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Youtube videos, Was ist Luxus? Geld. Macht. Glück. RABIAT! (1)

Was ist Luxus? Geld. Macht. Glück. RABIAT! (1)

Wir haben einfach eine Neidgesellschaft.

Und wir kennen es ja auch nicht anders.

Das Leben ist zu kurz.

Von daher muss man Gas geben.

Gewöhnt man sich auch dran.

Schampanski?

Du bist doch anders als dein Geld.

Ich bin Steffen.

Ich fahre Fahrrad, wohne zur Miete und besitze kein Haus, kein Auto – und auch kein Boot.

Aber: Ich bin zufrieden. Ich habe einen Job, der mir Spaß macht und von dem ich gut leben kann.

Trotzdem, mal ganz ehrlich, träumt nicht

jeder davon, ein klein bisschen mehr zu haben. Und wenn ich reich wäre?

Was würde ich dann machen mit meinem Geld?

Ich will in diesem Film vor allem Menschen

aus meiner Generation kennenlernen, die deutlich mehr Geld auf dem Konto haben als ich.

Mich interessiert: Was denken die über ihren Reichtum und was macht das eigentlich mit einem,

wenn man mit 30 schon Millionär ist.

Laut dem offiziellen Armuts- und Reichtumsbericht der

Bundesregierung gehört zehn Prozent der Deutschen mehr als die Hälfte des Vermögens,

nach anderen Rechnungen ist es noch deutlich mehr. Und weltweit? Ist die Ungleichheit noch viel krasser:

Rund 80 Prozent des neu gewonnenen Vermögens

ging im letzten Jahr an das eine Prozent der Reichsten.

Ich will den Reichen näherkommen.

Also fahre ich erstmal dorthin, wo viele von ihnen gerne Urlaub machen. In die Schweiz.

Das hier, das ist unser Hotel. Und so schön es hier auch ist. Daran sieht man schon, dass

wir nicht dazugehören zur besseren Gesellschaft. Denn Sankt Moritz selbst konnten wir uns nicht leisten.

Wir müssen erstmal 13 Kilometer mit dem Auto reinfahren.

Es steht ja hier nirgendwo eine Grenze oder ein Zaun. Aber ungefähr hier muss sie sein, diese unsichtbare

Grenze zwischen dem Geld und den normalen Leuten.

Denn hier in Sankt Moritz ist alles teurer, exklusiver.

Ein Ferienort für Reiche.

Fünf-Sterne-Hotels an jeder Ecke. Ein Doppelzimmer kostet hier locker 1000 Euro.

Und an diesem Wochenende steht der Saisonhöhepunkt auf dem Programm –

Wer einen Pelz hat, trägt ihn spazieren beim Snow Polo auf dem zugefrorenen Sankt-Moritz-See.

Wer das seltsam findet, der ist hier falsch.

Hier trifft sich altes Geld und neuer Reichtum. Aus ganz Europa. Franzosen, Italiener, viele Russen.

Das Publikum kommt mit Heli oder Privatjet. Geld spielt hier keine Rolle.

Und für normale Leute wie mich ist Polo ohnehin der falsche Sport.

Vier, bis fünf Pferde braucht man für ein Spiel – pro Spieler.

Der Sport ist so anstrengend für die Tiere, dass sie ständig gewechselt werden.

Das muss man sich leisten können.

Und darum geht es hier:

sich Dinge zu leisten, die sich andere nicht leisten können.

Aber was reizt die Leute daran? Das soll mir der Mann erzählen, der das Spektakel seit

33 Jahren veranstaltet. Reto Gaudenzi, der Mann da oben in der roten Jacke.

Traditionell sind die Schönen und Reichen hierher gekommen. - Warum? - Weil es wunderbar ist.

Die sind ja nicht blöd. Es ist ja nicht so, dass man sie einfach mit Marketing hier hoch lockt.

Die kommen hierher, weil es schön ist und weil es funktioniert.

So ein bisschen gehört hier aber auch dazu: Pelze. Champagner.

Was sind das? Statussymbole? - Champagner schmeckt wunderbar.

Der Pelz ist das älteste Kleidungsstück der Menschheit. Es gibt Leute, die übertreiben es,

wie überall. Paracelsus hat mal gesagt, in der Dosis liegt das Gift. Und das ist die

Weisheit, die ich Ihnen hier gratis weitergebe.

Gratis immerhin das.

Doch der ganze Luxus hier, der kommt mir ziemlich klischeehaft vor, bestätigt meine Vorurteile.

Stellt wer wirklich Geld hat, seinen Reichtum heute noch so zur Schau?

Ich recherchiere weiter. Ich will junge Start-Up- Millionäre kennenlernen. Und ich suche junge Erben eines

millionenschweren Familienunternehmers. Leicht ist das nicht.

Ich habe echt viele, viele Vermögende angeschrieben für diesen Film.

Von den allermeisten habe ich ehrlich gesagt nie wieder etwas gehört.

Dann gab es ein paar, die haben freundlich aber bestimmt abgesagt.

Und dann gab es einige wenige, die haben geantwortet und gesagt: Kein Problem, kommt vorbei,

wir reden gerne mit euch.

