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2022 Tagesschau, tagesthemen 04.03.2022, 22:35 Uhr - Atomkraftwerke

tagesthemen 04.03.2022, 22:35 Uhr - Atomkraftwerke

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen.

Herzlich willkommen zur Live- Untertitelung des NDR (04.03.2022

Heute im Studio: Helge Fuhst

Ich begrüße Sie ganz herzlich, guten Abend.

Seit neun Tagen steht die Ukraine unter Beschuss.

Vergangene Nacht eskalierte Russland den Konflikt weiter.

Die Angriffe erreichten das Gelände eines Atomkraftwerks in der Ukraine,

des größten Atomkraftwerks Europas.

Feuer brach aus, die Lage war zuerst unklar.

Die Furcht vor einer nuklearen Katastrophe war und bleibt groß.

Ingrid Bertram berichtet.

Es ist eine neue Eskalation im Krieg um die Ukraine:

Das Atomkraftwerk Saporischschja wird laut ukrainischen Behörden

von russischen Truppen beschossen und eingenommen.

Ein Gebäude gerät in Brand.

Versucht Russland, ein strategisch wichtiges Ziel zu erobern

oder spielt Putin mit dem atomaren Ernstfall?

Der Präsident der Ukraine hat keinen Zweifel:

Ukrainer, wir haben die Nacht überlebt.

Sie hätte das Ende der Geschichte der Ukraine

und das Ende der Geschichte Europas sein können.

Russische Truppen griffen das größte Atomkraftwerk Europas an.

Der Meiler ist sechsmal so groß wie Tschernobyl.

Der Meiler liegt im Süden der Ukraine.

Die sechs Reaktoren produzieren ein Viertel des Stroms im Land.

Gebrannt hat es nur in einem Schulungsgebäude.

Die Reaktoren wurden nicht beschädigt.

Strahlung sei nicht ausgetreten.

So die Internationale Atomenergie-Agentur in Wien.

Aber sie ist alarmiert,

will selbst in die Ukraine fahren und ermitteln.

Auch in Deutschland schaut man besorgt auf Saporischschja.

Ich gehe davon aus, dass es sich hier nicht

um einen gezielten Angriff aufs Kraftwerk handelte.

Es gab ein Gefecht zwischen der Kraftwerksmannschaft

und den russischen Truppen.

Der Treffer auf dem Block eins war vielleicht kein Zufallstreffer,

aber zumindest kein gezielter Treffer.

Der Hergang ist unklar.

Russland spricht von einem Sabotageakt der Ukraine.

Was denken die Ukrainer?

Wir erreichen eine Physikerin auf der Flucht auf dem Handy.

Ihr Vater arbeitet noch im stillgelegten Meiler von Tschernobyl,

der von den Russen besetzt ist.

Für sie ist klar: Es geht um eine nukleare Bedrohung.

Ich weiß nicht, was Russland darüber denkt.

Ich denke, sie wollen uns drohen.

Nicht nur uns, sondern der ganzen Welt.

Tschernobyl - ein Trauma für West- und Osteuropa.

Ein Betonsarkophag schützt den zerstörten Reaktor immer noch.

Vor einer Woche besetzten russische Truppen das Gelände.

Sie halten eine Schicht der AKW-Belegschaft gefangen,

um den Reaktor zu betreiben.

Valentina berichtet, ihr Vater und seine Kollegen

haben kaum Brot, können kaum schlafen.

Aber sie müssen dort bleiben.

Sie müssen dort bleiben, um unsere Sicherheit zu garantieren.

Das AKW darf nicht unkontrolliert zurückgelassen werden.

Viele Stoffe dort müssen beaufsichtigt werden.

Die Situation ist hochgefährlich.

Trotzdem glauben Sicherheitsexperten,

es gehe jetzt um strategische Erfolge.

Offenbar ging es den russischen Streitkräften darum,

die Kontrolle über das Atomkraftwerk zu bekommen.

