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2020-7 Imported from YouTube, Die Russische Revolution

Die Russische Revolution

Im Ersten Weltkrieg erlitt Russland massive Bevölkerungs-

und Gebietsverluste und seine Wirtschaftslage verschlechterte sich.

Zar Nikolaus II. verlor seine Autorität. Am 8. März 1917 brachen in Petrograd,

zuvor St. Petersburg, Unruhen aus. Arbeiter gingen auf die Straße, verlangten

höhere Löhne und protestierten gegen den Zaren.

Man hoffte, die Armee könne die Unruhen kontrollieren aber viele Soldaten

verweigerten die Befehle des Zaren. Unter diesen Umständen trat der Zar am 15. März

auf dem Bahnhof von Pskov zurück. Er überließ die Entscheidung über die

Zukunft Russlands seinem Bruder Michail Alexandrowitsch, der die Krone

jedoch ablehnte. So endete das zarische Russland unter der Dynastie Romanow. In

den folgenden Tagen bildete die Duma eine provisorische Regierung.

Beinahe zeitgleich wurde eine Organisation, die sich Petrograder Sowjet der Arbeiter- und Soldatendeportierten

nannte, gegründet. Somit gab es zwei sich

bekämpfende Machtzentren, die den Staat lahmlegten und zu Anarchie führten.

Die provisorische Regierung führte lang erwartete Reformen ein, stellte die

Militäroperationen aber nicht ein. In der Folge sank ihre Popularität.

Die Moral der Soldaten an der Front war sehr niedrig. In dieser Situation

kehrten die integrierten bolschewistischen Führer, Wladimir Lenin und Leo Trotzki, im Spätfrühjahr 1917

nach Russland zurück. Sie vertraten offen

die Meinung, dass eine Kriegsniederlage Russlands der Revolution nütze. In der

Tat war Lenins Rückkehr durch die deutsche Regierung ermöglicht worden.

Diese hatte seinen Zug bei der Fahrt durch deutsches Territorium passieren lassen

und seine Antikriegs-Aktivitäten teilweise finanziert. Die Einschätzung,

die Rückkehr der Bolschewiki könne ein politisches und militärisches Chaos

in Russland verursachen erwies sich als realistisch. Lenin formulierte die Art

und Weise der Machtübernahme in seinen "April-Thesen". Darin rechtfertigte er die

Notwendigkeit einer nächsten revolutionären Phase.

Die Militäroffensive der provisorischen Regierung scheiterte im Juni 1917.

Dadurch gestärkt, versprachen die Bolschewiki Frieden zu schaffen.

Sie verließen die Entente und unterzeichneten den Frieden von Brest-Litowsk mit dem Deutschen Reich.

Die Oktoberrevolution in Petrograd

begann in der Nacht des 6./7. Novembers 1917, 24./25. Oktober nach dem

julianischen Kalender.

Die Bolschewiki übernahmen die Macht durch einen militärischen Staatsstreich

und verhafteten die Minister der provisorischen Regierung.

Diese Revolutionen wirkte sich nachhaltig auf die Geschichte des

zwanzigsten Jahrhunderts aus.Während fast alle Regierungen mit Irritation und

Befürchtungen reagierten, weckte sich bei der proletarischen Linken Hoffnungen.

Lenin kontrollierte die neue Revolutionsregierung. Diese erließ zwei

entscheidende Dekreter über "den Frieden" und "Grund und Boden" und

verabschiedete die "Deklaration der Rechte der Völker Russlands" (der in das russische Imperium inkorporierten Nationen).

Letztere bekräftigte das

Selbstbestimmungsrecht jeder Nation. Nach 1917 veränderte sich das Slebstverständnis der

Bolschewiki: Selbstbestimmung bedeutete nun das Recht auf Autonomie innerhalb

einer einzigen revolutionären Sowjetrepublik (Arbeiterräte).

Nach der gewaltsamen Machtergreifung war es für die Bolschewiki entscheidend,

die Macht dauerhaft auszuüben. Dazu gründeten sie im Dezember 1917

die politische Polizei "Tscheka" unter Felix Dserschinski und führten die Zensur ein.

Die Errichtung der "Diktatur des Proletariats" unter der Aufsicht der

Parteiführung führte zum Bürgerkrieg, der sich Mitte 1918 verschärfte.

Von der Entente unterstützte weiße Armeen kämpften gegen die neue Macht, allerdings erfolglos.

Nach ihrer Wahlniederlage 1918 beschlossen die Bolschewiki alle anderen

politischen Parteien aufzulösen. Sowjetrussland führte das ein-Parteien-System ein

und Personen unerwünschter sozialer Herkunft (lishentsy) wurden

politisch entrechtet. Zudem erließen sie eine Verordnung, die die orthodoxe Kirche

enteignete und entrechtete. Im Juli 1918 ermordeten die Bolschewiki die gesamte

Zarenfamilie und verkündeten im September nach einem gescheiterten Attentat auf Lenin,

den roten Terror.

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