Warum die ersten 100.000€ so schwer sind
Es ist nicht nur ein Glaubenssatz, sondern auch Realität.
Wenn man von 0€ startet und ein Vermögen aufbaut, sind die ersten 100.000€ in der
Regel deutlich schwerer zu erreichen als die nächsten 100.000€.
Aber warum ist das so?
Dafür gibt es mehrere Ursachen und die schauen wir uns in diesem Video an.
Viel Spaß dabei!
Hi, mein Name ist Thomas von Finanzfilos und heute schauen wir uns mal an, warum die ersten
100.000€ Vermögensaufbau schwieriger sind als das, was danach kommt.
Aber eine Sache, die überhaupt nicht schwierig ist, ist es diesen Kanal zu abonnieren.
Über die Hälfte unserer Zuschauer haben das noch nicht getan.
Das solltest du auf jeden Fall nachholen, um hier nichts mehr zu verpassen.
Aber legen wir jetzt los direkt mit dem Thema, warum die ersten 100.000€ so schwierig sind.
Hierzu gibt es, wie gesagt, verschiedene Gründe, einmal mathematischer Natur, die schauen wir
uns jetzt an, aber später auch persönliche Gründe, auf die wir gleich zu sprechen kommen.
Einer der wichtigsten Aspekte ist, dass wir Menschen Schwierigkeiten haben, uns exponentielles
Wachstum vorzustellen bzw. zu verstehen.
Wir Menschen denken eher linear.
Linear bedeutet z.B. wenn wir jedes Jahr 10.000€ sparen, dann wissen wir und können uns das
auch ganz gut vorstellen, dass wenn wir das 10 Jahre lang tun, dass wir dann 100.000€
zusammen haben.
Beim Investieren ist das Ganze aber nicht so linear, sondern man spricht hier eher von einer exponentiellen Funktion.
Starten wir einmal mit zwei Beispielen, die zeigen, warum exponentielles Denken so unintuitiv ist.
Starten wir mit den ersten Beispiel.
Was denkt ihr, wie häufig man solch ein Blatt Papier falten muss, damit es so hoch ist,
dass es bis zum Mond reicht?
So ein Blatt Papier ist ja ziemlich dünn.
Wenn wir es ein einziges Mal falten, dann verdoppelt es schon seine Höhe.
Wenn wir es dann noch einmal falten, dann ist es viermal so hoch wie ein normales Blatt
Papier, beim nächsten Falten schon achtmal so hoch usw.
Wir sehen also, dass die Höhe des Blatt Papiers sich bei jedem Falten immer wieder verdoppelt.
Hier gibt es natürlich ein natürliches Limit, irgendwann kann man das Blatt Papier nicht
mehr falten.
Wenn es dieses Limit nicht gäbe, dann würde es schon reichen, 42 mal dieses Blatt Papier
zu falten, um von der Erde bis zum Mond zu reichen.
Es gibt ein zweites sehr bekanntes Beispiel, was exponentielles Wachstum zeigt.
Der indische König Shiram wollte den Erfinder des Schachbretts belohnen und fragte ihn, womit er ihn belohnen könnte.
Dieser sagte, er möchte nur ein Korn Reis auf dem ersten Feld haben und das verdoppelt sich dann von Feld zu Feld.
Also auf dem zweiten Schachbrettfeld liegen dann nur zwei Körner, auf dem dritten Schachbrettfeld vier und so weiter und so fort.
Zunächst einmal klingt das intuitiv nach nicht sonderlich viel Reis.
Auf dem 15.
Feld würde dann aber schon eine 500g Packung liegen.
Auf dem 28.
Feld müsste dann genug Reis im Gegengewicht eines Elefanten liegen und ab Feld 44 könnte
man damit einen gesamten Öltanker befüllen.
Und bei dem 44.
Feld ist ja noch lange nicht Schluss, denn ein Schachbrett hat ja bekannt 64 Felder.
Wie sieht das Ganze denn jetzt beim Geld aus?
Gehen wir mal davon aus, dass wir einen Euro investieren und der verdoppelt sich von Jahr zu Jahr.
