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Manifest der Kommunistischen Partei, Manifest der Kommunistischen Partei 0

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Manifest der Kommunistischen Partei 0

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Rekording von Rainer Oppenrhein

Manifest der kommunistischen Partei von Karl Marx und Friedrich Engels

Vorworte

Ein Gespenst geht um in Europa. Das Gespenst des Kommunismus.

Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dieses Gespenst verbündet.

Der Papst und der Zar, Metternich und Guizot, französische Radikale und deutsche Polizisten.

Wo ist die Oppositionspartei, die nicht von ihren regierenden Gegnern als kommunistisch verschrien worden wäre?

Wo die Oppositionspartei, die der fortgeschrittenen Oppositionsleute,

sowohl wie ihren reaktionären Gegner, den brandmarkenden Vorwurf des Kommunismus nicht zurückgeschleudert hätte?

Zweierlei geht aus dieser Tatsache hervor.

Der Kommunismus wird bereits von allen europäischen Mächten als eine Macht anerkannt.

Es ist hohe Zeit, dass die Kommunisten ihre Anschauungsweise, ihre Zwecke, ihre Tendenzen vor der ganzen Welt offen darlegen

und dem Märchen vom Gespenst des Kommunismus ein Manifest der Partei selbst entgegenstellen.

Zu diesem Zweck haben sich Kommunisten der verschiedenen Nationalität in London versammelt und das folgende Manifest entworfen,

das in englischer, französischer, deutscher, italienischer, flämischer und dänischer Sprache veröffentlicht wird.

Vorwort zur deutschen Ausgabe von 1872

Der Bund der Kommunisten, eine internationale Arbeiterverbindung,

die unter den damaligen Verhältnissen selbstredend nur eine Geheime sein konnte,

beauftragte auf dem in London im November 1847 abgehaltenen Kongresse

die Unterzeichneten mit der Abfassung eines für die Öffentlichkeit bestimmten, ausführlichen, theoretischen und praktischen Parteiprogramms.

So entstand das nachfolgende Manifest, dessen Manuskript wenige Wochen vor der Februarrevolution nach London zum Druck wanderte.

Zuerst deutsch veröffentlicht ist es in dieser Sprache in Deutschland, England und Amerika,

in mindestens zwölf verschiedenen Ausgaben abgedruckt worden.

Englisch erschien es zuerst 1850 in London im Red Republican,

übersetzt von Miss Helen Macfarlane, und 1871 in wenigstens drei verschiedenen Übersetzungen in Amerika,

französisch zuerst in Paris kurz vor der Juniinsurrektion 1848,

neuerdings in Les Socialistes von New York.

Eine neue Übersetzung wird vorbereitet.

Polnisch in London kurz nach seiner ersten deutschen Herausgabe,

Russisch in Genf in den 60er Jahren, ins Dänische wurde es ebenfalls bald nach seinem Erscheinen übersetzt.

Wie sehr sich auch die Verhältnisse in den letzten 25 Jahren geändert haben,

die eben diese Manifest entwickelten, allgemeinen Grundsätze,

behalten im Ganzen und Großen auch heute noch ihre volle Richtigkeit.

Einzelnes wäre hier und da zu bessern.

Die praktische Anwendung dieser Grundsätze, erklärt das Manifest selbst,

wird überall und jederzeit von den geschichtlich vorliegenden Umständen abhängen

und wird deshalb durchaus kein besonderes Gewicht auf die am Ende von Abschnitt 2 vorgeschlagenen revolutionären Maßregeln gelegt.

Dieser Passus würde heute in vieler Beziehung anders lauten.

Gegenüber der immensen Fortentwicklung der großen Industrie in den letzten 25 Jahren

und der mit ihr fortschreitenden Parteiorganisation der Arbeiterklasse,

gegenüber den praktischen Erfahrungen zur 1. Februar-Revolution und noch mehr der Pariser Kommune,

wo das Proletariat zum ersten Mal zwei Monate lang die politische Gewalt inne hatte,

ist heute dieses Programm stellenweise veraltet.

Namentlich hat die Kommune den Beweis geliefert, dass die Arbeiterklasse nicht die fertige Staatsmaschine einfach in Besitz nehmen

und sie für ihre eigenen Zwecke in Bewegung setzen kann.

Siehe Der Bürgerkrieg in Frankreich, Adresse des Generalrats der Internationalen Arbeiter-Assoziation,

deutsche Ausgabe, Seite 19, wo dies weiterentwickelt ist.

Ferner ist selbstredend, dass die Kritik der sozialistischen Literatur für heute lückenhaft ist,

weil sie nur bis 1847 reicht.

Ebenso, dass die Bemerkungen über die Stellung der Kommunisten zu den verschiedenen Oppositionsparteien,

Abschnitt 4, wenn in den Grundzügen auch heute noch richtig, doch in ihrer Ausführung heute schon deshalb veraltet sind,

weil die politische Lage sich total umgestaltet und die geschichtliche Entwicklung

die meisten der dort aufgezählten Parteien aus der Welt geschafft hat.

Indes, das Manifest ist ein geschichtliches Dokument, an dem zu ändern wir uns nicht mehr das Recht zu schreiben.

Eine spätere Ausgabe erscheint vielleicht begleitet von einer den Abstand von 1847 bis jetzt überbrückten Einleitung.

Der vorliegende Abdruck kam uns zu unerwartet, um uns Zeit dafür zu lassen.

London, 24. Juni 1872. Karl Marx, Friedrich Engels.

Vorwort zur russischen Ausgabe von 1882.

Die erste russische Ausgabe des Manifests der Kommunistischen Partei,

übersetzt von Bakunin, erschien Anfang der 60er Jahre in der Drückerei des Kolokoll.

