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Die Zauberflöte (Graded Reader), Kapitel 4

Kapitel 4

Tamino und Papageno bestehen ihre erste Prüfung.

Monostatos soll Pamina bewachen, aber er verliebt sich in sie.

Da erscheint ihre Mutter.

4. Auftritt

„He, Lampen hierher! Lampen hierher!“, schreien Tamino und Papageno. „Wir sehen mit offenen Augen nichts!“

Papageno seufzt: „Das ist doch seltsam. Die Priester verlassen uns und wir können nichts mehr erkennen.“

„Ertrag es mit Geduld und denke: Die Götter wollen es so!“, beruhigt ihn Tamino.

5. Auftritt

Plötzlich erscheinen die drei Damen der Königin der Nacht und verkünden: „Kommt fort von hier! Tamino, du stirbst hier und, Papageno, mit dir ist es auch aus!“

„Nein! Nein! Nein!“, ruft Papageno aufgeregt.

„Papageno sei still! Willst du dein Versprechen brechen und mit den Damen sprechen?“, erinnert ihn Tamino.

„Ich soll immer still sein! Immer still!“

Die drei Damen reden weiter: „Ihr seid verloren! Hört auf die Königin der Nacht! Diese Priester sind nicht ehrlich. Sie verhexen euch. Geht nicht zu ihnen!“

„Tamino, ist das wahr?“, fragt Papageno.

Tamino sagt leise zu sich: „Ein Weiser hört nicht auf dummes Volk!“ und laut zu Papageno: „Das ist nur Geschwätz von Frauen und Lügnern. Sei nun still und denk an deine Pflicht! Handle klug!“

Die drei Damen blicken Tamino an: „Warum bist du zu uns so unfreundlich?“

Tamino zeigt mit dem Finger auf seinen geschlossenen Mund.

„Auch Papageno schweigt. So rede doch!“, fordern die Damen ihn auf.

„Ich möchte gerne – !“

„Still, sage ich! Schweig still!“, flüstert Tamino. „Sie gehen sicher bald weg.“

Da hört man die Priester aus dem Tempel schreien:

„Hinab in die Hölle mit den Frauen!“

„O weh!“, stöhnen die drei Damen und stürzen in die Hölle.

Papageno fällt vor Schreck auf den Boden.

6. Auftritt

Zwei Priester kommen mit Fackeln.

„Sehr gut, Jüngling!“, sagt der erste Priester zu Tamino. „Du bist Sieger. Du kannst deinen gefährlichen Weg weitergehen.“

Der zweite Priester sieht Papageno an: „Steh auf und sei ein Mann! Ich führe dich weiter.“

Papageno murmelt: „Bei so einer Wanderung vergeht einem wohl die Lust auf Liebe.“

7. Auftritt

Die Bühne verwandelt sich in einen schönen Garten. Pamina liegt in einer Laube und schläft. Der Mond beleuchtet ihr Gesicht.

Monostatos kommt, betrachtet Pamina und setzt sich dann neben sie.

Er denkt: „Ha, da finde ich die unfreundliche Schöne! Warum will man mich bestrafen? Hm! Was ist denn meine Sünde? Meine Liebe zu ihr? Welcher Mann kann bei so einem Anblick kalt und gefühllos bleiben? Es ist doch eine komische Sache mit der Liebe! Bei allen Sternen! Das Mädchen macht mich noch verrückt! In mir brennt ein Feuer. Es zerstört mich.“

Monostatos sieht sich um. „Ich bin hier ganz allein. Keiner belauscht mich. Ein Küsschen kann man doch entschuldigen!“

Er fächelt sich mit beiden Händen Wind zu.

„Alle Leute fühlen die Liebe. Sie kennen sie mit ihren Freuden. Alle locken, küssen und liebkosen sich. Muss ich die Liebe meiden? Ich bin ein Mohr – aber ich habe auch ein Herz und mag die Mädchen. Ich will nicht immer ohne Frau leben. Das ist die Hölle. Ich will auch liebkosen, küssen und zärtlich sein.

Lieber Mond, verzeih mir! Ich liebe eine weiße Frau. Weiß ist so schön! Ich muss sie küssen. Mond! Versteck dich oder mach die Augen zu!“ Monostatos beugt sich über Pamina.

8. Auftritt

Es donnert laut. Da erscheint plötzlich die Königin der Nacht. Sie bleibt vor Pamina und Monostatos stehen.

„Zurück!“, schreit sie Monostatos an.

Pamina wacht auf: „Ihr Götter!“

Monostatos weicht zurück. „O weh! Das ist – ich irre nicht – die Göttin der Nacht.“

„Mutter! Mutter! Meine Mutter!“ Pamina fällt ihrer Mutter in die Arme.

„Mutter?“, denkt Monostatos. „Hm! Das muss ich von weitem belauschen.“

Er versteckt sich hinter einem Busch.

