Wenig später kommt ein Diener und sagt: „Der Kellermeister ist nicht zu finden, Herr. Und die Tür zum Weinkeller steht offen!“ Jetzt glaubt der Bischof den Bauern doch. „Geht mit den Bauern in den Wald und bringt mir meinen Kellermeister wieder!“ sagt er seinen Leuten. Die halbe Stadt kommt mit. Es ist nicht leicht, den müden Kellermeister vom Baum zu holen. Als er unten auf dem Boden steht, hat er auch nicht viel zu erzählen. „Ein Magister Faust hat mich dort auf den Baum gesetzt.“ Viel mehr weiß er nicht. Auch am Dienstag Abend kommen die Studenten zu Faust. „Bei Faust gibt es immer gut zu essen und zu trinken!" denken sie. Doch an diesem Abend ist es anders. Gekochtes Rindfleisch steht auf dem Tisch und Wasser. Die Gäste sehen sich an. Sie sprechen nur wenig. Was ist hier passiert? „Warten wir es ab!" (Abwarten) denkt einer, der Faust schon länger kennt. Am Ende des Abendessens steht Faust auf und sagt: „Liebe Freunde, das Essen war bis jetzt ein wenig mager, weil ich es selbst bezahlt habe. Jetzt wollen wir sehen, wie ein Abendessen aussieht, das unsere Herren und Herrscher bezahlen — ob sie wollen oder nicht.“ Dann geht er in den Garten. Drei Flaschen stehen da und fünf große Teller. Faust sagt zu Mephisto: „Erstens bringst du uns ungarischen, französischen und spanischen Wein, so viel wir trinken können. Und zweitens... möchte ich Wild und Fleisch und Fisch, alles schön gebraten, für unser Abendessen.“ Eine halbe Stunde müssen sie warten. Dann steht alles Gewünschte da. „Esst und trinkt, meine Brüder!“ ruft Faust und lacht. „Es kommt nicht aus der Hölle, es kommt aus den besten Küchen und Kellern Europas!“