Der Westen konnte damals in ihr, der russischen Ausgabe des Manifests, nur ein literarisches Kuriosum sehen.

Solche Auffassung wäre heute unmöglich.

Welch beschränktes Gebiet damals, Dezember 1847, die proletarische Bewegung noch einnahm,

zeigt am klarsten das Schlusskapitel des Manifests.

Stellung der Kommunisten zu den verschiedenen Oppositionsparteien in den verschiedenen Ländern.

Hier fehlen nämlich Grad, Russland und die Vereinigten Staaten.

Es war die Zeit, wo Russland die letzte große Reserve der europäischen Gesamtreaktion bildete,

wo die Vereinigten Staaten die proletarische Überkraft Europas durch Einwanderung absorbierten.

Beide Länder versorgten Europa mit Rohprodukten und waren zugleich Absatzmärkte seiner Industrieerzeugnisse.

Beide Länder waren damals also in dieser oder jenen Weise Säulen der bestehenden europäischen Ordnung.

Wie ganz anders heute.

Gerade die europäische Einwanderung befähigte Nordamerika zu einer riesigen Ackerbauproduktion,

deren Konkurrenz das europäische Grundeigentum, großes wie kleines, in seinen Grundfesten erschüttert.

Sie erlaubte zudem den Vereinigten Staaten, ihre ungeheuren industriellen Hilfsquellen mit einer Energie- und auch einer Stufenleiter auszubeuten,

die das bisherige industrielle Monopol Westeuropas und namentlich Englands binnen kurzem brechen muss.

Beide Umstände wirken revolutionär auf Amerika selbst zurück.

Das kleinere und mittlere Grundeigentum der Farmer, die Basis der ganzen politischen Verfassung,

erliegt nach und nach der Konkurrenz der Riesenfarms.

In den Industriebezirken entwickelt sich gleichzeitig zum ersten Mal ein massenhaftes Proletariat

und eine fabelhafte Konzentration der Kapitalien.

Und nun Russland.

Während der Revolution von 1848 und 1949 fanden nicht nur die europäischen Fürsten,

auch die europäischen Bourgeois in der russischen Einmischung die einzige Rettung vor dem eben erst erwachenden Proletariat.

Der Zar wurde als Chef der europäischen Reaktion proklamiert.

Heute ist er Kriegsgefangener der Revolution in Gatschina

und Russland bildet die Vorhut der revolutionären Aktionen von Europa.

Das kommunistische Manifest hatte zur Aufgabe,

die unvermeidlich bevorstehende Auflösung des modernen bürgerlichen Eigentums zu proklamieren.

In Russland aber finden wir gegenüber rasch aufblühenden kapitalistischen Schwindel

und sich eben erst entwickelten bürgerlichen Grundeigentum

die größere Hälfte des Bodens im Gemeinbesitz der Bauern.

Es fragt sich nun, kann die russische Abschina,

eine wenn auch stark untergrabene Form des uralten Gemeinbesitzes am Boden,

unmittelbar in die Höhere des kommunistischen Gemeinbesitzes übergehen

oder muss sie umgekehrt vorher denselben Auflösungsprozess durchlaufen,

der die geschichtliche Entwicklung des Westens ausmacht.

Die einzige Antwort hierauf, die heutzutage möglich ist, ist die,

wird die russische Revolution, das Signal einer proletarischen Revolution im Westen,

so dass beide einander ergänzen,

so kann das jetzige russische Gemeineigentum am Boden

zum Ausgangspunkt einer kommunistischen Entwicklung dienen.

Vorwort zur deutschen Ausgabe von 1883

Das Vorwort der gegenwärtigen Ausgabe muss ich leider allein unterschreiben.

Marx, der Mann, dem die gesamte Arbeiterklasse Europas und Amerikas

mehr verdankt als irgendeinem anderen.

Marx ruht auf dem Friedhof zur Highgate

und über sein Grab wächst bereits das erste Gras.

Seit seinem Tode kann von einer Umarbeitung oder Ergänzung des Manifestes

erst recht keine Rede mehr sein.

Umso nötiger halte ich es, hier nochmals das Folgende ausdrücklich festzustellen.

Der durchgehende Gedanke des Manifests,

dass die ökonomische Produktion und die aus ihr mit Notwendigkeit folgende

gesellschaftliche Gliederung einer jeden Geschichtepoche

die Grundlage bildet für die politische und intellektuelle Geschichte dieser Epoche,

dass demgemäß seit Auflösung des uralten Gemeinbesitzes an Grund und Boden

die ganze Geschichte eine Geschichte von Klassenkämpfen gewesen ist.

Kämpfen zwischen ausgebeuteten und ausbeutenden,

beherrschten und herrschenden Klassen auf verschiedenen Stufen der gesellschaftlichen Entwicklung,

dass dieser Kampf aber jetzt eine Stufe erreicht hat,

wo die ausgebeutete und unterdrückte Klasse, das Proletariat,

sich nicht mehr von der sie ausbeutenden und unterdrückenden Klasse, der Bourgeois,

befreien kann, ohne zugleich die ganze Gesellschaft für immer von Ausbeutung,

Unterdrückung und Klassenkämpfen zu befreien.

Dieser Grundgedanke gehört einzig und ausschließlich Marx an.

Von Engels nachträglich eingefügte Anmerkung zur deutschen Ausgabe von 1890.

Diesem Gedanken sage ich in der Vorrede zur englischen Übersetzung,

der nach meiner Ansicht berufen ist, für die Geschichtswissenschaft denselben Fortschritt zu begründen,

den Darwins Theorie für die Naturwissenschaft begründet hat.

Diesem Gedanken hatten wir beide uns schon mehrere Jahre vor 1845 allmählich genähert.

