Studieren in Österreich
Ich bin nach Wien gekommen, weil es hier primär sehr schön ist.
Das ist die lebenswerteste Stadt der Welt.
An sich ist das Studieren hier wie ein Traum.
Also man hat halt trotzdem viel Freizeit.
Ich genieße das total, noch einmal so das Studentenleben.
Wien ist mein neues Zuhause auch geworden.
Also manchmal vermisse ich die Heimat schon,
es ist halt auch eine sehr große Distanz.
Einfach ein bisschen rauskommen, aus dem gewohnten
Umfeld, wo alle hingehen und studieren.
Einfach mal ein bisschen wegkommen und trotzdem irgendwie
in gewissen Kulturkreisen zu sein, die man von Zuhause kennt.
Also vorwiegend wollte ich gerne meinen Master in Englisch machen.
In Deutschland stellt sich das relativ schwierig heraus, da etwas Passendes
zu finden und dann bin ich so auf das MCI gekommen und auch, weil ich Österreich
an sich sehr sehr gerne mag, die Berge, die Landschaft.
Deswegen habe ich mich dann dazu entschlossen hierher zu kommen und meinen
Master hier zu studieren.
Ich bin Doktorandin an der Technischen Universität Wien.
Studiere Technische Chemie und bin vor drei Jahren
über das Erasmus Plus Programm mit einem Austausch nach Wien gekommen.
Habe dann meine Masterarbeit in Kooperation geschrieben und weil es mir
so gut in Wien gefallen hat, bin ich dann auch für das Doktoratsstudium an
die TU gewechselt.
Wie ich nach Innsbruck gekommen bin?
Ich bin nach Innsbruck gekommen wegen dem Studiengang Friedens-und Konfliktforschung.
Den habe ich damals kennengelernt von einer Freundin, die hat
mir davon erzählt und den fand ich recht spannend
und deswegen hat es mich nach Innsbruck verschlagen.
Also ich habe vorher an einer technischen Hochschule studiert.
Der große Unterschied dazu war, dass es jetzt viel mehr praxisorientiert ist
und an sich ist es eher wie Schule, würde ich sagen.
Ein bisschen kleinere Klassen.
Also einen bestimmten Notendurchschnitt braucht
man nicht, man kann sich bei uns auf jeden Fall bewerben.
Wir haben ab dem nächsten Semester insgesamt vier Studienrichtungen,
bei denen es Aufnahme- bzw. Zulassungsverfahren gibt.
Der Studienalltag ist wie bei jedem anderen auch.
Doch stressig und man hat viel zu tun und es ist deswegen hier nicht einfacher zu studieren.
Es ist ziemlich vergleichbar, würde ich jetzt mal sagen, mit deutschen
Universitäten vom Niveau her.
Also man kriegt genauso gut die Lehre, aber man muss natürlich genauso viel lernen.
Der Studiengang hier in Innsbruck unterscheidet sich insofern,
dass er im Vergleich zu dem Bachelor den ich in Deutschland gemacht
habe viel praxisorientierter ist.
Was aber auch daran liegt, dass es ein wirtschaftswissenschaftliches Studium war
in Deutschland und hier ist es in Friedens- und Konfliktforschung,
wo wir sehr viel mehr praxisorientiert, also mit dem Bundesheer
arbeiten, mit dem Roten Kreuz oder der Wasserrettung wie hier im Inn.
Genau, das ist ein großer Unterschied, die Praxisnähe und die internationale Ausrichtung.
Ich würde mal so sagen, also wer mit
dem deutschen Hochschulsystem vertraut ist,
der wird sich auch im österreichischen Hochschulsystem relativ schnell zurechtfinden.
Wir nutzen das Bologna System, das heißt es gibt im Prinzip
Bachelor Ausbildungen die im Normalfall drei Jahre dauern.
Es gibt Master Ausbildungen die zwei Jahre dauern
und das alles mit ECTS Punkten unterlegt.
Das ist einmal die grobe Gemeinsamkeit.
Eine wesentliche Unterscheidung ist eigentlichein Wort, das aus
zwei Buchstaben besteht nämlich NC- Numerus Clausus.
Ich denke in Deutschland braucht es oft traumhafte Abitur Noten,
um einen Studienplatz zu ergattern.