Die Königin fragt ihre Tochter: „Wo ist der Prinz? Er soll dich doch in meinem Auftrag schützen und befreien.“

„Ach, Mutter, er will nicht mehr in unserer Welt sein. Er möchte zu den Eingeweihten gehören.“

„Zu den Eingeweihten? Unglückliche Tochter, sie reißen auch dich auf ewig weg von mir!“

„O laufen wir weg, liebe Mutter! Unter deinem Schutz überstehe ich jede Gefahr!“

„Schutz? Liebes Kind, deine Mutter kann dich nicht mehr schützen. Meine Macht ist seit dem Tod von deinem Vater zu Ende.“

„Meinem Vater?“

Die Königin der Nacht erzählt: „Höre gut zu! Das ist unsere Geschichte: Dein Vater übergibt uns – mir und dir – kurz vor seinem Tod alle seine Schätze. Den siebenfachen Sonnenkreis aber gibt er den Eingeweihten. Er erklärt mir nicht, warum. Er sagt, wir beide sollen uns von weisen Männern führen lassen. Sarastro trägt diesen mächtigen Sonnenkreis auf seiner Brust. Er verwaltet ihn.“

„Liebe Mutter, dann ist wohl auch der Jüngling auf immer für mich verloren?“

„Du musst ihn überreden. Er soll morgen früh mit uns durch diese unterirdischen Gewölbe fliehen. Dann gehört er ganz dir.“

„Liebe Mutter, kann ich den Jüngling als Eingeweihten nicht auch eben so zärtlich lieben, wie ich ihn jetzt liebe? Mein Vater selbst war ja mit diesen weisen Männern verbunden. Er hat ihre Güte, ihren Verstand und ihre Tugend gelobt. Sarastro ist auch tugendhaft.“

„Was sagst du! Du, meine Tochter, verteidigst diesen Barbaren? Und du willst Tamino lieben? Er ist mit meinem Todfeind verbunden. Jeden Moment kann er mich stürzen. Siehst du hier diesen Dolch? Er ist für Sarastro geschliffen. Du musst ihn töten und mir den mächtigen Sonnenkreis übergeben!“

„Aber liebste Mutter!“

„Kein Wort! Die Rache kocht in meinem Herzen. Du musst Sarastro töten, sonst bist du nicht mehr meine Tochter. Rache, Götter! Hört den Schwur von der Mutter!“

Die Königin der Nacht verschwindet.

9. Auftritt

Pamina hält den Dolch in der Hand und steht in Gedanken da:

„Morden soll ich? Götter! Das kann ich nicht. – Das kann ich nicht! Götter! Was soll ich nun tun?“

10. Auftritt

Monostatos kommt wieder aus seinem Versteck. Er nimmt Pamina den Dolch aus der Hand. Pamina erschrickt und schreit.

„Warum zitterst du?“, fragt er. „Zitterst du vor meiner schwarzen Farbe oder vor dem Mord?“

„Du weißt also…?“

„Alles. Nicht nur dein, sondern auch das Leben von deiner Mutter ist jetzt in meiner Hand!“, droht Monostatos. „Du hast aber einen Weg, dich und deine Mutter zu retten.“

„Welchen?“, fragt Pamina zitternd.

„Du musst mich lieben! Willst du das? Ja oder nein?“

„Nein!“

Monostatos sieht sie voll Zorn an: „Nein? Und warum nicht? Sehe ich aus wie ein schwarzes Gespenst? Ha, so stirb!“

Er ergreift ihre Hand.

11. Auftritt

In diesem Moment erscheint Sarastro.

„Weg! Monostatos! Geh weg! Deine Seele ist so schwarz wie dein Gesicht!“

„Ja, ich gehe! Ich gehe jetzt zur Mutter. Die Tochter kann ich nicht haben!“

12. Auftritt

Pamina bittet weinend Sarastro: „Herr, strafe meine Mutter nicht! Der Schmerz über meine Abwesenheit ist so groß.“

„Ich weiß alles. Sie irrt in unterirdischen Gemächern des Tempels herum und will sich an mir und der ganzen Menschheit rächen. In diesen heiligen Mauern kennt man aber keine Rache. Macht einer einen Fehler, dann helfen die Freunde und führen ihn mit Liebe in ein besseres Land. Hier liebt der Mensch den Menschen. Es gibt hier keine Verräter. Man vergibt dem Feind. Wer solche Lehren nicht anerkennt, verdient es nicht ein Mensch zu sein.

Schenke der Himmel dem holden Jüngling Mut und Standhaftigkeit auf seinem Weg, dann kommt das Glück zu euch und deine Mutter soll beschämt zu ihrer Burg zurückkehren.“

13. Auftritt

Die Bühne verwandelt sich in eine Halle mit Rosen und Blumen. Eine Tür öffnet sich. Zwei Priester führen Tamino und Papageno herein. Ganz vorne sind zwei Rasenbänke.

„Ihr müsst nun alleine hier bleiben“, erklärt der erste Priester. „In kurzer Zeit ertönt eine Posaune.

Dann setzt euren Weg fort! Lebt wohl! Wir sehen uns wieder! Noch einmal: Vergesst das Schweigen nicht!“

Der zweite Priester erinnert Papageno: „Sprich an diesem Ort kein Wort! Sonst bestrafen dich die Götter durch Donner und Blitz. Leb wohl!“

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