Um so kontrollieren zu können, ob es Strom für die Bevölkerung gibt.

In Tschernobyl haben bereits russische Panzer die Oberhand.

Derweil arbeitet der Westen mit Hochdruck an der Frage,

wie die Sicherheit der Kernkraftwerke garantiert werden kann.

Frankreich hat angeboten, mit Russland darüber zu verhandeln.

Wir sprechen mit einer Frau, die die Situation

der Energieversorgung vor Ort gut einschätzen kann.

Olga Buslavets hat jahrelang

im Energieministerium der Ukraine gearbeitet.

2020 war sie zeitweise Ministerin.

Sie ist uns zugeschaltet aus der Nähe von Kiew.

Guten Abend, Frau Buslavets.

Ich wünsche Ihnen auch einen schönen guten Abend.

Ich wünschte,

dass wir in der Ukraine auch einen schönen Abend hätten.

Leider schreiben wir den neunten Kriegstag.

Über die Situation müssen wir jetzt sprechen.

Wie groß ist Ihrer Meinung nach die Gefahr,

dass ein Atomkraftwerk Schaden nimmt in diesem Krieg?

Zum Beispiel das Atomkraftwerk Saporischschja,

bei dem ein Nebengebäude brannte.

Das ist ein einmalige Situation, wo man ein Atomkraftwerk angreift.

Das ist eine große Gefahr.

Wir befinden uns im Krieg.

Die Raketen und Bomben können hier einschlagen.

Für Atomkraftwerke ist das äußerst gefährlich.

Die Ukraine und Europa -

wir hatten schon so eine Tragödie in Tschernobyl.

Wenn so was hier passiert, ...

Natürlich haben wir jetzt einen neuen technologischen Stand.

Trotzdem kann es zu einer Katastrophe kommen.

Dann werden auch andere Länder Europas

in Mitleidenschaft gezogen.

Sie werden nicht mehr bewohnbar sein.

Das eine ist die Gefahr eines Angriffs.

Das russische Militär scheint gezielt die Kontrolle

über Atomkraftwerke gewinnen zu wollen.

Warum ist das strategisch so wichtig?

Geht es da wahrscheinlich um die Energieversorgung der Ukraine?

Die russischen Truppen haben schon heute Nacht

die Kontrolle über das Atomkraftwerk eingenommen.

Heute wird es von russischen Truppen kontrolliert.

Die Belegschaft bekommt Anweisungen von russischer Seite.

Sie entscheiden, wie hoch die Leistung sein soll.

Ob etwas außer Betrieb oder in Betrieb genommen wird.

Wir können nicht voraussagen, was passieren wird.

Ich glaube nicht, dass die Tatsache, dass das AKW eingenommen wurde,

für die Energieversorgung der Ukraine eine große Rolle spielt.

Es geht um die atomare Erpressung - für die ganze Welt.

Was muss passieren,

um die Atomkraftwerke in der Ukraine zu schützen?

Ihr Außenminister Kuleba schlug vor,

Sicherheitszonen um die Atomkraftwerke zu errichten.

Andere meinen,

das könnten auch die Vereinten Nationen beschließen.

Was meinen Sie?

Wir glauben, es ist wichtig,

den Luftraum über der Ukraine zu schließen.

Die Militärflugzeuge dürfen nicht über der Ukraine fliegen.

Es ist wichtig,

dass strategische Objekte und die Zivilbevölkerung geschützt wird.

Ich war sehr enttäuscht über das Ergebnis der Sitzung

der Außenminister der NATO.

Man hat gesagt,

dass die NATO hier keine Rolle spielt.

Die Ukraine ist kein Mitglied in der NATO.

Die NATO kann somit den Luftraum nicht schützen.

Das ist eine schwache Haltung des Westens.

Das erlaubt es Putin, sich dreist zu verhalten

und einen größeren Schaden in Europa und der Welt anzurichten.

