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Dinge Erklärt – Kurzgesagt, Eine neue Menschheitsgeschichte – Die Ära der Menschen

중급 2 독일어의 lesson to practice reading

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Eine neue Menschheitsgeschichte – Die Ära der Menschen

Die Menschen haben über Millionen Jahre hinweg

im Einklang mit der Natur gelebt.

Aber dann hat sich plötzlich etwas geändert:

Innerhalb kürzester Zeit haben wir unseren Planeten verwandelt

und ihn an unsere Bedürfnisse angepasst.

Und soweit wir wissen, sind wir die ersten Lebewesen,

die einen ganzen Planeten erobert haben.

Der Wandel vom Jagen und Sammeln zum Ackerbau

und zu permanenten Siedlungen war so abrupt,

dass viele unserer Vorstellungen von der Welt keinen Sinn mehr machen.

In den meisten Teilen der Welt

halten wir noch immer an einem Kalender fest, der behauptet,

wir würden im Jahr 2018 leben.

Dadurch verzerren wir das Bild unserer eigenen Geschichte.

Wir können kaum noch verstehen, was uns eigentlich ausmacht

und was wir als Spezies in kürzester Zeit erreicht haben.

Vielleicht ist es also an der Zeit, ein neues Jahr Null zu definieren.

Ein Jahr Null, das markiert, wann wir damit begonnen haben,

uns unsere eigene Welt aufzubauen.

* Intro *

Der erste Tempel.

Vor 12.000 Jahren haben sich Hunderte Menschen

in den Hügeln von Südanatolien zusammengefunden.

Sie waren Jäger und Sammler,

ohne Kenntnisse von Ackerbau oder Metallverarbeitung.

Alles, was sie hatten, waren Stein- und Holzwerkzeuge.

Trotzdem haben sie das erste große Bauwerk der Menschheit errichtet.

Und das 7.000 Jahre vor dem Bau der Pyramiden in Ägypten.

Auf einem Gebiet mit 300 m Durchmesser,

errichteten unsere Vorfahren gigantische Steinpfeiler,

die bis zu 6 m hoch und bis zu 10 t schwer waren.

Sie schmückten diese Pfeiler mit kunstvollen Reliefs

von Tieren und Fabelwesen.

Wir haben keine Ahnung, wie unsere Vorfahren das schaffen konnten.

Für die Steinzeit war das ein schier unmögliches Unterfangen.

Wir wussten nicht einmal,

dass die Menschen damals zu so einem Grad der Organisation fähig waren.

Warum haben sie das gemacht?

Am verbreitetsten ist die Hypothese,

dass es es sich hierbei um den ersten Tempel der Menschheit handelt,

der lange vergessenen Göttern gewidmet war.

Sicher wissen wir nur, dass dieses Bauwerk den Beginn

eines neuen Zeitalters darstellt.

An diesem Ort und zu dieser Zeit,

haben Menschen erstmals damit begonnen,

sich ihre eigene Welt zu erschaffen.

Und das wäre ein wahrhaft würdiger Startpunkt

für einen neuen Kalender.

Denn dieser Augenblick ist in der Geschichte so einmalig,

dass der Wissenschaftler Cesare Emiliani vorgeschlagen hat,

man solle zum sogen. Holozän-Kalender wechseln.

Einfach, indem man 10,000 Jahre zum gregorianischen Kalender addiert.

Wir müssen dafür nicht die Tage oder Monate ändern,

und religiöse Kalender müssen sich auch nicht anpassen.

Aber offiziell würden wir das Jahr 12.018

der Ära der Menschen schreiben.

Das hätte einen großen Einfluss darauf,

wie wir unsere Geschichte wahrnehmen.

Lasst uns also unsere Geschichte nochmal neu betrachten

und beim neuen Jahr Null beginnen.

Eine neue Menschheitsgeschichte.

Vor 12.000 Jahren wird das erste große Bauwerk

der Menschheit errichtet, und damit beginnt unsere Geschichte.

Der Tempel wird ca. 2000 Jahre lange genutzt.

Es dauert beinahe 1000 Jahre bis Jericho,

die vermutlich erste Stadt auf der Erde gegründet wird.

Also im Jahr 1000 nach dem Beginn der Ära der Menschen.

