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Dinge Erklärt – Kurzgesagt, Wie entstand unser Bewusstsein? (feat. Simplicissimus)

Wie entstand unser Bewusstsein? (feat. Simplicissimus)

Bewusstsein ist eines der größten Rätsel der Natur.

Im Kern ermöglicht uns das Bewusstsein,

unsere Umgebung und unser Innenleben wahrzunehmen.

Denken wir aber genauer über Bewusstsein nach,

dreht sich uns der Kopf.

(Lockere Musik)

Irgendwie wissen wir alle, was Bewusstsein ist.

Es ist das hier, es ist, was du hier und jetzt erlebst.

Versuchen wir, das hier ...

aber festzumachen, ist da nichts.

Und das geht nicht nur uns so.

Auch die Philosophie und die Wissenschaft

haben Mühe, Bewusstsein zu definieren.

Es gibt zwar verschiedene Theorien und Ideen aber keine klare Antwort.

Wir wissen nicht, was dieses Bewusstsein wirklich ist,

mit dem wir uns selbst und die Welt wahrnehmen.

Das ist irgendwie unheimlich.

Nah beieinander liegen auch Bewusstsein und Intelligenz.

Sie sind aber nicht das Gleiche. (Lockere Musik)

Verschiedene Intelligenz- und Bewusstseinstheorien

schauen wir uns in anderen Videos genauer an.

Wie so vieles, was den Menschen ausmacht,

hat sich vermutlich auch Bewusstsein durch natürliche Selektion

aus weniger komplexen Formen entwickelt.

Vermutlich ist es in unzähligen Mikroschritten

über mehrere 100 Millionen Jahre entstanden.

Alle Schritte zusammen ergeben so was wie einen Bewusstseinsverlauf.

Aber wo hat er angefangen,

dieser lange Weg vom Unbewussten über ganz simples Bewusstsein

bis hin zu dem komplexen Bewusstsein,

über das wir heute verfügen?

(Fröhliche Musik)

Stell dir einen Stein vor.

Es ist allgemein akzeptiert,

dass ein Stein kein Bewusstsein hat.

Obwohl nicht einmal darüber sind sich alle einig.

Anhänger des Panpsychismus behaupten,

dass auch Steine ein Innenleben hätten.

Dafür gibt es aber keine wirkliche Grundlage,

da Steine kein Verhalten zeigen.

Ihr Innenleben kann weder bewiesen noch widerlegt werden.

Schaue wir uns besser Lebewesen an. (Lockere Musik)

Ein Lebewesen ist etwas, das sich selber erhält und sich vermehrt.

Dazu benötigt es Energie.

Und genau dafür ist es ziemlich praktisch, seine Umwelt wahrzunehmen.

Ursprünglich diente das Bewusstsein vermutlich dazu,

ein Lebewesen mit niedrigen Energiereserven

zu einer Nahrungsquelle zu führen.

Kleinste Lebewesen brauchen kein Bewusstsein,

um Futter zu finden.

Trichoplax adhaerens zum Beispiel,

eins der einfachsten aller Tiere,

bewegt sich völlig planlos.

Es wird langsamer, wenn es etwas zu fressen gefunden hat,

und schneller, wenn nicht.

Das ist hocheffektiv, denn dadurch bleibt

das winzige Lebewesen länger da, wo es Futter gibt.

Es bewegt sich aber nie zielgerichtet

an einen bestimmten Ort

und braucht seine Umgebung daher nicht bewusst wahrzunehmen.

Einen großen Durchbruch hatte das Bewusstsein vermutlich

als die ersten Lebewesen sich zielgerichtet fortbewegten.

(Treibende Musik)

Also, hin zu guten Dingen, wie Futter.

Und weg von gefährlichen Dingen, wie anderen Lebewesen,

die sie für Futter hielten.

Dugesia tigrina zum Beispiel,

der winzig kleine Wurm mit dem witzigen Gesicht.

Manchmal ist der Wurm hungrig, manchmal nicht.

Das bedeutet, dass er sich nicht nur als Reaktion

auf einen äußeren Reiz bewegt,

sondern abhängig von seinem inneren physiologischen Zustand,

ob er also hungrig ist oder satt.

Nach einer Mahlzeit verhält sich der Wurm ziemlich still.

Aber wenn er eine Weile nichts gefressen hat,

macht er sich auf die Suche nach Snacks.

Mit Chemorezeptoren auf seinem Kopf kann er seine Umgebung riechen,

und bewegt sich damit zum Futtergeruch hin.

Hat er seinen Snack gefunden und gefressen,

verzieht sich unser Wurmkumpel wieder

an einen dunklen, geschützten Ort, um dort in Ruhe zu verdauen.

Bis er wieder hungrig ist.

Aber Tiere, die blind ihrem Geruchssinn folgen,

haben noch kein konkretes Ziel.

Es fehlt ihnen immer noch ein Bewusstsein dafür,

wohin genau sie sich bewegen.

Der nächste Schritt auf dem Weg zum Bewusstsein

ist also die Distanzwahrnehmung.