Es ist wichtig, dass der Westen Stärke zeigt.

Ansonsten können wir gegen dieses Regime nicht kämpfen.

Wir können den Angriff nicht stoppen.

Der Westen muss einschreiten, Maßnahmen ergreifen.

Die Wirtschaftssanktionen und humanitäre Hilfe reichen nicht.

Vielen Dank für Ihre Einschätzungen.

Olga Buslavetz, ehemalige Energieministerin der Ukraine.

Vielen Dank für Ihr Interesse für die Situation in der Ukraine.

Wir hoffen, dass die europäischen Berichterstatter

unsere Position beleuchten.

Es ist wichtig, dass die Politiker das hören.

Wir brauchen Ihre Unterstützung.

Das Gespräch habe ich am Abend geführt.

Hilfeschreie aus der Ukraine wie der Appell eben von Olga Buslavets

erreichen uns täglich durch viele einzelne Schicksale.

Etwa 1,2 Mio. Menschen sind bereits geflohen.

Millionen Ukrainer bleiben im Land - weil sie es verteidigen wollen

oder keinen sicheren Weg mehr herausfinden.

Vor allem im Südosten wird die Lage immer dramatischer.

Sabine Krebs und Neila Doss:

Sie haben alles versucht - hier in Mariupol.

Der Vater bricht zusammen.

Er hat seinen 16-jährigen Sohn verloren.

Bei einem Fußballspiel soll in der umkämpften Hafenstadt

eine Bombe eingeschlagen sein und den Jungen schwer verletzt haben.

Bittere Momente eines Krieges.

Die Bilder aus Mariupol werden über eine Nachrichtenagentur verbreitet.

Verzweiflung auch in Irpin, einem Ort nordwestlich von Kiew.

Dieser Mann muss zusehen, wie sein Haus niederbrennt.

Es soll von Granaten getroffen worden sein.

Ich habe den Kühlschrank aufgemacht.

Es gab einen großen Knall.

Der Kühlschrank ist auf mich gefallen.

Ich hab es kaum geschafft, rauszukommen.

Seinen Hund können die Nachbarn retten.

120 km entfernt von Kiew die Stadt Schytomyr:

Die Feuerwehr löscht ein Gebäude, offenbar eine Schule.

Das Bildmaterial wird verbreitet über die Nachrichtenagentur Reuthers.

Überall zerfetzte Bücher, Hefte und Papiere.

Angaben über Opfer gibt es nicht.

In Kiew erneut Sirenenalarm.

Die russische Armee setzt die Angriffe offenbar unvermindert fort.

Viele haben in der U-Bahn Zuflucht gesucht.

Seit Tagen ist Bürgermeister Klitschko

mit seinem Bruder unterwegs, versucht Mut zu machen.

Sie müssen verstehen, wir kämpfen nicht für uns.

Wir kämpfen auch für Werte.

Wenn wir verlieren, verliert die ganze Welt.

Die Gefahr nicht nur für Ukraine,

sondern für ganz Europa und die Welt.

In Moskau wird der Ton heute rauer.

Der russische Präsident fordert den Verzicht auf Sanktionen.

Wir haben keine bösen Absichten gegenüber unseren Nachbarn.

Ich rate Ihnen, die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen

und keine weiteren Behinderungen einzuführen.

Im Parlament wird ein Gesetz verabschiedet

zu "Falschnachrichten" über den Krieg.

Nun können bis zu 15 Jahre Haft drohen.

Die BBC hat nach eigenen Angaben vorerst die Berichterstattung

in Russland ausgesetzt.

Auch der Zugang zu sozialen Medien wurde blockiert,

darunter Facebook und Twitter.

Die Journalistin Katja Gloger beschäftigt sich seit Jahren

mit Russland.

Sie erlebte den Zusammenbruch der Sowjetunion vor Ort

als Korrespondentin vom "Stern" in Moskau.

Zudem setzt sie sich im Vorstand von Reporter ohne Grenzen

für die Pressefreiheit ein.

