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GERMANIA, Emilio Sakraya über Mobbing, falsche Freunde und Schauspielerei

Emilio Sakraya über Mobbing, falsche Freunde und Schauspielerei

Ich wurde muslimisch erzogen, aber ich war ja nicht immer zu Hause.

Meine Schulbildung fand in Deutschland, außerhalb

der Wohnung statt.

Wir hatten echt Probleme, manchmal miteinander zu kommunizieren.

Weil meine Weltvorstellung eine ganz andere war als die von meiner Mutter.

* Musik *

Mein Name ist Emilio Sakraya, ich bin 22 Jahre alt und ich bin

in Berlin geboren.

Meine Mutter kommt aus Marokko und mein Vater aus Serbien.

Ich bin Musiker und Schauspieler.

Ich wuchs mit meiner Mutter auf und meinem klein Bruder.

Wodurch der marokkanische Einfluss stärker war als der serbische.

Ich würde sagen, meine muslimische Seite kommt oft durch, wenn ich im

Flugzeugsitze, es wackelt extrem doll und ich habe das Gefühl,

wir sterben jetzt alle.

Das passiert mir sehr oft, ich fliege nicht so gerne.

Dann fange ich an auf Arabisch zu beten.

Ich habe viel von der Kultur und wurde sehr

muslimisch erzogen, wir haben 5 mal am Tag gebetet.

Wir haben Ramadan natürlich mitgemacht und du wächst

teilweise auch mit Deutschen auf, in der Gruppe war ich immer derjenige,

der als erstes zu Hause sein musste.

Das hat mich extrem genervt, weil alle durften zum Beispiel bis 9 Uhr

oder bis 10 Uhr raus, und ich durfte immer schon um sieben zu Hause sein.

Bei denen ist das kein Thema, mit 16, 17 dürfen die halt ein Bier trinken,

und das ist völlig normal.

Für mich als gebürtigen Berliner und Deutscher ist das dann auch normal.

Für meine Mutter ist das aber nicht normal, sie wuchs in Marokko auf.

Da sind in einer Wohnung, in einer Familie 2 unterschiedliche Kulturen

aufeinander geklatscht.

Ich war in der Schule nicht so beliebt und habe deshalb angefangen,

so Freunde zu suchen, wo ich dachte, wenn ich mit denen befreundet bin,

dann werde ich weniger gemobbt.

Hat super funktioniert der Plan, aber es gab einen anderen Nachteil

und zwar fängt man dann halt an, ein wenig so zu werden wie diese Leute.

Das waren Menschen, die nur Scheiss im Kopf hatten, den ganzen Tag,

die haben Drogen verkauft, Sie haben sich geschlagen und man fing so an,

sich in dieser Schein-Freundschaft zu verlieren.

Es gab diesen Emilio, der seinen Sport macht, der fokussiert ist

und diszipliniert und der seine Filme dreht.

Gleichzeitig gab es den Emilio, der im Hallensee rumhing,

Kippen geraucht hat und dachte er wäre cool, wenn er dort rumsitzt und

auf den Boden spuckt.

Das große Glück was ich hatte oder habe, ist, dass ich wusste,

was ich machen möchte.

Ich wusste schon immer, dass ich Schauspieler werden wollte.

Mich hat Kampfsport schon immer interessiert, in der Verbindung

mit Film und ich hatte alle möglichen Kampfsportarten durchgehabt.

Von Karate bis Kung-Fu, Taekwondo und dann fing die Parcour-Zeit an,

wo ich dachte, ich muss jetzt alle Saltos und Flickflacks lernen.

Und dann hat meine Mutter mich in eine Schauspielagentur gepackt

und so kamen die ersten Castings rein.

Das war dann Teil meines Lebens.

Ich glaube ich war 17, weil ich hatte ein neues Projekt reinbekommen,

das war Bibi und Tina und es war so ein Ultimatum von meiner Mutter,

die sagte, wenn du dich jetzt nicht zusammenreißen, dann

unterschreibe ich den Vertrag nicht.

Dann habe ich mich zusammengerissen und habe demnach komplett den

Kontakt abgebrochen zu allen Leuten, mit denen ich abgehangen habe.

Ich sag mal so, ich bin gerne weg, wenn ich arbeite, aber ich freue

mich auch immer zurückzukommen.

Ich habe zuletzt für drei Monate in Spanien gedreht und da ist mir

aufgefallen, wie schwer es mir fallen würde, aus Berlin auszuziehen.

Ich brauche wieder meine Stadt,

ich brauche meine bekloppten Fahrradfahrer, meine S-Bahn, die

zu spät kommt und den Stau und am Ende des Tages bin ich Berliner.

* Musik *

So liebe Germania-Community, jetzt möchte ich gerne von euch wissen,

wisst ihr denn schon, was ihr beruflich machen wollt oder kennt

ihr eure Leidenschaften schon und wenn ja, dann teilen Sie uns mit.

Und wenn nicht, dann teilt uns doch mal mit, woran es hakt und warum

ihr es schwierig findet, herauszufinden, was ihr machen wollt.

Untertitel: ARD Text Im Auftrag von Funk.

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