Zu dieser Zeit gibt es nur sehr wenig Fortschritt.

In den nächsten 1000 Jahren tauchen vermehrt permanente Siedlungen auf

und es werden mit zunehmendem Ackerbau,

immer mehr Pflanzen und Tiere domestiziert.

Es gibt Hinweise darauf,

dass damals schon Handel über Tausende km hinweg betrieben wird.

Zu diesem Zeitpunkt gibt es ca. 5 Mio Menschen.

Das sind weniger als heute allein in London leben.

Es kommen langsam aber konstant neue Technologien auf,

das Töpfereihandwerk breitet sich aus.

Die ersten Kulturgemeinschaften entstehen in China, Indien

und im nahen Osten.

Um das Jahr 4000, also vor 8000 Jahren,

beginnen Menschen erstmals Metall zu verarbeiten.

Sie finden heraus, dass man Zinn und Kupfer mischen kann

und läuten etwa um 5.000 die Bronzezeit ein. (einläuten)

Die erste Proto-Schrift wird verwendet und das Rad wird erfunden.

In Südamerika werden in der Cinchorro-Kultur

Menschen künstlich mumifiziert, 2000 Jahre früher als im alten Ägypten.

Um das Jahr 7000 treten die ersten Hochkulturen auf:

Die Induskultur, die alten Ägypter,

die Minoische Kultur in Griechenland

und die Sumerer in Mesopotamien.

Stonehenge wird errichtet und in China beginnt die erste Dynastie.

Außerdem lebt Ötzi, der Mann aus dem Eis, zu dieser Zeit.

Jetzt erst beginnt das, was wir als Geschichte bezeichnen

und der Fortschritt beschleunigt sich.

Die Weltbevölkerung steigt auf über 30 Mio an.

Es entstehen weitere Hochkulturen auf der ganzen Welt,

von denen viele ihre Geschichte aufschreiben.

Immer mehr Städte werden gegründet.

In Südamerika entsteht die Olmec-Kultur.

Zu dieser Zeit

soll auch der legendäre Trojanische Krieg stattgefunden haben.

Kurz darauf wird die Bronzezeit

zwischen Ägäis und Zweistromland gewaltsam beendet.

Jede Bronzezeit-Kultur, außer Ägypten,

wird von unbekannten Angreifern zerstört.

Fortschritt und Schriftentwicklung

werden für Jahrhunderte zum Erliegen gebracht.

Um das Jahr 9.500 beginnt schließlich das,

was wir als westliche Kultur bezeichnen.

Die griechischen Stadtstaaten

schlagen die persische Invasion zurück

und treten in ihr Goldenes Zeitalter ein, (eintreten)

das kurz darauf von Alexander dem Großen beendet wird.

Hundert Jahre später zerstört Rom Karthago

und steigt zur Weltmacht auf.

Cäsar wird im Jahr 9956 ermordet.

Die Weltbevölkerung steigt auf 300 Mio Menschen an.

Und erst jetzt, im Jahr 10.000,

erreichen wir den Anfang des gregorianischen Kalenders.

Erst jetzt soll die Menschheitsgeschichte beginnen.

In weniger als 2000 Jahren werden die Menschen auf dem Mond landen.

Wenn wir über die Geschichte so denken,

dann kehren wir 10.000 Jahre menschlichen Fortschritts

und Entwicklung unter den Teppich.

Wenn wir diese 10.000 Jahre aber in unseren Kalender aufnehmen würden,

wäre unsere Vergangenheit viel beeindruckender

und wir würden ein besseres Gefühl für sie bekommen.

Außerdem wären alle Menschen und Kulturen in ihm vereint.

Durch ein neues Jahr Null könnten wir unsere Geschichte

in einem ganz neuen Licht betrachten.

Sie begann mit einem Bauprojekt vor 12.000 Jahren,

als unsere Vorfahren zum ersten Mal zusammenkamen

um mit primitivsten Werkzeugen einen Tempel aus Stein zu errichten.

Nichtsahnend legten sie nicht nur den Grundstein für den ersten Tempel,

sondern auch für die Entwicklung unserer gesamten Spezies:

Vom ersten Tempel bis zur Raumfahrt.

Untertitel: ARD Text im Auftrag von Funk 2018

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