Diese wurde heute in Russland noch mehr eingeschränkt.

Guten Abend, Frau Gloger.

Guten Abend.

Wie groß ist der heute von der Duma beschlossene Schritt:

15 Jahre Gefängnis, wenn man angebliche Falschnachrichten

über das russische Militär verbreitet.

Ich hatte Gelegenheit, mit Friedensnobelpreisträger

und dem Chefredakteur einer unabhängigen Zeitung zu sprechen.

Er sagte:

Dieses Gesetz wird es allen unmöglich machen, zu arbeiten,

auch den letzten unabhängigen Journalisten.

Damit fällt endgültig Dunkelheit über Russland -

über Informationen und Fakten.

Zeitungen dürfen nicht mehr unabhängig senden.

Auch CNN will sich zurückziehen.

Facebook und Twitter wurden komplett gesperrt.

Was bedeutet das für die Menschen?

Wir erleben seit vielen Jahren Repressionen

gegen russische Journalisten.

Sie leben ständig mit dem Damoklesschwert,

zum ausländischen Agenten erklärt zu werden.

Ihnen drohen Geldstrafen und Haft.

Durch dieses Gesetz wird das Damoklesschwert

auch auf ausländische Medien und Korrespondenten angewendet.

Sie waren bisher eine relativ objektive Stimme in diesem Land.

Das ist eine neue Qualität, die uns sehr beunruhigt.

Möglicherweise ist es ein Zeichen dafür,

dass sich das autoritäre Regime von Putin

zu einem diktatorischen wandelt.

Wie kommen Menschen in Russland

überhaupt noch an unabhängige Informationen?

Gibt es noch einen legalen Weg

oder ist das russische Volk abgeschnitten von der Welt?

Durch die Kriminalisierung unabhängiger Berichterstattung

wird die Isolierung des Landes und der Menschen fortgesetzt.

Dazu rollt die Propagandamaschine der staatlichen Nachrichtenkanäle.

Die sind auch in einen Kriegsmodus versetzt.

Man kann versuchen, über andere Kanäle, über Thor,

an andere Informationen zu kommen.

Aber für normale Menschen wird das zunehmend schwierig,

wenn nicht sogar unmöglich.

Die Pressefreiheit war seit Jahren eingeschränkt.

Wie machen Sie das an fast 20 Jahren Präsidentschaft Putins fest?

Putin hat schon im ersten Jahr seiner Amtszeit

sehr zielgerichtet die Kontrolle über die Fernsehkanäle gewonnen.

Sie waren damals noch teilweise privat.

Diese Kontrolle ist immer stärker geworden.

Jetzt verzeichnen seit zehn Jahren ungefähr

massive Repressionen,

auch gegen Journalisten, die lokal arbeiten.

Oft in kleinen Zeitungen oder auf kleine Internetplattformen.

Die waren vor Ort immer sehr wichtig.

Sie sind gegen Willkür vor Ort angegangen.

Auch dies wird nun fast unmöglich gemacht.

Wer heute als Journalist in Russland arbeitet,

ist ein sehr mutiger Mensch, wenn er unabhängig berichten will.

Danke für die Einordnungen.

In Brüssel wurden heute Antworten gesucht

auf die Eskalation des Konflikts.

Dort trafen sich die Außenminister der EU- und NATO-Staaten.

Markus Preiß in Brüssel:

Die ukrainische Regierung fleht seit Tagen darum,

dass eine Flugverbotszone über der Ukraine eingerichtet wird.

Weshalb bleibt die NATO bei ihrem Nein?

Die kurze Antwort darauf ist,

Weil sie nicht in den Krieg hineingezogen werden will.

NATO-Generalsekretär Stoltenberg sagte,

es sei auch eine schwere Entscheidung für die NATO.

Sie sieht natürlich, welche Vorteile die Flugverbotszone bedeutet.