Die erste Zusage bekomme ich von einem Mann, dessen Werbespot mit dem

Affen ich beinahe auswendig kenne.

"Was sagt der Inhaber Herr Grupp dazu? ... Wir werden auch in Zukunft nur in Deutschland produzieren

und unsere 1200 Arbeitsplätze sichern..."

In meiner Kindheit lief dieser Spot regelmäßig vor der Tagesschau.

Inzwischen ist Wolfgang Grupp, der Inhaber, 76, und macht sich über eine Nachfolge Gedanken.

Ich will ihn kennenlernen, vor allem aber seine beiden Kinder.

Deshalb fahre ich nach Baden-Württemberg. Auf die schwäbische Alb. Nach Burladingen.

Ein Ort ganz im Zeichen des Affen.

Hudemann, vom ARD-Fernsehen.

Hallo... Alles klar, vielen Dank.

Wolfgang Grupp tritt gerne im Fernsehen auf. Und empfängt mich an seinem Schreibtisch.

Mich überrascht, dass er kein eigenes Büro hat, sondern mit

seinen leitenden Mitarbeitern auf einer Fläche sitzt.

Zu den Abteilungsleitern gehören inzwischen auch seine beiden Kinder.

Bonita Grupp ist 28. Sie war in einem Schweizer Internat, hat an einer englischen Elite-Uni Management studiert.

Genau wie ihr ein Jahr jüngerer Bruder, der so heißt wie sein Vater: Wolfgang.

Ich ahne schon, das ist auch eine Bürde.

Wenn einer sagt, er bekommt simpel ein Barvermögen, dann kann er machen, was er will.

Wenn einer sagt, er kriegt die Arbeitsplätze, die Mitarbeiter, dann hat er eine Verantwortung.

Und das ist schon ein bisschen mehr, als wenn ich sage, ich kann frei entscheiden, was ich machen will.

1969 hat Wolfgang Grupp die Firma von seinem Vater übernommen –

sie gehört bis heute ihm allein, und er allein trägt das Risiko.

Dass es das Unternehmen heute noch gibt, macht ihn stolz.

Und deshalb führt er mich gerne herum. Wolfgang Grupp ist einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region,

1200 Mitarbeiter arbeiten für ihn. Manche nennen ihn den „König von Burladingen“.

Sein Reich bereist er am liebsten mit dem Hubschrauber.

Doch der ist gerade in der Werkstatt.

Wo ist der Hubschrauberlandeplatz? - Dort. Sie sehen, da ist die Beleuchtung, das Runde da.

Das finde ich jetzt gerade ganz interessant. Das sind Ihre Kinder, oder?

Ja.

Wie alt waren die da, wie lange ist das her? - Da fragen Sie mich was. 10 Jahre?

Das war Ihnen schon wichtig, dass die sich damit identifizieren?

Die Kinder sind ja mit im Betrieb aufgewachsen. Man ist als Kind normal auf sein Zuhause stolz.

Der Bauerssohn ist stolz, welchen Traktor der Vater hat.

Und wenn die Kinder mal nicht mehr stolz sind, sondern sagen, nein,

das will ich nicht. Dann ist meiner Meinung nach etwas schiefgelaufen.

Für Sie war es aber völlig klar, dass zumindest eines Ihrer Kinder mal Ihnen nachfolgen wird?

Für mich war klar, dass die Firma in die nächste Generation übergeht

und dass die Kinder die Firma bekommen. Ich bin aber soweit, dass ich gesagt habe,

die Kinder sollen sich ein Leben lang lieben und nicht ein Leben lang streiten.

Deshalb sollte nur ein Kind die Firma kriegen, welches, das weiß ich nicht, das kommt drauf an,

welche Partner sie finden, wohin sie heiraten oder sonst etwas, wie das Leben zukünftig bei

ihnen zu gestalten ist.

Klingt nach: Papa sucht den Super-Erben.

Andererseits: Die Firma ist sein Lebenswerk. Da würde ich mir die Nachfolge auch gut überlegen.

Mittags machen Wolfgang Grupp und seine Familie gemeinsam Pause. Um vom Büro in die Villa

zu kommen, müssen sie nur einmal über die Straße. Und auch mein Team und ich dürfen mit.

Wolfgang Grupp ist Sylt-Fan, deshalb hat er

das Haus mit einem Reetdach decken lassen. Hier wohnen alle vier Grupps.

Und ich bin doch etwas erstaunt, dass wir einfach so mit hinein dürfen ins private Reich der Familie.

Wolfgang Grupp aber sagt, jemandem, der seiner Verantwortung als Unternehmer gerecht wird,

dem neidet man nichts.

Seine Kinder sind aufgewachsen mit beheiztem Schwimmbad und barockem Luxus –

sie führen ein Leben unter dem Dach der Eltern - im Dienst der Firma.

So ein Unternehmen mit 1200 Mitarbeitern

irgendwann zu übernehmen, das stelle ich mir auch als eine riesige Verantwortung, Herausforderung vor.

Wie geht ihr damit um?