Inwieweit ich selbstständig mich in diese Richtung voranbewegt, zeigt meine Lage der arbeitenden Klasse in England.

Als ich aber im Frühjahr 1845 Marx in Brüssel wieder traf,

hatte er ihn fertig ausgearbeitet und legte ihn mir vor,

in fast ebenso klaren Worten wie die, worin ich oben zusammengefasst.

Ende der Anmerkung.

Ich habe das schon oft ausgesprochen.

Es ist aber gerade jetzt nötig, dass es auch vor dem Manifest selbst steht.

London, 28. Juni 1883 Friedrich Engels

Vorwort zur englischen Ausgabe von 1888

Das Manifest wurde als Plattform des Bundes der Kommunisten veröffentlicht,

einer anfangs ausschließlich deutschen, später internationalen Arbeiter-Assoziation,

die unter den politischen Verhältnissen des europäischen Kontinents vor 1848 unvermeidlich eine Geheimorganisation war.

Auf dem Kongress des Bundes, der im November 1847 in London stattfand,

wurden Marx und Engels beauftragt, die Veröffentlichung eines vollständigen theoretischen und praktischen Parteiprogramms in die Wege zu leiten.

In deutscher Sprache abgefasst wurde das Manuskript im Januar 1848,

wenige Wochen vor der französischen Revolution vom 24. Februar, nach London zum Druck geschickt.

Eine französische Übersetzung wurde kurz vor der Juni-Insurrection von 1848 in Paris herausgebracht.

Die erste englische Übersetzung von Miss Helen Macfarlane erschien 1850 in George Julian Harney's Red Republican in London.

Auch eine dänische und eine polnische Ausgabe wurden veröffentlicht.

Die Niederschlagung der Pariser Juni-Insurrection von 1848,

dieser ersten großen Schlacht zwischen Proletariat und Bourgeois,

drängte die sozialen und politischen Bestrebungen der Arbeiterklasse zu Europas zeitweilig wieder in den Hintergrund.

Seitdem spielte sich der Kampf um die Vormachstellung wieder,

wie in der Zeit vor der Februar-Revolution, allein zwischen verschiedenen Gruppen der besitzenden Klasse ab.

Die Arbeiterklasse wurde beschränkt auf einen Kampf um politische Ellbogenfreiheit

und auf die Position eines äußersten linken Flügels der radikalen Bourgeois.

Wo selbstständige proletarische Bewegungen fortfuhren, Lebenszeichen von sich zu geben,

wurden sie erbarmungslos niedergeschlagen.

So spürte die preußische Polizei die Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten auf,

die damals ihren Sitz in Köln hatte.

Die Mitglieder wurden verhaftet und nach 18 Monate Haft im Oktober 1852 vor Gericht gestellt.

Dieser berühmte Kölner Kommunistenprozess dauerte vom 4. Oktober bis 12. November.

Sieben von den Gefangenen wurden zur Festungshaft für die Dauer von drei bis sechs Jahren verurteilt.

Sofort nach dem Urteilspruch wurde der Bund durch die noch verbliebenen Mitglieder formell aufgelöst.

Was das Manifest anbelangt, so schien es von da an verdammt zu sein, der Vergessenheit anheim zu fallen.

Als die europäische Arbeiterklasse wieder genügend Kraft zu einem neuen Angriff auf die herrschende Klasse gesammelt hatte,

entstand die Internationale Arbeiter-Assoziation.

Aber diese Assoziation, die ausdrücklich zu dem Zwecke gegründet wurde,

das gesamte kampfgewillte Proletariat Europas und Amerikas zu einer einzigen Körperschaft zusammenzuschweißen,

konnte die im Manifest niedergelegten Grundsätze nicht sofort proklamieren.

Die Internationale musste ein Programm haben, breit genug, um für die englischen Trade Unions,

für die französischen, belgischen, italienischen und spanischen Anhänger Prod'Ance und für die La Sallianer in Deutschland annehmbar zu sein.

Anmerkung zu La Sallianer.

La Salle persönlich bekannte sich uns gegenüber stets als Schüler von Marx und stand als solche auf dem Boden des Manifests.

Jedoch ging er in seiner öffentlichen Agitation in den Jahren 1862-64

über die Forderung nach Produktivgenossenschaften mit Staatskredit nicht hinaus.

Ende der Anmerkung.

Marx, der dieses Programm zur Zufriedenheit aller Parteien abfasste,

hatte volles Vertrauen zur intellektuellen Entwicklung der Arbeiterklasse.

Einer Entwicklung, wie sie aus der Vereinigten Aktion und der gemeinschaftlichen Diskussion notwendig hervorgehen musste.

Die Ereignisse und Wechselfälle im Kampf gegen das Kapital,

die Niederlagen noch mehr als die Siege, konnten nicht verfehlen.

Den Menschen die Unzulänglichkeit ihrer diversen Lieblingsquacksalbereien zum Bewusstsein zu bringen

und den Weg zur vollkommenen Einsicht in die wirklichen Voraussetzungen der Emanzipation der Arbeiterklasse zu bahnen.

Und Marx hatte Recht.

Als im Jahre 1847 die Internationale zerfiel,

ließ sie die Arbeiter schon in einem ganz anderen Zustand zurück,

als sie sie bei ihrer Gründung im Jahre 1864 vorgefunden hatte.

Der Protonismus in Frankreich, der Lassalianismus in Deutschland waren am Absterben

und auch die konservativen englischen Trade Unions näherten sich,

obgleich sie in ihrer Mehrheit die Verbindung mit der Internationale schon längst gelöst hatten,

allmählich den Punkt, wo ihr Präsident im vergangenen Jahr

ihn zwar sehr in ihrem Namen erklären konnte.

