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Betonung | Der Wortakzent im Deutschen (Grundlagen)

Guten Tag und willkommen zu meinem neuen Video!

Das klingt komisch? In diesem Video erkläre ich euch, warum!

Hallo, ich begrüße euch bei fröhlich:-Deutsch! Mein Name ist Michaela Fröhlich,

ich bin Deutschlehrerin und heute sprechen wir über den Wortakzent. Ich

habe ja schon ein Video zum Satzakzent gemacht und die Frage ist aber: Wo werden

im Deutschen eigentlich einzelne Wörter betont? Auch das Thema Wortakzent ist

natürlich sehr riesig, man könnte sehr viel dazu erzählen, aber ich versuche es

wieder ein bisschen einfacher für euch zu machen und erkläre euch

wichtige Grundlagen zu dem Thema. Und ja, wie immer ist auch die richtige

Wortakzentuierung wichtig, damit wir uns gut verstehen und wir gut kommunizieren

können. Ihr habt es am Anfang vielleicht gehört,

dass es etwas schwierig war zu verstehen, oder es klang komisch, nicht natürlich.

Und da ist es wichtig, halt auch die richtigen Wortakzente zu setzen.

In seltenen Fällen kann es sogar ganz bedeutungsunterscheidend sein, wenn wir

das quasi dasselbe Wort auf einer anderen Silbe betonen. Wir haben da zum

Beispiel viele Verben, die trennbar oder nicht trennbar sein können, wie in dem

Beispiel umfahren oder umfahren. Ein anderes Beispiel wäre die Stadt Konstanz

oder das Wort Konstanz.

Erste Regel: Wir haben im Deutschen die

sogenannte Stammsilbenbetonung. Ich zeige euch an einem Beispiel, was das ist. Zum

Beispiel nehmen wir das Verb "machen". Wir haben zwei Silben, der Stamm

dieser Silbe ist aber "mach". Und wenn wir jetzt weitere Wörter davon ableiten,

wäre immer noch dieser Stamm "mach" betont. Zum Beispiel im Perfekt: Ich habe etwas

gemacht. Ich habe etwas geMACHT und nicht GEmacht. Aber grundsätzlich

gibt es keinen festen Akzent im Deutschen, so wie wir das in anderen

Sprachen haben, in denen zum Beispiel immer die erste Silbe betont ist oder

die letzte Silbe betont ist und, ich weiß nicht, die zweite von hinten betont ist. Da

gibt es ganz unterschiedliche Regeln, das haben wir im Deutschen nicht unbedingt.

Der Akzent kann uns zum Beispiel sagen, ob ein Verb trennbar oder nicht trennbar

ist, ich zeige euch wieder ein Beispiel. Wir nehmen das einfache Verb "fahren".

Betonung auf der Stammsilbe "fahr" und nicht auf "en". FAHren. Ein trennbares Verb

ist zum Beispiel "abfahren". Wir hören, dass die Betonung vorne auf

dem Präfix liegt, und dadurch können wir erkennen, dass wir das Präfix trennen

können, zum Beispiel: Der Zug fährt in einer Stunde ab. Nicht trennbar ist zum Beispiel

das Verb "sich verfahren". "sich verFAHren". Wir hören, dass das Präfix nicht

betont ist, und wir können es nicht trennen.

Meine Orientierung ist so schlecht, ich verfahre mich immer. Es gibt auch Präfixe

bei solchen Verben, die trennbar oder nicht trennbar sein können.

Ein Beispiel habe ich schon am Anfang genannt, das wäre zum Beispiel das Präfix

"um". Und es ist ein Unterschied, ob ich sage "UMfahren" oder "umFAHren".

Auf der Straße steht ein Schild- ja, das ist jetzt mein Schild - und ich fahre das

Schild um. Oder ich umfahre das Schild. Wir haben also einen kleinen Bedeutungs-

unterschied und wir können feststellen, ob ein Verb trennbar ist oder nicht. Wenn

das Präfix betont ist - UMfahren - dann kann ich es trennen.

Ich fahre das Schild um. Wenn es aber nicht betont ist wie in "umFAHren", dann

kann ich es auch nicht trennen und sage: Ich umfahre das Schild. Wie ist es

eigentlich bei Komposita? Wie ihr wisst, haben wir die Möglichkeit

im Deutschen, wirklich sehr lange Wörter zu bilden, und grundsätzlich ist es so,

dass immer die erste Komponente betont ist, also das erste Wort in diesem

gesamten Wort. Ich zeige euch das wieder an einem Beispiel. Wir beginnen mit dem

Grundwort "Flasche". Ich möchte aber das etwas genauer beschreiben und sage, das

ist eine Weinflasche. Jetzt möchte ich aber noch wissen:

Welcher Wein ist das denn, ist das roter oder weißer Wein?

