Wachstums-Größenordnungen,

die vor uns stehen, mit dieser ganzen Digitalisierung.

Allein die Einrichtung von 5G und nachher 6G,

das sind enorme Energiefresser.

Basis für datenintensive Technologien wie Smart Home

und autonomes Fahren.

Die digitale Revolution hat gerade erst begonnen.

Jeder einzelne Mensch könnte in seinem Alltag etwas ändern,

um der Erde ein bisschen weniger zu schaden.

Doch ändern müsste sich vor allem im Großen etwas:

Das System des Wirtschaftens.

Bislang ist in einem Mobilfon, Lithium und alle diese Dinge drin.

Was da recycelt wird, ist das bisschen Gold, was drin ist.

Das muss es uns wert sein, dass wir diese Dinge einmal gewonnen,

wirklich im Kreislauf behalten.

Was wir brauchen, ist eine Kreislaufwirtschaft,

sagt Reinhold Leinfelder.

Wir sollten lernen von der Biosphäre. Sonnen-Energie speist das Leben.

Was nicht mehr gebraucht wird, wird zersetzt,

und daraus wieder Neues erschaffen.

Nichts geht verloren.

In einem System, in dem der Wert, der fast alles bestimmt, Geld ist,

müsste der Mensch in seine Bilanzen einbeziehen,

wie sehr er der Erde schadet.

In Deutschland erzeugt die Landwirtschaft

21 Mrd. Euro Erträge pro Jahr.

Dem gegenüber stehen 90 Mrd. Euro Kosten,

wenn man alle Umweltschäden mit einrechnet.

Ein extremes Verlustgeschäft, eigentlich.

Wir nennen es: die werden externalisiert.

Kein Mensch zahlt dafür.

Die Gesellschaft hat plötzlich das Problem mit Kohlendioxid,

mit Nitrat im Grundwasser, mit Phosphat in den Ökosystemen.

Die Gesellschaft muss das eigentlich dann tragen.

Das ist das große Problem, wo wir uns verändern müssen.

Eine umfassende Veränderung ist unerlässlich,

damit der Planet eine Zukunft hat.

Dem intelligentesten aller Lebewesen auf der Erde

sollte das eigentlich möglich sein.

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