Der kontinentale Sozialismus hat seinen Schrecken für uns verloren.

In der Tat, die Grundsätze des Manifests

hatten unter den Arbeitern aller Länder erhebliche Fortschritte gemacht.

Auf diese Weise trat das Manifest selbst wieder in den Vordergrund.

Der deutsche Text war seit 1850 in der Schweiz, in England und in Amerika mehrmals neu gedruckt worden.

Im Jahre 1872 wurde es ins Englische übersetzt, und zwar in New York,

wo die Übersetzung in Woodhull and Clefland's Weekly veröffentlicht wurde.

Aufgrund dieser englischen Fassung wurde in Les Socialistes in New York auch eine französische angefertigt.

Seitdem sind in Amerika noch mindestens zwei englische Übersetzungen,

mehr oder minder entstellt, herausgebracht worden,

von denen eine in England nachgedruckt wurde.

Die von Bakunin besorgte erste russische Übersetzung wurde etwa um das Jahr 1863

in der Druckerei von Herzens Colo-Col in Genf herausgegeben.

Eine zweite, gleichfalls in Genf, von der heldenhaften Vereza Sulic, 1882.

Eine neue dänische Ausgabe findet sich in der Sozialdemokratisch Bibliothek, Kopenhagen, 1885.

Eine französische Übersetzung in Les Socialistes in Paris, 1886.

Nach dieser letzteren wurde eine spanische Übersetzung vorbereitet und 1886 in Madrid veröffentlicht.

Die Zahl der deutschen Nachdrucke lässt sich nicht genau angeben.

Im Ganzen waren es mindestens zwölf.

Eine Übertragung ins Armenische, die vor einigen Monaten in Konstantinopel herauskommen sollte,

erblickte nicht das Licht der Welt, weil, wie man mir mitteilte,

der Verleger nicht den Mut hatte, ein Buch herauszubringen, auf dem der Name Marx stand,

während der Übersetzer es ablehnte, es als sein eigenes Werk zu bezeichnen.

Von weiteren Übersetzungen in andere Sprachen habe ich zwar gehört, sie aber nicht zu Gesicht bekommen.

So spiegelt die Geschichte des Manifests in hohem Maße die Geschichte der modernen Arbeiterbewegung wieder,

gegenwärtig ist es zweifellos das weitest verbreitete, internationalste Werk der ganzen sozialistischen Literatur,

ein gemeinsames Programm, das von Millionen Arbeitern von Sibirien bis Kalifornien anerkannt wird.

Und doch hätten wir es, als es geschrieben wurde, nicht ein sozialistisches Manifest nennen können.

Unter Sozialisten verstand man 1847 einerseits die Anhänger der verschiedenen utopistischen Systeme,

die Organisten in England, die Fruheristen in Frankreich,

die beide bereits zur bloßen, allmählich aussterbenden Sekte zusammengeschrumpft waren.

Andererseits die mannigfalsen sozialen Quacksalber, die mit allerhand Pflickwerk,

ohne jede Gefahr für Kapital und Profit, die gesellschaftlichen Missstände aller Art zu beseitigen versprachen.

In beiden Fällen Leute, die außerhalb der Arbeiterbewegung standen und eher Unterstützung bei den gebildeten Klassen suchten.

Derjenige Teil der Arbeiterklasse, die sich von der Unzulänglichkeit bloßer politischer Umwälzungen überzeugt hatte

und die Notwendigkeit einer totalen Umgestaltung der Gesellschaft forderte.

Dieser Teil nannte sich damals kommunistisch.

Es war eine noch hohe, unbehaune, rein instinktive Art des Kommunismus.

Aber er betraf den Kardinalpunkt und war in der Arbeiterklasse mächtig genug,

um den utopischen Kommunismus zu erzeugen, in Frankreich den von KB, in Deutschland den von Weitling.

So war denn 1847 Sozialismus eine Bewegung der Mittelklasse, Kommunismus eine Bewegung der Arbeiterklasse.

Der Sozialismus war, auf dem Kontinent wenigstens, salonfähig.

Der Kommunismus war das gerade Gegenteil.

Und da wir von Anfang an der Meinung waren, dass die Emanzipation der Arbeiterklasse das Werk der Arbeiterklasse selbst sein muss,

so konnte kein Zweifel darüber bestehen, welchen der beiden Namen wir wählen mussten.

Ja, noch mehr.

Auch seitdem ist es uns nie in den Sinn gekommen, uns von ihm loszusagen.

Obgleich das Manifest unserer beider gemeinsamer Arbeit war,

so halte ich mich doch für verpflichtet festzustellen, dass der Grundgedanke, der seinen Kern bildet, Marx angehört.

Dieser Gedanke besteht darin, dass in jeder geschichtlichen Epoche die vorherrschende wirtschaftliche Produktions- und Austauschweise

und die aus ihr mit Notwendigkeit folgende gesellschaftliche Gliederung die Grundlage bildet,

auf der die politische und die intellektuelle Geschichte dieser Epoche sich aufbaut

und aus der allein sie erklärt werden kann,

dass demgemäß die ganze Geschichte der Menschheit seit Aufhebung der primitiven Gentilordnung

mit ihrem Gemeinbesitz an Grund und Boden eine Geschichte von Klassenkämpfen gewesen ist,

Kämpfen zwischen Ausbeutenden und Ausgebeuteten, Herrschenden und Unterdrückten Klassen,

dass die Geschichte dieser Klassenkämpfe eine Entwicklungsreihe darstellt,

in der gegenwärtig eine Stufe erreicht ist, wo die ausgebeutete und unterdrückte Klasse, das Proletariat,

ihre Befreiung vom Joch der ausbeutenden und herrschenden Klasse, de bourgeois,

nicht erreichen kann, ohne zugleich die ganze Gesellschaft ein für allemal von aller Ausbeutung und Unterdrückung

von allen Klassenunterschieden und Klassenkämpfen zu befreien.