Dann würde die Grafik folgendermaßen aussehen.
Wir sehen gerade hier am Anfang passiert zunächst einmal nicht viel und dann nach hintenhin
setzt das exponentielle Wachstum ein und steigt sehr stark.
Eine Verdoppelung des Geldes von Jahr zu Jahr ist zunächst einmal sehr unrealistisch,
denn das wären 100% Rendite pro Jahr.
Dieses Beispiel ist deswegen zunächst auch mal nur zum Veranschaulichen gedacht, aber
bei geringeren Wachstumsraten, die wir zum Beispiel am Kapitalmarkt erzielen können,
beispielsweise 5-7%, sieht das Ganze identisch aus, zieht sich natürlich nur etwas in die Länge.
Und genau an diesem Wachstum hier exemplarisch mit 100% dargestellt, jetzt nachfolgend aber
mit 7% Wachstum, können wir sehen, wo dieses exponentielle Wachstum herkommt, nämlich
aus dem sogenannten Zinseszinseffekt, also quasi das Wachstum von Jahr zu Jahr.
Schauen wir uns das Ganze jetzt einmal mit 100.000€ an, wie schnell wir diese 100.000€ erreichen.
Das Ganze machen wir zunächst einmal ohne Sparrate.
Wir investieren einfach 10.000€, erhalten im groben Durchschnitt 7% Zinsen bzw.
Kapitalerträge pro Jahr.
Zur Vereinfachung gehen wir mal davon aus, dass hier keine Steuer anfällt und schauen
mal, wie lange es dauert, bis die ersten 100.000€ erreicht sind.
Das ist tatsächlich nach 35 Jahren der Fall.
Lassen wir dieses Geld aber liegen und weiterarbeiten, erreichen wir die nächsten 100.000€ schon
viel früher.
Wir müssen hier keine weiteren 35 Jahre mehr warten, sondern nur noch 10.
Die nächsten 100.000€, also auf die Stufe von 300.000€, erreichen wir noch früher,
nämlich nach 6 Jahren.
Dann nach 4 Jahren, nach 3 Jahren und so weiter.
Hier haben wir also schon mal die rein mathematische Erklärung dafür, warum es so schwierig ist,
die ersten 100.000€ zu erreichen.
Das gilt natürlich genauso für alle anderen Beträge.
Die ersten 10.000€ sind natürlich schwieriger zu erreichen als die nächsten 10.000€ und
genauso gilt das natürlich auch für die ersten Millionen.
Dieser Grundsatz gilt übrigens auch, wenn wir das Ganze noch mal mit einer Sparrate
durchrechnen.
Also nicht nur mit einem Startkapital von 10.000€, sondern wenn wir zusätzlich zu den ersten
10.000€ auch noch mal jedes Jahr on top 10.000€ sparen.
Dieses gesparte und investierte Kapital wird dann auch wieder mit 7% pro Jahr angelegt.
Noch mal ein wichtiger Hinweis, diese 7% sind ein langfristiger, theoretischer Durchschnitt.
Hier kommt es, gerade wenn ihr es im Aktienmarkt investiert, natürlich zu sehr starken Schwankungen,
wodurch ihr ein sogenanntes Renditereienfolgerisiko habt.
Dazu haben wir in diesem Video schon mal mehr gemacht, aber aus Vereinfachungsgründen bleiben
wir jetzt mal bei diesen durchschnittlichen 7%.
Mit dieser Strategie würdet ihr eure ersten 100.000€ in 8 Jahren erreichen und auch hier
sehen wir, dass die nächsten 100.000€ in deutlich kürzeren Abständen danach erreicht werden.
Wir sehen also, am Anfang steigt das Vermögen nahezu linear.
Das, was wir am Kapitalmarkt verdienen, also die Zinsen oder Kapitalerträge, fallen also
kaum ins Gewicht, der Vermögenzuwachs passiert vor allem durch das Sparen.
In den Jahren danach kommt dann in der Vermögensbildung etwas Tempo dazu, denn dann tritt der Zinseszinseffekt
ein und auf unsere bereits verdienten Kapitalerträge fangen wir dann an, wieder neue Kapitalerträge
zu generieren.