Wir sind damit auch aufgewachsen. Wir sind von Kindeszeit an immer im Unternehmen drüben gewesen.

an immer im Unternehmen drüben gewesen. Das ist definitiv ein Teil unserer Familie.

Mein Vater sagt immer, der erste Gang,

nachdem er mich mit meiner Mutter aus dem Krankenhaus abgeholt hat, war ins Büro.

Und in den Ferien haben wir ausgeholfen mit Ferienjobs. Es war immer ein Teil von unserem Leben.

Nun hat euer Vater ganz klar gesagt, eine oder einer

von beiden soll die Firma übernehmen, nicht beide gleichzeitig. Wie geht ihr mit der Situation jetzt um?

Ich weiß, viele verstehen das nicht und denken, es muss ja sehr schwierig für

euch sein. Aber für uns ist es so, so ist zumindest mein Empfinden, dass wir sagen,

die Last ist von den Schultern genommen, wenn man sich jetzt noch nicht entscheiden muss,

du machst es zukünftig, weil wir wissen ja noch nicht, wie sich unsere Wege entwickeln.

Wichtig ist uns auch, dass es vielleicht auch die fähigere Person für diese Position,

für diese Verantwortung auch machen sollte. Das sollten wir uns auch gegenseitig zutrauen.

Fähigkeit meine ich nicht nur intellektuell, sondern auch von der Umgebenheit.

Und ich bin da eigentlich auch der Überzeugung, dass wir auch in diesem Fall immer versuchen werden,

unsere Familie zusammenzuhalten und da zusammen eine Lösung zu finden.

Eine ganz andere Umgebung:

Berlin-Kreuzberg.

Früher war das mal das Zentrum der linken Szene,

heute treffe ich hier in einer renovierten Fabriketage zwei Jung-Unternehmer, die bereit

sind, mit mir über ihr Geld zu sprechen.

Philipp Hartmann und Tobias Johann, beide Mitte 30.

Man könnte sie fast für Studenten halten. Aber sie haben Millionen gemacht.

Zusammen mit drei anderen Gründern waren sie am Online- Lieferdienst Lieferando beteiligt.

Hallo. Alles gut? Hallo!

Vor vier Jahren ging die Firma an ein niederländisches Unternehmen.

Für rund 50 Millionen Euro.

Pizza-Money. Das war der große Durchbruch oder wie würdet ihr das bezeichnen?

Das hat uns sehr geholfen, ja. Die Firma wurde als Lieferando in Deutschland relativ bekannt.

Wir konnten sie verkaufen in 2014. Und dann ist genau diese Phase vorbei.

Lieferando war da sechs, sechseinhalb Jahre alt, dass man halt sechseinhalb Jahre arbeitet

für etwas, und man kriegt dann am Ende entweder gar nichts oder in dem Fall doch einen hübschen

Betrag, der es einem ermöglicht, das alles hier aufzubauen. - Pizza-Money halt.

Und ihr Pizza-Money stecken sie jetzt in neue Start-Ups. Gesundheit, Immobilien, darin sehen sie Potential.

Die meisten Ideen werden scheitern, aber ein paar hier werden wieder Millionen einbringen.

In den letzten Jahren haben sie 21 Start-Ups gegründet und in 15 weitere investiert.

Was treibt denn die Leute an, die zu euch kommen mit einer Idee? Ist es erstmal die Idee oder

ist auch schon der Traum vom großen Geld dahinter? - Nein, wenn das die primäre Motivation

dahinter wäre, dann würden wir nie mit den Leuten zusammenarbeiten. Natürlich ist Geld

und Erfolg ein Indikator für deine unternehmerische Freiheit, dein Freiheitsgrad wird darüber definiert.

So haben wir auch angefangen. Wir waren nicht nur von einer Idee getrieben, sondern wir haben uns irgendwann

entschieden, wir wollen Unternehmer werden. Meine persönliche Motivation

war, ich wollte einfach nicht angestellt sein. Und dann bleibt einfach nicht mehr so viel übrig. Ich hatte immer

Angst, einen Chef zu haben. Und ich hatte immer Angst zu wissen, was ich in 30 Jahren mache.

Angefangen haben sie als Studenten ohne großes Kapital.

Wenn du dann 60 Stunden in der Woche arbeitest und hast dann halt 900 Euro, dann rufst du

in der dritten Woche deine Eltern an, dass die dir noch mal 200 Euro überweisen.

Da schämst du dich, und du hast Stress. Kein Geld zu haben, macht dir enormen psychischen Stress.

Das hältst du dein ganzes Leben nicht durch.

Über den Punkt sind sie lange hinaus.

Jetzt hantieren die beiden mit Mitte 30 mit ganz anderen Summen. In jedes neue Start-Up

investieren Tobias und Philipp in der Regel zwischen 300.000 und zweieinhalb Millionen Euro.

Zweieinhalb Millionen, das ist ja für jemand, der nicht Unternehmer ist, wahnsinnig

viel Geld. Ist euch das noch bewusst oder werden irgendwann das irgendwann abstrakte

Zahlen, die man gar nicht mehr mit der Realität zusammenbringt?

- Grundsätzlich, alles was wir investieren, haben wir selbst verdient.

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