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Raumzeit - Vlog der Zukunft, Waren sie schon hier? Das Fermi-Paradoxon - Die Serie (2018)

Waren sie schon hier? Das Fermi-Paradoxon - Die Serie (2018)

Die ägyptischen Pyramiden sind mindestens beeindruckend.

Wer das fast 150 Meter hohe Bauwerk mit seinen fast 2,6 Millionen Kubikmetern Raum sieht,

der fragt sich, wie die das damals vor 5000 Jahren geschafft haben sollen.

Sicher nicht ohne, sagen wir mal vorsichtig, externe Dienstleister, oder?

Waren sie wirklich schon längst hier?

Ich bin Ronny, willkommen bei Raumzeit.

Nicht nur um die Pyramiden ranken sich eine Reihe von präastronautischen Theorien; auch

die Nazca Linien in Peru werden genannt, die Moai auf den Osterinseln und Stonehenge in

England.

Immer wieder heißt es, eine fortgeschrittene Kultur von den Sternen habe hier gewirkt oder

zumindest geholfen.

Ein klarer Beweis dafür würde das Fermi-Paradoxon schlagartig auflösen – aber gibt es so

einen denn?

Die mysteriöse Welt der Präastronautik fand ihren Ursprung im 1968er Bestseller „Erinnerungen

an die Zukunft“ von Erich von Däniken, der international unter dem Namen „Chariot

of the Gods“ erschien.

Die Grundidee war vorher schon in Star Trek aufgegriffen worden, Däniken aber verhalf

ihr zum Durchbruch als pseudowissenschaftlicher Denkansatz – mittlerweile hat er 70 Millionen

Exemplare seines Buches verkauft.

Bereits in Dänikens Buch finden sich das Grundmuster der präastronautischen Denkweise.

Ein Bauwerk, Relikt oder Text scheint nicht in seine Entstehungszeit zu passen – es

wird daher in einschlägigen Kreisen meist als „out-of-place-artifact“ bezeichnet.

Ein künstliches Objekt, welches deplatziert und anachronistisch wirkt.

Grundsätzlich lassen sich dabei drei Kategorien unterscheiden.

Zum einen Bauwerke oder Gegenstände, welche mit den Werkzeugen und dem Wissen der Entstehungszeit

nicht geschaffen werden konnten.

Zweitens Relikte, welche Gegenstände darstellen, die auf außerirdische Technologie oder zu

fortschrittliche Technologie hinweisen.

Und schließlich Textfragmente oder gar mündliche Überlieferungen, welche Kontakt mit Außerirdischen

beschreiben oder Wissen enthalten, welches der Autor nicht haben sollte.

Schauen wir uns je ein Beispiel an.

Die Pyramiden von Giseh galten schon Herodot als eines der sieben Weltwunder.

Als Herodot gegen 460 vor unserer Zeit die Pyramiden mit eigenen Augen erblickte, waren

die Bauwerke bereits über 2000 Jahre alt.

Wie hatten die Ägypter der frühen Bronzezeit aber solche monumentalen, die Äonen überdauernden

Bauten errichten können?

Es wundert also nicht, wenn sich viele, teils skurrile Annahmen herausgebildet und – dank

Internet – weit verbreitet haben.

Von Däniken war überzeugt, Menschen wären nicht im Stande gewesen, mit den damaligen

Mitteln Pyramiden zu errichten.

Andere verweisen auf die perfekte Nord-Ausrichtung der Cheopspyramide oder die Tatsache, dass

die Anordnung der drei Pyramiden auf dem Giseh-Plateu präzise den Sternen im Gürtel des Orion

entspricht.

Am aufsehenerregendsten ist bis heute die Erkenntnis, dass die Position der Pyramide

im Gradnetz der Erde - 29.9792458°N - schwindelerregend genau der Lichtgeschwindigkeit entspricht

- 299.792.458 m/s.

Wer jetzt heftig einatmet, Entwarnung.

All diese fun facts sind genau das, nicht mehr.

Die Position der Sterne im Gürtel des Orion hatte vor 5000 Jahren herzlich wenig mit der

heutigen zu tun.

Mit der Lichtgeschwindigkeit ist es nicht besser – zunächst mal beschreibt die vermeintlich

exakte Position einen Punkt irgendwo in der Pyramide und natürlich kannten die Ägypter

vor 5000 Jahren weder Meter noch Sekunde.

Gilt auch für Aliens – Meter und Sekunde sind nämlich völlig willkürlich gesetzte,

menschliche Einheiten – Punkt.

Zudem hat der Kontinentaldrift Afrika mittlerweile gut 100 Meter weit bewegt.

Damit verläuft diese Lichtgeschwindigkeitstheorie buchstäblich im Sand.

Sicher – der Pyramidenbau war eine monumentale Leistung tausender qualifizierter Handwerker

– aber sie war mit damaligen Mitteln möglich.

Wir brauchen schlicht keine außerirdischen Baumeister.

Schauen wir uns ein Beispiel aus Kategorie 2 an – ich wollte ursprünglich über die

goldenen Flugzeuge aus Chile sprechen – aber bleiben wir einfach ein wenig in Ägypten.

Im Hathor Tempel in Dendera findet sich eine Inschrift, bei welcher unter anderem diese

Abbildung zu finden ist.

