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Gans am Boden Podcast, 012 – G8 Spezial – Text to read

Gans am Boden Podcast, 012 – G8 Spezial

Gevorderd 2 Duits lesson to practice reading

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012 – G8 Spezial

Willkommen zu Gans am Boden – Ein Podcast von und mit Firefly.

Willkommen bei Gans am Boden spezial. Heute mal extra für den G8-Gipfel.

Wie schön: der G8-Gipfel läuft und schon im Vorfeld wurde genug über die Geldverschwendeaktion berichtet. Selten zeigten unsere Politiker so eindeutig, wie wenig ihnen das Recht und die Freiheit der eigenen Bevölkerung am Herzen liegt. Da werden Demos auf 50 Personen beschränkt und dann auch noch soweit von der Veranstaltung entfernt, dass die Politiker der grandiosen Acht auch ja nix davon mitkriegen. Es könnte ja schließlich sein, dass einer der Teilnehmer mitbekommt, dass die Bevölkerung mit seinen Ansichten gar nicht einverstanden ist - obwohl zum Nachdenken kriegt Ihr diese Oberschnullis ja doch nicht.

Schon im Vorfeld wurden Wohnungen grundlos gestürmt und systematisch nach bösen Sachen abgeforstet. Und? Was brachte diese Maßnahme? Einen Alt-Hippie und sein Buch wurden festgenommen. Na, das hat sich wohl gelohnt, hä? Dass keiner der Teilnehmer wirklich nachdenkt, das sieht man alleine daran, dass im Zeitalter der Internetmedien sich die Großen Acht zum dummen Rumgeschwafel in Natura treffen um darüber zu philosophieren, wie man Armut und Umweltverschmutzung beseitigen kann. Ich hätte den netten Herrschaften schon ein paar Antworten geben können:

Hätten sie ja nicht gleich 12 Kilometer Zaun für 12,5 Millionen lächerliche Euro in die Landschaft pflastern müssen, brauchen sie ja auch nicht gleich das ganze Nest unter Quarantäne zu stellen, wäre die ganzen Sicherheitskräfte gar nicht nötig gewesen und hätte man auch die Küstenwache nicht alarmieren müssen,

wenn sich die acht Intellektual-Minimalisten per Videodirektschaltung getroffen hätten. Das selbst Georg, der verdoppeltes-U-te* hier auftauchte und schon Tage vorher sein Auto und seine beiden Hubschrauber aus den Staaten hier reinschaffte, das war jetzt auch nicht unbedingt notwendig.

Allein die Aufräumarbeiten und deren Kosten werden dann noch mal kräftig in das Staatssäckel langen. Aber um diesen Pressezirkus und ein paar Demonstranten in Schach halten zu können, setzt die Polizei jetzt auch noch ein paar zehntausend Oberförster in modernen Ritterrüstungen ein, die mit Tränengas, Wasserwerfern und Schlagstöcken bewaffnet sind und fordern dann auch noch Gummigeschosse und den GSG-9-Trupp einsetzen zu dürfen. Warum schicken sie nicht gleich ein Inquisitionskommando zum pfählen und kreuzigen heraus, hä?

Anschließend wundert sich diese hoch bewaffnete Miniarmee noch darüber, dass sich einige gewaltsüchtige Grobmotoriker auf den Demos einfinden. Eigentlich sollten die Herren Polizisten (Wortspiel) doch froh darüber sein, dass sie endlich das mitgenommene Arsenal mal ausprobieren dürfen. Wäre doch auch zu schade, wenn man die teuren Spielzeug unnütz gekauft hätte, oder?

Aber mal Scherz beiseite. Was stellen sich unsere Politiker eigentlich vor, hä? Das war schon immer in der Geschichte der Menschheit so, dass sich der Pöbel gewaltsam Achtung verschaffte, wenn die Obrigkeit den Mob zu heftig beutelte. In Zeiten, wo immer mehr arbeitende Menschen trotz Maloche schon in die Armut abrutschen, ist es doch wohl klar, dass irgendwann das Fass voll ist. Allein in den letzten drei Jahren wurde in den meisten Firmen das Urlaubs- und Weihnachtsgeld abgeschafft. Die Wochen- bzw. Jahresarbeitszeit wurde ohne Lohnausgleich stark angehoben. Und die Inflation wurde auch nicht richtig berücksichtigt. Es sollte wohl jeder einsehen können, dass die Bevölkerung dann bei einer solchen maßlosen Geldverschwendung wie dem G8-Gipfel fast rasend vor Wut werden kann.

