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2021 from Youtube, Was ist Gott? (Theismus, Pantheismus, Agnostizismus...)

Was ist Gott? (Theismus, Pantheismus, Agnostizismus...)

Was ist Gott? Die alte und große

Frage. Manche sagen vorschnell, den gibt es nicht. Aber wer oder was ist überhaupt gemeint?

Es geht hier also erstmal darum, einen Begriff zu klären. Gott. Bei Gott ist das

Klären besonders schwierig. Denn wenn es Gott gibt, dann ist er vermutlich unvorstellbar und

unbegreifbar. Du sollst dir kein Bild von ihm machen, steht in der Bibel. Und auch im Koran,

glaube ich. Trotzdem hast Du einen gewissen Begriff vom Göttlichen, eine gewisse Auffassung

und vielleicht sogar eine Vorstellung, auch wenn Du weißt, dass sie falsch ist.

Ich bin im sogenannten Theismus aufgewachsen. Natürlich kannte ich den Begriff damals nicht.

Das griechische Wort theós bedeutet „Gott“. Also Theismus heißt einfach Gottlehre. Im Theismus

wird Gott als Person verstanden. Aber was ist denn überhaupt eine Person? Auch dazu könnte

man ein Video machen. Zumindest hat eine Person einen Willen und kann handeln. Also Gott handelt,

wenn er seinen Willen geschehen lässt. Und eine dieser Handlungen oder sogar die erste

Handlung war die Schöpfung der Welt. Gott ist also der Ursprung der Welt, er selbst

aber steht außerhalb dieser. Das ist typisch für den Theismus. Man sagt, Gott ist transzendent.

Allerdings greift er auch gelegentlich in die Welt ein, zum Beispiel durch Eingebungen,

Offenbarungen oder Wunder. Theisten begreifen Gott also als Schöpfer und Lenker der Welt.

Im Polytheismus geht man von mehreren Göttern aus, die unterschiedliche Persönlichkeiten haben und

gemeinsam oder sogar zum Teil widerstreitend in der Welt wirken. So ist es zum Beispiel in

den alten Göttersagen der Griechen und Römer. Die Hindus haben den Polytheismus bis heute bewahrt.

Monotheisten dagegen glauben nur an einen einzigen Gott. Juden, Christen und Muslime zum Beispiel

glauben an den Gott, der sich vor tausenden von Jahren Abraham oder Ibrahim offenbart

hat. Und seitdem lehnen sie den Polytheismus ab. Der Deismus ist eine Art Variante des Theismus. Er

verbreitete sich in Europa ab dem 16. Jahrhundert Das Wort ist vom lateinischen Deus abgeleitet,

was ebenfalls „Gott“ bedeutet. Auch im Deismus wird Gott als transzendente Person verstanden,

die die Welt erschuf. Im Gegensatz zum Theismus aber greift der Gott der Deisten

nicht ein in die Welt. Er hält sich raus. Er hat die Welt ursprünglich weise konstruiert

wie ein Uhrmacher oder ein Architekt, aber seit der Schöpfung läuft die Welt von selbst,

nach den Gesetzen der Natur. Es gibt also keine Wunder und auch für göttliche Offenbarung ist

eigentlich kein Platz. Um Gott zu erkennen, dient dem Deisten die eigene Vernunft, die selbst ein

göttliches Prinzip darstellt. Es geht in Richtung Aufklärung. Das Dogma tritt in den Hintergrund und

der freie Wille wird kultiviert. Berühmte Deisten sind zum Beispiel Leibniz, Locke und Voltaire.

Der Pantheismus ist in gewisser Hinsicht das Gegenteil. Das griechische Wort pan heißt „alles“,

und zusammen mit theos bedeutet es: Alles ist Gott. Pantheisten setzen Gott und die Welt

gleich. Das Universum, der Kosmos, die Natur ist Gott selbst. Auch wenn wir nicht alles

erkennen. Gott ist also nicht transzendent, nicht außerhalb der Welt, sondern immanent,

in der Welt. Gott durchdringt die Welt und die Welt ist göttlich. Die Begriffe

verschmelzen. Das Gottesbild verschmilzt mit dem Weltbild. Wenn man Gottwelt als eine Art Energie

oder höhere Kraft begreift, kommt man zu einem unpersönlichen Gottesbegriff. Allerdings gehen

Pantheisten oft davon aus, dass die Welt beseelt ist. Nicht nur Menschen und Tiere,

sondern auch Pflanzen und vielleicht sogar Steine und Berge und Flüsse und die ganze Welt. Und wenn

man dann einen umfassenden Weltgeist annimmt, dann könnte Gott auch als Person aufgefasst werden.

