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2020-7 Imported from YouTube, Undercover: Als Fake-Milliardäre unter Steuerräubern I STRG_F

중급 2 독일어의 lesson to practice reading

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Undercover: Als Fake-Milliardäre unter Steuerräubern I STRG_F

Wir haben da oben aus dem Fenster geguckt und haben gedacht,

wir sind die Schlausten, wir sind die Genies, und ihr seid alle doof.

(Sprecher) Undercover in der Welt der Steuerräuber.

Wie? - Wir haben uns als Milliardäre ausgegeben.

*Sie lachen.*

- Du rich fuck!

Heute gibt's eine andere Folge.

Wir haben Christian Salewski eingeladen.

Der heute keine Fahrräder sucht,

sondern auf der Suche ist nach Steuerbetrügern.

U.a. im Frankfurter Bankenviertel.

Von hier aus wurden offenbar Milliarden erbeutet.

Christian hat Jahre recherchiert,

um in die Welt der Steuerräuber vorzustoßen.

Und er hat es sogar geschafft,

einen von ihnen zu interviewen, einen Top-Insider,

für die ARD-Sendung "Panorama".

Ihr habt Aufwand betrieben, um den Typen unkenntlich zu machen. Warum?

- Das war die Bedingung fürs Interview.

Deswegen haben wir den mehrfach eingeflogen

zur Maskenbildnerin, die da Abdrücke gemacht hat erst

und Gesicht angepasst hat und Perücken ausprobiert hat.

Das Ganze hat drei Stunden gedauert, bis man den geschminkt hatte.

- Du glaubst nicht, dass ich den erkennen würde,

wenn ich die nebeneinander sehe?

Keine Chance. Keine Chance. Seine Frau hat ihn nicht erkannt.

- Echt? Krass.

Der Mann ist Anwalt, hat jahrelang geholfen, den Staat auszurauben.

Mit sogenannten Cum-Ex-Deals.

(Frey) Das ist das perfekte Verbrechen.

Wenn es das gibt, ist es das, ist es Cum Ex.

Weil der Staat war die Quelle des Geldes.

Und diese Quelle konnte nicht versiegen.

- Können Sie ein Etikett draufkleben?

Wie viel haben Sie mit Cum Ex persönlich rausgetragen?

Es sind circa 50 Mio. Euro gewesen.

Man kauft sich 'n Porsche.

Man kauft sich Villen.

Aber dann treffen Sie wieder auf jemanden,

der hat nicht nur einen Porsche.

Sondern eben zwei, der hat zwei Villen auf Mallorca.

Selbst wenn Sie nachher so viel Geld auf dem Konto haben,

dass Sie das in Ihrem ganzen Leben nicht mehr ausgeben können...

Es ging nicht mehr um die nächste Million.

Es ging um den Thrill.

(Sprecher) Der Mann wurde inzwischen erwischt.

Muss die 50 Mio. Euro zurückzahlen, und er ist geständig.

Monate packt er bei der Staatsanwaltschaft aus.

Über die Deals und darüber, wie er und seine Kollegen tickten.

(Frey) Wenn man da oben arbeitet

und auf die Welt nach unten schaut

und da Menschen auf der Straße zur Arbeit gehen sieht,

dann sind die Menschen sehr klein.

Winzig.

Das war die Welt, die normale Welt.

Zu der gehörten wir nicht mehr.

Wir haben da oben aus dem Fenster geguckt

und haben gedacht...

Wir sind die Schlausten, wir sind die Genies, und ihr seid alle doof.

(Sprecher) Christian spricht nicht nur mit Insidern.

Gemeinsam mit Oliver und anderen Kollegen

wälzt er Zehntausende Seiten Akten,

um das Netzwerk der Steuerräuber und ihre Tricks zu durchschauen.

Cum Ex ist ja superkompliziert.

Kannst du mal in wenigen Sätzen erklären, was das genau ist?

- In wenigen Sätzen,

es ist Aktienhandel mit Unsummen von Geld.

Der das einzige Ziel hat, nicht irgendwie Kursgewinne

oder sonst welche Motivation...

