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2020-7 Imported from YouTube, Weltwirtschaftskrise

Weltwirtschaftskrise

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Marktwirtschaft angekurbelt.

Kriegsschäden wurden repariert, die Wirtschaft erholte sich wieder und der

Handel entwickelte sich. Unternehmer schauten voller Zuversicht in die

Zukunft. Viele angesehene Ökonomen glaubten,

dass eine längere Wohlstandsperiode in Sicht sei. In einigen wichtigen

Volkswirtschaften blieb jedoch das Einkommen von Millionen Menschen immer weiter

hinter dem Produktions- und Produktivitätswachstum. Es gab klare

Anzeichen der Überproduktion. Immer mehr Leute benutzten geliehenes Geld

um Konsumgüter zu kaufen oder um an der Börse zu spekulieren.

Viele Länder hatten hohe Auslandsschulden. Aktienkurse stürzten ab.

Die Besitzer wollten sie möglichst schnell loswerden. Ausländische Kredite

wurden zurückgezogen, was die krise noch verschärfte und sie zu einem

internationalen Problem machte. Der 24. Oktober 1929 ist in die Geschichte als

"Schwarzer Donnerstag" eingegangen. Das war der Tag des Crash an der

New Yorker Börse. Was folgt ist eine Pleitewelle.

Die Wirtschaft antwortete durch Produktions- und Beschäftigungseinschränkung

und Kostensenkung. Die amerikanische Industrieproduktion ist bis 1933 um

die Hälfte gesunken. Die Verbrauchernachfrage ging zurück,

Investitionsprojekte wurden gestoppt und die Arbeitslosigkeit stieg. Die Krise wurde

zu einem Teufelskreis. Kleine Hersteller mussten ihre Preise senken.

Sie konnten die Verluste aber nicht durch Verkauf von mehr Produkten kompensieren.

Große Gesellschaften entließen ihre Angestellten und senkten somit Kosten.

Das hatte noch niedrigere Löhne und geringere Nachfrage zufolge. Auch in der

Landwirtschaft gab es eine starke Überproduktion.

Die Preise sanken dort noch stärker als in der Industrie.

Das führte zu einer massiven Bauernverarmung. Alle Länder ergriffen

Maßnahmen um ihre Einfuhr zu senken und Ausfuhr zu steigern, was sie durch niedrigere Preise

ihrer Produkte erreichen wollten. Das Ergebnis war jedoch Rückgang der

ausländischen Nachfrage. Der Wirtschaftsabschwung verschärfte die

Demokratie-Krise. Radikale politische Lösungen fanden immer mehr Unterstützung.

Am Anfang hofften die Politiker, dass der Marktmechanismus die Krise bewältigen werde

und zwar so, dass niedrige Preise mehr Kunden anzögen und niedrigere Löhne

zu einer verstärkten Nachfrage nach Arbeitskräften führten.

Dies war aber nicht der Fall und in der Weltwirtschaft fing die Periode der

staatlichen Intervention an. Der britische Ökonom John Maynard Keynes war

der Autor der ersten ausführlichen Theorie des Interventionismus.

Die staatliche Intervention in die Wirtschaft kann verschiedene Formen haben.

Die Regierung kann beispielsweise Wechselkurse ändern, Steuern erhöhen oder senken

und Zinssätze beeinflussen. Sie kann aber auch gegen das größte

Problem der Krise, Arbeitslosigkeit, durch Arbeitslosengeld, öffentliche Arbeiten,

staatliche Darlehen und öffentliche Beschaffung kämpfen.

Solche Maßnahmen führten jedoch zu Haushaltsdefiziten, die unter Politikern

in den 30er Jahren nicht beliebt waren. Die extremste Form der staatlichen

Intervention ist, wenn der Staat selbst ein Unternehmer wird oder sogar die

ganze Wirtschaft verwaltet, wie es in einigen sozialistischen oder

kommunistischen Staaten ist. In den USA hat der Staat angefangen in die

Wirtschaft direkt einzugreifen und sie in bisher nicht gekannter Weise zu regulieren.

Im März 1933 hat die Regierung von Franklin D. Roosevelt

ein Programm aufgesetzt, das die Krise bekämpfen sollte und ein Jahr

vorher unter dem Namen "New Deal" angekündigt wurde.

Roosevelt war stark beeinflusst von einer Beratergruppe, die als "Brain Trust"

bekannt war. Seine oft improvisierte Politik zielte

vor allem auf Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen und Reformen ab.

Ihre Auswirkungen werden immer noch diskutiert.

Sie hat aber bestimmt einen Wirtschaftsaufschwung ermöglicht.

Obwohl Roosevelts Politik auch ihre Gegner hatte und nicht immer konsistent war,

erfreute sie sich einer immer mehr wachsenden Beliebtheit.

Die Produktion erholte sich aber die Arbeitslosigkeit sank erst beträchtlich

während des Zweiten Weltkriegs. Die Lage in Deutschland war anders.

Die Weltwirtschaftskrise trug zur Beliebtheit deutscher Nazis bei. 1933 kam Hitler an die Macht.

Die deutschen Nazis kuppelten die

Nachfrage und Beschäftigung durch Staatsausgaben an, vor allem in der

Rüstungsindustrie. Privatwirtschaft war nicht verboten aber die Interessen

einzelner Wirtschaftssektoren waren den Interessen des Staates untergeordnet.

Die umfassende staatliche Intervention half die Krise zu bewältigen.

Seit 1933 klingt die Krise allmählich ab

und in den Jahren 1935 und 1937 erreicht die Produktion in den meisten entwickelten Ländern

das Niveau von vor dem Ausbruch der Krise. Staatliche Intervention wurde zu

einem wichtigen Aspekt der kapitalistischen Marktwirtschaft.

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