In Österreich ist es so, dass eigentlich der Zugang, gerade im universitären
Bereich noch leichter ist, weniger als im Fachhochschulbereich,
wo es auch schon Aufnahmetests gibt und diese Aufnahmetests müssen sie auch,
wenn sie bei uns studieren wollen, am MCI, durchlaufen.
Von den Gebühren kann man sagen, dass natürlich hier man erst einmal nur den
ÖH Beitrag bezahlen muss.
Was natürlich mit 20 Euro recht niedrig ist.
Das Öffi Ticket kann man sich entscheiden,
ob man das dazu nehmen möchte oder nicht.
Die Wohnsituation in Österreich generell oder in Innsbruck
- ich würde sagen es ist auch wieder vergleichbar mit Deutschland.
Generell was das Preisniveau betrifft gibt es sicher Unterschiede.
Die Preise in den Ballungszentren, jetzt in Städten wie Wien,
Salzburg, Innsbruck sind sicher etwas höher, als in anderen Städten
gerade im ländlichen Bereich.
Es ist in Deutschland relativ ähnlich.
Städte wie München, Frankfurt, Hamburg da ist die Preisspirale etwas höher anzusiedeln.
Es ist in Summe aber durchaus erschwinglich.
Es ist grundsätzlich eigentlich nicht schwer ein Studentenwohnheim
zu kriegen oder auch ein gutes Studentenwohnheim zu kriegen, oder
auch dann später eine Wohnung oder so.
Also die Wohnsituation ist hier nicht so schlimm wie jetzt in München oder so.
Es ist auch dementsprechend etwas billiger, also ich würde sagen so ab
350 bis 500 Euro irgendwo, je nachdem was man halt will.
Also einer der Hauptgründe warum man an den öffentlichen
Universitäten und auch Fachhochschulen initial keine Studiengebühren bezahlen muss, ist,
dass es eben ein sehr wichtiger Punkt ist, dass man die Bildung
sehr vielen Leuten frei zugänglich macht.
Mit Studiengebühren ist es so, dass sie normalerweise, wenn sie
an einer Uni studieren keine Studiengebühren anfallen.
Wir veranschlagen bewusst Hochschulgebühren die im Ausmaß von
knapp 363 Euro liegen.
Da kommt noch einmal der sogenannte ÖH Beitrag in Höhe von 20 Euro dazu.
Das sind pro Semester round about 400 Euro.
Das ist uns aber auch wichtig, um ihnen die entsprechende Qualität
sichern zu können.
So wenn man mal frei hat, dann gibt es
ganz viele Sachen, die man machen kann.
Kulturell, feiern kann man gut, man kann Sport machen ganz viel, also es gibt
extrem viele Möglichkeiten.
Da lässt sich dann auch ein freier Nachmittag gut gestalten,
also langweilig wird es einem hier nicht, ja.
Also wenn man mal früh Uni hat bis mittags, dann geht man mal
nachmittags schnell auf den Berg, ein bisschen wandern oder im Winter Ski fahren.
Und an sich machen wir extrem viel Outdoor Aktivitäten.
Und auch so, wir sind halt eine ziemlich internationale Klasse,
was total super ist, weil wir viel Englisch reden und uns auch
kulturell viel austauschen und genau, also es ist auf jeden Fall schön.
Tipps, ja man kann sich natürlich anschauen was man gerne machen möchte.
Man sollte sich immer die Angebote anschauen, gerade für
Studierende die vielleicht in Richtung Medizin, Psychologie gehen wollen
und in Deutschland vielleicht mit ihrem schlechten Abitur keine Chance haben
die können natürlich probieren diese Aufnahmetests hier zu schreiben
und dann vielleicht ihr Traumstudium zu erleben.
Tipps an Studieninteressierte in Österreich?
Das erste was mir einfällt gilt eigentlich für alle Studenten,
folgt eurem Herzen und studiert etwas, was euch interessiert, weil
unter Umständen werdet ihr das euer Leben lang machen.
Nein also wirklich darauf hören, was euch interessiert und ja euren Weg zu gehen, genau.
Ich glaub noch einen besseren Tipp habe ich gar nicht.
Und auszuprobieren und unter Umständen zu wechseln, genau.
Also ich sag es einmal so, wenn man in Österreich studiert
da eignet man sich relativ schnell gewisse Vokabeln an.
Primär wäre zum Beispiel Leiwand.
Leiwand sagt jeder oder Ur, Ur das ist so ein wienerisches Wort,
das kann man einfach überall dazu sagen, also alles ist Urleiwand.