Aber er hat auch gezeigt, was es bedeuten würde,

wenn man diese Zone einrichtet.

Das würde bedeuten,

dass die NATO Kampfjets in die Ukraine schicken muss.

Die müssten russische Kampfjets ausschalten.

Man wäre in einer direkten Konfrontation mit Russland.

Er sagte auch, die NATO sei ein Bündnis zur Verteidigung,

das Schaden von den Mitgliedern abhalten muss.

Wenn man einen Krieg mit Russland beginnen würde,

wäre das nicht gegeben.

Die EU hat inzwischen

einen Großteil der Sanktionsmöglichkeiten ausgeschöpft.

Wie kann sie überhaupt noch mehr Druck auf Russland ausüben?

Möglichkeiten gibt es.

Aber die sind auch so,

dass sie sehr schmerzhaft für die EU sind.

Ich nenne mal die Sanktionen, die noch im Raum stehen.

Das eine ist ein Ausschluss Russlands aus der Welthandelsorganisation,

bzw. dass Russland die Vorteile dieser Organisation nicht mehr hätte.

Der Westen könnte auch sagen,

wir importieren kein Öl, Gas oder Kohle mehr.

Das würde Russland massiv treffen.

Aber man hat Sorge,

dass dann die Versorgung in Europa nicht gewährleistet wäre.

Da gibt es auch entsprechende Kommentare von Robert Habeck.

Darum liegt das nicht auf dem Tisch.

Was kann das ändern?

Wenn es eine wirkliche weitere Eskalation gäbe.

Das hört man immer wieder.

Eine andere Möglichkeit wäre, wenn die USA diesen Schritt gingen.

Dann müsste man auch in Europa mitziehen,

um die geschlossene Sanktionsfront aufrecht zu erhalten.

Wir haben die Bilder der Zerstörung gesehen, die eins erahnen lassen:

Dass die Ukraine jeden und jede braucht,

um sich gegen die Übermacht der russischen Armee zu verteidigen.

Das spiegelt sich auch in der traurigen Statistik

über die Geflüchteten wider:

Fast die Hälfte aller Ukrainer, die das Land verlassen, sind Kinder.

Nicht nur Männer reisen zurück, auch viele Frauen wollen kämpfen,

sobald sie ihre Jüngsten in Sicherheit wissen.

Isabel Schayani berichtet aus dem polnisch-ukrainischen Grenzgebiet.

Die Zahl klingt nüchtern.

In der Notaufnahme im polnischen Chelm sieht man,

was sie bedeutet.

Sie lautet:

Die Hälfte aller Flüchtlinge aus der Ukraine sind Schulkinder.

Der Exodus aus der Ukraine ist jung.

Sofia ist acht und versinkt für einen Moment im Zeichnen.

Ihr Bruder klettert lieber.

Alle Erwachsenen erzählen uns zuerst von dem Moment,

da sie geflohen sind.

Da waren Sirenen.

Wir mussten sechsmal pro Tag in den Keller gehen.

Die Kinder hatten Angst.

Meine Tochter hat sich immer die Ohren zugehalten,

weil sie Angst vor der Sirene hatte.

Sie hat seit zwei Tagen weder gegessen noch geschlafen.

Vor zwei Tagen hat Sofia ihr Zuhause verlassen.

Seit sie weg sind, schaut sie oft auf das Foto von ihrem Vater:

Russland hat die Ukraine angegriffen. Das ist sehr schlecht.

Und was hast du gesehen?

Ich habe Militärfahrzeuge nach Riwna fahren sehen.

Sehr viele junge Männer mit Waffen standen am Straßenrand.

Es gibt jetzt Krieg, aber warum, weiß ich nicht.

Es gab nie einen Krieg.

Ich hab noch nie Krieg gesehen.

Am schwierigsten war für mich, zu Hause zu verlassen -

und meinen Papa.

Jetzt geben Sofia und ihre Mutter sich gegenseitig Halt.