Diesem Gedanken, der nach meiner Ansicht berufen ist, für die Geschichtswissenschaft denselben Fortschritt zu begründen,

den Davins Theorie für die Naturwissenschaft begründet hat,

diesem Gedanken hatten wir beide uns schon mehrere Jahre vor 1845 allmählich genähert.

Wie weit ich selbstständig mich in diese Richtung voran bewegt,

zeigt am besten meine Lage der arbeitenden Klasse in England.

Die Lage der arbeitenden Klasse in England 1844 von Friedrich Engels,

übersetzt von Florence Kelly Wischniewski, New York, Lowell, London, W. Reeves, 1888.

Als ich aber im Frühjahr 1845 Marx in Brüssel wieder traf,

hatte er ihn bereits fertig ausgearbeitet und legte ihn mir vor,

in fast ebenso klaren Worten wie die, worin ich ihn oben zusammengefasst.

Aus unserem gemeinsamen Vorwort zur deutschen Ausgabe von 1872 zitiere ich das folgende,

wie sehr sich auch die Verhältnisse in den letzten 25 Jahren geändert haben,

die in diesem Manifest entwickelten.

Allgemeine Grundsätze behalten im Ganzen und Großen auch heute noch ihre volle Richtigkeit.

Einzelnes wäre hier und da zu bessern.

Die praktische Anwendung dieser Grundsätze, erklärt das Manifest selbst,

wird überall und jederzeit von den geschichtlich vorliegenden Umständen abhängen

und wird deshalb durchaus kein besonderes Gewicht auf die am Ende von Abschnitt 2

vorgeschlagenen revolutionären Maßregeln gelegt.

Dieser Passus würde heute in vieler Beziehung anders lauten.

Gegenüber der immensen Fortentwicklung der großen Industrie seit 1848

und der sie begleitenden, verbesserten und gewachsen Organisation der Arbeiterklasse,

gegenüber den praktischen Erfahrungen zuerst der Februar-Revolution und noch mehr der Pariser Kommune,

wo das Proletariat zum ersten Mal zwei Monate lang die politische Gewalt inne hatte,

ist heute dies Programm stellenweise veraltet.

Namentlich hat die Kommune den Beweis geliefert,

dass die Arbeiterklasse nicht die fertige Staatsmaschine einfach in Besitz nehmen

und sie für ihre eigenen Zwecke in Bewegung setzen kann.

Wo dies weiterentwickelt ist.

Ferner ist selbstredend, dass die Kritik der sozialistischen Literatur für heute lückenhaft ist,

weil sie nur bis 1847 reicht.

Ebenso, dass die Bemerkungen über die Stellung der Kommunistischen zu den verschiedenen Oppositionsparteien,

Abschnitt 4, wenn in den Grundzügen auch heute noch richtig,

doch in ihrer Ausführung heute schon deswegen veraltet sind,

weil die politische Lage sich total umgestaltet und die geschichtliche Entwicklung

die meisten der dort aufgezählten Parteien aus der Welt geschafft hat.

Indes, das Manifest ist ein geschichtliches Dokument,

an dem zu ändern wir uns nicht mehr das Recht zuschreiben.

Die vorliegende Übersetzung stammt von Herrn Samuel Moore,

dem Übersetzer des größten Teils von Marx' Kapital.

Wir haben sie gemeinsam durchgesehen und ich habe ein paar Fußnoten zur Erklärung geschichtlicher Anspielungen hinzugefügt.

Seit vorstehendes Geschrieben ist wieder eine neue Auflage des Manifests nötig geworden

und es hat sich allerlei mit dem Manifest zugetragen, das hier zu erwähnen ist.

Eine zweite russische Übersetzung.

Von Vera Sasulich, erschienen 1882 in Genf.

Die Vorrede dazu wurde von Marx und mir verfasst.

Leider ist mir das deutsche Originalmanuskript erst pandengekommen.

Ich muss also aus dem russischen zurückübersetzen, wodurch die Arbeit keineswegs gewinnt.

Sie lautet...

Eine neue polnische Übersetzung erschienen um dieselbe Zeit in Genf.

Manifest Komunistik.

Ferner ist eine neue dänische Übersetzung erschienen.

In Sozialdemokratik Bibliothek.

Kopenhavn, 1885.

Sie ist leider nicht ganz vollständig.

Einige wesentliche Stellen, die dem Übersetzer Schwierigkeiten gemacht zu haben erscheinen,

sind ausgelassen und auch sonst hier und da Spuren von Flüchtigkeit zu bemerken,

die umso unangenehmer auffallen, als man der Arbeit ansieht,

dass der Übersetzer bei etwas mehr Sorgfalt vorzügliches hätte leisten können.

1886 erschien eine französische Übersetzung in Les Socialistes, Paris.

Es ist die beste bisher erschienene.

Nach ihr wurde im selben Jahr eine spanische Übersetzung zuerst in Madrid der Les Socialistes

und dann als Broschüre veröffentlicht.

Manifesto del Partido Comunista.

Por Carlos Marx y Friedrich Engels.

Madrid. Administration de Les Socialistas. Hernán Contes 8.

Als Kuriosum erwähne ich noch, dass 1887 das Manuskript einer armenischen Übersetzung

einem konstantinopolitanischen Verleger angeboten wurde.

Der gute Mann hatte jedoch nicht den Mut, etwas zu drücken, worauf der Name Marx stand

und meinte, der Übersetzer solle sich lieber selbst als Verfasser nennen, was dieser jedoch ablehnte.

