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Zukker im leben, Der eifersüchtige Tom und mein Besuch im Reisebüro

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Der eifersüchtige Tom und mein Besuch im Reisebüro

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, Herzlich willkommen zur Sendung „Zukker im Leben“ vom 15. Dezember 2017. Ich hatte Besuch von einem Freund, mit dem ich schon lange befreundet bin. Tom hat bei mir geklingelt, weil er keine Milch mehr hatteund als er gemerkt hat, dass ich Männerbesuch habe, wurde er eifersüchtig. Davon werde ich Ihnen heute erzählen. Und dann war ich im Reisebüro, weil ich über Weihnachten verreisen möchte; was ich dort erlebt habe, erfahren Sie ebenfalls heute. Viel Vergnügen!

*

Heute Abend kommt Stefan zu mir zum Essen. Wir haben vor zehn Jahren zusammen in einer WG [1] gewohnt. Unsere Freundschaft ist rein platonisch [2]. Stefan wohnt heute mit seiner Freundin und seinen zwei Kindern in Bern und hat eine eigene Arztpraxis [3]. Er ist Kinderarzt und arbeitet wahnsinnig viel, darum haben wir unser Abendessen auch schon vor einen halben Jahr abgemacht. Ich freue mich sehr und habe Gemüse, Poulet und Reisnudeln eingekauft. Ich werde ein asiatisches Nudelgericht kochen. Um 19 Uhr klingelt es und Stefan steht mit einer Flasche Champagner vor meiner Tür. Während ich koche, hängt er meine Lampe im Wohnzimmer auf. Er ist handwerklich sehr begabt [4]. Dann setzt er sich zu mir in die Küche und erzählt von seiner Arbeit. Stefan sagt: „Ich liebe meine Arbeit wirklich sehr, aber die Eltern der Kinder sind manchmal wirklich anstrengend. Auch wenn das Kind nur einen Schnupfen [5] hat, denken sie, es stirbt gleich.“ Ich bewundere Stefan, er ist immer sehr geduldig. Ich hätte überhaupt keine Geduld mit hysterischen [6] Eltern. Ich sage zu ihm:„Können die Eltern nicht draussen im Wartezimmer bleiben? Häng doch ein Schild an deine Türe auf dem steht: Eltern müssen draussen bleiben.“Stefan lacht und schenkt uns Champagner ein. Dann reden wir über früher, als wir zusammen gewohnt haben. Stefan sagt: „Weisst du noch, als du diesen attraktiven Mann zu uns eingeladen hast, in den du so verliebt warst?“ Ich muss kurz überlegen und sage dann: „Kevin! Genau,er war so attraktiv, aber er wollte mich nie küssen, bis er mir dann endlich gesagt hat, dass er schwul ist.“ Stefan hat seine Freundin auch dann kennengelernt, als wir zusammen gewohnt haben. Sie wohnte in der WG im Stock unter uns und als wir einmal ein Hausfest machten,haben sich die beiden verliebt. Sie wurde sehr schnell schwanger und dann ist Stefan mit Anna zusammen gezogen. Ich sage zu ihm: „Ich weiss noch ganz genau, als Anna bei uns im Badezimmer stand mit dem positiven Schwangerschaftstest und so laut geschrien hat, dass ich dachte, sie sterbe!“, Stefan erinnert sich natürlich sofort und lacht, dann dreht er die Musik leiser und fragt mich, ob es geklingelt hat. Ich habe nichts gehört, gehe aber trotzdem in den Flur [7] und sehe einen Schatten vor meiner Wohnungstüre. Tom steht in Trainerhosen draussen und sagt, dass er für den Kaffee keine Milch mehr habe. Es ist fast Mitternacht und ich verstehe nicht ganz, warum er jetzt noch Kaffee trinken will. Ich sage zu ihm: „Komm doch kurz rein, ich habe gerade Besuch.“ Tom schlurft [8] mir in die Küche nach. Stefan steht auf und stellt [9] sich Tom vor. Tom schaut ihn sehr genau an. Ich hole die Milch aus dem Kühlschrank und gebe sie Tom. Er bleibt wie angewurzelt [10] stehen und fragt dann Stefan: „Schläfst Du hier?“ Stefan und ich müssen laut lachen. Ich sage zu Tom: „Ja, er wohnt in Bern und der letzte Zug ist schon abgefahren.“ Tom wünscht uns einen schönen Abend und schlurft aus meiner Wohnung. Stefan schaut mich an und sagt: „Der ist ja richtig in dich verliebt.“ Ich ärgere mich über Tom, weil er so tut, als würden wir uns nahe stehen, dabei hatte ich bis jetzt überhaupt nicht das Gefühl, dass Tom mich besonders gut findet. Und in der Zwischenzeit interessiert er mich eben wirklich nicht mehr. Stefan und ich trinken noch einen Tee, dann putzen wir zusammen die Zähne und Stefan schläft auf meinem Bettsofa. [11]