Und das zündet dann den Booster und beschleunigt uns nach hinten hinaus in der Vermögensbildungsphase.
In diesem Szenario siehst du deine erste Million dann nach 30 Jahren.
Wir haben also gesehen, die ersten 100.000€ sind deswegen so schwer zu erreichen, weil
wir am Anfang eine Phase haben, die nahezu linear, also nahezu flach aussieht.
Woran liegt das?
Der Grund hierfür ist, dass ihr am Anfang natürlich sehr wenig Vermögen im Depot habt
und deswegen die Zinsen bzw. Kapitalerträge, die ihr verdient, sich auf einen geringen
Betrag beziehen.
In der Praxis kommt außerdem auch hinzu, dass ihr am Anfang eures Vermögensaufbaus
Vermutlich auch eher ein geringeres Einkommen habt und noch eine verhältnismäßig niedrige
Sparrate.
Am Anfang müsst ihr euch zunächst einmal an die Schwankungen am Kapitalmarkt gewöhnen
und seid vielleicht noch etwas zögerlich unterwegs.
Hieraus solltet ihr aber nicht die falsche Schlussfolgerung ziehen, möglichst spät
anzufangen, weil es ja am Anfang sowieso nur flach ist und ihr später deutlich mehr
verdient und dann holt ihr einfach wieder das auf, was ihr in der Vergangenheit verpasst habt.
Diese Strategie halte ich für weniger schlau, es lohnt sich auch gerade am Anfang, wenn
man noch nicht so viel Geld zur Verfügung hat, trotzdem ein bisschen was auf die Seite
zu legen.
Erstens mal fängt ihr dann schon mal langsam an, eure Basis wachsen zu lassen und noch
viel wichtiger, fangt ihr an, Erfahrungen am Kapitalmarkt zu sammeln und euch schon
mal an das richtige Mindset zu gewöhnen, nämlich, dass es wichtig ist, Geld auf die
Seite zu legen und Geld dann auch zu investieren und für euch arbeiten zu lassen.
Schauen wir uns jetzt einmal die Faktoren an, die dafür sorgen, dass ihr nach hintenhin
einen Boost zünden könnt.
Zunächst einmal den Punkt, den ich eben angesprochen habe, ihr werdet Erfahrungen sammeln und werdet
damit souveräner am Kapitalmarkt und macht dann sehr wahrscheinlich auch deutlich weniger
Fehler an der Börse, die euch schlussendlich ja Geld kosten.
Ihr werdet zum Beispiel darauf achten, die Kosten möglichst gering zu halten, denn alles,
was ihr an Kosten ausgibt, habt ihr natürlich weniger an Rendite und ihr werdet solche Regeln
berücksichtigen wie zum Beispiel Diversifikation.
Außerdem werdet ihr auch klassische Ängste überwinden, wir haben zum Beispiel festgestellt,
dass viele Leute, die mit dem Vermögensaufbau anfangen und mal die ersten paar Tausend
Euro zusammengespart haben, noch nicht ganz komfortabel mit dem Umgang, mit dem Finanzamt sind.
Wenn ihr mal ein, zwei Jahre investiert seid und mal eure Steuererklärung gemacht habt, werdet
ihr feststellen, dass das Thema Investieren und Steuern gar nicht so kompliziert ist,
denn euer Broker wird nämlich den Großteil der Arbeit für euch übernehmen.
Ein weiterer Punkt ist, dass ihr mit wachsendem Vermögen euch auch weitere Optionen öffnen
werdet.
Am Anfang ist das Anlagespektrum, in das ihr investieren könnt, noch relativ gering.
Ihr könnt in ETFs und Aktien investieren, denn hier gibt es ja vom Betrag her keine
Einstiegshürde.
Je mehr Geld ihr aber habt, desto mehr Optionen werdet ihr haben, auch in andere Anlageklassen
zu investieren.