Nachdem bald die eine, bald die andere, mehr oder minder unrichtigen amerikanischen Übersetzungen

mehrfach in England wieder abgedrückt wurden, erschien endlich eine authentische Übersetzung im Jahre 1888.

Sie ist von meinem Freund Samuel Moore und vor dem Druck von uns beiden nochmals zusammen durchgesehen.

Der Titel ist Manifesto of the Communist Party by Karl Marx and Friedrich Engels.

Authorized English Translation. Edited and annotated by Friedrich Engels.

1888. London. William Reeves. 185 Fleet Street, East Sea.

Einige der Anmerkungen dieser Ausgabe habe ich in die gegenwärtige herübergenommen.

Das Manifesto hat einen eigenen Lebenslauf gehabt.

Im Augenblick seines Erscheinens, von der damals noch wenig zahlreichen Vorhut des wissenschaftlichen Sozialismus enthusiastisch begrüßt,

wie die in der ersten Vorrede angeführten Übersetzungen beweisen, wurde es bald in den Hintergrund gedrängt

durch die mit der Niederlage der Pariser Arbeiter im Juni 1848 beginnenden Reaktion

und schließlich von Rechts wegen in Acht und Bann erklärt durch die Verurteilung der Kölner Kommunisten, November 1852.

Mit dem Verschwinden der von der Februar-Revolution datierenden Arbeiterbewegung von der öffentlichen Bühne trat auch das Manifest in den Hintergrund.

Als die europäische Arbeiterklasse sich wieder hinreichend gestärkt hatte zu einem neuen Anlauf gegen die Macht der herrschenden Klassen,

entstand die Internationale Arbeiter-Assoziation.

Sie hatte zum Zweck, die gesamte streitbare Arbeiterschaft Europas und Amerikas zu einem großen Heereskörper vor zu verschmelzen.

Sie konnte daher nicht ausgehen von dem im Manifest niedergelegten Grundsetzen.

Sie musste ein Programm haben, das den englischen Trade Unions, den französischen, belgischen, italienischen und spanischen Protonisten

und den deutschen Lassallianern die Tür nicht verschloss.

Anmerkung zu Lassall.

Lassall bekannte sich persönlich uns gegenüber stets als Schüler von Marx und stand als solcher selbstredend auf dem Boden des Manifests.

Anders mit denjenigen seiner Anhänger, die nicht über seine Forderung von Produktivgenossenschaft mit Staatsgericht hinausgingen

und die ganze Arbeiterklasse einteilten in Staatshüpfler und Selbsthüpfler.

Ende der Anmerkung.

Dies Programm, die Erwägungsgründe zu den Statuten der Internationale,

wurde von Marx selbst mit einer von Bakunin und den Anarchisten anerkannten Meisterschaft entworfen,

für den schließlichen Sieg der Manifest aufgestellten Sätze verließ sich Marx einzig und allein auf die intellektuelle Entwicklung der Arbeiterklasse,

wie sie aus der vereinigten Aktion und der Diskussion notwendiger vorgehen musste.

Die Ereignisse und Wechselfälle im Kampf gegen das Kapital, die Niederlagen noch mehr als die Erfolge,

konnten nicht umhin, den Kämpfenden die Unzulänglichkeit ihrer bisherigen Allerweltsheilmittel klarzulegen

und ihre Köpfe empfänglicher zu machen für eine gründliche Einsicht in die wahren Bedingungen der Arbeiteremanzipation.

Und Marx hatte Recht.

Die Arbeiterklasse von 1874 bei der Auflösung der Internationale war eine ganz andere, als die von 1864 bei ihrer Gründung gewesen war.

Der Prudonismus in den romanischen Ländern, der spezifische Lassallianismus in Deutschland, waren am Aussterben

und selbst die damaligen stockkonservativen englischen Trade Unions gingen allmählich dem Punkt entgegen,

wo 1887 der Präsident ihres Kongresses in Swansea in ihrem Namen sagen konnte,

der kontinentale Sozialismus hat seinen Schrecken für uns verloren.

Der kontinentale Sozialismus, der war aber schon 1887 fast nur noch die Theorie, die im Manifest verkündet wird.

Und so spiegelt die Geschichte des Manifests bis zu einem gewissen Grade die Geschichte der modernen Arbeiterbewegung seit 1848 wieder.

Gegenwärtig ist es unzweifelhaft, das weitest Verbreitete, das internationalste Produkt der gesamten sozialistischen Literatur,

das gemeinsame Programm vieler Millionen Arbeiter aller Länder von Sibirien bis Kalifornien.

Und doch, als es erschien, hätten wir es nicht ein sozialistisches Manifest nennen dürfen.

Unter Sozialisten verstand man 1847 zweierlei Art von Leuten.

Einerseits die Anhänger der verschiedenen utopistischen Systeme,

speziell die Ownisten in England und die Führeristen in Frankreich,

die beide schon damals zu bloßen, allmählich aussterbenden Sekten zusammengeschrumpft waren.

Andererseits die mannigfeilsten sozialen Quacksalber, die mit ihren verschiedenen Allerweltsheilmitteln

und mit jeder Art von Flickarbeit die gesellschaftlichen Missstände beseitigen wollten,

ohne dem Kapital und dem Profit im geringsten Wehe zu tun.

In beiden Fällen Leute, die außerhalb der Arbeiterbewegung standen

und die vielmehr Unterstützung suchten bei den gebildeten Klassen.

Derjenige Teil der Arbeiter dagegen, der, von der Unzulänglichkeit bloßer politischer Umwälzungen überzeugt,

eine gründliche Umgestaltung der Gesellschaft forderte, der Teil, nannte sich damals kommunistisch.