Das einzige Ziel ist, Steuern zu klauen.

(O-Ton) Dem deutschen Fiskus sind seit 2001

durch dubiose Aktiengeschäfte, sogenannte Cum Cum...

- Cum-Ex-Deals.

- ...fast 32 Mrd. Euro an Steuern entgangen.

(Sprecher) Und zwar so.

Wer Aktien hat, muss Steuern auf seine Aktiengewinne zahlen.

Ans Finanzamt.

Das passiert automatisch.

In Ausnahmefällen kann man sich die Steuern

aber zu Recht erstatten lassen.

Der Trick ist nun, einen solchen Ausnahmefall vorzutäuschen,

dann gibt's die Steuer zurück, obwohl sie einem gar nicht zusteht.

Den Trick nennt man "Cum Cum".

Wenn man für eine Aktie gleich mehrere Ausnahmefälle vortäuscht

und mehrfach eine Steuer erstattet bekommt,

die man aber nur einmal bezahlt hat,

nennt man das "Cum Ex", noch einfacher...

- Stell dir vor mit Kindergeld.

Cum Cum ist, du holst dir ein Kind aus London, leihweise.

Einmal im Jahr gibt's Kindergeld, wird ausgeschüttet.

Dann sagst du, ok, ich hab zwar kein Kind.

Aber ich will Kindergeld.

Du bestellst dir in London ein Kind, das holst du am Flughafen ab.

Gehst damit zum Amt, holst dein Kindergeld ab

und wieder zum Flughafen, setzt es rein und tschüss.

Da hast du Kindergeld für ein Kind,

was dir eigentlich nicht zusteht, besorgt.

Wenn du das Ganze noch auf die Spitze treiben willst,

nimmst du dasselbe Kind... - Geb es noch 'nem Kumpel?

Gehst zu deinem Nachbarn, nimmst den auch und noch jemanden

und holt euch mehrfach...

- Wir reichen das Kind rum. - Und greift mehrfach in die Kasse.

So kann man es vielleicht sehr vereinfacht umschreiben.

Und wer macht das?

Das machen die Leute, die viel Geld haben.

Man muss dafür Milliarden bewegen.

Also Banken, Superreiche...

Und das mithilfe von Wirtschaftskanzleien und Beratern.

(Sprecher) Die machen ihre dubiosen Deals nicht nur in Deutschland,

sondern in ganz Europa.

Christian und Oli weiten ihre Recherchen aus,

schließen sich mit über 30 Journalisten aus 12 Ländern zusammen.

Unter der Leitung des Recherchezentrums Correktiv.

Dann haben die beiden eine Idee.

Um zu beweisen, dass Cum-Ex-Geschäfte bis heute weitergehen,

wollen sie selbst welche abschließen.

Dazu werden sie Milliardäre.

Felix und Otto, Halbbrüder einer deutschen Stahldynastie.

Das ist die Legende.

Über eine Scheinfirma kontaktieren sie einen Händler in London,

der solche Geschäfte bis heute macht. Er beißt an.

- Natürlich sind die Stahlmilliardäre aus Deutschland

sowieso erst mal nur sehr kurzfristig zur Verfügung.

Die fliegen im Privatjet um die Welt, haben Inseln

im Indischen Ozean, Privatinseln und so.

Wir hatten gesagt, wir kommen von einem Private Equity Deal aus Asien

und haben einen Stopover in London und da noch ein paar Termine

und könnten ihn eine halbe Stunde zwischenquetschen.

(Sprecher) Treffpunkt natürlich nicht in irgendeinem Hotel.

Sie mieten eine Suite im höchsten Wolkenkratzer der EU.

Im Shard.

- Boah, das ist natürlich nicht ganz schlecht, ne.

- Das ist die Tower Bridge. - Krass.

- Ihr habt den Raum ja auch präpariert.

Man sieht dieses Metrobuch, was die ganze Zeit so schön da liegt.

Hier hat unsere Werkstatt ein bisschen gebastelt.

- Wir haben was vorbereitet. Einmal das Buch als solches.

GoPro rein... -Ok.

So ausgeklinkt, dass wir die hier einstecken können.

