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Dinge Erklärt – Kurzgesagt, Ist es Zeit die EU aufzulösen? – Text to read

Dinge Erklärt – Kurzgesagt, Ist es Zeit die EU aufzulösen?

중급 2 독일어의 lesson to practice reading

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Ist es Zeit die EU aufzulösen?

Findest du, die EU ist sinnvoll?

Oder denkst du, wir sollten sie lieber auflösen?

Viele Menschen haben gar keine Bindung zur EU,

während andere sie in den Himmel loben.

Ist sie also im Großen und Ganzen gut oder schlecht für die Europäer?

* Intro *

Da die Briten gerade dabei sind, die EU zu verlassen,

werden wir sie im Folgenden nicht weiter erwähnen.

Die Europäische Union hat mit ihren 27 Mitgliedsstaaten

450 Mio Einwohner und ist dadurch

das dritt-bevölkerungsreichste Quasi-Land der Welt.

Sie hat gemessen am BIP die zweitgrößte Wirtschaft

und den größten Binnenmarkt der Welt.

Ursprünglich stand hinter der Gründung der EU

aber etwas ganz anderes: Frieden.

Europäer haben ein Talent für Krieg.

Beweis dafür ist ihre mit blutigen Auseinandersetzungen

durchzogene Geschichte.

Ein hundertjähriger Konflikt zwischen Deutschland und Frankreich alleine

hat Mio von Leben gekostet

und den deutschen Begriff "Erbfeindschaft" geprägt.

Der Zweite Weltkrieg hinterließ schließlich den Wunsch

nach einem Frieden,

der nicht auf einem Ausgleich militärischer Machte basierte.

Stattdessen sollten Wirtschaft, Politik und die Volker Europas

so eng miteinander verbunden werden, dass Krieg unpraktisch

und sogar undenkbar werden würde.

Der Plan ging auf:

Innerhalb der EU herrscht bereits seit über 70 Jahren Frieden.

Frieden ist schön und gut aber:

Welche Vorteile und Probleme hat die EU eigentlich in der Gegenwart?

EU-Bürger genießen heute eine Vielzahl von Vorteilen.

EU-Abkommen ermöglichen unter anderem Reisen ohne Grenzkontrollen,

günstiges Telefonieren, eine große Waren- und Dienstleistungsvielfalt,

sowie hohe Standards für Gesundheit und Sicherheit.

Europäische Einrichtungen nehmen es sogar mit Firmen wie Microsoft,

Apple oder Facebook auf, wenn es um fairen Wettbewerb,

Steuerflucht oder Datensicherheit geht.

Durch Förderprogramme der EU konnten die europäischen Länder

zu einem weltweiten Zentrum der Wissenschaft zusammenwachsen.

Das Recht, überall zu leben und zu arbeiten,

erleichtert die Verteilung von Forschungsmitteln

und die Einrichtung internationaler Expertenteams.

Das hat zur Folge, dass die EU den größten Anteil

aller Wissenschaftler weltweit stellt

und mehr als 25% des globalen Wissenschafts-Outputs produziert.

Und das mit nur 5% der Weltbevölkerung.

Trotzdem trauen viele der EU nicht über den Weg.

Brüssel wirkt unzugänglich, undurchsichtig,

technokratisch und schlichtweg verwirrend.

Denn ansprechende, verständliche Öffentlichkeitsarbeit

hat die EU leider nicht zu bieten.

Die Folge ist eine über die Jahrzehnte

stetig schrumpfende Wahlbeteiligung.

Mehr Transparenz und Verantwortung sind dringend nötig,

wenn die Bürger den EU-Einrichtungen vertrauen sollen.

Die EU kämpft immer noch mit den Folgen der Flüchtlingskrise von 2015.

Einige Länder haben viel mehr Asylsuchende aufgenommen als andere,

während sich die Grenzstaaten überfordert

und allein gelassen fühlten.

Wieder andere Länder haben auf die plötzlichen

Masseneinwanderungen mit Grenzschließungen reagiert,

und damit die größte Einwanderungs- route nach Europa abgeriegelt.

Reichtum und Freiheit machen die EU zum Sehnsuchtsort

und das wird wohl auch so bleiben.

Die EUler sind bei diesem Thema zwiegespalten.

Manche sagen, die EU hätte fremden Kulturen Tür und Tor geöffnet,

ohne sich um Integration zu kümmern.

Andere argumentieren, dass nicht Einwanderung,

sondern Rassismus und Diskriminierung

die eigentlichen Probleme sind, die Integration verhindern.

