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Zukker im leben, Neue Wohnung, attraktiver Nachbar und Waschküchenchefin

Neue Wohnung, attraktiver Nachbar und Waschküchenchefin

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, herzlich Willkommen zur ersten Sendung "Zukker im Leben" vom 25. August. Es freut mich sehr, sind Sie bei meiner Premiere, meiner allerersten Sendung mit dabei. Kennen Sie das auch, wenn Ihr Internet nicht funktioniert und Sie bei einer Hotline anrufen müssen? Ja, das ist fürchterlich. Ich bin erst vor zwei Wochen in meine neue Wohnung eingezogen und das Internet funktioniert immer noch nicht. Davon werde ich Ihnen erzählen und von einem Mann mit Bart und breiten Schultern, er heisst Tom und ist heute in die Wohnung unter mir eingezogen. Und ich habe eine Waschküchenchefin! Brigit! Sie ist nett, aber auch etwas verrückt. Viel Vergnügen!

* Ich hänge gerade in der Warteschleife [1] der Cablecom. "Im Moment sind alle unsere Leitungen besetzt. Sie werden mit unserem nächsten freien Mitarbeiter verbunden", sagt die freundliche Computerstimme.Dann singt Céline Dion "My heart will go on". Ich erinnere mich, dass ich als Einzige im Kino nicht geweint habe, als ich mir "Titanic" angesehen habe. Selbstverständlich ist es ein dramatischer Film, gerade weil er auf einer wahren Begebenheit [2] beruht. Aber gleichzeitig ist es auch ein Hollywoodfilm und Leonardo DiCaprio und Kate Winslet baden während den Dreharbeiten [3] in einem riesengrossen Schwimmbecken, nicht im offenen Meer, und es ertrinkt [4] auch niemand. Nein, die beiden haben sogar richtig viel Geld verdient mit dem Baden im Schwimmbecken.

"Im Moment sind alle unsere Leitungen besetzt. Sie werden mit unserem nächsten freien Mitarbeiter verbunden", sagt die Computerstimme nach dreissig Minuten. Der ganz genau gleiche Satz, wie vor dreissig Minuten.Das ist das Allerschlimmste bei diesen Hotlines, diese freundliche Frauenstimme, die nichts anderes als ein Computer ist. Sie bringt mich jedes Mal auf die Palme [5]. Aber wenn ich jetzt auflege [6], dann hab ich nicht nur eine halbe Stunde meines Lebens mit Warten verbracht,sondern weiss immer noch nicht, warum mein Internet nicht funktioniert. Ich klemme [7] mir das Handy zwischen die linke Schulter und das Ohr und fülle in der Küche die Spritzkanne [8] mit Wasser. Ich bin erst vor zwei Woche in meine neue Wohnung eingezogen. Sofort nachdem ich alle Kisten ausgepackt habe, habe ich auf dem Balkon vor der Küche Kräuter gepflanzt. Vielleicht denken Sie jetzt, ich sei eine gute Köchin und würde dafür die Kräuter brauchen. Leider nein, ich bin eine sehr schlechte Köchin. Aber es ist wichtig, dass man sich um etwas kümmern [9] kann, gerade wenn man alleine lebt.

Ich lege das Handy auf den runden roten Tisch auf dem Balkon, drücke auf den Lautsprecher, damit ich es höre, wenn sich ausgerechnet jetzt ein freier Mitarbeiter bei mir melden würde und giesse die Kräuter. Vor dem Haus hält ein Lieferwagen [10]. Ich lehne mich über das Geländer [11]. Es sind drei Männer ausgestiegen. Zwei davon tragen blaue Overalls [12] und holen ein Sofa aus dem Lieferwagen.

Der dritte Mann geht zur Haustüre und alle drei verschwinden im Haus.Ich nehme das Handy wieder ans Ohr und laufe zurück zur Wohnungstüre, die ich einen klitzekleinen Spalt öffne [13]. Die Männerstimmen sind in der Wohnung unter mir. Dann gehen sie wieder raus und ich schaue zu, wie Kisten und Möbel ausgeladen werden. Der Mann, der keinen blauen Overall trägt, schaut nach oben. "Wer sind Sie? ",rufe ich nach unten. "Ich bin ihr neuer Nachbar, Tom! ", ruft er nach oben.Tom hat breite Schultern, einen Bart und markante [14] Gesichtszüge."Cool! ", rufe ich wieder nach unten. Ich gehe zurück in die Wohnung, mein Herz schlägt schnell. "Guten Tag, Cablecom, Monica Albertini", sagt jetzt eine echte Frauenstimme. "Hier ist Zukker, guten Tag! " "Zukker? " "Zukker, Nora Zukker", sage ich wie James Bond. "Das ist süss! " "Mein Internet funktioniert nicht, das ist überhaupt nicht süss! " "Einen Moment bitte! " Céline Dion singt noch einmal von ganzem Herzen. "Frau Zukker? Dieser Name ist wirklich speziell! Sie müssen einfach ihr Modem aus und wieder einschalten. ", beruhigt mich die Frau von der Cablecom. "Ich werde das direkt ausprobieren, Moment bitte! " "Dafür haben wir keine Zeit! " antwortet sie. "Denken Sie eigentlich, ich sei so einsam, dass ich bei einer Hotline anrufe, schlechte Musik höre und hoffe, dass irgendwann ein fremder Mensch mit mir redet? ", ich bin wütend und meine Stimme klingt kindisch [15]. "Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag, Frau Zukker. Gleich werden Sie per Mail ein Formular bekommen. Bitte geben Sie an, wie zufrieden Sie mit uns waren", Frau Albertini legt auf.

