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GERMANIA, GERMANIA | Younes Al-Amayra

GERMANIA | Younes Al-Amayra

Also dieses Nicht-Deutschsein, das war immer diese Fremdzuschreibung.

D.h. die Frage der Identität kam erst dadurch.

Weil andere gesagt haben,

ich wäre nicht das, was ich eigentlich denke, zu sein.

Streng genommen, haben mich

die anderen zum Ausländer gemacht. Ich mich selbst nicht.

* Musik: "Stille Nacht" *

(Groovige Musik)

Ich heiße Younes Al-Amarya, bin 32 und bin in Berlin geboren.

Mein Vater ist Palästinenser, und meine Mutter kommt aus Syrien.

Mein Vater ist damals, auch wegen Arbeit,

in den 60er Jahren hergezogen.

Und hat dann auch hier studiert. Dann auch gearbeitet.

Meine Mutter hat er dann irgendwann in Syrien kennengelernt.

Und ist in den 90ern nach Deutschland gezogen.

(Musik)

Mein Bezug zu Syrien ist natürlich...

... über meine Eltern quasi hergestellt.

Dadurch, dass meine Mutter dort geboren ist, dort aufgewachsen.

Und wir quasi jeden Sommer im Syrien waren.

Das war jetzt nie der Ort, wo ich mich völlig heimisch gefühlt hab.

Aber gleichzeitig war es aber auch schön, die Familie zu sehen.

Und dann ist man wieder zurück nach Deutschland.

Als Kind hatte ich nicht das Bewusstsein dafür,

quasi mir diese Frage offen zu stellen, was bist du eigentlich?

Sondern es war einfach,

in bin in Deutschland, ich bin Deutsch eigentlich.

Das war das, wovon ich als Kind immer ausging.

Bis mir dann irgendeiner gesagt hat, du bist nicht deutsch.

Irgendwann hast du schon das Gefühl bekommen, du bist etwas anders,

weil du auch einfach anders aussiehst.

Du wirst dann vielleicht auch anders wahrgenommen,

das kam so in der 4. oder 5. Klasse.

(Musik)

Die Datteltäter sind ein muslimisches Satire-Kollektiv, könnte man sagen.

Und wir thematisieren quasi all die Themen,

die uns als Muslime halt im Alltag in Deutschland betrifft.

Die wir aber mitbestimmen wollen.

In der Art und Weise, wie über die Thematik gesprochen wird.

Was ich vermisse, ist die Muslime in andere Diskurse mit einzubinden.

Und nicht nur in dieselben Themen zu verfrachten, wie Terrorismus,

Integrationsprobleme, Frauenrechte, bla bla bla.

Sondern es wird nach 15, 16 Jahren auch irgendwann mal langweilig.

Lässt sich aber immer noch gut verkaufen.

Und da aus der Debatte mal auszusteigen,

sonst drehen wir uns nur im Kreis.

(Musik)

Ich glaube, es war im Osten Berlins nie wirklich cool, Türke zu sein.

Oder Araber, oder so auszusehen. Das war es einfach nicht, ja.

Sondern, dass man von außen immer so mitbekommt,

was für Sprüche die ablassen, wie Kameltreiber, oder Neger, oder Affe.

Und machen dann die entsprechenden Affengeräusche.

Ich kann mich jetzt nicht erinnern, dass es jemals richtig cool war.

Zumindest, so lange ich in Ost-Berlin gewesen bin.

Ist weil, ich lebe jetzt mittlerweile im Süden von Berlin-Neukölln.

Und da ist das natürlich ein bisschen bunter.

Ich fand es ja da in Pankow trotzdem irgendwie nett.

Aber Neukölln ist etwas cooler.

Ja, wie definiere ich das heutige Deutschsein im Jahre 2017?

Ich weiß zumindest, wie es nicht sein kann.

Dass man jetzt von dem Bild ausgeht, so rein, weiß, und blauäugig und so.

Aber einfach der Gedanke,

dass das Phänotypische über deine Gedanken so viel Preis gibt.

Oder, dass du ganz genau weißt, dieses Schema muss es erfüllen,

damit du erst mal ein wirklich wahrer Deutscher sein kannst, so.

Und, dass du so aussiehst, wie ich.

Ich bin, wenn du das so sehen willst...

Oder es sollte ok sein, wenn man mich anguckt und sagt,

ja, das ist ein Deutscher 2.0.

Heimat. Was ist Heimat für mich?

Für mich war, diese Frage habe ich mir selbst nie gestellt.

Weil es für mich außer Frage stand, dass Deutschland meine Heimat ist.

Das ist so ein Gefühl. Ich bin hier geboren, ich bin hier verwurzelt.

Das macht es zur Heimat.

Da, wo ich mich auch wirklich heimisch fühle.

Und das in Verbindung mit meinen Freunden und Familie.

Und, wo ich schließlich auch mein Leben verbringe.

So definiere ich Heimat.

* Musik: "Stille Nacht" *

Untertitel: ARD Text im Auftrag von Funk (2017)

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