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Ich war gestern in einem Reisebüro beim Hauptbahnhof in Zürich.Jetzt denken Sie sicher,wer geht denn noch in ein Reisebüro, wenn man seine Ferien bequem zu Hause im Internet buchen kann. Sie haben Recht, aber wissen Sie was, ich traue dem Internet nicht so recht. Ich lasse mich gerne beraten in einem Reisebüro, auch wenn es im Internet billiger ist. Ich sitze einer Frau gegenüber und sage zu ihr: „Ich möchte über Weihnachten in die Wärme, was können Sie mir empfehlen?“ Die Frau nimmt einen Stapel [12] Reiseprospekte aus dem Regal und zeigt mir Fotos von Palmen, weissen Stränden und blauem Meer. Sie sagt: „In Australien ist es warm. In Sri Lanka gibt es unglaublich schöne Strände. Wie lange möchten Sie denn verreisen?“ Ich überlege und sage, dass ich am 31. Dezember zurück sein muss, weil ich zu einer Silvesterparty bei meiner besten Freundin eingeladen bin. Sie überlegt lange und sagt dann: „Aber dann lohnt es sich überhaupt nicht, soweit weg zu fliegen, denken Sie einmal an ihren ökologischen Fussabdruck [13]!“ Ich muss lachen, weil sie doch froh sein sollte, dass sie mir eine teure Reise verkaufen könnte. Aber irgendwie finde ich ihre Ehrlichkeit sehr charmant [14]. Und wenn ich ehrlich bin, will ich eigentlich nicht so viel Geld ausgeben für fünf Tage in der Wärme. Ich will eigentlich einfach vor den Weihnachtstagen flüchten,weil ich die Familienfeste nicht mag. Meine Familie will es immer besonders harmonisch [15] haben und wie jedes Jahr werden wir uns auch dieses Jahr wieder streiten, weil alle in der Familie so gestresst sind. Mein Telefon klingelt. Ich sage zu der Frau im Reisebüro, dass ich gleich nochmals zurück komme. Sie nickt und berät [16] dann denn Kunden hinter mir in der Schlange. Mein Vater ist am Telefon und sagt: „Hallo Nora, du, ich rufe an wegen den Weihnachten dieses Jahr. Ich habe ein schlechtes Gewissen, aber deine Mutter und ich haben entschieden, dass wir ganz spontan verreisen und gar nicht da sind. Ist das sehr schlimm für dich?“ Ich freue mich gerade sehr und bin froh, dass ich noch keinen Flug gebucht habe. Ich sage zu meinem Vater: „Das finde ich eine super gute Idee von euch.Familienfeste an Weihnachten sind doch total überbewertet [17]!“ Mein Vater hört natürlich in meiner Stimme, dass ich sehr erleichtert bin.Damit macht er mir das grösste Geschenk, weil ich so meine Ruhe haben werde und mich dann mit meinen Eltern treffe, wenn sie wieder da sind. Er sagt zu mir: „Du freust dich also sehr, dass wir nicht da sind.Willst du uns loswerden [18]?“ Ich sage zu ihm: „Ich freue mich einfach, dass ihr euch Zeit für euch nehmt.“ Als wir das Telefonat beenden, denke ich plötzlich: Wie wird das wohl werden, wenn ich das erste Mal in meinem Leben alleine an Weihnachten bin? Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, und wie feiern Sie Weihnachten? Alleine, mit der Familie oder vielleicht mit Freunden?

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Ich freue mich sehr, wenn ich Ihnen im neuen Jahr am 19. Januar auf podclub.ch und in der App wieder aus meinem Leben erzählen darf.Dann werde ich Ihnen erzählen, wie ich Silvester gefeiert habe. Und wissen Sie was? Viktor ist bei Brigit eingezogen. Darüber erfahren Sie im neuen Jahr auch mehr. Jetzt wünsche ich Ihnen aber erst einmal ganz schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr und schauen Sie doch in der Zwischenzeit bei Instagram unter #PodClubNora und #zukkerimleben vorbei und üben Sie mit dem Vokabeltrainer in unserer App. Auf Wiederhören! Glossar: Zukker im Leben (D) [1] die Wohngemeinschaft (WG): eine Wohnung, in der Freunde zusammen wohnen

[2] platonisch: ohne romantische Gefühle, rein freundschaftlich

[3] die Arztpraxis: die Räume, in denen Ärzte arbeiten

[4] begabt sein: etwas besonders gut können

[5] der Schnupfen: wenn die Nase verstopft ist während einer Erkältung

[6] hysterisch: übertrieben nervös sein

[7] der Flur: schmaler, länglicher Raum zwischen den Zimmern und der Wohnungstüre

[8] schlurfen: sehr langsam gehen, die Füsse nicht richtig heben, als wäre man sehr müde

[9] sich jemandem vorstellen: jemanden begrüssen und sagen, wie man heisst

[10] wie angewurzelt stehen bleiben: lange stehen bleiben, wie ein Baum, der Wurzeln schlägt

[11] das Bettsofa: ein Sofa, das man auseinander klappt und auf dem man schlafen kann

[12] der Stapel: ein Haufen von Dingen, die übereinander liegen

[13] der ökologische Fussabdruck: wenn ich viel fliege und weit reise, vergrössert sich dieser Abdruck, weil ich damit die Natur gefährde und die Umwelt verschmutze

[14] charmant: besonders freundlich, bezaubernd, liebenswürdig

[15] harmonisch: friedlich, ohne Streitereien

[16] beraten: Informationen geben, die Vor- und Nachteile von etwas erklären

[17] überbewertet: wenn man etwas für wichtiger hält, als es eigentlich ist

[18] jemanden loswerden: wenn man froh ist, wenn jemand nicht da ist oder keine Zeit hat

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