Zum Beispiel durch Sicht.

Sicht gibt unserer Welt Kontext und Tiefe.

Mit der Sicht wird uns die Welt bewusst,

in der wir und unser Futter leben.

Das gibt unserer Wahrnehmung eine ganz neue Dimension

und ist ein riesiger Schritt hin zu dem,

was wir unter Bewusstsein verstehen.

Ein optische Apparat, wie das Auge, ermöglicht es uns,

ein Ziel zu sehen und im Blick zu behalten.

Aber selbst dann verfolgt ein Lebewesen sein Futter nur,

solange es sichtbar ist.

Der nächste logische Schritt passiert im Kopf.

Um sich Futter auch vorstellen zu können, wenn es gar nicht da ist,

braucht das Lebewesen eine Art innere Abbildung der Welt.

Damit sucht es auch dann weiter nach Futter,

wenn es die Beute nicht mehr riechen, sehen oder hören kann.

(Lockere Musik) Durch diese Vorstellung der Welt

kann es sich trotzdem auf sein Futter und die Jagd danach konzentrieren.

Jetzt kann das Selbst die Welt verinnerlichen, in der es existiert.

Das Gedächtnis hat sich gebildet. (Lockere Musik)

Erst damit wird es möglich,

dass sich Lebewesen nach einer kurzen Ablenkung

wieder ihrem Ziel zuwenden.

Damit verwandt ist die sogenannte Objektpermanenz.

Also, das Bewusstsein, dass Dinge weiterexistieren,

auch wenn wir sie nicht mehr sehen können.

Einige Tiere besitzen diese kognitive Fähigkeit,

vor allem Säugetiere und Vögel.

Menschenbabys entwickeln sie um den achten Lebensmonat.

Während Hühnerküken sie schon einen oder zwei Tage

nach dem Schlüpfen haben.

Sich an etwas erinnern zu können, was nicht da ist,

lässt zumindest ein rudimentäres Zeitgefühl vermuten.

(Treibende Musik) Zeitgefühl ist ein großer Schritt

auf dem Weg zum Bewusstsein.

Damit kann ein Lebewesen vorausschauen

und sich die Zukunft vorstellen.

Erwachsene Hühner zum Beispiel verzichten auf Futter,

wenn sie gelernt haben,

dass sie dafür später mit einer größeren Portion belohnt werden.

Sie müssen also eine Vorstellung von der zukünftigen Belohnung haben

und können sich deshalb zurückhalten.

Das schaffen selbst Menschen oft nicht.

Ein wahrer Profi darin ist der Westliche Buschhäher.

(Lockere Musik)

Eine noch ausgeprägtere Vorstellung der Zukunft

beweist er beim Verstecken von Vorräten.

Bemerkt er, dass er dabei beobachtet wird,

sucht er ein neues Versteck.

Er weiß also,

dass es da draußen andere hungrige Lebewesen

mit einem Bewusstsein gibt,

die eine eigene, andere Sicht auf die Welt haben.

Buschhäher können also quasi Gedanken lesen.

Diese Fähigkeit ist eine Voraussetzung

für komplexeres Bewusstsein.

Wer sich in andere hineinversetzen kann,

kann die Konkurrenz übervorteilen

oder mit einem hungrigen Freund mitfühlen.

Mit der Sprache erreicht die Fähigkeit, Gedanken zu lesen,

und sich Abwesendes vorzustellen, ein ganz neues Level.

Mit ihr können wir Vermutungen über die Welt anstellen,

detaillierte Pläne schmieden und uns einander mitteilen.

Wir können über uns und das Universum nachdenken.

Und sogar über unser eigenes Bewusstsein.

So wie wir in weiteren Videos.

Wo also liegt der Beginn unseres Bewusstseins?

(Lockere Musik)

Wahrscheinlich begann alles mit hungrigen Lebewesen,

die sich zielgerichtet zu Futter hinbewegten.

Das gab ihnen einen Vorteil gegenüber Konkurrenten,

die sich willkürlich oder gar nicht fortbewegten.

Vermutlich stand am Anfang also der Futtertrieb.

Selbst unser weit fortgeschrittenes Bewusstsein,

das und vom All träumen, Wolkenkratzer bauen

und Romane schreiben lässt,

überlegt immer noch ständig, wo die nächste Mahlzeit herkommt.

Wir haben so viel darüber nachgedacht,

wie wir zu Futter kommen,

dass wir jetzt kaum mehr darüber nachzudenken brauchen.

Heute kommt das Futter einfach zu uns.

Aber wohin ... - (anderer Sprecher:) ... geht die Reise von hier?

In der Zukunft können wir Essen

vielleicht nur mit unseren Gedanken bestellen.

Vielleicht können wir unser Bewusstsein

irgendwann sogar mithilfe eines kleinen Chips

in unserem Gehirn erweitern.

Mit solchen Brain Machine Interfaces

können wir Computer schon heute nur mit unserem Kopf steuern.

In unserem Video erfahrt ihr, was für ein gigantisches Potenzial

diese Technologie birgt und welche Gefahren sie mit sich bringt.

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