Das Internet funktioniert jetzt - endlich. Bei Google gebe ich ein: "Tom + Steinstrasse 4, + Zürich". Null Treffer. Vielleicht bin ich ja doch ein wenig einsam, aber das könnte sich jetzt ändern.

* Liebe Zuhörerinnern und Zuhörer, kennen Sie dieses Gefühl? Man ist frisch umgezogen und kennt niemanden im neuen Haus. Mein Vater sagt immer, dass ich bei jeder Wohnung klingeln soll, um mich vorzustellen. Das habe ich mich nie getraut. Auch nicht im neuen Haus, in das ich vor zwei Wochen eingezogen bin. Als ich aus dem Auto stieg,schaute eine Frau aus dem Küchenfenster in der Wohnung über meiner. "Brauchen Sie Hilfe, junge Frau? ", rief sie. Ich fragte, ob ich in der Einfahrt [16] stehen bleiben darf. Sie nickte.

Als ich meine Sachen in die Wohnung getragen hatte, stand sie im Türrahmen. "Ich heisse Brigit!". Ihre Finger waren ganz gelb. Sie verdrehte die Augen [17] und erzählte mir, dass sie IV [18] bekomme und den ganzen Tag zu Hause sitze und rauche.Sie tat mir leid, aber Brigit lächelte stolz: "Ich habe einen neuen Beruf.Ich bin die Chefin unserer Waschküche! " Sie ging zurück in ihre Wohnung und kam mit Brot und Salz zurück. Von meinem Vater wusste ich, dass es in vielen Ländern ein symbolischer Brauch ist, jemandem zum Einzug Brot und Salz zu schenken.

Wie lieb von Brigit! Obwohl wir uns doch gar nicht kennen. Dann ging Brigit an mir vorbei ins Schlafzimmer. Dort lag der offene Koffer mit meinen Kleidern. "Grösse 34ig! Ich war nie so schlank! ", seufzte Brigit mit meiner Jeans in der Hand. Dann entschuldigte sie sich, dass sie einfach so hereingeplatzt [19] sei. Bevor ich etwas sagen konnte, ging sie zur Wohnungstüre und zog an ihrem zu kurzen T-Shirt, wo unten der Bauch heraus schaute. "Ich freue mich auf unsere Nachbarschaft! ",lächelte sie und war weg.

* Ich freue mich sehr, wenn ich Ihnen am 8. September auf podclub.ch und die PodClub-App wieder von meinen Nachbarn erzählen darf. Ich werde mit Brigit einen Kaffee trinken und vielleicht sogar bei Tom klingeln. Schauen Sie doch in der Zwischenzeit bei Instagram unter #PodClubNora und #zukkerimleben vorbei und üben Sie mit dem Vokabeltrainer in unserer App. Auf Wiederhören! Glossar: Zukker im Leben (D) [1] die Warteschleife: Wenn man am Telefon darauf warten muss, mit einem Auskunftsdienst zu sprechen, ist man in der Warteschleife.

[2] die wahre Begebenheit: ein Ereignis, das wirklich so passiert ist

[3] die Dreharbeiten: die Arbeit, die man benötigt, um einen Film zu drehen

[4] ertrinken: durch Versinken im Wasser ums Leben kommen

[5] jemanden auf die Palme bringen (umgangssprachlich): jemanden furchtbar aufregen, jemanden sehr wütend machen

[6] das Telefon auflegen: den Hörer des Telefons auflegen, die Telefonverbindung abbrechen

[7] klemmen: (durch Drücken) bewirken, dass etwas zwischen, auf, an, unter etwas festsitzt, festgehalten wird

[8] die Spritzkanne: Giesskanne, eine Kanne mit der man den Pflanzen Wasser gibt

[9] sich um etwas kümmern: zu etwas Sorge tragen, zu etwas schauen, Acht geben

[10] der Lieferwagen: grösserer Wagen für Transport von Möbeln, wird beim Umzug benötigt

[11] das Geländer: an der freien Seite von Treppen, Balkonen und an Brücken, einem Zaun ähnlich

[12] der Overall: einteiliger, den ganzen Körper bedeckender Anzug, der besonders zum Schutz bei bestimmten Arbeiten, Tätigkeiten getragen wird

[13] etwas einen Spalt öffnen: die Türe nur ganz wenig öffnen

[14] markant: stark ausgeprägt, auffallend

[15] kindisch: sich in unangemessener, für einen Erwachsenen unpassender Weise wie ein Kind benehmen

[16] die Einfahrt: (überdachte) Stelle, an der ein Fahrzeug in einen bestimmten umgrenzten Raum hineinfährt; Weg zum Hineinfahren

[17] die Augen verdrehen (Redewendung): wenn man etwas nicht glauben will, wenn man signalisieren will, dass man anderer Meinung ist oder wenn einem etwas unangenehm ist

[18] die IV (Invalidenrente): bekommen Menschen, die körperlich oder geistig nicht in der Lage sind zu arbeiten. Sie haben einen Anspruch auf eine Rente, eine Unterstützung der Sozialversicherung.

[19] hereinplatzen: unangemeldet auftauchen, unerwartet erscheinen; plötzlich, unerwartet

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