Der Pantheismus ist uralt und gilt als Vorläufer polytheistischer Religionen. Der Manitu der

Indianer zählt zum Beispiel als pantheistische Gottheit. Und man findet pantheistische

Vorstellungen in vielen Naturreligionen. Aber auch in der Neuzeit gibt es Pantheisten. Baruch

Spinoza setzte Gott mit der Natur gleich und auch Albert Einstein hatte diese Gottesauffassung.

Den Panentheismus kann man wieder als Variante sehen. Mit der eingeschobenen Silbe „en“ wird

ausgedrückt, dass zwar alles in Gott enthalten ist, aber Gott nicht mit der Welt identisch ist,

weil die Welt nur ein Teil Gottes ist. Die Welt ist in Gott. Gott umfasst die Welt.

Gott ist demnach immanent und transzendent zugleich. Diese Auffassung wird zum Beispiel

in manchen Strömungen des Buddhismus oder auch des Hinduismus vertreten. Der deutsche Dichter

Johann Gottfried Herder gilt als Panentheist. Der Agnostizismus bezeichnet eine Denkrichtung,

die grundlegend skeptisch gegenüber der Erkennbarkeit Gottes ist. Das

griechische a-gnōstikós bedeutet „nicht erkenntnisfähig“. Wir sind nicht erkenntnisfähig,

was Gott betrifft. Ein Agnostiker hält schon die Existenz Gottes für ungewiss. Er meint,

man kann die Existenz Gottes weder beweisen, noch widerlegen. Das bringt auch eine gewisse

Freiheit. Ein Agnostiker kann an Gott glauben oder nicht, er beansprucht nur

keine Gewissheit. Er kann sich auch aus dem Glaubensgeschäft so weit wie möglich raushalten.

Agnostiker gab es vermutlich in allen Kulturen zu allen Zeiten. Schon Laozi,

der legendäre Begründer des chinesischen Daoismus war Agnostiker. Oder Protagoras,

als Beispiel eines Sophisten. Auch Immanuel Kant widerlegte Gottesbeweise. Er hielt Gott für ein

unbeweisbares Postulat, obwohl er selbst an Gott glaubte. Der britische Philosoph Bertrand Russell

dagegen gilt als agnostischer Atheist. Womit wir beim Atheismus wären. Bei den

Ungläubigen. átheos bedeutet „ohne Gott“. Ein Atheist verneint die Existenz Gottes und lehnt

vielleicht sogar den Glauben an Gott ab. Es gibt für den Atheisten nur die nackte Welt mit ihrer

Natur und keine größere Wesenheit, die man Gott nennen könnte. Gott ist nur eine Vorstellung,

die in den Köpfen der Menschheit tradiert wird. Eine Projektion der menschlichen

Ideale und Hoffnungen. Die mag vielleicht manchmal tröstend und hilfreich sein, sie

ist dennoch falsch und hat auch schon viel Schaden angerichtet und muss letztlich überwunden werden.

So oder so ähnlich denken viele Wissenschaftler und auch Philosophen. Einflussreiche Beispiele

sind Ludwig Feuerbach, Karl Marx und Friedrich Nietzsche. Auch der Psychologe Sigmund Freud

war ein bekennender Atheist. Und der Existenzialismus von Jean Paul Sartre

setzt genau da ein, wo der Glaube an Gott wegfällt: Bei der Orientierungslosigkeit

einerseits und der Freiheit andererseits. Es gibt also verschiedene Auffassungen Gottes

und innerhalb dieser Kategorien könnte man noch weitere Unterscheidungen treffen. Große Geister

haben allerlei vertreten. Es gibt also keinen Grund mit der eigenen Auffassung überheblich

zu werden. Auch innerhalb einer Religion gibt es verschiedene Strömungen. Da kann

es Theisten, Deisten, Pantheisten, Panentheisten und Agnostiker geben.

Die Anhänger der linken Spalte, also Theisten und Deisten, vertreten dabei meist einen Dualismus.

Gott und die Welt werden als zwei verschiedene Substanzen betrachtet, die zwar aufeinander

einwirken können, aber doch getrennt voneinander existieren. Demgegenüber neigen Pantheisten und

Panentheisten eher zum Monismus. Das heißt, Gott ist die einzige Substanz,

die es gibt. Die Welt, wie wir sie kennen ist eine Qualität dieser göttlichen Substanz.

Und was glaubst du? Schreib es in die Kommentare...

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