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Video lessons from YouTube, #kurzerklärt: Was heißt Armut in Deutschland?

#kurzerklärt: Was heißt Armut in Deutschland?

In Deutschland sind vor allem drei Gruppen besonders von Armut gefährdet:

Langzeitarbeitslose, Kinder und Jugendliche und Alleinerziehende.

Das ist erst einmal eine Frage der Definition: Denn wo beginnt überhaupt „arm sein“?

Das ist absolute Armut:

Der Kampf ums Überleben.

Mit umgerechnet weniger als 1,60 Euro am Tag laut Weltbank.

In Deutschland haben die meisten deutlich mehr – zum Glück.

Doch auch bei uns gibt es viele, die offensichtlich arm sind:

Schätzungen sagen, dass mehr als 52.000 Menschen obdachlos sind.

Aber es gibt auch eine nicht so deutlich sichtbare Armut.

Armut im Vergleich zur Mehrheit der Bevölkerung im reichen Deutschland.

Der Begriff dafür: relative Armut.

Zur Berechnung gibt es einen EU-weiten Standard:

Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens hat, gilt als von Armut gefährdet.

Die Schwelle, ab der Armut droht, fällt - je nach Region - sehr unterschiedlich aus:

In Baden-Württemberg im Schnitt bei 1055 Euro netto für Alleinstehende

In Sachsen-Anhalt bei 840 Euro.

Und im Bundesdurchschnitt? 969 Euro netto pro Monat.

Unter diesem Einkommen liegen 16,5 Prozent der Menschen in Deutschland.

Damit stehen wir - als eigentlich ja reiches Land - in Europa nicht besonders gut da:

Auf Platz 13 aller 28 EU-Länder. Doch Achtung:

Mancher Studierende oder Auszubildende hat auch nicht mehr als diese knapp 1000 Euro zum Leben -

– und würde sich wohl trotzdem nie als „arm“ bezeichnen.

Denn Armut bedeutet nicht nur, kein Geld zu haben. Sondern nach Definition vieler Experten auch:

wenig Chancen auf Bildung, keine Teilhabe an der Gesellschaft.

Aber egal, wie man nun Armut definiert: Sie hat Auswirkungen. Enorme Auswirkungen!

Wer arm ist, stirbt früher. Die Lebenserwartung eines Mannes, der armutsgefährdet ist,

ist 10 Jahre kürzer als die eines gleichaltrigen Spitzenverdieners.

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