Polnische Behörden beobachten an der Grenze,

dass jedes zweite oder dritte Kind einfach mitgebracht wird:

Ohne Eltern - von Nachbarn oder Verwandten.

Die Eltern bleiben in der Ukraine, um das Land zu verteidigen.

Auch Elinas Mutter hat sie hier in Polen gelassen,

mit ihrer Schwester.

Unsere Mutter hat gesagt: "Bitte bleibt erst mal hier.

Dann entscheiden wir, ob ihr kommt oder wir zu euch.

Wir werden sehen."

Ich fühle mich gut hier, weil du mit mir hier bist.

Meine Schwester gibt mir jetzt Sicherheit.

Elina hofft, sie könnte in ein paar Tagen zurück -

in die Schule, vielleicht Klavier spielen.

Wie lange ihre Flucht dauern wird, keiner weiß es.

Auch wenn die Welt in diesen Tagen auf den Krieg in der Ukraine schaut,

es gibt andere Themen, über die wir Sie informieren wollen.

Wir beginnen mit der Corona-Pandemie.

Seit heute gelten in Deutschland weniger strenge Regeln,

vor allem im Veranstaltungsbereich und in der Gastronomie.

Der Nachrichten-Überblick mit Thorsten Schröder.

Klubs und Diskotheken dürfen wieder nach der 2G-Plus-Regel öffnen.

Geimpfte und Genese dürfen rein,

wenn sie ein negatives Testergebnis vorlegen können oder geboostert sind.

In Restaurants und Hotels gilt wieder die 3G-Regel.

Neben Geimpften und Genesenen dürfen auch wieder Getestete kommen.

Ab 20. März sollen alle tiefgreifenderen Maßnahmen enden,

sofern die Lage es zulässt.

Das Robert Koch-Institut erfasste binnen 24 Stunden

217.593 Corona-Neuinfektionen, 6850 mehr als vor einer Woche.

Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen.

Da Gesundheitsämter überlastet sind,

werden viele Infektionen nicht mehr per PCR-Test bestätigt.

Die 7-Tage-Inzidenz ist den zweiten Tag in Folge wieder gestiegen

und liegt nun bei 1196.

Trotz weiter hoher Infektionszahlen sieht das Gesundheitsministerium

den Höhepunkt der fünfte Welle in den meisten Bundesländern überschritten.

Als Folge des Krieges in der Ukraine

ist Erdgas in Europa so teuer wie nie zuvor.

Am Handelspunkt TTF in den Niederlanden wurde mit 213,89 Euro

erstmals die Marke von 200 Euro pro Megawattstunde durchbrochen.

40 Prozent der europäischen Erdgaslieferungen

stammen aus Russland.

Analysten befürchten,

dass es zu einer Unterbrechung der Lieferungen kommen könnte.

Rund zwei Jahre nach Baustart erhielt der US-Autobauer Tesla

die abschließende Genehmigung für sein Werk in Brandenburg.

Vor der Inbetriebnahme muss Tesla noch viele Auflagen erfüllen,

etwa beim Trinkwasserschutz.

Tesla errichtete das Werk in Grünheide bei Berlin

auf eigenes Risiko ohne endgültige Zulassung.

Pro Jahr sollen dort bis zu 500.000 E-Autos gebaut werden.

Über Sanktionen in der Wirtschaft haben wir schon gesprochen.

Auch im Sport ist Russland geächtet als Folge von Putins Angriffskrieg.

Die Olympischen Winterspiele für Menschen mit Behinderung

wurden heute ohne Russland eröffnet.

Das Team wurde in letzter Minute ausgeschlossen,

ebenso wie das aus Belarus.

Besondere Brisanz hat der Fall,

weil Gastgeber China zu Russland ein enges Verhältnis pflegt.

Größer als die Freundschaft der beiden Mächte

war am Ende aber der Aufschrei in der Welt.

"Frieden für die Ukraine", rufen sie.