- Cool.

- Dementsprechend ist das dann so, dass das fast nicht mehr auffällt.

- Was habt ihr noch gemacht? - Wir hatten vier oder fünf

versteckte Kameras, also mehrere GoPros.

Das war eine.

Dann hatten wir noch so 'ne Luxus-Einkaufstüte.

Die wir so von innen...

Da war auch 'ne Kamera drin.

Dann hatten wir noch mehrere

andere versteckte Kameras, die in Geräten drin waren.

Aufladegeräte für Handys und so.

Da kannst du überall Kameras verstecken.

Es ist total unauffällig eigentlich.

Wenn du's nicht weißt, kommst du nie drauf.

Wenn du weißt, wo die Dinger stehen,

denkst du immer, das sieht man doch.

Aber in echt achtet da keiner drauf.

(Sprecher) Dafür aber aufs richtige Outfit.

Der Banker, der gleich kommen wird, kennt nur die Vornamen.

Felix und Otto.

Denn sie legen Wert auf Diskretion.

Es sind andere Details, die uns glaubwürdig machen.

- Von einem Kollegen die Ehefrau war unsere Assistentin.

Die hat man, glaub ich auch, so in der Preisklasse.

Wir hatten abgesprochen, dass sie den abholt in der Lobby.

Und wir dann oben

folgendermaßen auftreten. Bühne auf!

Felix, also ich, mit meinen bescheuerten Klamotten,

tu so am Telefon, als würde ich jemanden zusammenscheißen.

So, ja.

Ich lauf so genervt durch diese Mega-Suite.

Ich guck so aus dem Fenster, nehm das Swarovski-Fernglas, was da stand.

Oli ist im Nebenraum und kommt erst gar nicht.

Dann kommt er rein, und ich mach nur so...

Setz dich mal hin, kleiner Penner. Was weiß ich, was du willst.

Bin gleich da.

Der Typ kann froh sein, dass er 'ne halbe Stunde mit uns kriegt,

um seine blöden Geschäfte da zu pitchen.

Wir sind eher gelangweilt: Boah, was will der jetzt schon wieder?

In echt ist es natürlich umgekehrt.

Da ist das der Peak der Recherche.

Auf den Moment hast du hingearbeitet.

Das darfst du dir nicht anmerken lassen.

Er hat uns ein Angebot hingelegt,

für steuergetriebene Geschäfte in sieben europäischen Ländern.

Wo noch nicht so sehr Strafverfolgung drauf ist usw.

Ähm... und boah...

Waren Superrenditen.

Wir haben gesagt, wir würden irgendwie

100, 150 Mio. Euro investieren.

Da hätten wir locker in wenigen Monaten ohne jedes Risiko

7, 8, 9, 10 Mio. Euro raustragen können.

- Boah!

- Gentlemen, thank you.

Thank you. Thank you.

(Sprecher) Am Ende denkt der Händler,

er hat einen fetten Deal mit zwei deutschen Milliardären an der Angel.

*Sie lachen.*

Du rich fuck!

Was würdest du sagen? Was ist seitdem so passiert?

Hat das die Szene mitbekommen?

Was passiert ist, ist sicherlich, dass die Händler

und die ganze Szene noch mal schön einen vor den Bug bekommen hat.

Die sind noch vorsichtiger, als sie vorher schon waren.

Hoffentlich lassen ein paar Leute das sein,

die es vorhatten.

Aber was viel interessanter ist, ist, dass das Thema noch mal hochkam.

In Deutschland und v.a. in Europa.

Wir zeichnen ein Bild von einem gesamteuropäischen Raubzug.

Das ist so wichtig, weil die Täter international vernetzt arbeiten

und wir bisher immer nur

nationale Öffentlichkeiten hatten.

In Deutschland haben wir über Cum Ex geredet.

Woanders haben sie gar nicht drüber geredet.

Die Täter lachen da drüber.

Die hören nicht an Landesgrenzen auf.

Das ganze Spiel ist international.

Entsprechend muss auch die journalistische Antwort sein.

Untertitel: ARD Text im Auftrag von Funk (2018)

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