Also haben wir eine Rotweinflasche. Wir beschreiben diese Flasche also immer

etwas genauer und unterscheiden sie auch von anderen Flaschen wie Weißweinflaschen,

Wasserflaschen, Bierflaschen, Apfelsaftflaschen und so weiter.

In einigen Fällen sind die Bestandteile gleich wichtig, und in diesem Fall ist

dann nicht der erste Teil betont. Das haben wir zum Beispiel in den

Bundesländern in Deutschland wie Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt Baden-

Württemberg und so weiter. Es gibt zum Beispiel ja auch Adjektive, die aus zwei

Wörtern bestehen und wo beide Bestandteile gleich wichtig sind, zum

Beispiel "süßsauer" oder "schwarz-weiß". Wenn wir zum Beispiel in die Politik

schauen, finden wir Beispiele dafür, dass die Betonung wichtig sein kann, um die

verschiedenen Aufgaben zu unterscheiden. Wir haben zum Beispiel nur eine

Bundeskanzlerin oder einen Bundespräsidenten,

aber es gibt verschiedene Ministerien. Zum Beispiel den Bundesinnenminister,

Bundesaußenminister, Bundesfamilienminister,

Bundesarbeitsminister oder -ministerin. Ja, aber da hören wir, dass nicht mehr der

Bestandteil "Bundes" betont ist, sondern der Bestandteil, der wichtig ist für die

Unterscheidung der Aufgabe, nämlich zum Beispiel "innen" und "außen". Der Wortakzent

hilft uns also auch bei der Unterscheidung von verschiedenen Wörtern,

aber, ja, ihr könnt euch eigentlich merken, dass in den meisten Fällen die Komposita

auf der ersten Komponente betont sind, und die anderen

Beispiele waren eher speziellere Fälle. Zum Schluss sprechen wir noch über

internationale Wörter. Hier müssen wir den Akzent sehr oft einfach mitlernen.

Oft ist er da, wo er auch in der Ursprungssprache, in der

Herkunftssprache ist, aber meistens nicht da, wo es im Englischen ist - wenn es kein

englisches Wort ist. Wir haben mal das Beispiel "music" - "Musik", "character" - "Charakter".

Und wieder kann der Akzent sozusagen wandern,

es kommt darauf an, welche Wortart wir haben. Aber ich zeige euch wieder Beispiele.

Das hat aber natürlich auch etwas mit der Endung zu tun,

zum Beispiel haben die deutschen Endungen -isch oder -er grundsätzlich

keinen Akzent. In diesen Beispielen aber tragen die nichtdeutschen Endsilben

den Akzent, ich zeige euch das wieder an folgenden Beispielen: Wir haben die

Endung -tion und wir sagen: NaTION, SituaTION, KommunikatTION.

Wir haben die Endung -al wie in: nationAL, banAL, emotionAL. Oder die Endung -tät wie

in: NationaliTÄT, RealiTÄT, QualiTÄT. Es gibt natürlich noch viele andere

Regeln und Besonderheiten, aber in diesem Video soll das erst einmal genug sein.

Ich glaube, sonst würde das wahrscheinlich den ganzen Tag dauern.

Lieber machen wir ein paar kleine Übungen. Ich zeige euch ein Wort und gebe

euch verschiedene Akzentmuster dazu und ihr habt dann Zehn Sekunden Zeit, um das

richtige Akzentmuster zu finden. Dabei konzentrieren wir uns aber nur auf die

Hauptakzente und ignorieren die Nebenakzente. Zuerst ein Beispiel.

Natürlich ist es das erste Akzentmuster,

nämlich EINkaufen. So, und jetzt seid ihr dran!

Ich hoffe ihr, hattet alles richtig. Am

besten ist es natürlich, immer genau zuzuhören, so lernt ihr die richtigen

Akzente natürlich am besten. Und ansonsten findet ihr immer Hilfe auch im

Wörterbuch oder zum Beispiel in den Vokabellisten in eurem Kursbuch. Da ist dann

eigentlich der Akzent auch immer markiert. Dann bedanke ich mich bei euch,

ich schicke euch fröhliche Grüße und bis bald!

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