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2020-2 Video lessons from YouTube, Warum die Menschheit bald ausstirbt

Warum die Menschheit bald ausstirbt

Kluge Köpfe wie Stephen Hawking, Elon Musk oder Ray Kurzweil sagen die unterschiedlichsten

Zukunftsszenarien voraus, vom Beginn eines neuen Abschnitts der Evolution bis zum Ende

der Menschheit. In einem Punkt sind sich aber alle einig: unsere Welt wird sich radikal

verändern. Machen wir dazu ein kurzes Gedankenexperiment.

Stell dir vor, ein Bauer wäre im Jahr 1000 nach Christus eingeschlafen und ca. 500 Jahre

später vom Lärm der Matrosen aufgewacht, die sich mit Christoph Kolumbus auf den Weg

nach Amerika machten. Dann hätte sich die Welt für ihn kaum verändert. Und jetzt stell

dir vor er wäre erneut für 500 Jahre eingeschlafen und vom Klingeln eines Smartphones geweckt

worden. Er würde die Welt nicht wiedererkennen. Und jetzt frage ich dich: Wie würde die Welt

wohl aussehen, wenn Du deine Augen schließt und 500 Jahre in die Zukunft reist?

“Die Geschichte begann, als die Menschen Götter erfanden, und wird enden, wenn die

Menschen zu Göttern werden.” – Yuval Noah Harari

Wie unser Eingangsbeispiel gezeigt hat, verläuft die Evolution immer schneller. Die zeitlichen

Abstände zwischen technischen Innovationen werden immer kleiner. Während sich die Welt

um uns immer schneller bewegt, haben wir uns biologisch seit den letzten 10000 Jahren nur

unwesentlich verändert. Anstatt Informationen wie unsere Vorfahren rein genetisch zu übertragen,

nutzen wir nämlich die Fähigkeit der Sprache und Schrift, um Informationen auch unabhängig

von unseren Genen zu übertragen. Die Menschheit konnte sich dadurch zwar wesentlich schneller

entwickeln, als andere Arten, der menschliche Körper aber, hatte gar keine Zeit für eine

Anpassung. Wir haben also noch immer den Körper und das Gehirn der Jäger und Sammler. Doch

in Zukunft können wir das möglicherweise ändern.

Der Übermensch „Uns bleibt keine Zeit, darauf zu warten,

dass die darwinistische Evolution aus uns intelligentere und gutartigere Wesen macht.

[…] Wir werden in der Lage sein, unsere DNA selbst zu verändern und zu verbessern.“

meint Stephen Hawking. Er ist nicht der einzige Wissenschaftler, der denkt, dass Gentechnik

im 21. Jahrhundert eine große Rolle spielen wird. Mit Werkzeugen wie CRISPR sind wir in

Zukunft nicht länger auf langsame Evolutionäre Prozesse angewiesen, sondern könnten den

menschlichen Körper ständig optimieren und innerhalb weniger Generationen komplett verändern.

Anfangs sind vermutlich nur kleine Korrekturen zugelassen, um Erbkrankheiten zu verhindern.

Später könnten wir womöglich aber auch, menschliche Eigenschaften wie Intelligenz,

Gedächtnis oder Lebenserwartung verbessern. Hawking vermutet, dass daraus früher oder

später eine neue Spezies Mensch, der Übermensch entstehen wird. Durch seine Überlegenheit

könnte der heutige Mensch bedeutungslos werden oder sogar aussterben. Die Übermenschen hingegen

könnten sogar ewig Leben. „Da hast Du Recht. Aber es kommt der Tag

an dem man genug hat. Dein Geist kann verbraucht sein, auch wenn der Körper es nicht ist.

Wir wollen sterben. Und das müssen wir auch.“ Die Gentechnik stellt uns vor große philosophische

Fragen. Wenn ihr die Möglichkeit hättet, würdet ihr ewig leben wollen?

Es gibt andere Lebensformen, die können bereits heute ewig leben. Einige von uns haben sie

vielleicht sogar, ohne es zu wissen, zuhause. Die Rede ist von Computerviren. Für Hawking

sind sie bereits Lebensformen, da sie die für Leben notwendigen Fähigkeiten, nämlich

Stoffwechsel und Reproduktion beherrschen. Ein einfacher Computervirus mag sicherlich

keine allzu ernstzunehmende Bedrohung für unsere Existenz sein. Die Entwicklung von

fortgeschrittenen technischen Lebensformen könnten hingegen bis zur Auslöschung unserer

Spezies führen.

Künstliche Intelligenz "Ich glaube, es gibt keinen wesentlichen Unterschied

zwischen dem, was ein biologisches Gehirn leisten kann und dem, was ein Computer leisten

kann. [...] Künstliche Intelligenz könnte die großartigste

Idee der Menschheit werden. Aber sie könnte auch unsere letzte sein.”