Es war ein nur im Rauhen gearbeiteter, nur instinktiver, manchmal etwas zu ruher Kommunismus.

Aber er war mächtig genug, um zwei Systeme des utopischen Kommunismus zu erzeugen.

In Frankreich den Ikarischen Kabbees, in Deutschland den von Weitling.

Sozialismus bedeutete 1847 eine Bourgeois-Bewegung, Kommunisten eine Arbeiterbewegung.

Der Sozialismus war, auf dem Kontinent wenigstens, salonfähig.

Der Kommunismus war das gerade Gegenteil.

Und da wir schon damals sehr entschieden der Ansicht waren,

dass die Emanzipation der Arbeiter das Werk der Arbeiterklasse selbst sein muss,

so konnten wir keinen Augenblick im Zweifel sein, welchen der beiden Namen zu wählen.

Auch seitdem ist es uns nie eingefallen, ihn zurückzuweisen.

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!

Nur wenige Stimmen antworteten, als wir diese Worte in die Welt hinaus riefen,

vor nunmehr 42 Jahren, am Vorabend der ersten Pariser Revolution,

worin das Proletariat mit eigenen Ansprüchen hervortrat,

Aber am 28. September 1864 vereinigten sich Proletarier der meisten westeuropäischen Länder

zur Internationalen Arbeiter-Assoziation glorreichen Angedenkens.

Die Internationale selbst lebte allerdings nur neun Jahre.

Aber dass der von ihr gegründete, ewige Bund der Proletarier aller Länder noch lebt,

und kräftiger lebt als je, dafür gibt es keinen besseren Zeugen als gerade den heutigen Tag.

Denn heute, wo ich diese Zeilen schreibe, hält das europäische und amerikanische Proletariat

Herschau über seine zum ersten Mal mobil gemachten Schreibkräfte.

Mobil gemacht als ein Heer, unter einer Fahne und für ein nächstes Ziel,

den schon vom Genfer Kongress der Internationale 1866 und wiederum vom Pariser Arbeiterkongress 1889

proklamierten, gesetzlich festzustellenden, achtstündigen Normalarbeitstag.

Und das Schauspiel des heutigen Tages wird den Kapitalisten und Grundherren aller Länder die Augen darüber öffnen,

dass heute die Proletarier aller Länder in der Tat vereinigt sind.

Stände Marx nur noch neben mir, dies mit eigenen Augen zu sehen.

London, am 1. Mai 1890 Friedrich Engels

Vorwort zur polnischen Ausgabe von 1892

Die Tatsache, dass eine neue polnische Ausgabe des Kommunistischen Manifests notwendig geworden,

gibt zu verschiedenen Betrachtungen Anlass.

Zuerst ist bemerkenswert, dass das Manifest neuerdings gewissermaßen zu einem Gradmesser geworden ist

für die Entwicklung der großen Industrie auf dem europäischen Kontinent.

In dem Maß, wie in einem Lande die große Industrie sich ausdehnt,

in dem Maß wächst auch unter den Arbeitern des selben Landes das Verlangen nach Aufklärung über die Stellung als Arbeiterklasse

gegenüber den besitzenden Klassen, breitet sich unter ihnen die sozialistische Bewegung aus

und steigt die Nachfrage nach dem Manifest.

Sodass nicht nur der Stand der Arbeiterbewegung, sondern auch der Entwicklungsgrad der großen Industrie

in jedem Land mit ziemlicher Genauigkeit abgemessen werden kann

an der Zahl der in der Landessprache verbreiteten Exemplare des Manifests.

Hiernach bezeichnet die neue polnische Ausgabe einen entschiedenen Fortschritt der polnischen Industrie

und dass dieser Fortschritt seit der vor 10 Jahren erschienenen letzten Ausgabe in Wirklichkeit stattgefunden hat,

darüber kann kein Zweifel sein.

Russisch-Polen, Kongress-Polen ist der große Industriebezirk des russischen Reiches geworden.

Während die russische Großindustrie sporadisch zerstreut ist,

ein Stück auf finnischen Meerbusen, ein Stück im Zentrum, Moskau und Wladimir,

ein Drittes am Schwarzen und Amazowschen Meer, noch andere anderswo zersprengt,

ist die polnische auf verhältnismäßig kleinem Raum zusammengedrängt

und genießt die aus dieser Konzentration entspringenden Vorteile und Nachteile.

Die Vorteile erkannten die konkurrierenden russischen Fabrikanten an,

als sie Schutzzäule gegen Polen verlangten, trotz ihres sehnlichen Wunsches, die Polen in Russen zu verwandeln.

Die Nachteile für die polnischen Fabrikanten und für die russische Regierung

zeigen sich in der rapiden Verbreitung sozialistischer Ideen unter den polnischen Arbeitern

und in der steigenden Nachfrage nach dem Manifest.

Die rasche Entwicklung der polnischen Industrie, die der russischen über den Kopf gewachsen,

ist aber ihrerseits ein neuer Beweis für die unverwüstliche Lebenskraft des polnischen Volkes

und eine neue Garantie seiner bevorstehenden nationalen Wiederherstellung.

Die Wiederherstellung eines unabhängigen, starken Polens ist aber eine Sache,

die nicht nur die Polen, sondern die uns alle angeht.

Ein aufrichtiges, internationales Zusammenwirken der europäischen Nationen ist nur möglich,

wenn jede dieser Nationen im eigenen Haus vollkommen autonom ist.

Die Revolution von 1848, die unter proletarischer Fahne proletarische Kämpfer schließlich nur die Arbeit der Bourgeois tun ließ,

setzte auch durch ihre Testamentsvorstrecker Louis Bonaparte und Bismarck die Unabhängigkeit Italiens, Deutschlands, Ungarns durch.

