Das Wunder von Narnia Teil 5
Digory ließ sich nicht anmerken, wie aufgeregt er war. Natürlich überlegte er, genau wie ihr vielleicht, warum das Haus wohl schon seit Ewigkeiten leerstand. Polly ging es ganz ähnlich. Keiner von beiden sprach aus, was er dachte, nämlich daß es dort ja vielleicht Gespenster gab. Jetzt, wo der Vorschlag schon einmal gemacht worden war, wollte keiner mehr kneifen. „Sollen wir uns gleich auf den Weg machen?“ fragte Digory. „Na gut.“ „Aber nur, wenn du es auch wirklich willst.“ „Wenn du dabei bist, dann bin ich auch dabei“, antwortete Polly. „Aber woher sollen wir wissen, wie weit wir gehen müssen, bis wir im übernächsten Haus sind?“ So faßten sie also den Entschluß, erst einmal die Rumpelkammer auszumessen, und zwar mit Schritten, die dem Abstand zwischen zwei Balken entsprachen. Dadurch wußten sie, wieviel Balken es pro Zimmer gab. Dann wollten sie für die Strecke von einer Dachkammer zur nächsten noch vier Balken dazuzählen. Dazu kamen dann für das Zimmer des Dienstmädchens noch einmal genauso viele Balken wie in der Rumpelkammer. Das ergab die Anzahl der Balken pro Haus. Nach der doppelten Strecke hatten sie dann Digorys Haus durchquert. Die nächste Tür dahinter mußte auf den Dachboden des leerstehenden Hauses führen. „Aber vermutlich steht es gar nicht leer“, meinte Digory. „Was denn sonst?“ „Ich vermute, daß dort einer heimlich wohnt. Er kommt nur nachts heraus, mit einer trüben Laterne. Vermutlich finden wir eine gefährliche Verbrecherbande und kriegen eine Belohnung. Wenn ein Haus so lange leersteht, dann tut sich da bestimmt auch irgendwas Geheimnisvolles.“ „Mein Vater sagt, es liegt an den Abwasserrohren“, erklärte Polly. „Puh! Die Erwachsenen haben immer so langweilige Erklärungen für alles!“ schimpfte Digory. Jetzt, wo sie sich bei Tageslicht in der Rumpelkammer unterhielten, kamen ihnen die Gespenster in dem leeren Haus weit weniger wahrscheinlich vor als eben noch bei Kerzenschein in der Schmugglerhöhle.