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Youtube videos, Grundlagen der Intonation im Deutschen

Grundlagen der Intonation im Deutschen

Hallo!

Wie geht es euch?

Hattet ihr einen schönen Tag?

Schön, euch wiederzusehen!

Hallo!

Ich begrüße euch bei fröhlich:-Deutsch!

Mein Name ist Michaela Fröhlich, ich bin Deutschlehrerin und heute beschäftigen wir

uns mit den Grundlagen der Intonation.

Wenn ihr möchtet, könnt ihr deutsche Untertitel aktivieren.

Warum ist die Intonation eigentlich so wichtig zu lernen?

Es ist tatsächlich das Erste, was wir von einer Sprache wahrnehmen.

Wir verstehen eigentlich noch nichts, wenn wir das erste Mal eine Fremdsprache hören,

aber was wir wahrnehmen können, sind verschiedene Tonhöhen, ist eine gewisse Melodie in der

Sprache.

Und auch, wenn einige meinen, das Deutsche sei ein wenig monoton, ist es das natürlich

nicht.

Auch wir haben eine ganz typische Sprachmelodie.

Oder rede ich so wie der Roboter am Anfang?

Nein, ich hoffe nicht.

Außerdem kann es wirklich schwierig sein, jemandem zu folgen oder jemanden überhaupt

zu verstehen, wenn die Intonation nicht stimmig ist, und deshalb ist es wirklich wichtig,

dass wir uns ein wenig mit diesen Grundlagen beschäftigen.

Und dazu werde ich euch gleich einige Beispiele zeigen.

Und ja, das Thema ist natürlich ziemlich groß, aber wir schauen uns erst mal an, was

ihr für den Anfang wissen müsst.

Wir beginnen mit einem einfachen Aussagesatz und ihr könnt zunächst einfach zuhören

und schauen, welche Melodie ihr dabei hört.

"Am Samstag gehe ich ins Kino."

"Am Samstag gehe ich ins Kino."

Ich summe es einmal mit, damit ihr euch nur auf die Melodie konzentrieren könnt.

"Am Samstag gehe ich ins Kino."

Wie ihr vielleicht gehört und auch gesehen habt, gibt es einen ganz bestimmten melodischen

Verlauf.

Wir beginnen zunächst einmal gleichbleibend in der Tonhöhe, dann steigt der Ton auf der

akzentuierten Silbe - damit beschäftigen wir uns in einem anderen Video - und am Ende

fällt die Stimme ziemlich weit ab.

Und das ist etwas, was ganz typisch ist für das Deutsche, dass wir sehr oft mit der Stimme

abfallen, also nach unten gehen am Ende einer Aussage, eben nicht nur in so einem einzelnen

Satz, sondern auch, wenn wir gedanklich mit unserer Aussage am Ende sind, so wie jetzt.

Während die Stimme also am Ende einer Aussage fällt, ist es anders in z.B.

Nebensätzen oder wenn wir noch eine Aufzählung haben oder Ähnliches, wie ihr das vielleicht

auch jetzt schon bei mir hört.

Aber ich gebe euch noch einmal ein Beispiel.

"Am Samstag habe ich keine Zeit, weil ich ins Kino gehe."

"Am Samstag habe ich keine Zeit, weil ich ins Kino gehe."

Wir hören, dort, wo wir im Schriftlichen den Satz mit einem Komma abtrennen, machen

wir oft so eine kleine Pause, die man vielleicht kaum hört, aber die Pausen sind eigentlich

da und bis dahin steigt die Stimme tendenziell oder wird zumindest an dem Ton oder an diesem

Punkt gehalten, um dann anschließend am Ende der Aussage wieder abzufallen.

Interessanter ist es eigentlich bei den Fragen, denn wie ihr wisst, gibt es dort verschiedene

Fragen, die wir stellen können.

Es gibt sogenannte W-Fragen, die beginnen mit Fragewörtern wie "Wer, was, wie, warum,

wozu" und so weiter, also alle mit W, und es gibt die geschlossenen Fragen oder auch

Ja-/Nein-Fragen oder Entscheidungsfragen, d.h., wir können mit "ja" oder "nein" antworten.

Es gibt auch noch Alternativfragen, die wir mit "oder" stellen, und wir werden uns jetzt

mit den Fragetypen beschäftigen, denn auch hier gibt es Unterschiede in der Intonation.

So, welchen Unterschied könnt ihr hören zwischen den folgenden beiden Fragen:

"Was möchtest du trinken?"

"Möchtest du einen Kaffee trinken?"

Ich wiederhole noch mal und blende euch den Verlauf ein: "Was möchtest du trinken?"

"Möchtest du einen Kaffee trinken?"

So, wir hören, die erste Frage war eine W-Frage mit "was" und die zweite Frage war eine geschlossene

Ja- oder Nein-Frage.