Ah, das sieht einer Glühlampe oder zumindest einer Bogenlampe frappierend ähnlich.

Gut, eine 2 Meter große Glühlampe, aber immerhin – ist sogar ein Kabel dran.

Der Hathor Tempel ist deutlich jünger als die Cheopspyramide – er wird ins erste Jahrtausend

vor unserer Zeit datiert – stammt aber immer noch aus einer Zeit ohne Elektrizität.

Waren hier also Außerirdische am Werk, welche den Ägyptern zwar nicht beim Pyramidenbau

geholfen hatten aber immerhin etwas Licht für die Konstruktion der Tempelanlage spendeten?

Ägyptologen erklären die Gebilde als Elemente der ägyptischen Mythologie – Säule, Schlange,

Lotosblüte, aber was, wenn?

Dann hätten wir vermutlich ziemlich konventionelle Aliens vor uns – so etwas wie interstellare

Steampunks.

Wir sind mittlerweile bei LED und Plasmabeleuchtung – warum interstellar reisende Außerirdische

ausgerechnet 2-Meter-Glühbirnen mitbringen sollten, verbleibt völlig im Dunkeln.

Oder eben nicht – denn als die Theorie aufkam, war ja die Glühbirne state of the art in

Sachen Helligkeitstechnologie – es verwundert nicht, dass man diese Technologie dann eben

auch in Bildern wiederzuerkennen glaubt.

Auch kein Treffer – die Flugzeuge aus Chile übrigens auch nicht – die ähneln nämlich

Eindeckern aus dem ersten Weltkrieg – komplett mit Propeller.

Das vielleicht interessanteste Beispiel führt uns nach Westafrika – ins Gebiet der Dogon.

Dieser Stamm, der im heutigen Mali beheimatet ist, wurde ab 1931 zwei Jahrzehnte lang von

einem französischen Ethnologen namens Marcel Griaule studiert.

Deren Schöpfungsmythen enthielten Griaule zufolge eine Reihe von merkwürdigen Angaben

zum Stern Sirius.

Den Geschichten der Dogon nach werde Sirius – sigu tolo – von einem kleineren Begleiter

namens po tolo umkreist.

Po tolo sei winzig, aber gleichzeitig so schwer, dass alle Menschen nicht ausreichen würden,

um ihn hochzuhaben.

Po tolo benötige 50 Jahre, um eine ovale Bahn um Sirius zu durchlaufen.

Auch ein drittes Mitglied der Siriusfamilie war den Dogon bekannt – emme ya tolo, der

etwas größer als po tolo aber leichter sei.

Bemerkenswert an dieser mythischen Erzählung ist freilich, dass es sich bei Sirius tatsächlich

um ein Doppelstern- wahrscheinlich sogar ein Dreifachsternsystem handelt.

Dass Sirius B in der Tat als weißer Zwerg winzig im Vergleich zu Sirius A ist und gleichzeitig

extrem massereich.

Und ganz besonders, dass nichts davon mit bloßem Auge zu erkennen ist – optisch ist

Sirius ein einzelner Stern – der hellste des Nachthimmels.

Woher hatten die Dogon ihr astronomisches Wissen, welches in dieser Form auch in Europa

erst wenige Jahre zuvor bekannt geworden war?

Klar, Außerirdische – die These kam 1977 zur Blütezeit der Präastronautik auf.

Die gleichen Aliens, welche in Ägypten den Pyramidenbau beaufsichtigten, weihten andere

afrikanische Volksgruppen in astronomische Geheimnisse ein, welche diese dann über 1000e

von Jahren als Teil ihrer Mythen bewahrten.

Das klingt gleich mehrfach befremdlich – zumal das Wissen für typische mythische Elemente

viel zu detailreich ist.

Je nach Wirkungsstätte gehen daher Wissenschaftler von anderen Erklärungen aus.

Afrikanische Historiker sehen im Wissen der Dogon einen Hinweis darauf, dass sie einst

eine wissenschaftlich weit entwickelte Hochkultur repräsentierten.

Westliche Akademiker glauben an eine so genannte Kulturkontamination durch Missionare – diese

wirkten ab 1930 bei den Dogon und hätten sie im Gespräch über den Sternenhimmel über

die neuen europäischen Erkenntnisse informieren können.

Welches Beispiel auch immer wir betrachten, keines von ihnen wirkt überzeugend, geschweige

denn beweiskräftig.

Die Ägypter errichteten über 100 Pyramiden – aber die vermeintlichen Hinweise auf Außerirdische

können wir an einer Hand abzählen.

Die Argumente wirken oft herbeigesucht und bemüht – niemals aber sind sie falsifizierbar.

Wir lehnen uns damit mal aus dem Fenster und sagen ganz deutlich: die Menschheit wurde

in ihrer Frühgeschichte nicht von Außerirdischen besucht und das Fermi-Paradoxon lässt sich

so nicht auflösen.

Aber vielleicht sind sie ja jetzt da und beobachten uns … ein Thema für die nächste Episode!

Wir hoffen es hat euch gefallen und ihr findet ohne außerirdische Glühbirne den Abobutton.

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Wir sagen euch – und ganz besonders unseren den großartigen Menschen, die uns auf Patron

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In diesem Sinne, 42!

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