Kaliningrad erklärt! (Königsberg) | 296k
Kaliningrad ist die Hauptstadt der russischen Oblast Kaliningrad, die wiederum die westlichste Oblast und Exklave Russlands ist.
Sie befindet sich knapp 400 Kilometer westlich des restlichen Russlands und grenzt an Polen
und Litauen sowie an das baltische Meer.
Doch was hat es mit Kaliningrad genau auf sich und wie sieht dessen Geschichte aus?
Die Besiedlung des Gebietes begann schon im Jahre 3000 vor Christus, wobei die Stadt vor allem als Handelsstützpunkt verwendet wurde.
Sie gehörte damals zu Ostpreussen und trug den Namen Königsberg - Immanuel Kant zählt zu den Söhnen der Stadt.
Bis zu Beginn des zweiten Weltkrieges stieg ihre Einwohnerzahl auf über 370'000 an, jedoch sollte sich dies ändern.
Denn Im Zweiten Weltkrieg blieb das ehemalige Königsberg aufgrund seiner abgelegenen Lage im äußersten Nordosten Deutschlands vorerst von den Kriegseinwirkungen verschont, bis es Ende August 1944 durch britische Luftangriffe schwerste Zerstörungen erlitt.
Die Stadt wurde wie manch andere durch den Krieg nahezu komplett zerstört.
Gemäß dem Potsdamer Abkommen wurde Kaliningrad nach Kriegsende unter sowjetische Verwaltung gestellt.
Dies resultierte aus den Folgen und Konsequenzen des zweiten Weltkrieges, doch dazu später mehr.
So wurde die Stadt Teil der Sowjetunion und später zur russischen Föderation.
Resultierend aus dem Krieg sank die Bevölkerungszahl über 80% auf gerade mal 73'000.
Doch heute hat die Stadt längst ihre alte Einwohnerzahl wieder ergattern können - knapp 500'000 Menschen leben heute in der Stadt.
Der grösste Grund dafür ist die Tatsache, dass nach dem Zerfall der Sowjetunion unzählige
Russen, die aufgrund der Unabhängigkeit der baltischen Staaten zu Minderheiten geworden waren, nach Kaliningrad und somit nach Russland zogen.
Natürlich ist die kaliningrader Oblast für Russland heute ein geopolitisch wichtiger Punkt, denn dadurch kann der eisfreie Zugang zum baltischen Meer sichergestellt werden.
Interessant ist auch, dass die russische Regierung in Kaliningrad eine Sonderwirtschaftszone eingerichtet hat - ähnlich wie es China in Hong Kong und Shenzhen getan hat.
So zählt Kaliningrad zu den für Investoren interessantesten Regionen Russlands, was sich auch in der Wirtschaftsentwicklung Kaliningrads bemerkbar macht.
Heute sind 87,4 % der Einwohner Russen; 4,0 % sind Ukrainer, 3,8 % Weißrussen und neben den asiatischen GUS Staaten auch 0.4 % Deutsche.
Bevor aber jetzt in die Tasten gehauen wird um die russische Souveränität über Kaliningrad zu bestreiten, möchte ich noch auf folgendes aufmerksam machen.
Dass Kaliningrad politisch zu russischem Land zählt, ist Konsequenz der imperialistischen Handlungen des Deutschen Nazi-Regimes.
Denn trotz Versicherung seitens Deutschland, die damaligen Grenze der Sowjetunion unangetastet zu lassen, wurde ein Grossteil des in Europa liegenden Teils der Sowjetunion im Rahmen des Krieges eingenommen, was mit etwa 27 Millionen Todesopfer, darunter 20 Millionen Zivilisten
zweifellos zu den grössten humanitären Katastrophen der Menschheitsgeschichte zählt.
Natürlich kann man die Situation in Kaliningrad trotzdem hinterfragen, was dann aber auch mit dem Hinterfragen der Landesansprüche von Polen und weiteren osteuropäischen Staaten zusammenhängen sollte.
Ich danke wie immer fürs Zusehen, freue mich auf deine Meinung, Themenvorschlag und Bewertung.