Ich kann sagen: "Ja, ich möchte einen Kaffee trinken", oder: "Nein, ich möchte keinen Kaffee

trinken."

So, und der Unterschied im melodischen Verlauf dieser beiden unterschiedlichen Fragen ist,

dass in der Regel - Ausnahmen gibt es immer - aber in der Regel geht eine W-Frage am Ende

der Frage mit der Stimme nach unten und eine geschlossene Ja-/Nein-Frage geht mit der Stimme

nach oben.

"Was möchtest du trinken?"

"Möchtest du einen Kaffee trinken?"

Ja, bei den W-Fragen erlebe ich eigentlich die häufigsten Missverständnisse oder manchmal

erhalte ich sogar nicht einmal eine Reaktion, weil niemand eigentlich sich angesprochen

fühlt oder überhaupt merkt, dass es sich um eine Frage handelt.

Das erlebe ich eher allerdings auf A1-, vielleicht noch auf A2-Niveau, in höheren Niveaus in

der Regel nicht mehr.

Ja, aber auch, wenn es sehr einfache Fragen sind, einfach, weil man erwartet, dass man

mit der Stimme noch oben geht und nicht nach unten, wie es in der Regel bei W-Fragen der

Fall ist.

Hören wir uns jetzt das Beispiel an, wenn es um eine Frage mit einer Alternative geht:

"Möchtest du lieber Kaffee oder Tee?"

"Möchtest du lieber Kaffee oder Tee?"

Wir sehen, auch hier geht es nicht darum, mit "ja" oder "nein" zu antworten, es ist

aber auch keine wirklich offene Frage, da wir eigentlich nur zwei Antwortmöglichkeiten

haben, nämlich "Kaffee" oder "Tee".

Vielleicht noch "Nichts, danke." oder "Ich hätte lieber ein Wasser."

Aber eigentlich ist die Erwartung ja, dass wir uns zwischen zwei Alternativen entscheiden.

Und in diesem Fall geht es, sobald um die Alternative, einmal nach oben und am Ende

der Frage wieder nach unten.

Zu guter Letzt beschäftigen wir uns noch einmal mit einem kleinen besondereren Fall.

Wie ich ja vorhin gesagt habe, gibt es bei W-Fragen oder generell bei Fragen auch Ausnahmen.

Eine davon möchte ich euch jetzt gerne mal vorstellen.

Das ist immer dann der Fall, wenn wir nicht nur eine Frage im Prinzip stellen, sondern

mehrere Fragen hintereinander, oder wenn wir die Frage eigentlich wiederholen.

Stellt euch vor, wir hätten vielleicht mehr als einen Gast zu Hause und wir wollen jedem

etwas zu trinken anbieten.

In der Regel würden wir dann so was fragen wie: "Was möchtet ihr trinken?"

Aber stellen wir uns vor, wir fragen die Personen hintereinander.

Ich frage meinen ersten Gast: "Was möchtest du trinken?"

So, ich frage den zweiten Gast: "Und was möchtest du trinken?"

Also, hier hört ihr, dass der Verlauf in die ganz andere Richtung geht, nämlich am

Ende nach oben.

Das liegt daran, dass wir die Frage schon einmal gestellt haben und der Fokus nicht

mehr auf der Frage im Allgemeinen liegt, sondern in diesem Fall liegt der Fokus auf der Person,

nämlich auf der anderen Person.

Ich habe den einen Gast gefragt und jetzt möchte ich wissen, was du, der andere Gast

trinken möchte.

So, dann haben wir jetzt soweit das Wichtigste kennengelernt und um das zu überprüfen oder

noch einmal zu vertiefen und zu wiederholen, werde ich euch jetzt einen Beispieldialog

vorlesen und blende euch dazu den Text ein und auch wieder diesen melodischen Verlauf,

sodass ihr das besser nachvollziehen könnt.

So, natürlich sollt ihr das Ganze auch mal selbst ausprobieren.

Dafür werde ich euch jetzt wieder einen Dialog einblenden, immer eine kleine Pause lassen,

sodass ihr es ausprobieren könnt, und dann werde ich den Satz oder die Frage nachsprechen

und ihr könnt das damit vergleichen.

Und wenn es dann so ähnlich klingt, dann seid ihr auf einem guten

Weg.

Was mich jetzt noch interessieren würde, ist, wie eure eigene Muttersprache eigentlich

für euch klingt.

Würdet ihr sagen, das ist eine sehr melodische Sprache oder eher relativ monoton?

Was denkt ihr?

Und vor allen Dingen, was denkt ihr über die deutsche Sprache?

Ich hoffe, ich konnte euch zeigen, dass Deutsch nicht ganz so monoton ist, wie es oft den

Ruf hat, und vielleicht denkt ihr, es klingt sogar ein wenig schön und klangvoll.

So, ich schicke euch fröhliche Grüße und bis bald!

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