Was macht einen guten Thriller aus, Sebastian Fitzek?
Sebastian, Sie hielten Anfang des Jahres die 11. Poetikdozentur der Universität Koblenz-Landau inne
und ich hoffe, Sie können uns heute erklären, was einen guten Thriller ausmacht.
Dazu habe ich schon ein paar Begriffe gesammelt hier:
Ich dreh mal den ersten um, universitätsgerecht gegendert: Was macht
die gute Identifikationsfigur aus? Man muss sich vielleicht gar nicht mit ihr identifizieren,
sondern mit dem Ziel, das diese Figur hat.
Das ist ein guter Gradmesser, wenn man sich fragt: Will ich eigentlich, dass das
was die Hauptfigur, die Zentralfigur erreichen will,
den Konflikt, den sie lösen will, will ich das auch, dass
diese Person das schafft. Das ist ein ganz guter Indikator.
Sie wählen ja selber nicht die klassische Ermittlerfigur, das sind ja
meistens normale Person, die in extreme Situationen geraten ... Genau.
Es interessiert mich einfach wesentlich mehr, wie Menschen auf Gewalt reagieren,
die nicht darauf trainiert sind. (Anders als) beispielsweise Polizisten, die darauf
traniert sind, mit Gewalt umzugehen. Das ist das, was uns die Maske vom Kopf reißt.
Und im Übrigen interessieren mich auch die Opfer wesentlich mehr als die Täter.
Also häufig sind die Opfer meine Helden.
Und das Böse im Thriller? Ob es wirklich das Böse in dieser Gestalt und den Antagonisten geben muss,
das ist fraglich. Für mich ist immer mehr entscheidend
der Zwiespalt, der Abgrund, den wir in uns selbst tragen, und die Unsicherheit.
Das sind die Fragen, die mich beschäftigen.
Das Finale!? Natürlich ist es gut, wenn man merkt,
dass der Held eine innere Entwicklung, eine Reise durchgeführt hat. Das heißt also,
wenn er am Ende einer Reise angelangt ist und sich verändert hat. Und wir haben erlebt, wie er sich verändert.
Und diese Veränderung wird am Ende nochmal auf die Probe gestellt.
wird am Ende nochmal auf die Probe gestellt.