Das ukrainische Team nach schwieriger Anreise in Peking.

Der Krieg lässt sie nicht los.

Protest vor der Eröffnungsfeier.

Während dieser verbieten das die Paralympischen Regeln.

Eine bunte Show im Pekinger Nationalstadion.

Die kommunistische Führung unter Staatschef Xi Jinping

eröffnet feierlich die Paralympischen Winterspiele.

Trotz des Ukraine-Kriegs.

Applaus,

als die ukrainischen Athletinnen und Athleten ins Stadion kommen.

Ich bin entsetzt darüber, was gerade passiert.

Das 21. Jahrhundert gehört dem Dialog und der Diplomatie,

nicht dem Krieg und dem Hass.

Im chinesischen Staatsfernsehen wurde Parsons Appell für den Frieden

nicht vollständig übersetzt und der Ton leiser gedreht.

Den Ukraine-Krieg in Chinas Medien ausblenden:

Das will Pekings Führung, so politische Beobachter.

Die Paralympischen Spiele nutzen Chinas Regierung v.a. damit,

die parteistaatlichen Medien mit etwas anderem zu füllen

als mit Putins Aggressionskrieg.

Russlands Athleten-Team:

Gestern wurde es vom Paralympischen Komitee

von den Spielen ausgeschlossen, wie auch Belarus.

Zuvor gab es heftige internationale Kritik, auch vom deutschen Team.

Wir wollten es nicht verstehen:

Ukrainische Athleten bangen um ihre Familien,

die in Luftschutzkellern sitzen.

Und hier sollen sie im friedlichen Wettkampf

mit Athleten aus den Ländern sein, die ihr Land überfallen.

Die Menschen in Peking antworten auf Linie der KP-Führung:

Sport sollte mit Politik nichts zu tun haben.

Schon die Olympischen Winterspiele waren erfolgreich.

Wir sind glücklich. China ist stark.

Auch den Paralympischen Spielen gebührt Jubel und Erfolg.

Chinas Führung unterstützt Putin, Peking stärkt Moskau den Rücken.

Was ein Fest der Vielfalt und des Friedens sein soll,

beginnt in Peking im Schatten des Kriegs.

Bleibt noch das Wetter.

Sven Plöger ist bei uns.

Wie wird es am Wochenende?

Das Wetter ist weiterhin nur eine Randnotiz.

Es ist noch ganz schön kühl am Wochenende.

Von Osten schleichen sich flache Wolkenfelder rein.

Zwischendurch sieht man immer mal wieder die Sonne.

Trotzdem kann Wetter tolle Bilder liefern.

Er war auf dem Zingst unterwegs.

Etwas zum genießen.

Wir schauen auf dem 15-Tage-Trend.

Die kalte Luftmasse kommt von Osten.

Trotz der Sonne heute blieben die Temperaturen unten.

In Magdeburg wird das bis Mittwoch so sein.

Das sind die Nachmittagswerte.

In der kommenden Nacht gibt es diese Wolken.

Sie haben sich den ganzen Tag über dem Osten gehalten.

Sie schaffen es noch nicht Richtung Westen.

Im Tagesverlauf nehmen sie langsam Schwung.

Nur der äußerste Westen und Südwesten bleibt sonnig.

Das sind die Temperaturen am Nachmittag.

Am Sonntag sind die Wolken zahlreicher.

Der äußerste Südwesten ist freundlich.

Montag kommt die Sonne häufiger raus.

Danke, Sven.

Über weitere Entwicklungen im Ukraine-Krieg

halten wir Sie bei tagesschau.de auf dem Laufenden.

Und morgen Früh ab sieben Uhr mit einer Sonderausgabe

des Morgenmagazins von ARD und ZDF.

Hier geht's weiter mit einem Tatort aus Dortmund.

Die tagesthemen morgen wieder mit Ingo Zamperoni.

Ihnen ein friedliches Wochenende.

Copyright Untertitel: NDR 2022

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