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2020-7 Imported from YouTube, Luca Lampariello - How to Learn German: My Journey to Fluency

Luca Lampariello - How to Learn German: My Journey to Fluency

Deutsch ist die erste Fremdsprache, die ich mir selbst beigebracht habe.

Ich hatte auf dem Gymnasium in Italien schon Englisch und Französisch gelernt und dabei

meine Begeisterung für's Sprachenlernen entdeckt, und der Moment war gekommen, meine

erste Fremdsprache außerhalb der Schule zu lernen.

Hallo, mein Name ist Luca Lampariello und heute erzähle ich euch, warum und wie ich

Deutsch gelernt habe und worin für mich die größten Schwierigkeiten beim Erlernen dieser

Sprache lagen.

Zuerst zu dem “Warum”.

Ein alter Freund meiner Eltern konnte 5 Sprachen fließend, darunter Deutsch, und ich war fasziniert

von den Gesprächen über Geschichte, Philosophie, Sprachenlernen und den vielen anderen interessanten

Themen, die ich immer hörte, wenn meine Eltern ihn und seine Familie zum Abendessen einluden.

Ich werde nie den Moment vergessen, in dem ich auf ein staubiges Buch über deutsche

Grammatik im Regal meiner Großmutter stieß.

Ich war begeistert, dass ich Lernmaterial auf Deutsch gefunden hatte, aber im Nachhinein

muss ich sagen, dass das Buch kein guter Einstieg in die deutsche Sprache war.

Es war eher eine Bestrafung!

Erstens war es genau so staubig wie langweilig, denn es enthielt nur Grammatikerklärungen

und Übungen.

Zweitens war der ganze Text in gotischen Buchstaben geschrieben!

Und natürlich gab es kein Audiomaterial.

Aber die Wahrheit ist, es war die einzige Ressource, die ich damals zur Verfügung hatte.

Ich hatte fast schon den Plan aufgegeben, Deutsch zu lernen als ich durch reinen Zufall

auf einen neuen Sprachkurs namens "Il Tedesco Per Te - Agostini" stieß.

Dieses Buch war interessant gestaltet, farbenfroh, voller Bilder und es gab Audioaufnahmen dazu!

Plötzlich hatte ich wieder Lust, das Ganze zu versuchen.

Ich fing an, jeden Tag zu lernen.

Der Kurs war genial und machte mir so viel Spaß, dass ich jeden Tag, wenn ich aus der

Schule nach Hause kam, Deutsch lernte.

Eine oder sogar zwei Stunden pro Tag.

Am Anfang hatte ich keine Ahnung, wie ich mir mit dem Kurs die Sprache selbst beibringen

sollte.

Aber meine Lust, die Sprache zu lernen, war einfach zu groß.

Wenn man genau weiß, wofür man etwas tut, dann findet man einen Weg, zum Ziel zu kommen.

Nach wenigen Wochen hatte ich eine Technik entwickelt, die extrem wirkungsvoll für mich

war und die ich seither verwendet habe, um alle anderen Sprachen zu lernen: die bidirektionale

Übersetzungstechnik.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, klicke bitte auf den Link im Beschreibungsfeld.

Fast zwei Jahre später hatte ich endlich die Möglichkeit, Deutsch mit Muttersprachlern

zu sprechen.

Ich war in einem Sommerlager auf Sardinien und es gab einen einen Haufen Deutsche!

Und ich meine eine MENGE.

Ich hatte niemals ein Wort Deutsch mit jemandem gesprochen, aber dank all dem Input, den ich

in den 2 Jahren bekommen hatte, fing ich zu meiner grossen Überraschung an, plötzlich

zu sprechen, und viel!

All dieser Input, diese Leidenschaft und die Begeisterung, die ich fast zwei Jahre hintereinander

jeden Tag eingesetzt hatte, zahlten sich schließlich aus.

Meine sprachlichen Fähigkeiten blühten auf, buchstäblich.

Je überraschter die Deutschen waren, wie gut ich die Sprache konnte, desto mehr wollte

ich lernen, lesen, hören und sprechen.

