„Hier hast du dein Geld“, sagt Mephisto und legt einen kleinen Sack vor Faust auf den Tisch. „Aber ...” „Aber was?“ fragt Faust. „Nun, ehrlich gesagt, wird es mir langsam ein bisschen viel: der Garten, das Haus, Frühstück, Mittagessen, Abendessen mit Gästen und dann brauchst du immer noch Geld. Du hast doch viel von mir gelernt. Da kannst du doch selbst Geld verdienen!“ Faust will sich schon ärgern. Doch dann denkt er: „Da hat er eigentlich Recht. Wozu habe ich denn die ganze Zauberei gelernt? Um reich und berühmt zu werden!“ „Es ist gut, du kannst gehen!“ sagt er zu Mephistopheles. Am Abend geht Faust mit seinen Freunden zu einem Juden. „Ich brauche sechzig Taler. In einem Monat zahle ich sie dir zurück!“ sagt Faust zu ihm. (zurückzahlen) „Sechzig Taler, das ist viel Geld“, antwortet der Jude. „Hast du Sicherheiten?“ „Nun“, antwortet Faust. „Machen wir das so: wenn ich dir in einem Monat nicht das Geld bringe, bekommst du mein rechtes Bein!“ „Dein Bein?“ Der Jude sieht ihn an. „Na gut! Dein Bein willst du sicher nicht verlieren. Unterschreibe hier!“ Faust unterschreibt und der Jude gibt ihm das Geld. Einen Monat später — Faust hat das Geld natürlich nicht zurückgezahlt — steht der Jude mit ein paar Freunden vor Fausts Haustür. Er hat eine Säge in der Hand. „Ach ja, das Bein“ sagt Faust und bittet die Männer ins Schlafzimmer. Er legt sich aufs Bett. „Bitte!“ „Was?“ der Jude kann es nicht glauben. „Du willst mir das Geld nicht geben? Aber dein Bein?“ „Ja, nimm es als Pfand. In ein paar Tagen, wenn ich das Geld habe, gebe ich es dir und du gibst mir das Bein zurück. Und nun mach schnell, ich habe zu tun!“