- Stephen Hawking KI ist heute schon ein großartiges Werkzeug,

um große Mengen von Informationen zu verarbeiten, um Prozesse zu automatisieren und unsere Intelligenz

zu erweitern. Problematisch wird es aber, wenn sich KI mit exponentieller Geschwindigkeit

selbst verbessert. Darin liegt nämlich das unglaubliche Potential aber auch die Gefahr

von technischen Lebensformen. Künstliche Intelligenz ist nicht an biologische Prozesse

gebunden, sondern nur an die Leistungsfähigkeit der Computer. Und diese wächst seit der Erfindung

des Computers immer schneller an. In nicht allzu ferner Zukunft wird der Punkt kommen,

an dem eine KI der menschlichen Intelligenz überlegen ist. Sie wird dann möglicherweise

Gefühle empfinden, einen eigenen Willen entwickeln und Handlungen ausführen, die viel zu komplex

für den Menschen sind, um sie nachzuvollziehen. Damit der Mensch nicht mit seinen minderen

kognitiven Fähigkeiten zurückbleibt, wird es laut Elon Musk in Zukunft notwendig, dass

unser Gehirn mit KI verschmilzt.

Cyborgs Einige von ihnen leben bereits unter uns.

Egal ob Hörgeräte, künstliche Gliedmaßen oder Mikrochips unter der Haut – all das

zählt bereits zur Definition von Cyborg. All diese Menschen optimieren ihren biologischen

Körper mit technischen Elementen. Und im Entferntesten ist jeder von uns bereits ein

Cyborg, denn wir alle nutzen Kopfhörer, Uhren, Fitnesstracker und Smartphones täglich, um

unsere Fähigkeiten zu erweitern. Doch das ist erst der Anfang.

Große Techkonzerne wie Google oder Sony sehen schon in den nächsten Jahren das Ende von

Smartphones. Doch was kommt danach? Amazon, Google und Apple vertreiben nun schon seit

einigen Jahren ihre Smarthome Produkte oder haben zumindest einen persönlichen Assistenten

auf deinem Smartphone installiert. Im nächsten Schritt werden wir unsere immer intelligenter

werdenden Geräte nicht mehr mit Touch steuern, sondern mit unseren Worten. Elon Musks Unternehmen

Neuralink geht noch einen Schritt weiter und entwickeln eine Schnittstelle zwischen Computer

und Gehirn. Sie haben bereits erfolgreich das Gehirn eines Affen mit einem Computer

vernetzt, Tests an Menschen sind schon geplant. Die Vision des Transhumanismus ist eine Zukunft

in der Mensch und Technik miteinander verschmelzen. Gentechnik und Künstliche Intelligenz würden

einander ergänzen und uns zu Cyborgs machen. Unser verbessertes Gehirn wird Ray Kurzweil,

dem Chef der technischen Entwicklung bei Google zufolge mit sogenannten Nanobots kommunizieren

können. Das sind wenige mikrometerkleine Roboter, die sich durch unsere Blutbahnen

bewegen und unseren Körper weiter optimieren. Sie können Krankheiten im Körper beseitigen,

den Restalkohol von gestern Abend in kurzer Zeit abbauen oder Wunden innerhalb von Sekunden

heilen. Sie sind so effektiv, weil sie sich wie Zellen jederzeit selbst reproduzieren

können. Das einzige was sie dafür brauchen, ist Biomasse. Das stellt gleichzeitig natürlich

auch eine große Gefahr dar. Sie könnten dank exponentiellen Wachstum innerhalb weniger

Stunden bis Tagen die gesamte Biomasse der Erde in Nanobots verwandeln, vermutet Kurzweil.

Was nach einem dystopischen Science-Fiction Film klingt, könnte in Zukunft tatsächlich

Realität werden. Wenn KI in der Lage ist sich selbst zu verbessern und neue Technologien

zu erfinden, wird es zu einem „Point of No Return“ kommen. Was die meisten von euch

vom Masturbieren kennen, bezeichnet in der Zukunftsforschung eine sogenannte Singularität.

Ab diesem Punkt schreitet die Entwicklung so schnell voran, dass sie kein normaler Mensch

mehr fassen kann. Erinnert ihr euch noch an den Anfang des Videos?

Wie in unserem Gedankenexperiment würden wir die Welt nicht wiedererkennen. Dank der

exponentiellen Entwicklung müssten wir laut Kurzweil nicht einmal 500 Jahre in die Zukunft

reisen, sondern gerade einmal 25. Dann werden wir die erste und gleichzeitig letzte Superintelligenz

erfinden. Das wird die letzte Seite im letzten Kapitel der Menschheitsgeschichte.

Doch kein Grund zur Sorge. Das sind natürlich nur Prognosen und selbst die besten Wissenschaftler

und Experten können sich irren. Wir wissen nicht, wie die Zukunft aussehen wird. Aber

noch können wir uns fragen, wie die Zukunft aussehen soll. Welche Entwicklungen wollen

wir zulassen und welche nicht? Welchen Weg will die Menschheit gehen? Wollen wir Weltraumreisen

a la Star Trek, Virtuelle Realitäten wie in Ready Player One oder Cyborgs bzw. Roboter

wie den Terminator? Was meint ihr?

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