3 Argumente für Atomkraft (2/3)
Es gibt drei gute Gründe,
warum wir auch in Zukunft Atomkraft nutzen sollten.
1. Atomkraft rettet Leben. Laut einer Studie, die 2013 von der NASA veröffentlicht wurde,
hat Atomkraft ca. 1,8 Millionen Tode verhindert.
Sogar, wenn man die Todesopfer von Tschernobyl
und Fukushima mit einberechnet,
ist sie die am wenigsten tödliche Form der Energiegewinnung.
Atommüll ist zwar wahnsinnig giftig,
aber er wird sorgfältig eingelagert,
während die giftigen Nebenprodukte von fossilen Brennstoffen
einfach in die Luft ausgestoßen werden.
Eine verminderte Nutzung fossiler Brennstoffe
hilft deshalb schon Krebs- und Lungenerkrankungen,
sowie Unfälle in Kohleminen zu reduzieren.
Hat man die Wahl zwischen gefährlichem Zeug,
das in einem tiefen Loch verscharrt wird,
und ganz viel gefährlichem Zeug,
das in unsere Atmosphäre geschleudert wird,
dann scheint Ersteres doch das kleinere Übel zu sein.
Atomkraft kommt uns aber wesentliche gefährlicher vor,
denn große Katastrophen brennen sich tief in unser Gedächtnis ein. (einbrennen)
Darum schätzen wir Fliegen auch oft gefährlicher ein als Autofahren.
Auch im besten Fall würde ein Umstieg
auf 100% erneuerbare Energien mindestens 40 Jahre dauern.
Mindestens für diesen Zeitraum wäre es also klüger
auf Kernkraft umzusteigen und noch ein paar Leben zu retten.
2. Atomkraft reduziert den CO2-Ausstoß. Atomkraft ist tatsächlich im Bezug auf die Klimaerwärmung
viel schonender für die Umwelt als fossile Brennstoffe,
die im Moment unsere Hauptenergiequelle sind.
Seit 1976 wurden Dank der Atomkraft
64 Gigatonnen Treibhausgase eingespart.
Und bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts,
könnte man sogar noch weitere 80 bis 240 Gigatonnen einsparen.
Der Energiebedarf der Menschheit steigt konstant.
Die US-Regierung sagt sogar voraus,
dass alleine der Bedarf Chinas alle 10 Tage um das Äquivalent
eines neuen 600-Megawatt Kohlekraftwerks steigen wird.
Und das für die nächsten 10 Jahre.
China verbraucht jetzt schon jährlich 4 Milliarden Tonnen Kohle.
Kohle ist billig, relativ weit verbreitet und einfach zu erreichen.
Die Menschheit wird also so schnell nicht auf Kohle verzichten wollen.
Atomkraft könnte im Moment unsere einzige Möglichkeit sein,
den Klimawandel einzudämmen und eine katastrophale Erderwärmung
noch zu verhindern.
Denn im Vergleich zu so manchen anderen Dingen, die wir tun,
ist Atomkraft ziemlich sauber.
Auch wenn es vielleicht eine gute Idee ist,
langfristig aus der Atomkraft auszusteigen,
ist sie auf jeden Fall eine gute Übergangslösung
für die nächsten 100 Jahre.
3. Neue Technologien. Vielleicht schaffen wir es mit neuen Technologien
Lösungen für das Atommüllproblem und die Risiken zu finden.
Die meisten Reaktoren, die wir benutzen,
verwenden alte Technologien,
weil der Fortschritt in den 70ern stehengeblieben ist.
Es gibt allerdings Modelle wie den Thorium-Reaktor,
der uns einen Schritt weiter bringen könnte.
Thorium ist weit verbreitet und waffensicher.
Außerdem produziert ein Thorium-Reaktor
100 Mal weniger Müll als herkömmliche Reaktoren.
Die Abfallprodukte strahlen vielleicht
sogar nur ein paar 100 Jahre,
was schon deutlich besser ist, als Tausende von Jahren.
Man schätzt außerdem,
dass eine Tonne Thorium ungefähr so viel Energie produzieren kann
wie 200 Tonnen Uran oder 3,5 Millionen Tonnen Kohle.
Auch wenn wir uns nicht sicher sind,
ob diese alternative Nukleartechnologie
ihr Versprechen halten kann,
sollten wir sie nicht außer Acht lassen,
sondern als mögliche Lösung für unserer Probleme in Betracht ziehen.
Das wird bestimmt nicht leicht,
aber wann hat uns das jemals abgeschreckt?
Sollten wir Atomkraft also weiterhin nutzen?
Wie bei allen großen Innovationen in der Menschheitsgeschichte
gibt es auch hier Risiken
und wir dürfen deshalb keine leichtfertige Entscheidung treffen.
Klicke am besten hier und schaue dir noch unsere kurze Einführung
und die Argumente der Gegenseite an.
Untertitel: ARD Text im Auftrag von Funk (2018)