Aber nicht genug! Da werden Geruchsproben von kritischen Menschen genommen und einkonserviert. Also müsste wohl erstrecht ich jetzt auch noch eine Geruchsprobe abgeben, denn ich bin ja schließlich auch ziemlich kritisch, oder? Daher sammle ich jetzt schon seit 14 Tagen Proben meines eigenen Stuhlgangs und habe mittlerweile eine Menge von 12,5 kg beiseite gelegt. Eigentlich wollte ich jedem von diesen hohen Herren seine eigene Kotprobe zukommen lassen, schon allein aus sicherheitstechnischen Gründen, fand aber leider keine Lieferadresse. Hm. Pech.

Da ich mich nun hier so kritisch geäußert habe, hetzen sie mir vermutlich wohl ihren Bundestrojaner auf den Hals. Nur um nachzusehen, was ich für ein verkommenes Subjekt bin. Aus diesem Grunde habe ich extra eine Textdatei auf meiner Festplatte abgelegt, in der sich Begriffe wie Bin Laden, Al Jazeera, Terror, Bombe, Gas und Islam befinden. Und damit diese hirnfreien Bundeshacker auch wirklich alles finden können, habe ich extra meinen Virenschutz und meine Firewall deaktiviert. Man sollte es den Bengels ja jetzt auch nicht so schwer machen, ihrer illegalen Tätigkeit nachzukommen, oder?

Tja, es könnte nun den Eindruck gegeben haben, ich wäre gegen den G8-Gipfel. Aber dazu muss ich deutlich "Nein" sagen. Ich bin nämlich dafür. Dieses Treffen sollte aber nicht in reell, sondern über eine geschützte Video-Direktleitung erfolgen. Damit keines der Ausrichtungsländer Steuergelder verschwenden muss, die anderswo dringender benötigt würden.

Und was mir jetzt richtig peinlich ist: Nun muss sich auch noch die von mir gehasste hermetische Abriegelung durch die Polizeistreitkräfte in Schutz nehmen. Und das obwohl ich eigentlich hinter dem Grundgedanken des Umweltschutzes stehe. Denn eine paar Greenpeace-Aktivisten machten sehr deutlich, dass es ohne solche Absperrungen nicht geht. In der Presse wurde davon berichtet, dass einige Schlauchboote in die Schutzzone eindrangen und angeblich eine Petition überreichen wollten.

Ein an sich nobler Gedanke, oder? Also mal kurz zum mitdenken: Es hätten ja auch ein paar Terror-Fuzzis mit biologischen Waffen sein können, die die Gelegenheit dieses Treffens aus den acht Ländern für ihre dämlichen Aktionen nutzen möchten. Hinterher hätten dann alle wieder darüber gemeckert, dass sie nicht gestoppt worden sind. Meiner Meinung nach sind diese ökologischen Grünzeug-Idioten in ihren Bötchen schlimmer als jeder Steinwerfer und sollten daher auch härter als diese bestraft werden. Und dieser Greenpeace-Sprecher im schlecht sitzenden Anzug, der anschließend in die Kamera schwafelte, was diese Mannschaft von schwimmenden Unkraut-Aktivisten da so vorhatte und dass er darüber schon vorher informiert gewesen sei, sollte als Mittäter auf jeden Fall eingesperrt werden.

Solche Dummköpfe sorgen regelmäßig mit ihren schlecht geplanten Dumm-Jungen-Streichen dafür, dass unser Staat immer wieder eine Rechtfertigung für solche geldverschwenderischen Sicherheitsmaßnahmen bekommt. Danke, Greenpeace! Danke für diesen Bärendienst. War diese Version von Versuchs-Terrorismus wirklich nötig, um wieder mal in die Schlagzeilen zu kommen?

Transkription : Vera Ihrig für www.LingQ.com

Erläuterungen: * verdoppeltes-U-te Anspielung auf das "w" im Namen von Georg W. Bush Herzlichen Dank an Firefly für die freundliche Genehmigung, den Beitrag hier zu verwenden.

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