Die Leute fragten mich am Strand die ganze Zeit “ woher kannst du so gut Deutsch? ! Du wohnst bestimmt in Deutschland, oder? Das Lustige ist, dass, wie eben schon gesagt, ich vor diesem Sommer in Sardinien noch nie

Deutsch gesprochen hatte!

Ich wusste also nicht wirklich, wie ich auf die Frage, woher mein Deutsch kam, antworten

sollte.

Und etwas anderes passierte in jenem schicksalhaften Sommer: Ich lernte ein deutsches Mädchen

kennen.

Wir hatten eine grossartige Zeit zusammen, und nachdem der Sommer vorbei war fingen wir

an, uns lange Liebesbriefe zu schreiben.

Ich erinnere mich noch an meine Beklommenheit, als ich ihre Briefe im Briefkasten fand und

nun auf Deutsch antworten musste.

Nach dieser Erfahrung ist Deutsch Teil meines täglichen Lebens geworden.

Tja, genug von mir und meinen Sommerabenteuern, lasst uns nun ein bisschen über die Sprache

selbst reden!

Deutsch hat ein paar Besonderheiten, die einige Probleme bereiten können.

Erstens, Deutsch hat grammatikalische Fälle.

Man sagt: “DER Mann ist groß”, aber wenn man zum Beispiel das Verb “sehen” hinzufügt,

sagt man “ich sehe einen großen Mann”.

Der Fall spiegelt sich hauptsächlich im Artikel wider, aber es gibt auch Wörter, deren Schreibweise

sich nach dem Fall richtet.

Zum Beispiel: “Der Philosoph ist weise”.

Aber: “Ich spreche mit einem weisen Philosophen”.

Wie du siehst, muss man in diesem Fall nicht nur den Substantiv ändern, sondern auch das

Adjektiv und den Artikel!

Aber hier ist die gute Nachricht: Im Allgemeinen sind die vier Fälle im Deutschen kein großes

Problem, vor allem wenn man sie mit anderen Sprachen vergleicht, zum Beispiel Russisch

oder Polnisch.

Was die Aussprache im Deutschen anbelangt, ist dank verschiedener Reformen der Deutschen

Rechtschreibung im Laufe der Zeit, das System der Aussprache klarer geworden . Man schreibt

Deutsch, wie man es spricht.

Wenn man einmal verstanden hat, wie das System funktioniert, ist es relativ einfach, es zu

erlernen und zu benutzen.

Die Aussprache im Deutschen ist ein faszinierendes Thema, das ich aber aus Zeitmangel hier leider

nicht vertiefen kann.

Wenn ihr an dem Thema interessiert seid, kann ich gerne ein eigenes Video über die Besonderheiten

der deutschen Aussprache machen.

Wie ist es nun mit dem Wortschatz?

Deutsch ist berüchtigt für seine langen Wörter.

Zum Beispiel: “Rechts schutz versicherungs gesellschaften” oder “Betäubungs mittel verschreibungs verordnung”.

Mein Lieblingswort ist “Rindfleischetikettierungs überwachungs aufgaben übertragungs gesetz”, ein Wort, das den Preis für das Deutsche

Wort des Jahres 1999 (neunzehn-hundert-neun-und-neunzig) gewonnen hat!

Abgesehen davon würde ich sagen, dass die eigentliche Herausforderung für mich der

deutsche Satzbau gewesen ist.

Warum ist der Satzbau so schwierig für einen englischen, italienischen oder spanischen

Muttersprachler?

Der Satzbau - wie das Wort schon andeutet - ist die Art, wie man Sätze aufbaut, also,

wie man Wörter zusammenfügt, um Bedeutung zu schaffen.

Im Deutschen funktioniert dies ein bisschen anders, als in den romanischen Sprachen oder

in Englisch.

Wenn man nur einen Hauptsatz hat, der mit einem Subjekt anfängt, ergeben sich noch

keine Schwierigkeiten.

