„Und wenn ich nicht unterschreibe?“ „Dann reiße ich dich in Stücke!“ antwortet Mephisto ganz ruhig. „Schon gut, schon gut." Faust unterschreibt. Faust will heiraten. So lebt Faust viele Jahre lang. Er isst und trinkt, auch Frauen hat er. Er hat Spaß mit seinen Freunden und macht ab und zu eine Reise. Doch eines Tages sieht Faust ein junges Mädchen vor seinem Fenster vorbeigehen. „Teufel!“ sagt er. „Ist die hübsch, die Kleine!“ Ihre Augen leuchten blau, ihr Haar ist blond wie Gold, und ihre Figur! Er fragt Mephistopheles nach ihr. „Ach, die!“ antwortet der. „Das neue Dienstmädchen deines Nachbarn. Ja, die ...“ „Was?“ „Nun, die ist nichts für dich. Die geht jede freie Minute in die Kirche.“ „Ach was!“ Am selben Abend noch wartet Faust vor dem Haus auf das Mädchen. Es kommt gerade aus der Kirche. „Junge Dame, darf ich Sie zu einem Glas ...“ „Bin keine Dame“, sagt sie. „Und ich trinke nicht. Gute Nacht, mein Herr.“ Am nächsten Tag versucht er es wieder, fragt sie, woher sie kommt und wie sie die Stadt findet. Sie antwortet nur kurz und geht weiter. Am dritten Abend will Faust ihr etwas schenken. Ein Armband aus Gold. „Aber nein, mein Herr, was denken Sie?“ fragt sie ihn. „Dafür wollen Sie sicher etwas von mir!" „Nur einen Kuss!“ „Um Gottes Willen! Sind wir verheiratet?“ „Verheiratet! Ein Küsschen! So ein hübsches Mädchen wie du, das hat doch sicher einen Liebsten, oder?“ „Hab keinen Liebsten und küss auch keinen. Erst nach der Hochzeit!“