Aber Polen, das seit 1792 mehr für die Revolution getan, als alle die drei zusammen,

Polen überließ man sich selbst, als es 1863 vor der zehnfachen russischen Übermacht erlag.

Die Unabhängigkeit Polens hat der Adel weder erhalten, noch wieder erkämpfen gekonnt.

Der Bourgeois ist sie heute zumindest gleichgültig,

und doch ist sie eine Notwendigkeit für das harmonische Zusammenwirken der europäischen Nationen.

Sie kann erkämpft werden nur vom jungen polnischen Proletariat, und in dessen Händen ist die gut aufgehoben.

Denn die Arbeiter des ganzen übrigen Europas haben die Unabhängigkeit Polens ebenso nötig wie die polnischen Arbeiter selbst.

London, 10. Februar 1892 Friedrich Engels

Die Veröffentlichung des Manifests der Kommunistischen Partei fiel fast auf den Tag genau mit dem 18. März 1848 zusammen.

Mit den Revolutionen von Mailand und Berlin, wo sich im Zentrum des europäischen Kontinents einerseits

und des mittelländischen Meeres andererseits zwei Nationen erhoben,

die bis dahin durch territoriale Zerstückelung und inneren Hade geschwächt und daher unter Fremdherrschaft geraten waren.

Während Italien dem Kaiser von Österreich unterworfen war,

hatte Deutschland, wenn auch nicht so unmittelbar, das nicht minder schwere Joch des Zaren aller Reußen zu tragen.

Die Auswirkungen des 18. März 1848 befreiten Italien und Deutschland von dieser Schmach.

Wenn beide großen Nationen in der Zeit von 1848 bis 1871 wiederhergestellt und gewissermaßen sich selbst wiedergeben wurden,

so geschah dies, wie Karl Marx sagte, deshalb, weil dieselben Leute, die die Revolution von 1848 niederwarfen,

dann wieder Willen zu ihren Testamentsvollstreckern wurden.

Die Revolution war damals überall das Werk der Arbeiterklasse.

Die Arbeiterklasse war es, die die Barrikaden errichtete und der Leben in die Schanze schlug.

Nur die Arbeiter von Paris hatten, als sie die Regierung stürzten, die ausgesprochene Absicht, das Bourgeois-Regime zu stürzen.

Doch so sehr sie sich auch des unvermeidlichen Antagonismus bewusst waren, der zwischen ihrer eigenen Klasse und der Bourgeois bestand,

hatte weder der wirtschaftliche Fortschritt des Landes noch die geistige Entwicklung der französischen Arbeitermassen jenen Grad erreicht,

der die Umgestaltung der Gesellschaft ermöglicht hätte.

Die Früchte der Revolution wurden daher letzten Endes von der Kapitalistenklasse eingeheimst.

In den anderen Ländern, in Italien, in Deutschland, Österreich, Ungarn,

taten die Arbeiter von Anfang an nichts anderes, als die Bourgeois an die Macht zu bringen.

Aber in keinem anderen Land ist die Herrschaft der Bourgeois ohne nationale Unabhängigkeit möglich.

Die Revolution von 1848 musste somit die Einheit und Unabhängigkeit derjenigen Nationen nach sich ziehen, denen es bisher daran gebrach.

Italien, Deutschland, Ungarn. Polen wird zu seiner Zeit nachfolgen.

Wenn also die Revolution von 1848 keine sozialistische Revolution war, so ebnete sie dieser doch den Weg, bereitete für sie den Boden vor.

Mit der Entwicklung der großen Industrie in allen Ländern hat das Bourgeois-Regime in den letzten 45 Jahren

in allen Teilen ein zahlreiches, festgefügtes und starkes Proletariat hervorgebracht,

hat es, um einen Ausdruck des Manifests zu gebrauchen, seine eigenen Totenkräber produziert.

Ohne Wiederherstellung der Unabhängigkeit und Einheit jeder europäischen Nation

hätte sich weder die internationale Vereinigung des Proletariats noch ein ruhiges, verständliches Zusammenwirken dieser Nationen

zur Erreichung gemeinsamer Ziele vollziehen können.

Man stelle sich einmal ein gemeinsames, internationales Vorgehen der italienischen, ungarischen, deutschen, polnischen, russischen Arbeiter

unter den politischen Verhältnissen der Zeit 1848 vor.

Die Schlachten von 1848 waren also nicht vergebens.

Nicht vergebens auch die 45 Jahre, die uns von jener revolutionären Etappe trennen.

Die Früchte kommen zur Reife.

Und ich wünschte nur, dass die Veröffentlichung dieser italienischen Übersetzung des Manifests

ein gutes Vorzeichen für den Sieg des italienischen Proletariats werde,

so wie die Veröffentlichung des Originals es für die internationale Revolution war.

Das Manifest lässt der revolutionären Rolle, die der Kapitalismus in der Vergangenheit gespielt hat, volle Gerechtigkeit widerfahren.

Die erste kapitalistische Nation war Italien.

Der Ausgang des feudalen Mittelalters und der Anbruch des modernen kapitalistischen Zeitalters

sind durch einen großen Gestalt gekennzeichnet, durch den Italiener Dante,

der zugleich der letzte Dichter des Mittelalters und der erste Dichter der Neuzeit war.

Heute bricht, wie um 1300, ein neues geschichtliches Zeitalter an,

wird uns Italien den neuen Dante schenken, der die Geburtsstunde des proletarischen Zeitalters verkündet?

London, 1. Februar 1893 Friedrich Engels

Ende der Vorworte

Ende der Vorworte

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