Zum Beispiel kann man auf Deutsch sagen: "Berlin ist eine coole Stadt".

Fiiu, das war relativ einfach!

Aber wenn du den Nebensatz "Ich finde, dass" hinzufügst, gehen die Schwierigkeiten schon

los, denn dann muss das Verb ans Ende des Satzes: "Ich finde, dass Berlin eine coole

Stadt IST".

Ok, das ist noch machbar.

Aber hör dir diesen Satz einmal an, ein Originalsatz aus dem Roman “Die Verwandlung” von Franz

Kafka: “Er lag auf seinem panzerartig harten Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig

hob, seinen gewölbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch, auf dessen

Höhe sich die Bettdecke, zum gänzlichen Niedergleiten bereit, kaum noch erhalten konnte”.

Wie du dir vorstellen kannst, kann das ganze verwirren und es braucht Zeit, sich daran

zu gewöhnen, und die Satzstellung im Handumdrehen richtig zu benutzen, wenn man mit Muttersprachlern

kommuniziert.

Nochmal, ein Thema für ein anderes Video!

Ok, sollte man nun aus all dem schließen, dass es unmöglich ist, gut Deutsch zu lernen?

Nein, ganz und gar nicht.

Es ist doch so: Jede Sprache hat ihre Eigenheiten.

Wenn du sie lernen willst, wenn du genau weißt, WOFÜR, und dann eine Methode findest, die

für dich funktioniert und Spaß macht, sind all diese grammatikalischen Schwierigkeiten

kein Hindernis.

Und wenn du jeden Tag und mit Leidenschaft lernst, wird dein Gehirn die Sprache schnell

absorbieren.

Glaub mir.

In 2010 habe ich ich die berüchtigte C2-Prüfung des Goethe-Instituts gemacht und mich mich

dann darauf konzentriert, meine Deutschkenntnisse zu perfektionieren, weil ich mich bei einer

Konferenzdolmetscherschule in Paris angemeldet hatte, die ein sehr hohes Niveau verlangte.

Um mich vorzubereiten, habe ich jeden Tag Nachrichten und Podcasts gehört, Bücher

und Zeitschriften gelesen und mindestens dreimal pro Woche Episoden von „Tatort“ geschaut,

einer Krimiserie, die jeder Deutsche kennt.

Du kannst einen Haufen Links und Resourcen in meinem Blog finden, den ich zu dem Thema

geschrieben habe.

Während dieser Zeit, habe ich mich dann auch mit einigen deutschen Muttersprachlern angefreundet

und ein paar umgangssprachliche Ausdrücke gelernt, die ich nie aus dem Fernsehen oder

einem Wörterbuch gelernt hätte.

Und ich glaube, das ist es, was den Unterschied ausmacht: Eine Sprache zu benutzen.

Wenn du eine Sprache wirklich sprechen willst, sollte sie ein Teil deines Lebens werden.

Ich freue mich riesig darüber, dass Deutsch Teil meines Lebens geworden ist.

Es ist eine schöne Sprache, die es mir ermöglicht hat, viele interessante Menschen kennenzulernen,

merkwürdige Bücher zu lesen, Filme zu sehen, und wirklich unvergessliche Erfahrungen zu

machen.

Ohne Deutsch wäre das alles nicht dasselbe gewesen.

Tja, das ist also meine Geschichte mit Deutsch.

Ich hoffe, sie hat euch gefallen, und vor allem hoffe ich, dass sie euch inspiriert.

Wenn ihr interessiert seid, werde ich noch mehr Videos über Deutsch machen und euch

im Detail erklären, wie man mit Grammatik, Satzbau, Präpositionen und anderen kniffeligen

Themen umgeht.

Und zum Schluss nun eine Frage an dich.

Lernst du Deutsch oder sprichst du es fließend?

Was sind deine Schwierigkeiten mit der Sprache und zu welchen Themen hättest du gerne genauere

Informationen?

Lass es mich in den Kommentaren wissen.

Wie immer danke, und wir sehen uns im nächsten Video.

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