Seid ihr zum Beispiel Experte und ein Freund oder Kollege von euch möchte zum Beispiel
eine Firma gründen, werdet ihr vielleicht die Möglichkeit haben, dort selbst zu investieren
und übermäßige Renditen zu erwirtschaften.
Das geht natürlich mit einem großen Risiko einher, da ihr aber schon mal ein großes Kapitalpolster
habt, werdet ihr nicht euer gesamtes Vermögen dort rein investieren, sondern nur einen kleinen
Teil.
Sollte das Geld also verloren gehen, schmeißt euch das nicht zurück auf die Null-Linie.
Sollte das Investment aber vielversprechend sein, dann kann es sein, dass ihr deutlich
höhere Renditen als nur diese 7% mit diesem Teil erzielt.
Ähnlich sieht es beispielsweise auch in der Anlageklasse Immobilien aus.
Um hier erfolgreich tätig sein zu können, braucht man in der Regel auch schon mal ein
solides Startkapital oder zumindest Partner, die dieses Kapital zur Verfügung haben.
Je näher ihr also an die 100.000€ rankommt, desto mehr Optionen öffnen sich also auch
für euch.
So macht das zum Beispiel einen großen Unterschied, ob ihr ein finanzielles Polster habt, wenn
ihr zum Beispiel vor der Entscheidung steht, eine eigene Firma gründen zu wollen, weil
ihr gerade eine bahnbrechende Idee habt oder sich euch eine Option öffnet.
Wenn ihr also mehr Geld habt, habt ihr auch mehr Optionen und das beschleunigt in der
Regel auch die Vermögensbildung.
Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle, es handelt sich hierbei um sehr stark verallgemeinerte
Aussagen.
Es gibt natürlich auch Fälle, wo die zweiten 100.000€ deutlich schwieriger zu erreichen
sind als die ersten 100.000€, weil die ersten 100.000€ zum Beispiel in einer guten Marktphase
erzielt wurden und es danach an der Börse zunächst einmal einige Jahre bergab geht.
Diese Beispiele sind hier sehr exemplarisch gezeichnet.
Als Fazit lässt sich also festhalten, ja, in der Regel sind die ersten 100.000€ oder
auch jegliche andere Meilensteine in eurem Vermögensaufbau schwieriger zu erreichen
als das, was danach folgt.
Das hängt natürlich viel mit eurer persönlichen Entwicklung zusammen, am Anfang verdient ihr
natürlich noch nicht so viel Geld, könnt dementsprechend auch noch nicht so viel sparen
und investieren, aber es gibt auch ganz klare, rationale mathematische Gründe dafür, warum
das so ist.
Denn gerade am Anfang, wenn ihr Gewinne realisiert, beispielsweise 7% mit denen wir eben gerechnet
haben, dann habt ihr hier mit einem kleinen Vermögen noch nicht genug Hebel, um auch
wirklich große Kapitalgewinne damit zu erzielen.
Habt ihr beispielsweise 1.000€ in eurem Portfolio und macht 5% Rendite, dann habt ihr
gerade mal 50€ verdient.
Diese 50€ könntet ihr euch in einem Nebenjob deutlich schneller verdienen.
Ist euer Vermögen aber schon mal auf 20.000€ angewachsen, dann sind 5% Rendite schon mal
1.000€, das ist schon mal eine andere Größenordnung.
Aus diesem Grunde und es sich früh anzufangen, sich frühzeitig an das Sparen zu gewöhnen,
frühzeitig zu investieren, egal wie klein der Betrag ist, und dann mit dem Vermögensaufbau
anzufangen, Erfahrungen zu sammeln und zu schauen, dass ihr die Sparkquote hochfahren
könnt, um dann euren Vermögensaufbau zu boosten.
Das Ganze ist eine Übung in Geduld, seid also geduldig.
Ich hoffe, das Video war hilfreich für euch gewesen, wenn ja, gebt uns gerne einen Daumen
hoch und wenn ihr Fragen und Anregungen habt, gerne unten in die Kommentare und wie ich
schon eingangs sagte, vergesst nicht den Kanal zu abonnieren.
Danke fürs Zuschauen, bis zum nächsten Video.