Ein Gleichgewicht zu finden, zwischen Flüchtlingshilfe,

Ausweisung illegaler Einwanderer

und erfolgreicher Integration von Immigranten,

ist eine der schwierigsten und umstrittensten

Herausforderungen der EU.

Aber auch andere schwierige Themen hat die EU zuhauf.

Zum Beispiel Verteidigung.

Ursprünglich waren die europäischen Länder

auf den Schutz der USA durch die NATO angewiesen.

Aber die momentane politische Lage lässt die EU hinterfragen,

ob sie sich weiterhin auf den Schutz der USA verlassen will.

Die EU-Mitgliedsstaaten könnten heute zusammen

eine sehr effektive Verteidigungsarmee

und das drittgrößte Militär der Welt stellen.

Damit könnte man eine Menge Geld sparen,

die europäischen Grenzen sichern und den kulturellen Austausch

unter den Soldaten fördern, die trotz unterschiedlicher Herkunft

für ein gemeinsames Ziel eintreten.

Und was ist mit Geld?

Naja, es ist kompliziert.

Die EU hat den größten Binnenmarkt der Welt geschaffen.

Grenzen und Zölle stellen keine Hindernisse mehr dar.

Alle Länder, die neu beigetreten sind,

haben dadurch einen wahnsinnigen Wirtschafts-Boost bekommen.

Sogar unter Nachbarländern hat sich der Handel um bis zu 500 % erhöht

und es sind viele neue Arbeitsplätze entstanden.

Forschungen legen nahe, dass Länder durch den EU-Beitritt

ein durchschnittlich 12% höheres BIP erreicht haben,

als sie es ohne die EU getan hätten.

Und die wirtschaftlich schwächeren Regionen

mit schlechter Infrastruktur,

werden jährlich mit mehreren Mrd Euro gefördert,

um Wirtschaft, Infrastruktur und soziale Entwicklung

in Schwung zu bringen.

Andererseits versucht die EU-Länder mit sehr unterschiedlichen Ansichten,

im Bezug auf Wirtschaft, Arbeitsrecht, Steuern

und sozialer Sicherheit, zusammenzuhalten.

Der Stundenlohn in der EU zum Beispiel,

reicht von 4 bis 42 Euro pro Stunde.

Manche Länder leben von Industrie und Exporten,

andere setzen auf Dienstleistungen, Tourismus oder natürliche Rohstoffe.

Obendrein ist der Euro zwar die gemeinsame Währung vieler,

aber längst nicht aller EU-Länder.

Wie die Griechenlandkrise gezeigt hat,

kann das katastrophale Folgen haben.

Man kann nicht kurzerhand wirtschaftlich und politisch

höchst unterschiedlichen Ländern die gleiche Währung verpassen.

Sollten also alle EU Länder dieselbe Währung haben oder nicht?

Sollten die schwächsten Glieder aus dem Euro rausgeworfen werden?

Oder sollten alle Länder zu einer einheitlichen Steuer-,

Gesundheits- und Sozialpolitik gezwungen werden?

Fragen über Fragen,

seit Jahren relevant und doch noch immer ungeklärt.

Ist die EU jetzt also im Großen und Ganzen eine gute Idee?

Hier ist unsere Antwort:

Die EU hat definitiv einige große Baustellen.

Aber man kann festhalten,

dass die EU die Macht der Europäer in der Welt stärkt:

Wir sind führend in der Wissenschaft, haben große wirtschaftliche Macht

und könnten eine der stärksten Armeen der Welt stellen.

Aber vor allem sorgt die EU für Frieden, Sicherheit

und eine gemeinsame Identität.

Und etwas, wonach wir uns gerade alle sehnen: Stabilität.

Wenn wir die Werte schützen wollen, auf die wir so stolz sind,

brauchen wir vor allem ein starkes Europa,

das uns in der Welt Gehör verschafft.

Als winzige Einzelstaaten können wir uns nicht in einer Welt

von riesigen Supermächten behaupten.

Was ist deine Meinung zur EU und ihrer Zukunft?

Politische Diskussionen neigen dazu schnell auszuarten,

mit zum Teil schwerwiegenden Folgen.

Du magst das Video nicht?

Dann bist du nicht unser Feind,

sondern hast nur eine andere Meinung und das ist okay.

Am Ende sitzen wir alle im selben Boot.

Lasst uns also sachlich über unsere Zukunft diskutieren.

Untertitel: ARD Text im Auftrag von Funk (2018)

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